Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Trinkwasserverordnung, Fassung vom 23.07.2024

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für soziale Sicherheit und Generationen über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung - TWV)
StF: BGBl. II Nr. 304/2001 [CELEX-Nr.: 398L0083]

Änderung

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 254 aus 2006,

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 121 aus 2007,

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 359 aus 2012,

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 208 aus 2015, [CELEX-Nr.: 32013L0051]

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 362 aus 2017, [CELEX-Nr.: 32013L0051, 32015L1787]

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 57 aus 2024, [CELEX-Nr.: 32020L2184]

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 122 aus 2024, [CELEX-Nr.: 32020L2184]

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der Paragraphen 10, Absatz eins,, 21 Absatz eins,, 29 Litera b und 39 Absatz 8, des Lebensmittelgesetzes 1975, BGBl. Nr. 86, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 21 aus 2001,, wird verordnet:

§ 1

Text

Geltungsbereich

Paragraph eins,
  1. Absatz einsDiese Verordnung regelt die Anforderungen an die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch.
  2. Absatz 2Diese Verordnung ist nicht anwendbar auf natürliche Mineralwässer gemäß der Mineralwasser- und Quellwasserverordnung, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 309 aus 1999,, in der jeweils geltenden Fassung.
  3. Absatz 2 aDiese Verordnung ist nicht anwendbar auf Wasser für den menschlichen Gebrauch, welches im Rahmen von Auslandseinsätzen gemäß Paragraph 2, Absatz eins, Litera d, des Wehrgesetzes 2001, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 146 aus 2001,, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 65 aus 2015,, verwendet wird. Die Anforderung, wonach das Wasser geeignet sein muss, ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit getrunken oder verwendet zu werden, bleibt bestehen.
  4. Absatz 3Bei allen personenbezogenen Formulierungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter.

§ 2

Text

Definitionen

Paragraph 2,

Gemäß dieser Verordnung ist

  1. Ziffer eins
    „Wasser“: Wasser für den menschlichen Gebrauch gemäß Paragraph 3, Ziffer 2, LMSVG;
  2. Ziffer 2
    „Zuständige Behörde“: der Landeshauptmann (Paragraph 24, LMSVG);
  3. Ziffer 3
    „Wasserversorgungsanlage“: Gesamtheit der technisch zusammenhängenden Anlagen zur Versorgung mit Wasser für den menschlichen Gebrauch von der Wassergewinnungsanlage bis zur Übergabestelle an den Abnehmer oder Gesamtheit der technisch zusammenhängenden Einrichtungen einer Eigenwasser-Versorgungsanlage;
  4. Ziffer 4
    „Betreiber einer Wasserversorgungsanlage“: jene natürliche oder juristische Person, welche die wirtschaftliche Verfügungsgewalt über die Wasserversorgungsanlage hat und auf deren Rechnung sie betrieben wird;
  5. Ziffer 5
    „Lebensmittelbetrieb“: ein Betrieb gemäß Paragraph 3, Ziffer 12, LMSVG;
  6. Ziffer 6
    „Gefährdung“: ein biologisches, chemisches, physikalisches oder radiologisches Agens im Wasser oder ein anderer Aspekt des Zustands von Wasser, das/der die menschliche Gesundheit beeinträchtigen kann;
  7. Ziffer 7
    „Gefährdungsereignis“: ein Ereignis, das zu Gefährdungen in Bezug auf das System zur Versorgung mit Wasser für den menschlichen Gebrauch führt oder bewirkt, dass Gefährdungen für dieses System nicht beseitigt werden;
  8. Ziffer 8
    „Risiko“: eine Kombination der Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Gefährdungsereignisses und des Schadensausmaßes, sollten die Gefährdung und das Gefährdungsereignis im System zur Versorgung mit Wasser für den menschlichen Gebrauch auftreten;
  9. Ziffer 9
    „Ausgangsstoff“: ein Stoff, der zur Herstellung von organischen Materialien oder von Zusatzmitteln für zementgebundene Werkstoffe absichtlich zugesetzt wurde;
  10. Ziffer 10
    „Zusammensetzung“: die chemische Zusammensetzung eines metallenen Werkstoffs, eines Emails, eines keramischen oder eines anderen anorganischen Werkstoffs.

§ 3

Text

Anforderungen

Paragraph 3,
  1. Absatz einsWasser muss geeignet sein, ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit getrunken oder verwendet zu werden. Das ist gegeben, wenn es
    1. Ziffer eins
      Mikroorganismen, Parasiten und Stoffe jedweder Art nicht in einer Anzahl oder Konzentration enthält, die eine potentielle Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen und
    2. Ziffer 2
      den in Anhang römisch eins Teile A und B festgelegten Mindestanforderungen entspricht. Die in Anhang römisch eins Teil C definierten Anforderungen für Indikatorparameter gelten für Überwachungszwecke. Bei Nichteinhaltung der Werte oder Spezifikationen ist den in Anhang römisch eins Teil C angeführten Verpflichtungen nachzukommen.
  2. Absatz 2Für Wasser, das in Lebensmittelbetrieben ausschließlich zur Reinigung oder im Zuge von Desinfektionsverfahren (zB Nachspülung) verwendet wird und bei dem sichergestellt ist, dass dieses Wasser nicht für andere Zwecke gemäß Paragraph 2, Ziffer eins, verwendet wird, gelten die Anforderungen gemäß Anhang römisch eins Teil B nicht. Der Untersuchungsumfang kann gemäß Paragraph 5, Ziffer 2, auf jene Parameter und jene Indikatorparameter beschränkt werden, die zur hygienischen und mikrobiologischen Beurteilung erforderlich sind.
  3. Absatz 3Die von der Europäischen Kommission veröffentlichte Beobachtungsliste gemäß Artikel 13, Absatz 8, der Richtlinie (EU) 2020/2184, ABl. Nr. L 435 vom 23.12. 2020 S. 1, der für Wasser für den menschlichen Gebrauch bedenklichen Stoffe und Verbindungen wird im nationalen Kontrollplan gemäß Paragraph 31, Absatz eins, LMSVG berücksichtigt.

§ 4

Text

Paragraph 4,

Die im Anhang römisch eins festgelegten Anforderungen gelten

  1. Ziffer eins
    an den Entnahmestellen eines Verteilungsnetzes, die üblicherweise zur Wasserentnahme dienen;
  2. Ziffer 2
    bei Wasser, das in Flaschen oder andere Behältnisse in Verkehr gebracht wird, am Punkt der Abfüllung;
  3. Ziffer 3
    bei in einem Lebensmittelbetrieb verwendeten Wasser an der Stelle der Verwendung des Wassers im Betrieb;
  4. Ziffer 4
    bei Wasser aus Tankfahrzeugen an der Entnahmestelle am Tankfahrzeug.

