Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Metalldesign-Ausbildungsordnung, Fassung vom 26.05.2022

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Metalldesign (Metalldesign-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 267/2002 idF BGBl. II Nr. 103/2005 (VFB)

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der §§ 8 und 24 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 136/2001, wird verordnet:

§ 1

Text

Lehrberuf Metalldesign

§ 1. (1) Der Lehrberuf Metalldesign ist mit einer Lehrzeit von drei Jahren und folgenden Schwerpunkten eingerichtet:

1.

Gürtlerei,

2.

Gravur,

3.

Metalldrückerei.

(2) Der Lehrbetrieb hat neben dem allgemeinen Teil (Basismodul) zumindest einen Schwerpunkt (Schwerpunktmodul) zu vermitteln.

(3) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlussprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Metalldesigner oder Metalldesignerin) zu bezeichnen.

(4) Die Schwerpunktausbildung ist im Lehrvertrag durch einen entsprechenden Hinweis neben der Bezeichnung des Lehrberufs zu vermerken. Die Schwerpunktausbildung kann auch im Lehrzeugnis, im Lehrbrief und im Lehrabschlussprüfungszeugnis vermerkt werden.

§ 2

Text

Berufsprofil

§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich auszuführen:

1.

Metalldesign - Schwerpunkt Gürtlerei:

a)

einschlägige Werkstücke planen, entwerfen und kreativ gestalten (auch mit EDV-Unterstützung),

b)

Arbeiten im Bereich der Gürtlerei selbständig planen, durchführen und kontrollieren, wie zB Beleuchtungskörper, Einrichtungsgegenstände, sakrale Gegenstände usw. aus Buntmetallen herstellen, reparieren und montieren,

c)

Kunden in technischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht beraten,

d)

technische Unterlagen lesen und anwenden,

e)

Maßnahmen der Qualitätssicherung durchführen,

f)

technische Daten über Arbeitsablauf und Ergebnisse erfassen und dokumentieren,

g)

einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge pflegen und warten und einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen.

2.

Metalldesign - Schwerpunkt Gravur:

a)

einschlägige Werkstücke planen, entwerfen und kreativ gestalten (auch mit EDV-Unterstützung),

b)

Arbeiten im Bereich der Gravur selbständig planen, durchführen und kontrollieren, wie zB Stanz- und Prägewerkzeuge, Stempel, Druckformen, Schilder, Informationsträger und Gebrauchs- und Ziergegenstände maschinell und/oder von Hand gravieren,

c)

Kunden in technischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht beraten,

d)

technische Unterlagen lesen und anwenden,

e)

Maßnahmen der Qualitätssicherung durchführen,

f)

technische Daten über Arbeitsablauf und Ergebnisse erfassen und dokumentieren,

g)

Maschinen bedienen und steuern,

h)

einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge pflegen und warten und einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen.

3.

Metalldesign - Schwerpunkt Metalldrückerei:

a)

einschlägige Werkstücke planen, entwerfen und kreativ gestalten (auch mit EDV-Unterstützung),

b)

Arbeiten im Bereich der Metalldrückerei selbständig planen, durchführen und kontrollieren (runde Hohlkörper und Formteile aus Blechen formen),

c)

Kunden in technischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht beraten,

d)

technische Unterlagen lesen und anwenden,

e)

Maßnahmen der Qualitätssicherung durchführen,

f)

technische Daten über Arbeitsablauf und Ergebnisse erfassen und dokumentieren,

g)

einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge pflegen und warten und einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen.

§ 3

Text

Berufsbild

§ 3. (1) Für die Ausbildung wird folgendes Berufsbild festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung von qualifizierten beruflichen Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere das Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.

