Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft-Ausbildungsordnung, Fassung vom 21.10.2019

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft (Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 454/2004

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der §§ 8 und 24 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 79/2003, wird verordnet:

§ 1

Text

Lehrberuf Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft

 

§ 1. (1) Der Lehrberuf Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft ist mit einer Lehrzeit von drei Jahren und folgenden Schwerpunkten eingerichtet:

1.

Getreidemüller

2.

Futtermittelhersteller

3.

Backmittelhersteller.

(2) Der Lehrbetrieb hat neben dem Allgemeinen Teil (Basismodul) zumindest einen Schwerpunkt (Schwerpunktmodul) zu vermitteln.

(3) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlussprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Verfahrenstechniker für die Getreidewirtschaft oder Verfahrenstechnikerin für die Getreidewirtschaft) zu bezeichnen.

(4) Die Schwerpunktausbildung ist im Lehrvertrag und im Lehrzeugnis durch einen entsprechenden Hinweis neben der Bezeichnung des Lehrberufes zu vermerken.

§ 2

Text

Berufsprofil

 

§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der ausgebildete Lehrling allgemeine Kenntnisse im Lehrberuf Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft erwerben und befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbstständig und eigenverantwortlich auszuführen:

1.

Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft – Schwerpunkt Getreidemüller:

a)

Einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge handhaben, instandhalten und instandsetzen,

b)

Getreide, sonstige Rohstoffe, Hilfsstoffe und daraus hergestellte Erzeugnisse beurteilen und behandeln,

c)

Getreide für den Vermahlungsprozess vorbereiten,

d)

Produktionsvorgänge steuern und überwachen,

e)

Mahlprodukte zu Typenmehlen mischen,

f)

Maßnahmen zur Qualitätssicherung durchführen;

2.

Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft – Schwerpunkt Futtermittelhersteller:

a)

Einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge handhaben, instandhalten und instandsetzen,

b)

Getreide, pflanzliche und tierische Eiweißprodukte, Mineralstoffe und sonstige Hilfs- und Zusatzstoffe sowie daraus hergestellte Erzeugnisse beurteilen und behandeln,

c)

Produktionsvorgänge steuern und überwachen,

d)

Roh- und Hilfsstoffe sowie daraus hergestellte Erzeugnisse verwiegen, fördern und lagern,

e)

Maßnahmen zur Qualitätssicherung durchführen;

3.

Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft – Schwerpunkt Backmittelhersteller:

a)

Einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge handhaben, instandhalten und instandsetzen,

b)

Getreide, Getreideerzeugnisse, sonstige Lebensmittelzutaten und Lebensmittelzusatzstoffe sowie technologische Hilfsstoffe und die daraus hergestellten Erzeugnisse beurteilen und behandeln,

c)

Produktionsvorgänge steuern und überwachen,

d)

Roh- und Hilfsstoffe sowie daraus hergestellte Erzeugnisse verwiegen, fördern und lagern,

e)

Maßnahmen zur Qualitätssicherung durchführen.

§ 3

Text

Berufsbild

 

§ 3. Für die Ausbildung wird folgender Allgemeiner Teil (Basismodul) festgelegt, wobei die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse, spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend, derart zu vermitteln sind, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt:

____________________________________________________________________

Pos.  1. Lehrjahr          2. Lehrjahr          3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