§ 5

Text

Eigenkontrolle

Paragraph 5,

Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat

  1. Ziffer eins
    die Wasserversorgungsanlage dem Stand der Technik entsprechend zu errichten, in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und vorzusorgen, dass eine negative Beeinflussung des Wassers hintangehalten wird;
    1. Litera a
      zu diesem Zweck ist die Anlage fachgerecht von geschulten Personen zu errichten, zu warten und instand zu halten;
    2. Litera b
      zu diesem Zweck dürfen nur für die Aufbereitung von Wasser für den menschlichen Gebrauch zulässige Stoffe und Produkte verwendet werden und, soweit es Neuanlagen oder Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen betrifft, nur für den Kontakt mit Wasser für den menschlichen Gebrauch geeignete Materialien und Werkstoffe, die
      • Strichaufzählung
        den durch diese Verordnung vorgesehenen Schutz der menschlichen Gesundheit weder direkt noch indirekt gefährden;
      • Strichaufzählung
        die Färbung, den Geruch oder den Geschmack des Wassers nicht nachteilig beeinträchtigen;
      • Strichaufzählung
        nicht die Vermehrung von Mikroorganismen fördern;
      • Strichaufzählung
        nicht dazu führen, dass Kontaminationen in höheren Konzentrationen als aufgrund des verfolgten Zwecks unbedingt nötig in das Wasser gelangen;
    3. Litera c
      über Maßnahmen gemäß Litera a, und b sind Aufzeichnungen zu führen, insbesondere über
      • Strichaufzählung
        Baupläne und Planungsunterlagen,
      • Strichaufzählung
        Wartungsarbeiten und
      • Strichaufzählung
        Schulungen der für die Instandhaltung und Wartung eingesetzten Personen oder
      • Strichaufzählung
        gegebenenfalls Nachweise über die durchgeführten Tätigkeiten einschlägiger Betriebe und
      • Strichaufzählung
        Unterlagen zum Nachweis der Einhaltung der Reinheitsanforderungen der verwendeten Stoffe und Produkte im Falle einer Aufbereitung des Wassers für den menschlichen Gebrauch.
    Diese Aufzeichnungen sind solange aufzubewahren, dass der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage jederzeit die Erfüllung der Aufgaben nach Litera a, und b nachweisen kann. Sie sind jedenfalls sechs Jahre aufzubewahren und jederzeit auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzuweisen. Baupläne und Planungsunterlagen sind unbegrenzt aufzubewahren;
  2. Ziffer 2
    Untersuchungen und Begutachtungen des Wassers gemäß dem Parameterumfang und den Probenahmehäufigkeiten nach Anhang römisch II von der Agentur gemäß Paragraph 65, LMSVG, den Untersuchungsanstalten der Länder gemäß Paragraph 72, LMSVG oder von einer gemäß Paragraph 73, LMSVG hiezu berechtigten Person durchführen zu lassen; diese haben im Rahmen einer gemäß dem Akkreditierungsgesetz 2012 akkreditierten Konformitätsbewertungsstelle oder im Rahmen einer Konformitätsbewertungsstelle in einem anderen Mitglied- oder Vertragsstaat der EU oder EWR-Staat mit einer dieser gleichzuhaltenden Akkreditierung sicherzustellen, dass
    • Strichaufzählung
      Proben an den vorgesehenen Probenahmestellen entnommen werden,
    • Strichaufzählung
      bei der Probenahme auch ein Lokalaugenschein und eine hygienische Beurteilung der Wasserversorgungsanlage (einschließlich der Wasserspende mit Fassungszone, allfälligen Aufbereitungsanlagen und der Wasserspeicherung) vorgenommen wird,
    • Strichaufzählung
      Analysen durchgeführt und die in Anhang römisch III angeführten Spezifikationen für die Analyse der Parameter eingehalten werden;
  3. Ziffer 3
    die Proben
    • Strichaufzählung
      im Falle einer Wasserversorgungsanlage, die ≤ 10 m3 Wasser pro Tag (siehe Anhang römisch II Teil A Ziffer 3, Tabelle 1 Anmerkung 1) liefert, an der Stelle oder an den Stellen entnehmen zu lassen, die eine Beurteilung der Qualität des Wassers an den in Paragraph 4, genannten Stellen ermöglichen. Werden Desinfektionsverfahren angewandt, sind zur Überprüfung der Wirksamkeit einer Desinfektionsmaßnahme über die in Anhang römisch II Teil A Ziffer 3, Tabelle 1 festgelegte Mindestprobenzahl hinaus weitere Proben entnehmen zu lassen.
    • Strichaufzählung
      im Falle einer Wasserversorgungsanlage, die > 10 m3 Wasser pro Tag liefert, für die Untersuchung und Begutachtung gemäß Ziffer 2, zumindest an den von der zuständigen Behörde gemäß Paragraph 7, Ziffer eins, festgelegten Probenahmestellen entnehmen zu lassen.
    Sind aus Gründen der Sicherung der einwandfreien Beschaffenheit des Wassers an weiteren Stellen oder zusätzliche Probenahmen erforderlich oder besteht Grund zur Annahme, dass Stoffe oder Mikroorganismen, für die keine Parameterwerte festgesetzt wurden, in einer Menge oder Anzahl vorhanden sind, die eine potentielle Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen, sind entsprechende zusätzliche Proben entnehmen zu lassen oder zusätzliche Untersuchungen durchführen zu lassen;
  4. Ziffer 4
    sicherzustellen, dass die Ergebnisse aus Befund und Gutachten über die gemäß Anhang römisch II durchgeführten Untersuchungen, nachdem er davon Kenntnis erlangt hat, unverzüglich in das von der zuständigen Behörde dafür zur Verfügung gestellte Datensystem durch die gemäß Ziffer 2, beauftragte Untersuchungsstelle elektronisch übermittelt werden. Befund und Gutachten sind sechs Jahre lang zur Kontrolle aufzubewahren, ausgenommen die Befunde und Gutachten der umfassenden Kontrolle, die zehn Jahre aufzubewahren sind. Das Ergebnis des einmalig zu ermittelnden Indikatorparameters für die Radioaktivität ist bis zu einer neuerlichen Untersuchung zu dokumentieren;
  5. Ziffer 5
    soweit bei Untersuchungen gemäß den Ziffer 2, und 3 die Nichteinhaltung der mikrobiologischen oder chemischen Anforderungen gemäß Anhang römisch eins Teil A und B festgestellt wurde, unverzüglich
    • Strichaufzählung
      nachweislich Maßnahmen zur Wiederherstellung der einwandfreien Qualität des abgegebenen Wassers zu ergreifen;
    • Strichaufzählung
      die Abnehmer über den betreffenden Parameter sowie den dazugehörigen Parameterwert gemäß Anhang römisch eins Teil A und B zu informieren und auf etwaige Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Nutzungsbeschränkungen für das Wasser oder bestimmte Behandlungsverfahren wie z. B. bei Nichteinhaltung der mikrobiologischen Anforderungen das Kochen bei Siedetemperatur, die zumindest drei Minuten gehalten werden muss) hinzuweisen. Diese Informationen sind den Abnehmern auch online oder in anderer digitaler Form zugänglich zu machen. Weiters sind die Abnehmer darauf hinzuweisen, dass diese Informationen allen Verbrauchern in geeigneter Weise (z. B. durch Aushang im Gebäude) zur Kenntnis zu bringen sind;
    • Strichaufzählung
      die zuständige Behörde zu informieren und ihr alle erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen;
    • Strichaufzählung
      die von einer Nichteinhaltung von Parameterwerten gemäß Anhang römisch eins Teil A und B betroffenen Abnehmer sowie die zuständige Behörde über die Wiederaufnahme des Normalbetriebes und die Aufhebung allfälliger Nutzungsbeschränkungen zu informieren, sobald die einwandfreie Trinkwasserqualität nachweislich wiederhergestellt ist.
  6. Ziffer 6
    soweit bei Untersuchungen gemäß den Ziffer 2 und 3 die 10-fache Überschreitung eines Indikatorparameters für die Radioaktivität gemäß Anhang römisch eins Teil C festgestellt wird, unverzüglich die erforderlichen Abhilfemaßnahmen zu treffen, insbesondere die Abnehmer zu informieren und auf etwaige Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf radioaktive Stoffe hinzuweisen. Die zuständige Behörde ist darüber zu informieren und ihr alle erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen;
  7. Ziffer 7
    Änderungen, die einen grundlegenden Einfluss auf die Ergebnisse der mit dem Antrag nach Paragraph 7, Ziffer 4, vorgelegten Risikobewertung haben können, unverzüglich der zuständigen Behörde zu melden.