____________________________________________________________________

Pos.   1. Lehrjahr           2. Lehrjahr           3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

1. Kenntnis und funktionsgerechte Anwendung der betrieblichen

    Einrichtungen, der technischen Betriebsmittel und Hilfsmittel

____________________________________________________________________

2. Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Einrichtungen,

             Werkzeuge, Maschinen und Arbeitsbehelfe

____________________________________________________________________

3. Kenntnis der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer Eigenschaften,

       Verwendungsmöglichkeiten und Bearbeitungsmöglichkeiten

____________________________________________________________________

4.        Lesen und Anwenden von technischen Unterlagen

____________________________________________________________________

5.       Kenntnis und Anwendung englischer Fachausdrücke

____________________________________________________________________

6. Kenntnis der einschlägigen technischen Regelwerke, Normen und

                     rechtlichen Bestimmungen

____________________________________________________________________

7.   Kenntnis über die Verfahren und Technologien im Bereich

    Metalldesign (Gürtlerei, Gravur, Metalldrückerei) und deren

                        Wirtschaftlichkeit

____________________________________________________________________

8. Kenntnis über Arbeitsorganisation,                 -

     Arbeitsgestaltung und Teamarbeit

____________________________________________________________________

9. Fertigkeiten in der Werkstoffbearbeitung           -

      von Hand und unter Verwendung von

     Maschinen und Geräten, wie Messen,

         Anreißen, Bohren, Senken,

     Scharfschleifen, Trennen, Umformen,

          Passen, Fügen, Verbinden,

    Wärmebehandeln, Oberflächenbearbeiten,

         Montieren, Gewindeschneiden

____________________________________________________________________

10.         -                      Einfaches Drehen und Fräsen

____________________________________________________________________

11.    Grundkenntnisse über Grundlagen ästhetischer Gestaltung,

                         Stilkunde usw.

____________________________________________________________________

12. Planen, Entwerfen und kreatives Gestalten von einschlägigen

            Werkstücken (auch mit EDV-Unterstützung)

____________________________________________________________________

13.     Arbeitsvorbereitung und Modellherstellung (auch mit

                       EDV-Unterstützung)

____________________________________________________________________

14.         -         Grundkenntnisse über   Kenntnis und Anwendung

                      das rechnergestützte   des rechnergestützten

                      Konstruieren und       Konstruierens und

                      Zeichnen (CAD)         Zeichnens (CAD)

____________________________________________________________________

15.     Kenntnis der Qualitätssicherung      Mitwirken bei der

                                             Qualitätssicherung

____________________________________________________________________

16.         -         Grundkenntnisse über   Kenntnis der

                      Kalkulation            betrieblichen

                                             Produktionsplanung,

                                             Lagerwirtschaft und

                                             Logistik

____________________________________________________________________

17. Kenntnis der           Mitwirken bei der Kundenberatung

    Kundenberatung

____________________________________________________________________

18. Die für den Lehrberuf relevanten Maßnahmen und Vorschriften zum

    Schutze der Umwelt: Grundkenntnisse der betrieblichen Maßnahmen

          zum sinnvollen Energieeinsatz im berufsrelevanten

       Arbeitsbereich; Grundkenntnisse der im berufsrelevanten

     Arbeitsbereich anfallenden Reststoffe und über deren Trennung,

          Verwertung sowie über die Entsorgung des Abfalls

____________________________________________________________________

19. Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden Verpflichtungen

            (§§ 9 und 10 des Berufsausbildungsgesetzes)

____________________________________________________________________

20. Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der

    sonst in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutze des Lebens

                        und der Gesundheit

____________________________________________________________________

21.    Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen

                             Vorschriften

____________________________________________________________________

(2) Für die Ausbildung in den Schwerpunkten wird folgendes ergänzendes Berufsbild (Schwerpunktmodul) festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung von qualifizierten beruflichen Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere das Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.

1.

Schwerpunkt Gürtlerei:

____________________________________________________________________

Pos.   1. Lehrjahr           2. Lehrjahr           3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

22.    Herstellen von unlösbaren Verbindungen (zB Weichlöten,

     Hartlöten, Schweißen, Kleben, Nieten); lösbare Verbindungen (zB

                      Schrauben) (Fügetechniken)

____________________________________________________________________

23. Fertigkeiten in der Verformungstechnik (zB Biegen, Stauchen,

     Strecken, Bördeln, Abkanten, Sicken, Treiben und Aufziehen,

                              Ziselieren)

____________________________________________________________________

24.         -         Fertigkeiten in der Fertigungstechnik:

                        spanende und spanlose Formgebung

____________________________________________________________________

25.         -         Zurichten von Werkstücken (zB Richten,

                       Schneiden, Meißeln, Sägen, Lochen)