1.    Kenntnisse des Handhabens, Instandhaltens und Instandsetzens

       der zu verwendenden Geräte, Maschinen, Vorrichtungen,

       Einrichtungen und Arbeitsbehelfe

____________________________________________________________________

2.    Kenntnisse der Roh- und Hilfsstoffe sowie der daraus

       hergestellten Erzeugnisse, ihrer Eigenschaften, Verwendungs-

       und Bearbeitungsmöglichkeiten

____________________________________________________________________

3.    Grundkenntnisse der

       Antriebs- und

       Steuerungsmöglich-

       keiten der in        -

       Betracht kommenden

       Maschinen

____________________________________________________________________

4.    Grundkenntnisse der Getreide- und

       Lagerschädlinge sowie deren Bekämpfung    -

____________________________________________________________________

5.    Beurteilen von

       Getreide und

       sonstigen            -

       Rohstoffen

____________________________________________________________________

6.    Bestimmen der handelsüblichen

       Qualitätsparameter von Roh- und

       Hilfsstoffen sowie der daraus             -

       hergestellten Erzeugnisse einschließlich

       der Grundkenntnisse der Analytik

____________________________________________________________________

7.    Übernehmen und Reinigen des Getreides

       sowie sonstiger Rohstoffe                 -

____________________________________________________________________

8.                         Behandlung und Gesunderhaltung des

       -                    Getreides sowie sonstiger Rohstoffe

____________________________________________________________________

9.    Kenntnis der betrieblichen Produktionsplanung,

       Lagerwirtschaft und Logistik

____________________________________________________________________

10.                        Abfüllen, Wiegen und Verpacken der

       -                    Erzeugnisse

____________________________________________________________________

11.   Kenntnisse und Anwendung der berufsspezifischen EDV

____________________________________________________________________

12.   Kenntnisse und Anwendung englischer Fachausdrücke

____________________________________________________________________

13.   Kenntnis der         Mitwirken bei der

       Kundenbetreuung      Kundenbetreuung      Kundenbetreuung

____________________________________________________________________

14.   Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden

       Verpflichtungen im Sinne des Berufsausbildungsgesetzes

____________________________________________________________________

15.   Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften und

       Schutzmaßnahmen sowie der sonstigen in Betracht kommenden

       Vorschriften zum Schutze des Lebens und der Gesundheit

____________________________________________________________________

16.   Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen

       Vorschriften

____________________________________________________________________

17.   Die für den Beruf relevanten Maßnahmen und Vorschriften zum

Schutz der Umwelt: Grundkenntnisse über die betrieblichen Maßnahmen zum sinnvollen Energieeinsatz; Kenntnis über die im Arbeitsbereich anfallenden Reststoffe und über deren Trennung, Verwertung sowie über die Entsorgung des Abfalls

____________________________________________________________________

(2) Für die Ausbildung in den Schwerpunkten wird folgendes ergänzendes Berufsbild (Schwerpunktmodul) festgelegt, wobei die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse, spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend, derart zu vermitteln sind, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt:

 

1.

Schwerpunkt Getreidemüller:

____________________________________________________________________

Pos.  1. Lehrjahr          2. Lehrjahr          3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

1.    Kenntnis der wichtigsten Teile der für die Berufsausübung

       erforderlichen einschlägigen fachlichen Rechtsvorschriften,

       wie beispielsweise Lebensmittelgesetz, Österreichisches

       Lebensmittelbuch und Handelsbräuche

____________________________________________________________________

2.                         Handhaben, Instandhalten und

       -                    Instandsetzen der jeweiligen in Betracht

                            kommenden Maschinen

____________________________________________________________________

3.                         Handhaben und Prüfen der Roh- und

       -                    Hilfsstoffe sowie der daraus

                            hergestellten Erzeugnisse

____________________________________________________________________

4.                         Vorbereiten des Getreides für den

       -                    Vermahlungsprozess, beispielsweise durch

                            Netzen und Abstehen

____________________________________________________________________

5.                         Kenntnis des Produktionsablaufes

       -                    aufgrund eines Mühlendiagrammes

____________________________________________________________________

6.                         Steuern und Überwachen der

       -                    Produktionsvorgänge, wie beispielsweise

                            Reinigung, Vermahlung und Verwiegung

____________________________________________________________________

7.                         Mischen von Mahlprodukten zu fertigen

       -                    Typenmehlen

____________________________________________________________________

8.                         Kenntnis der         Mitwirken bei

                            betrieblichen        Qualitäts-

       -                    Qualitäts-           sicherungsmaßnahmen

                            sicherungsmaßnahmen

____________________________________________________________________

 

               2. Schwerpunkt Futtermittelhersteller:

____________________________________________________________________

Pos.  1. Lehrjahr          2. Lehrjahr          3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