§ 5a

Text

Risikobewertung und Risikomanagement

Paragraph 5 a,
  1. Absatz einsDer Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Wasserversorgungsanlage einer Risikobewertung und die Ergebnisse einem Risikomanagement zu unterziehen. Die Risikobewertung bezieht sich auf die in Anhang römisch eins Teil A, B und C genannten Parameter sowie die Stoffe der in Paragraph 3, Absatz 3, genannten Beobachtungsliste und muss sich auf die allgemeinen Grundsätze der Risikobewertung stützen, die in Verbindung mit Normen wie beispielsweise der Norm EN 15975-2 „Sicherheit der Trinkwasserversorgung – Leitlinien für das Risiko- und Krisenmanagement“ aufgestellt wurden.
  2. Absatz 2Im Rahmen der Risikobewertung der Wasserversorgungsanlage
    1. Ziffer eins
      werden die Ergebnisse aus der Risikobewertung gemäß Paragraph 5 b, Absatz eins, berücksichtigt;
    2. Ziffer 2
      wird die Wasserversorgungsanlage von der Wassergewinnungsanlage über die Aufbereitung, Speicherung und Verteilung des Wassers bis zur Übergabestelle beschrieben; und
    3. Ziffer 3
      werden die Gefährdungen und Gefährdungsereignisse in der Wasserversorgungsganlage identifiziert und die Risiken bewertet, die diese Gefahren und Ereignisse für die menschliche Gesundheit darstellen können, unter Berücksichtigung der Risiken, die sich für die Qualität des Wassers für den menschlichen Gebrauch aus dem Klimawandel, Wasserverlusten und undichten Rohrleitungen ergeben.
  3. Absatz 3Auf der Grundlage der Ergebnisse der nach Absatz 2, durchgeführten Risikobewertung hat der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage die für das ermittelte Risiko geeignetsten Risikomanagementmaßnahmen zu treffen. Geeignete Risikomanagementmaßnahmen sind
    1. Ziffer eins
      Festlegung und Durchführung von Maßnahmen zur Risikobeherrschung, um die in der Wasserversorgungsanlage erkannten Risiken, die die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch gefährden können, zu verhindern oder zu mindern;
    2. Ziffer 2
      Festlegung und Durchführung von Maßnahmen zur Risikobeherrschung in der Wasserversorgungsanlage zur Minderung von Risiken aus den Einzugsgebieten von Entnahmestellen, die die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch gefährden können; diese Verpflichtung trifft den Betreiber einer Wasserversorgungsanlage unter der Voraussetzung, dass die Festlegung solcher Maßnahmen in seinem Einflussbereich liegt und das Risiko nicht durch bereits im Rahmen des Risikomanagements gemäß Paragraph 5 b, Absatz 2, oder in den Maßnahmenprogrammen gemäß Paragraph 55 f, des Wasserrechtsgesetzes 1959 – WRG 1959, Bundesgesetzblatt Nr. 215 aus 1959,, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 73 aus 2018,, vorgesehenen oder getroffenen Maßnahmen oder durch Maßnahmen der für die Umsetzung der Maßnahmenprogramme zuständigen Behörde beherrscht werden kann;
    3. Ziffer 3
      Durchführung von Untersuchungen gemäß Paragraph 5, Ziffer 2, und 3;
    4. Ziffer 4
      Sicherstellung, dass in den Fällen, in denen die Aufbereitung oder Verteilung von Wasser für den menschlichen Gebrauch eine Desinfektion einschließt, die Effizienz des angewendeten Desinfektionsverfahrens überprüft wird und jegliche Kontamination durch Desinfektionsnebenprodukte möglichst gering gehalten wird, ohne das Desinfektionsverfahren zu beeinträchtigen, dass jegliche Kontamination durch zur Aufbereitung verwendeter Stoffe und Produkte möglichst gering gehalten wird und dass die Einhaltung der allgemeinen Anforderungen gemäß Paragraph 3, durch im Wasser verbleibende Stoffe nicht gefährdet wird;
    5. Ziffer 5
      Überprüfung, ob in der Wasserversorgungsanlage eingesetzte und mit Wasser für den menschlichen Gebrauch in Berührung kommende Materialien und Werkstoffe, sowie zur Aufbereitung verwendete Stoffe und Produkte den für sie geltenden Anforderungen genügen.
  4. Absatz 4Die Risikobewertung und die daraus abgeleiteten Risikomanagementmaßnahmen werden vom Betreiber der Wasserversorgungsanlage regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Der Zeitabstand zwischen den Überprüfungen beträgt maximal sechs Jahre.
  5. Absatz 5Wasserversorgungsanlagen, aus denen ≤ 10 m³ Wasser pro Tag abgegeben oder ≤ 50 Personen versorgt werden, sind von der Verpflichtung gemäß Absatz eins, ausgenommen. Für Wasserversorgungsanlagen, aus denen > 10 m³ und ≤ 100 m³ Wasser pro Tag abgegeben oder ˃ 50 und ≤ 500 Personen versorgt werden, ist die Risikobewertung gemäß Absatz eins, dann verpflichtend, wenn die zuständige Behörde dies für erforderlich erachtet, um sicherzustellen, dass die Qualität des Wassers für den menschlichen Gebrauch nicht gefährdet wird. Die in einem solchen Fall verpflichtende Risikobewertung ist dem Betreiber der Wasserversorgungsanlage mit Bescheid vorzuschreiben.