____________________________________________________________________

26.         -             Herstellen von Hilfswerkzeugen

____________________________________________________________________

27.         -               Herstellen von Schablonen

____________________________________________________________________

28.         -         Zusammenbauen und Montieren von Metallteilen

____________________________________________________________________

29.       Grundkenntnisse der                          -

          Oberflächenbehandlung

____________________________________________________________________

30.   Durchführen von einfachen Arbeiten               -

        in der Oberflächenbehandlung

     (mechanische und chemische Verfahren)

____________________________________________________________________

31.         -         Grundkenntnisse über   Kenntnis der

                      Elektrotechnik         ÖVE-Vorschriften

                                             betreffend den

                                             Zusammenbau

                                             elektrischer

                                             Beleuchtungskörper

____________________________________________________________________

2. Schwerpunkt Gravur:

____________________________________________________________________

Pos.   1. Lehrjahr           2. Lehrjahr           3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

32. Gravieren von Hand, Meißeln, arbeiten              -

                mit Punzen

____________________________________________________________________

33.       Herstellen von Schablonen                    -

____________________________________________________________________

34.     Gravieren an Graviermaschinen                  -

____________________________________________________________________

35. Kenntnis des               -                       -

    Weich- und

     Hartlötens

____________________________________________________________________

36. Kenntnis des               -                       -

    Härtens von

    Stahl

____________________________________________________________________

37.   Schleifen von Gravierstichel und                 -

                Frässtichel

____________________________________________________________________

38.   Einfärben von Schildern und Farbenlehre          -

____________________________________________________________________

39. Kenntnis der      Montieren von Schildern          -

    Montage-

    möglichkeiten

    von Schildern

____________________________________________________________________

40.         -         Kenntnis der                     -

                      Oberflächen-

                      veredelungen, wie

                      Eloxieren,

                      Beschichten usw.

____________________________________________________________________

41.         -            Vorbereiten von Dateien zur Übernahme auf

                                   CNC-Graviermaschinen

____________________________________________________________________

42.         -                   Gravieren an CNC-Maschinen

____________________________________________________________________

43.         -                  -             Kenntnis der

                                             Laserbearbeitung,

                                             Grundkenntnisse über

                                             Digitaldruck und

                                             Folienplotten

____________________________________________________________________

44.         -                  -             Kenntnis der speziellen

                                             Gravurtechniken:

                                             Schildergravur,

                                             Reliefgravur,

                                             Stempelgravur,

                                             Formengravur,

                                             Waffengravur,

                                             Flachstich- und

                                             Schmuckgravur

____________________________________________________________________

45.         -                  -             Durchführen von

                                             Arbeiten in der (den)

                                             im Betrieb verwendeten

                                             speziellen

                                             Gravurtechnik(en)