1.    Kenntnis der wichtigsten Teile der für die Berufsausübung

       erforderlichen einschlägigen fachlichen Rechtsvorschriften,

       wie beispielsweise Futtermittelgesetz und Handelsbräuche

____________________________________________________________________

2.                         Handhaben, Instandhalten und

       -                    Instandsetzen der jeweiligen in Betracht

                            kommenden Maschinen

____________________________________________________________________

3.                         Handhaben und Prüfen der Roh- und

       -                    Hilfsstoffe sowie der daraus

                            hergestellten Erzeugnisse

____________________________________________________________________

4.                         Steuern und Überwachen der

                            Produktionsvorgänge, wie beispielsweise

                            Rohstoffdosierung, Rohstoffvermahlung,

       -                    das Mischen von Trocken- und

                            Flüssigkomponenten, Pelletieren und

                            Absieben

____________________________________________________________________

5.                         Verwiegen, Fördern und Lagern der Roh-

       -                    und Hilfsstoffe sowie der daraus

                            hergestellten Erzeugnisse

____________________________________________________________________

6.                         Kenntnis der

                            betrieblichen        Mitwirken bei

       -                    Qualitäts-           Qualitäts-

                            sicherungsmaßnahmen  sicherungsmaßnahmen

____________________________________________________________________

 

                  3. Schwerpunkt Backmittelhersteller

____________________________________________________________________

Pos.  1. Lehrjahr          2. Lehrjahr          3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

1.    Kenntnis der wichtigsten Teile der für die Berufsausübung

       erforderlichen einschlägigen fachlichen Rechtsvorschriften,

       wie beispielsweise Lebensmittelgesetz, Österreichisches

       Lebensmittelbuch und Handelsbräuche

____________________________________________________________________

2.                         Handhaben, Instandhalten und

       -                    Instandsetzen der jeweiligen in Betracht

                            kommenden Maschinen

____________________________________________________________________

3.                         Handhaben und Prüfen der Roh- und

                            Hilfsstoffe sowie der daraus

       -                    hergestellten Erzeugnisse in Labor und

                            in Versuchsbäckereien

____________________________________________________________________

4.                         Steuern und Überwachen der

                            Produktionsvorgänge, wie beispielsweise

       -                    Vermahlen, thermisch Behandeln, Absieben

                            und Mischen

____________________________________________________________________

5.                         Verwiegen, Fördern und Lagern von Roh-

       -                    und Hilfsstoffen sowie der daraus

                            hergestellten Erzeugnisse

____________________________________________________________________

6.                         Kenntnis der

                            betrieblichen        Mitwirken bei

       -                    Qualitäts-           Qualitäts-

                            sicherungsmaßnahmen  sicherungsmaßnahmen

____________________________________________________________________

(2) Bei der Ausbildung in den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten ist - unter besonderer Beachtung der betrieblichen Erfordernisse und Vorgaben - auf die Persönlichkeitsbildung des Lehrlings zu achten, um ihm die für eine Fachkraft erforderlichen Schlüsselqualifikationen bezüglich Sozialkompetenz (wie Offenheit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit), Selbstkompetenz (wie Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Belastbarkeit), Methodenkompetenz (wie Präsentationsfähigkeit, Rhetorik in deutscher Sprache, Verständigungsfähigkeit in den Grundzügen der englischen Sprache) und Kompetenz für das selbstgesteuerte Lernen (wie Bereitschaft, Kenntnis über Methoden, Fähigkeit zur Auswahl geeigneter Medien und Materialien) zu vermitteln.

§ 4

Text

Lehrabschlussprüfung

 

Gliederung

 

§ 4. (1) Die Lehrabschlussprüfung gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

(2) Die praktische Prüfung umfasst die Gegenstände Prüfarbeit und Fachgespräch.

(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände

1.

Fachrechnen,

2.

Fachkunde,

3.

Spezielle Fachkunde.

(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrzieles der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule oder den erfolgreichen Abschluss einer die Lehrzeit ersetzenden berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nachgewiesen hat.

§ 5

Text

Praktische Prüfung

 

Prüfarbeit

 

§ 5. (1) Die Prüfung hat unter Berücksichtigung der Schwerpunktausbildung Arbeitsproben und Demonstrationen zu umfassen, wobei folgende Gebiete stichprobenartig zu prüfen sind:

1.

Einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge instandsetzen,

2.

Beurteilen und Behandeln von Getreide, sonstigen Roh- und Hilfsstoffen sowie daraus hergestellten Erzeugnissen,

3.

Steuern und Überwachen der Produktionsvorgänge,

4.

Durchführung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung.

(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und die Schwerpunktausbildung jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in fünf Arbeitsstunden durchgeführt werden kann.

(3) Die Prüfung im Gegenstand Prüfarbeit ist nach sechs Arbeitsstunden zu beenden.