§ 5b

Text

Risikobewertung und Risikomanagement der Einzugsgebiete von Entnahmestellen von Wasser für den menschlichen Gebrauch

Paragraph 5 b,
  1. Absatz einsDas Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat ein Projekt zur Erhebung der verfügbaren Daten in Zusammenhang mit der Erstellung einer Risikobewertung der Einzugsgebiete von Entnahmestellen von Wasser für den menschlichen Gebrauch unter Mitwirkung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft sowie unter Einbeziehung des Landeshauptmannes durchzuführen. Für dieses Projekt sind aus den Bestandsaufnahmen gemäß Paragraph 55 d, WRG 1959 und den Überwachungsmaßnahmen gemäß Paragraphen 59 c, bis 59g WRG 1959 bereitstehende Informationen heranzuziehen. Die Betreiber von Wasserversorgungsanlagen haben zu diesem Zweck die Rohwasserdaten zur Verfügung zu stellen, wenn sie in den Einzugsgebieten von Entnahmestellen zur Feststellung von Trends oder erhöhter Konzentrationen von Parametern Untersuchungen durchführen. Das Projekt umfasst Folgendes:
    1. Ziffer eins
      Charakterisierung der Einzugsgebiete von Entnahmestellen, einschließlich
      1. Litera a
        deren Angabe und Kartierung,
      2. Litera b
        Kartierung der gemäß Paragraph 34, WRG 1959 festgelegten Wasserschutzgebiete,
      3. Litera c
        Georeferenzierung aller Entnahmestellen in den Einzugsgebieten, wobei sichergestellt wird, dass sensible Daten im Sinne der öffentlichen Gesundheit und der öffentlichen Sicherheit nur den Projektbetreibern und den Betreibern von Wasserversorgungsanlagen übermittelt werden, und
      4. Litera d
        Beschreibung der Flächennutzungs-, Abfluss- und Anreicherungsprozesse in den Einzugsgebieten von Entnahmestellen.
    2. Ziffer 2
      Identifizierung der Gefährdungen und Gefährdungsereignisse in den Einzugsgebieten von Entnahmestellen sowie Bewertung deren möglicher Risiken für die Qualität des Wassers für den menschlichen Gebrauch. Bei dieser Bewertung werden mögliche Risiken geprüft, die eine Verschlechterung der Wasserqualität in einem Ausmaß bewirken könnten, sodass dies ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt.
    3. Ziffer 3
      Geeignete Überwachung des Oberflächenwassers oder Grundwassers oder von beidem in den Einzugsgebieten von Entnahmestellen oder des Rohwassers in Hinblick auf die ermittelten Gefährdungsereignisse relevante Parameter, Stoffe oder Schadstoffe.
  2. Absatz 2Auf Grundlage der Ergebnisse gemäß Absatz eins, wird vom Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz eine Risikobewertung durchgeführt und werden Risikomanagementmaßnahmen zur Verhinderung oder Beherrschung der erkannten Risiken gesetzt. Das Risikomanagement umfasst Folgendes:
    1. Ziffer eins
      die Festlegung und Durchführung von Präventiv- und Minderungsmaßnahmen zusätzlich zu den in den Maßnahmenprogrammen gemäß Paragraph 55 f, WRG 1959 vorgesehenen Maßnahmen, soweit das zur Sicherung der Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch erforderlich ist;
    2. Ziffer 2
      die Überwachung des Oberflächenwassers oder Grundwassers oder von beidem in den Einzugsgebieten von Entnahmestellen oder des Rohwassers auf Parameter, Stoffe oder Schadstoffe, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit durch den Konsum von Wasser darstellen oder zu einer nicht hinnehmbaren Verschlechterung der Qualität des Wassers für den menschlichen Gebrauch führen könnten, sofern sie in den Überwachungsmaßnahmen der Überwachungsprogrammen gemäß den Paragraphen 55 c, bis 55f WRG 1959 nicht berücksichtigt wurden;
    3. Ziffer 3
      die Bewertung, ob die Festlegung oder Anpassung von Schutzgebieten gemäß Paragraph 34, WRG 1959 notwendig ist.
  3. Absatz 3Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft stellen für ihren jeweiligen Aufgabenbereich sicher, dass die betroffenen Betreiber von Wasserversorgungsanlagen sowie der Landeshauptmann Zugang zu den Informationen der Risikobewertung erhalten.
  4. Absatz 4Die Risikobewertung und die daraus abgeleiteten Risikomanagementmaßnahmen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Der Zeitabstand zwischen den Überprüfungen beträgt maximal sechs Jahre.