____________________________________________________________________

3. Schwerpunkt Metalldrückerei:

____________________________________________________________________

Pos.   1. Lehrjahr           2. Lehrjahr           3. Lehrjahr

____________________________________________________________________

46.  Herstellen von Modellen durch Formdrehen in Holz, Metall und

                              Kunststoff

____________________________________________________________________

47.     Gestaltendes Verformen von Blechen auf der Drückbank

____________________________________________________________________

48.         -                  -             Kenntnis über

                                             CNC-gesteuerte

                                             Drückbänke

____________________________________________________________________

49.         -                  -             Kenntnis über

                                             hydraulisch gesteuerte

                                             Drückbänke

____________________________________________________________________

50. Weichlöten                  Weich- und Hartlöten

____________________________________________________________________

51.         -                  -             Gasschmelzschweißen,

                                             Elektroschweißen

____________________________________________________________________

52. Rundschneiden              -                       -

    mit

    elektrischer

    und manueller

    Rundschere

____________________________________________________________________

53.     Schleifen von Hand und mit                     -

                  Maschine

____________________________________________________________________

54.     Polieren von Hand und mit                      -

                  Maschine

____________________________________________________________________

55.  Stürzen des Werkstückes zur Zwischenformgebung    -

____________________________________________________________________

56.   Vor-, Nach- und Einziehen des Werkstückes auf der Drückbank

____________________________________________________________________

57.   Auslegen, Umlegen, Einrollen, Umrollen des Werkstückrandes

____________________________________________________________________

58. Ab- und                    -                       -

    Gleichstechen

    des Werk-

    stückrandes

____________________________________________________________________

59.        Ausstechen des Bodens                       -

____________________________________________________________________

60.         -          Überdrehen der Außenseite des Werkstückes

____________________________________________________________________

61.         -          Ausdrehen der Innenseite des Werkstückes

____________________________________________________________________

62.        Vorwärmen mit Flamme                        -

____________________________________________________________________

63.          Glühen mit Flamme sowie elektrisch Glühen

____________________________________________________________________

64.      Beizen                -                       -

____________________________________________________________________

65.         -         Gewindedrehen von                -

                      Hand in Lang- und

                      Querholz mit

                      Gewindesträhler

____________________________________________________________________

66.         -                  -             Kenntnis der

                                             Oberflächenbehandlung

____________________________________________________________________

67.         -                  -             Kenntnis über

                                             Metallveredelung

____________________________________________________________________

(3) Bei der Ausbildung in den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten ist (unter besonderer Beachtung der betrieblichen Erfordernisse und Vorgaben (auf die Persönlichkeitsbildung des Lehrlings zu achten, um ihm die für eine Fachkraft erforderlichen Schlüsselqualifikationen bezüglich Sozialkompetenz (wie Offenheit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit), Selbstkompetenz (wie Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Belastbarkeit), Methodenkompetenz (wie Präsentationsfähigkeit, Rhetorik in deutscher Sprache, Verständigungsfähigkeit in den Grundzügen der englischen Sprache) und Kompetenz für das selbstgesteuerte Lernen (wie Bereitschaft, Kenntnis über Methoden, Fähigkeit zur Auswahl geeigneter Medien und Materialien) zu vermitteln.

§ 4

Text

Lehrabschlussprüfung

Gliederung

§ 4. (1) Die Lehrabschlussprüfung gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

(2) Die praktische Prüfung umfasst die Gegenstände Prüfarbeit und Fachgespräch.

(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände Grundlagen des Metalldesigns, Technologie und Angewandte Mathematik.

(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrziels der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule oder den erfolgreichen Abschluss einer die Lehrzeit ersetzenden berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nachgewiesen hat.

§ 5

Text

Praktische Prüfung

Prüfarbeit

§ 5. (1) Die Prüfung ist unter Berücksichtigung der Schwerpunktausbildung nach Angabe der Prüfungskommission in Form der Bearbeitung eines betrieblichen Arbeitsauftrages durchzuführen.

(2) Die Aufgabe hat sich auf die Gestaltung (Design und Ausführung) eines Werkstücks unter Einschluss von Arbeitsplanung, Vorbehandlung, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, allenfalls erforderliche Maßnahmen zum Umweltschutz und Maßnahmen zur Qualitätskontrolle zu erstrecken. Die einzelnen Schritte bei der Ausführung der Aufgabe sind händisch oder rechnergestützt zu dokumentieren. Die Prüfungskommission kann dem Prüfling anlässlich der Aufgabenstellung entsprechende Unterlagen zur Verfügung stellen.

(3) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und die Schwerpunktausbildung jedem Prüfling eine Aufgabe zu stellen, die in der Regel in sechs Stunden ausgeführt werden kann.

(4) Die Prüfung ist nach sieben Stunden zu beenden.

(5) Der Prüfling kann eigene Materialien verwenden, wobei die Prüfungskommission im Einzelfall Materialien von der Verwendung ausschließen kann.

(6) Für die Bewertung sind folgende Kriterien maßgebend:

1.

Genauigkeit,

2.

fachgerechte Ausführung,

3.

Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der technischen Umsetzung,

4.

fachgerechtes Verwenden der richtigen Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen,

5.

fachgerechtes Anwenden von Arbeitsschutzmaßnahmen.

§ 6

Text

Fachgespräch

§ 6. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.

(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen. Der Prüfling hat fachbezogene Probleme und deren Lösungen darzustellen, die für den Auftrag relevanten fachlichen Hintergründe aufzuzeigen und die Vorgehensweise bei der Ausführung des Auftrags zu begründen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs mit Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen und Problemen zu führen.