(4) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende Kriterien maßgebend:

1.

Genauigkeit,

2.

fachgerechte Ausführung,

3.

fachgerechtes Verwenden der richtigen Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen,

4.

fachgerechtes Verwenden von Sicherheits- und Umweltvorschriften.

§ 6

Text

Fachgespräch

 

§ 6. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.

(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen.

(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung, den Anforderungen der Berufspraxis und der Schwerpunktausbildung zu entsprechen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs mit Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen oder Problemen durchzuführen.

(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling 20 Minuten dauern. Es ist jedenfalls nach 30 Minuten zu beenden. Eine Verlängerung um höchstens zehn Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.

§ 7

Text

Theoretische Prüfung

 

Allgemeine Bestimmungen

 

§ 7. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufs möglich ist.

(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.

(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Lehrabschlussprüfung, den Anforderungen der Berufspraxis und der Schwerpunktausbildung zu entsprechen. Sie sind den Prüflingen anlässlich der Aufgabenstellung getrennt zu erläutern.

(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.

§ 8

Text

Fachrechnen

 

§ 8. (1) Die Prüfung im Gegenstand „Fachrechnen“ hat entsprechend der Schwerpunktausbildung nachstehende Bereiche zu umfassen:

1.

Flächenberechnung,

2.

Inhaltsberechnung,

3.

Gewichtsberechnung,

4.

Mischungsberechnung,

5.

Ausbeuteberechnung.

(2) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(3) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 9

Text

Fachkunde

 

§ 9. (1) Die Prüfung im Gegenstand „Fachkunde“ hat die stichwortartige Durchführung je einer Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen entsprechend dem Schwerpunkt zu umfassen:

1.

Rohstoff- und Hilfsstoffkunde,

2.

Erzeugniskunde,

3.

Behandlungs- und Bearbeitungsverfahren,

4.

Maschinen und Anlagen,

5.

Qualitätssicherung.

(2) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(3) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 10

Text

Spezielle Fachkunde

 

§ 10. (1) Die Prüfung im Gegenstand „Spezielle Fachkunde“ hat das Anfertigen der zusammenhängenden Darstellung eines Arbeitsvorganges mit Skizze (Diagramm) zu umfassen; für das Diagramm sind übliche Symbolfiguren zu verwenden. Die Aufgabenstellung hat sich auf ein Teilgebiet der gesamten Verarbeitung zu beschränken.

(2) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(3) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 11

Text

Wiederholungsprüfung

 

§ 11. (1) Die Lehrabschlussprüfung kann wiederholt werden.

(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit „Nicht genügend“ bewerteten Gegenstände zu beschränken.

(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen.

§ 12

Text

Schluss- und Übergangsbestimmungen

 

§ 12. (1) Mit dem In-Kraft-Treten dieser Verordnung treten unbeschadet des Abs. 2 folgende Rechtsvorschriften außer Kraft:

1.

Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Getreidemüller, BGBl. Nr. 491/1973;

2.

Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Getreidemüller, BGBl. Nr. 680/1974.

(2) Lehrlinge, die am Tag der Kundmachung dieser Verordnung im Lehrberuf Getreidemüller ausgebildet werden, können gemäß den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit ausgebildet werden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung gemäß der in Abs. 1 angeführten Prüfungsordnung antreten.

(3) Die Lehrzeiten, die im Lehrberuf Getreidemüller entsprechend den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften zurückgelegt wurden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft voll anzurechnen.

(4) Lehrlinge, die im Lehrberuf Getreidemüller die gesamte Lehrzeit ausgebildet wurden, können bis zum Ablauf des 31. Dezember 2007 nach ihrer Wahl sowohl zur Lehrabschlussprüfung gemäß der in Abs. 1 angeführten Prüfungsordnung für den Lehrberuf Getreidemüller, BGBl. Nr. 680/1974, als auch zur Lehrabschlussprüfung gemäß der Prüfungsordnung für den Lehrberuf Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft antreten.

(5) Personen, die eine Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Getreidemüller nach dem 30. Juni 2001 abgelegt haben, sind unmittelbar berechtigt, die Berufsbezeichnung Verfahrenstechniker für Getreidewirtschaft bzw. Verfahrenstechnikerin für Getreidewirtschaft zu führen.