§ 6

Text

Information

Paragraph 6,
  1. Absatz einsDer Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer über die aktuelle Qualität des Wassers zu informieren. Die Information hat auf Basis der aktuellen Untersuchungsergebnisse gemäß Paragraph 5, zu erfolgen.
  2. Absatz 2Die Abnehmer sind einmal jährlich entweder
    1. Ziffer eins
      mit der Wasserrechnung oder
    2. Ziffer 2
      über Informationsblätter der Gemeinden (zB Gemeindezeitung) oder
    3. Ziffer 3
      auf elektronische Weise durch Veröffentlichung auf der Internetseite des Infoportals Trinkwasser oder
    4. Ziffer 4
      auf eine andere geeignete Weise über
      1. Litera a
        die aktuellen Überwachungsergebnisse für die in Anhang römisch eins Teil A, B und C aufgeführten Parameter mit den festgelegten Parameterwerten, einschließlich der in Anhang römisch II Teil A Tabelle 1 festgelegten Probenahmehäufigkeiten sowie geologisch bedingter zulässiger Abweichungen bei den Parameterwerten für Antimon, Bor, Nitrit (samt Nutzungseinschränkungen), Selen und Uran (samt Nutzungseinschränkungen);
      2. Litera b
        die Analysenergebnisse folgender Parameter in der in Klammer angeführten Einheit
        • Strichaufzählung
          Gesamthärte (°dH)
        • Strichaufzählung
          Carbonathärte (°dH; Säurekapazität bis pH 4,3)
        • Strichaufzählung
          Kalium, Kalzium und Magnesium (mg/l);
      3. Litera c
        den Preis von Wasser für den menschlichen Gebrauch pro Liter und Kubikmeter, wenn diese Informationen dem Betreiber der Wasserversorgungsanlage zur Verfügung stehen;
      4. Litera d
        die vom Abnehmer verbrauchte Wassermenge zusammen mit den jährlichen Entwicklungen beim Verbrauch, mindestens pro Jahr oder pro Abrechnungszeitraum, wenn dies technisch machbar ist und wenn diese Informationen dem Betreiber der Wasserversorgungsanlage zur Verfügung stehen;
      5. Litera e
        Vergleiche des jährlichen Wasserverbrauchs des Abnehmers mit dem Durchschnittsverbrauch der Abnehmer, wenn dem Betreiber der Wasserversorgungsanlage die Informationen nach Litera d, zur Verfügung stehen; und
      6. Litera f
        im Falle einer Wasserversorgungsanlage, aus der ≥ 10 000 m³ Wasser pro Tag abgegeben oder ≥ 50 000 Personen versorgt werden,
        • Strichaufzählung
          die Gesamtleistung der Wasserversorgungsanlage in Bezug auf ihre Effizienz und ihre Wasserverlustkennzahlen, sobald diese Informationen vorliegen, spätestens jedoch ab dem 12. Jänner 2026;
        • Strichaufzählung
          die Eigentumsstruktur der Wasserversorgung durch den Betreiber der Wasserversorgungsanlage;
        • Strichaufzählung
          Informationen über die Struktur des Entgelts pro Kubikmeter Wasser, einschließlich der fixen und variablen Kosten, falls die Kosten mittels eines Entgeltsystems gedeckt werden;
        • Strichaufzählung
          wenn verfügbar, eine Zusammenfassung und Statistiken hinsichtlich Verbraucherbeschwerden, die beim Betreiber der Wasserversorgungsanlage zu Angelegenheiten, die in den Anwendungsbereich der vorliegenden Verordnung fallen, eingegangen sind;
      zu informieren.
    Wenn auf Grund der Anforderungen gemäß Anhang römisch II oder auf Grund der Risikobewertung gemäß Paragraph 5 a, keine Untersuchung auf Pestizide oder andere Parameter erforderlich ist, muss an Stelle der Analysenergebnisse auf diesen Umstand hingewiesen werden. Zu diesen Parametern sind jeweils auch die Parameterwerte gemäß Anhang römisch eins Teil B anzugeben.
  3. Absatz 3Ist zu erwarten, dass bei den einzelnen Abnehmern die Konzentrationen der Parameter unterschiedlich sind oder schwanken (zB bei Mischung von Wässern unterschiedlicher Beschaffenheit), ist der auf Grund der vorliegenden Analysenergebnisse mögliche Schwankungsbereich anzugeben.
  4. Absatz 4Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer online, in anderer digitaler Form oder auf begründetes Ersuchen auf andere geeignete Weise über das Versorgungsgebiet, die Anzahl der versorgten Personen sowie die in der Wasserversorgungsanlage angewendeten Wassergewinnungsverfahren, einschließlich der gegebenenfalls verwendeten Arten der Wasseraufbereitung und Desinfektion, zu informieren und einschlägige Informationen über die gemäß Paragraph 5 a, vorgenommene Risikobewertung zur Verfügung zu stellen.
  5. Absatz 5Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage, der auf Grund eines Bescheides gemäß Paragraph 8, höher belastetes Wasser abgibt, hat die Abnehmer zunächst unverzüglich und in weiterer Folge einmal jährlich gemäß Absatz 2, über den betreffenden Parameter, den für die Abweichung vorgesehenen höchstzulässigen Wert, die Dauer der Abweichung sowie den dazugehörigen Parameterwert gemäß Anhang römisch eins Teil B zu informieren. Stellt die Abweichung für bestimmte Bevölkerungsgruppen ein besonderes Risiko dar, ist bei der Information darauf hinzuweisen; wenn möglich, werden Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos empfohlen.
  6. Absatz 6Die Information über weitere Parameter erfolgt auf schriftliche Anfrage des Verbrauchers gemäß Absatz eins, Die Bekanntgabe erfolgt durch schriftliche Information.
  7. Absatz 7Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer darauf hinzuweisen, dass die Informationen gemäß Absatz 2, bis 6 allen Verbrauchern in geeigneter Weise (z. B. durch Aushang im Gebäude) oder durch Übermittlung eines Hyperlinks zu den vom Betreiber zur Verfügung gestellten Onlineinformationen zur Kenntnis zu bringen sind. Die geologisch bedingten zulässigen Abweichungen bei den Parameterwerten für Antimon, Bor, Nitrit (samt Nutzungseinschränkungen), Selen und Uran (samt Nutzungseinschränkungen) entsprechend Anhang römisch eins Teil B Anmerkungen 2, 6, 12, 18 und 20 sind beispielsweise durch Fettdruck oder Unterstreichung hervorzuheben.
  8. Absatz 8Auf begründetes Ersuchen erhalten die Verbraucher Zugang zu historischen Daten zu den in Absatz 2, genannten Informationen, sofern verfügbar bis zu zehn Jahre zurückreichend, gerechnet ab dem Datum des Inkrafttretens der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 57 aus 2024,.
  9. Absatz 9Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat im Sinne des vorsorgenden Gesundheitsschutzes Informationen und Empfehlungen zum sicheren Umgang mit Wasser für den menschlichen Gebrauch zu veranlassen.