(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung, den Anforderungen der Berufspraxis und der Schwerpunktausbildung des Prüflings zu entsprechen. Hiebei sind Materialproben, Werkzeuge, Demonstrationsobjekte oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind mit einzubeziehen.

(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling 15 Minuten dauern. Es ist jedenfalls nach 20 Minuten zu beenden. Eine Verlängerung um höchstens zehn Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.

§ 7

Text

Theoretische Prüfung

Allgemeine Bestimmungen

§ 7. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufes möglich ist. Die theoretische Prüfung kann auch in rechnergestützter Form erfolgen, wobei jedoch alle wesentlichen Schritte für die Prüfungskommission nachvollziehbar sein müssen.

(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.

(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Lehrabschlussprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Sie sind den Prüflingen anlässlich der Aufgabenstellung getrennt zu erläutern.

(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.

§ 8

Text

Grundlagen des Metalldesigns

§ 8. (1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Grundlagen des Metalldesigns einschließlich des EDV-gestützten Metalldesigns,

2.

Physikalische Grundlagen des Metalldesigns,

3.

Werkstoffkunde.

(2) Die Prüfung kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich sechs Aufgaben zu stellen.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 9

Text

Technologie

§ 9. (1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Verfahren und Technologien im Metalldesign,

2.

Maschinen und Anlagen,

3.

Qualitätssicherung.

(2) Die Prüfung kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich sechs Aufgaben zu stellen.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 10

Text

Angewandte Mathematik

§ 10. (1) Die Prüfung hat je eine Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Längenberechnung und Flächenberechnung,

2.

Volumenberechnung und Masseberechnung,

3.

Einfache physikalische Berechnungen im Zusammenhang mit Metalldesign.

(2) Das Verwenden von Rechenbehelfen, Tabellen und Richtlinien ist zulässig.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 11

Text

Wiederholungsprüfung

§ 11. (1) Die Lehrabschlussprüfung kann wiederholt werden.

(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit "Nicht genügend" bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit "Nicht genügend" bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat in diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzusetzen, wann innerhalb des Zeitraumes von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen Lehrabschlussprüfung frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.

(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit "Nicht genügend" bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlussprüfung abgelegt werden.

§ 13

Text

Zusatzprüfung

§ 13. Personen, die die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Gürtler oder im Lehrberuf Graveur oder im Lehrberuf Metalldrücker erfolgreich abgelegt haben, können die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Metalldesign im Wege einer Zusatzprüfung ablegen. Diese erstreckt sich auf die Gegenstände der praktischen Prüfung.

§ 14

Text

Schlussbestimmungen

§ 14. (1) Diese Verordnung tritt 1. Juli 2002 in Kraft.

(2) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Gürtler, BGBl. Nr. 491/1973, in der Fassung des Artikels IX Z 1 der Verordnung BGBl. Nr. 277/1980, für den Lehrberuf Graveur, BGBl. Nr. 140/1976, in der Fassung des Artikels XIV Z 2 der Verordnung BGBl. Nr. 277/1980 und für den Lehrberuf Metalldrücker, BGBl. Nr. 140/1976, in der Fassung des Artikels XIV Z 3 der Verordnung BGBl. Nr. 277/1980 treten unbeschadet des Abs. 4 mit Ablauf des 30. Juni 2002 außer Kraft.

(3) Die Prüfungsordnungen für den Lehrberuf Gürtler, BGBl. Nr. 259/1977, für den Lehrberuf Graveur, BGBl. Nr. 207/1976, und für den Lehrberuf Metalldrücker, BGBl. Nr. 465/1976, treten unbeschadet des Abs. 4 mit 30. Juni 2002 außer Kraft.

(4) Lehrlinge, die am 30. Juni 2002 in den Lehrberufen Gürtler, Graveur und Metalldrücker ausgebildet werden, sind gemäß den in Abs. 2 angeführten jeweils zutreffenden Ausbildungsvorschriften bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit auszubilden und können innerhalb eines Jahres nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit gemäß der in Abs. 3 angeführten jeweils zutreffenden Prüfungsordnung antreten.

(5) Die Lehrzeiten, die in den Lehrberufen Gürtler, Graveur und Metalldrücker zurückgelegt wurden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Metalldesign voll anzurechnen.