§ 7

Beachte für folgende Bestimmung

zum Bezugszeitraum vgl. § 10 Abs. 5 und 8

Text

Überwachung

Paragraph 7,

Die zuständige Behörde

  1. Ziffer eins
    hat die Probenahmestellen für jede Wasserversorgungsanlage, die > 10 m3 Wasser pro Tag liefert (siehe Anhang römisch II Teil A Ziffer 3, Tabelle 1 Anmerkung 1), nach Anhörung des Betreibers der Wasserversorgungsanlage festzulegen. Dabei sind auch solche Probenahmestellen aus dem Verteilungsnetz festzulegen, die einen Rückschluss auf die Wasserbeschaffenheit beim Verbraucher zulassen. Zur Sicherung der einwandfreien Beschaffenheit des Wassers werden Probenahmestellen auf verschiedenen Stufen der Wasserversorgungsanlage festgelegt. Werden Desinfektionsverfahren angewandt, sind zur Überprüfung der Wirksamkeit von Desinfektionsmaßnahmen Probenahmestellen vor und nach der Anlage einzubeziehen;
  2. Ziffer 2
    kann bei ihrer Überwachungstätigkeit Untersuchungen folgender Parameter durch hiefür besonders geschulte Organe selbst durchführen:
    1. Litera a
      Aussehen,
    2. Litera b
      Geruch,
    3. Litera c
      Geschmack,
    4. Litera d
      Temperatur,
    5. Litera e
      pH-Wert,
    6. Litera f
      Leitfähigkeit,
    7. Litera g
      Nitrit,
    8. Litera h
      Messungen im Zusammenhang mit Desinfektionsmaßnahmen (zB Chlor, Chlordioxid, Ozon, UV-Durchlässigkeit);
  3. Ziffer 3
    kann vom Betreiber einer Wasserversorgungsanlage eingerichtete kontinuierliche Messverfahren zur Überwachung einzelner Parameter des Anhangs römisch eins zulassen;
  4. Ziffer 4
    kann auf Antrag des Betreibers einer Wasserversorgungsanlage die Verkürzung der Parameterliste gemäß Anhang römisch II Teil A Ziffer 2, oder die Verringerung der Probenahmehäufigkeiten gemäß Anhang römisch II Teil A Ziffer 3, genehmigen, wenn die Bedingungen gemäß Anhang römisch II Teil B Ziffer 2, erfüllt sind. Die Genehmigung erfolgt auf Basis einer Risikobewertung gemäß Paragraph 5 a,, die vom Betreiber mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse vorzulegen ist, und kann für maximal sechs Jahre erteilt werden. Im Falle einer Verlängerung ist mit dem Antrag das Ergebnis einer aktuellen Überprüfung der Risikobewertung vorzulegen;
  5. Ziffer 5
    kann bei der Festlegung der zu überwachenden Pestizide unter Berücksichtigung der in Anhang römisch II Teil B Ziffer 2, Litera h, genannten Kriterien die Liste gemäß Anhang römisch eins Teil B Anmerkung 13 um jene Pestizide reduzieren, deren Auftreten bei der konkreten Wasserversorgungsanlage nicht anzunehmen ist, oder hat bei der Festlegung der zu überwachenden Pestizide die Liste gemäß Anhang römisch eins Teil B Anmerkung 13 um jene Pestizide zu erweitern, deren Auftreten bei der konkreten Wasserversorgungsanlage anzunehmen ist. Die von der zuständigen Behörde festgelegten und vom Betreiber der Wasserversorgungsanlage zu überwachenden Pestizide sind mindestens alle sechs Jahre zu überprüfen;
  6. Ziffer 6
    kann die Parameterliste oder die Probenahmehäufigkeit gemäß Anhang römisch II für eine Wasserversorgungsanlage erweitern bzw. erhöhen, wenn es die Überwachung der Einhaltung der einwandfreien Wasserqualität erfordert;
  7. Ziffer 7
    kann Wasserversorgungsanlagen, die ≤ 10 m³ Wasser pro Tag abgeben und nicht öffentliche Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen oder Krankenhäuser, versorgen, auf Antrag von der Untersuchungspflicht gemäß Anhang römisch II ausnehmen, wenn sie in ihrer Beurteilung zu dem Schluss kommt, dass der Schutz der menschlichen Gesundheit vor nachteiligen Einflüssen gewährleistet ist. Die Möglichkeit eine solche Ausnahme zu beantragen besteht auch für Lebensmittelbetriebe, die der Herstellung von Hartkäse innerhalb eines saisonal eingeschränkten Zeitraumes dienen. Ausnahmen, welche von der zuständigen Behörde gewährt wurden, sind in Abständen von fünf Jahren einer Prüfung zu unterziehen und allenfalls neu zu entscheiden.

§ 8

Text

Ausnahmen

Paragraph 8,
  1. Absatz einsGelangt die zuständige Behörde auf Grund von Messergebnissen zu der Auffassung, dass die Parameterwerte des Anhanges römisch eins Teil B in einer bestimmten Wasserversorgungsanlage nicht entsprechen, so kann sie über Antrag des durch diese Belastung betroffenen Betreibers der Wasserversorgungsanlage die Anwendung dieser Parameterwerte befristet aussetzen, sofern die ortsübliche Wasserversorgung nicht auf andere zumutbare Weise sichergestellt werden kann. Eine solche Ausnahme darf nur gewährt werden, wenn
    1. Ziffer eins
      es sich um ein neues Einzugsgebiet für die Entnahmestellen von Wasser für den menschlichen Gebrauch handelt;
    2. Ziffer 2
      der Nachweis einer neuen Verunreinigungsquelle im Einzugsgebiet für die Entnahmestellen von Wasser für den menschlichen Gebrauch vorliegt oder neu untersuchte oder neu nachgewiesene Parameter vorliegen; oder
    3. Ziffer 3
      ein unvorhergesehenes und außergewöhnliches Ereignis in einem bestehenden Einzugsgebiet für die Entnahmestellen von Wasser für den menschlichen Gebrauch eintritt, das zu zeitlich begrenzten Überschreitungen der Parameterwerte führen kann.
    Mit dem Antrag sind vom Betreiber der Wasserversorgungsanlage alle zur Verfügung stehenden Informationen gemäß Absatz 5, vorzulegen.
  2. Absatz 2Bescheide gemäß Absatz eins, sind zeitlich bis zu jenem Zeitpunkt zu befristen, ab dem voraussichtlich - insbesondere im Hinblick auf die von der Wasserrechtsbehörde getroffenen oder sonstigen Maßnahmen - die Einhaltung der Grenzwerte zu erwarten ist. Diese Befristung darf drei Jahre nicht überschreiten.
  3. Absatz 3Bei der Erlassung von Bescheiden gemäß Absatz eins, hat die zuständige Behörde zu bestimmen, um welche Werte die betreffenden Parameterwerte überschritten werden dürfen. Diese Werte sind unter Beachtung der örtlichen Gegebenheiten so festzulegen, dass die Überschreitung möglichst gering ist und in dem vorgesehenen Zeitraum (Absatz 2,) die Volksgesundheit aus hygienisch-toxikologischer Sicht nicht gefährdet.
  4. Absatz 4Bei der Erlassung von Bescheiden gemäß Absatz eins, ist ein geeignetes Überwachungsprogramm, erforderlichenfalls mit einer erhöhten Untersuchungshäufigkeit vorzuschreiben, mit dem Ziel vor Ablauf der Frist einen Trend ableiten zu können.
  5. Absatz 5Folgende Informationen müssen für jeden Bescheid gemäß Absatz eins, vorliegen:
    1. Ziffer eins
      Grund für die Abweichung;
    2. Ziffer 2
      betreffender Parameter;
    3. Ziffer 3
      frühere einschlägige Untersuchungsergebnisse;
    4. Ziffer 4
      für die Abweichung vorgesehener höchstzulässiger Wert;
    5. Ziffer 5
      geographisches Gebiet (Versorgungsgebiet der Wasserversorgungsanlage) und durchschnittlich gelieferte Wassermenge pro Tag;
    6. Ziffer 6
      betroffene Bevölkerung und die Angabe, ob Lebensmittelbetriebe mit überregionaler Bedeutung betroffen sind oder nicht;
    7. Ziffer 7
      Überwachungsprogramm;
    8. Ziffer 8
      Zusammenfassung der Maßnahmen, die zur Einhaltung der Parameterwerte ergriffen werden, mit einem Zeitplan für die Arbeiten, einer Vorausschätzung der Kosten und Bestimmungen zur Überprüfung der Maßnahmen;
    9. Ziffer 9
      erforderliche Dauer der Abweichung.
  6. Absatz 6Die in Absatz 5, genannten Informationen sind von der zuständigen Behörde einmal jährlich im Rahmen der Übermittlung der Berichte gemäß Paragraph 44, Absatz 2, LMSVG an das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz weiterzuleiten.
  7. Absatz 7Vor Ablauf der Frist des Bescheides gemäß Absatz eins, überprüft die zuständige Behörde, ob entsprechende Fortschritte - insbesondere in Hinblick auf die von der Wasserrechtsbehörde getroffenen oder sonstigen Maßnahmen - erzielt worden sind.
  8. Absatz 8Gelangt die zuständige Behörde auf Grund der Überprüfung gemäß Absatz 7, zu der Auffassung, dass die Parameterwerte des Anhanges römisch eins Teil B bei diesem Wasser nicht eingehalten werden können, jedoch innerhalb einer Frist von drei Jahren zu erwarten ist, dass die Parameterwerte – insbesondere im Hinblick auf die von der Wasserrechtsbehörde getroffenen Maßnahmen oder sonstige Maßnahmen – eingehalten werden können, so kann sie in den Fällen des Absatz eins, Ziffer eins, oder 2 über Antrag des durch diese Belastung betroffenen Betreibers einer Wasserversorgungsanlage die Anwendung dieser Parameterwerte ein zweites Mal gemäß den in den Absatz 2, bis 5 genannten Voraussetzungen aussetzen, sofern die ortsübliche Wasserversorgung nicht auf andere zumutbare Weise sichergestellt werden kann. Mit dem Antrag sind vom Betreiber einer Wasserversorgungsanlage alle zur Verfügung stehenden Informationen gemäß Absatz 5, vorzulegen.
  9. Absatz 9Die in Absatz 5, genannten Informationen sind betreffend Bescheide gemäß Absatz 8, von der zuständigen Behörde nach Abschluss des Verfahrens an das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz weiterzuleiten.

§ 9

Text

Paragraph 9,
  1. Absatz einsDie Erteilung einer Ausnahme gemäß Paragraph 8, ist nicht erforderlich, wenn die Nichteinhaltung der Parameterwerte unerheblich ist und das Problem mittels Abhilfemaßnahmen innerhalb von 30 Tagen behoben werden kann. In diesem Fall legt die zuständige Behörde den für die Abweichung vorgesehenen höchstzulässigen Wert und die Frist zur Beseitigung des Problems fest.
  2. Absatz 2Absatz eins, darf nicht angewendet werden, wenn ein Parameterwert während der vorangegangenen zwölf Monate über insgesamt mehr als 30 Tage nicht eingehalten worden ist.
  3. Absatz 3Die Erteilung einer Ausnahme gemäß Paragraph 8, ist nicht zulässig, wenn Wasser in Flaschen oder anderen Behältnissen in Verkehr gebracht wird.

§ 10

Text

Schlussbestimmungen

Paragraph 10,
  1. Absatz einsDiese Verordnung tritt mit dem ihrer Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft.
  2. Absatz 2Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung treten die
    1. Ziffer eins
      Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 235 aus 1998,, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 161 aus 2000,,
    2. Ziffer 2
      Trinkwasser-Nitratverordnung, Bundesgesetzblatt Nr. 557 aus 1989,, in der Fassung der Verordnungen Bundesgesetzblatt Nr. 287 aus 1996, und Bundesgesetzblatt Nr. 714 aus 1996,,
    3. Ziffer 3
      Trinkwasser-Pestizidverordnung, Bundesgesetzblatt Nr. 448 aus 1991,,
    4. Ziffer 4
      Trinkwasser-Ausnahmeverordnung, Bundesgesetzblatt Nr. 384 aus 1993,, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 287 aus 1996,, und
    5. Ziffer 5
      Trinkwasser-Informationsverordnung, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 352 aus 1999,,
    außer Kraft.
  3. Absatz 3Befristete Bescheide gemäß der Trinkwasser-Ausnahmeverordnung, Bundesgesetzblatt Nr. 384 aus 1993,, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 287 aus 1996, bleiben bis zum Ablauf ihrer Befristung, längstens jedoch bis zum 1. Dezember 2003, in Kraft.
  4. Absatz 4Die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 208 aus 2015, tritt mit dem ihrer Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft, ausgenommen Paragraph 5, Ziffer 4, erster Satz, welcher mit 1. Juli 2016 in Kraft tritt. Die Indikatorparameter für die Radioaktivität gemäß Anhang römisch eins Teil C sind für Wasserversorgungsanlagen, die aufgrund der bisher geltenden Bestimmungen untersucht wurden, innerhalb einer Frist von fünf Jahren ab Inkrafttreten der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 208 aus 2015, zu ermitteln.
  5. Absatz 5Paragraph 5, Ziffer 2,, 3, 6 und 7, Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer 3 und 4, Paragraph 7,, Paragraph 8, Absatz 6,, Paragraph 11,, Anhang römisch eins Teil B Anmerkung 1 und Teil C sowie Anhang römisch II in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 362 aus 2017, treten mit 1. Jänner 2018 in Kraft. Bestehende Ausnahmen gemäß Paragraph 7, Ziffer 3, sowie gemäß Anhang römisch II Teil B Anmerkung 2 der Verordnung in der bisher geltenden Fassung, bleiben bis zum Ablauf der Befristung, längstens jedoch fünf Jahre ab dem Inkrafttreten der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 362 aus 2017,, in Geltung.
  6. Absatz 6Paragraph 2,, Paragraph 3, Absatz 3,, Paragraph 5, Ziffer eins, Litera b, und c, Paragraph 5, Ziffer eins, letzter Absatz, Paragraph 5, Ziffer 4,, Paragraph 5, Ziffer 5,, Paragraph 5 a,, Paragraph 6, Absatz 2,, 4, 7 und 8, Paragraph 7, Ziffer 4, und 5, Paragraph 8, Absatz eins,, 6, 8 und 9, Paragraph 10, Absatz 8 und 9, Paragraph 11,, Anhang römisch eins, Anhang römisch II und Anhang römisch III Teil B in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 57 aus 2024, treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag in Kraft.
  7. Absatz 7Anhang römisch II Teil B Ziffer 2 und 3 sowie Anhang römisch III Teil B Tabelle 2 in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 304 aus 2001,, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 362 aus 2017,, treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag außer Kraft.
  8. Absatz 8Bestehende Anpassungen am Überwachungsprogramm gemäß Paragraph 7, Ziffer 4, und 5, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 362 aus 2017,, auf Basis von Risikobewertungen gemäß Anhang römisch II Teil B sowie bestehende Ausnahmen gemäß Paragraph 8, Absatz eins,, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 362 aus 2017,, bleiben bis zum Ablauf der für die jeweilige Wasserversorgunganlage festgelegten Fristen in Geltung.
  9. Absatz 9Die Risikobewertung und das Risikomanagement sind
    1. Ziffer eins
      für die Einzugsgebiete von Entnahmestellen gemäß Paragraph 5 b, Absatz eins, und 2 bis zum 12. Juli 2027 und
    2. Ziffer 2
      für die Wasserversorgungsanlagen gemäß Paragraph 5 a, Absatz 2, und 3 bis zum 12. Jänner 2029
      das erste Mal durchzuführen.
  10. Absatz 10Paragraph 2, Ziffer 8,, 9 und 10, Paragraph 5 a, Absatz 2, Ziffer eins,, Paragraph 5 a, Absatz 3, Ziffer 2,, Paragraph 5 b, samt Überschrift, Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer 4,, Paragraph 6, Absatz 4 und 9, Paragraph 7, Ziffer 4 und 5, Paragraph 9, Absatz 3,, Paragraph 10, Absatz 9,, Anhang römisch eins Teil B Anmerkung 13 und Anhang römisch II Teil A Ziffer 2 Punkt eins bis 2.3 in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 122 aus 2024, treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag in Kraft.

§ 11

Text

Paragraph 11,

Durch diese Verordnung werden die Richtlinie (EU) 2020/2184, ABl. Nr. L 435 vom 23.12. 2020 S. 1, und die Richtlinie 2013/51/Euratom, ABl. Nr. L 296 vom 7.11.2013 S. 12, in österreichisches Recht umgesetzt.

Anl. 1

Text

Anhang I

Parameter und Parameterwerte

Teil A
Mikrobiologische Parameter

Für nicht desinfiziertes Wasser:

Parameter

Wert

Einheit

Escherichia coli (E. coli)

0

Anzahl/100 ml

Intestinale Enterokokken

0

Anzahl/100 ml

Für desinfiziertes Wasser, unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion (Die Probenahme erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Desinfektionsmaßnahme. Diese Untersuchung dient zur Überprüfung der Wirksamkeit der Desinfektionsmaßnahme.):

Parameter

Wert

Einheit

Escherichia coli (E. coli)

0

Anzahl/250 ml

Intestinale Enterokokken

0

Anzahl/250 ml

Für Wasser, das in Flaschen oder sonstigen Behältnissen in Verkehr gebracht wird, gilt am Punkt der Abfüllung Folgendes:

Parameter

Wert

Einheit

KBE 22 (koloniebildende Einheiten bei 22 °C Bebrütungstemperatur)

100

Anzahl/ml

KBE 37 (koloniebildende Einheiten bei 37 °C Bebrütungstemperatur)

20

Anzahl/ml

Escherichia coli (E. coli)

0

Anzahl/250 ml

Intestinale Enterokokken

0

Anzahl/250 ml

Pseudomonas aeruginosa

0

Anzahl/250 ml

Teil B
Chemische Parameter

Parameter

Parameterwert

Einheit

Anmerkungen

Acrylamid

0,10

µg/l

Anmerkung 1

Antimon

5,0

µg/l

Anmerkung 2

Arsen

10

µg/l

 

Benzol

1,0

µg/l

 

Benzo-(a)-pyren

0,010

µg/l

 

Bisphenol A

2,5

µg/l

Anmerkung 3

Blei

5

µg/l

Anmerkung 4 und 5

Bor

1,0

mg/l

Anmerkung 6

Bromat

10

µg/l

 

Cadmium

5,0

µg/l

 

Chlorat

0,25

mg/l

Anmerkung 3 und 7

Chlorit

0,25

mg/l

Anmerkung 3 und 7

Chrom

25

µg/l

Anmerkung 8

Cyanid

50

µg/l

 

1,2-Dichlorethan

3,0

µg/l

 

Epichlorhydrin

0,10

µg/l

Anmerkung 1

Fluorid

1,5

mg/l

 

Halogenessigsäuren (HAA5)

60

µg/l

Anmerkung 3, 7, 9 und 10

Kupfer

2,0

mg/l

Anmerkung 4

Microcystin-LR

1,0

µg/l

Anmerkung 3 und 11

Nickel

20

µg/l

Anmerkung 4

Nitrat

50

mg/l

Anmerkung 12

Nitrit

0,10

mg/l

Anmerkung 12

Pestizide

0,10

µg/l

Anmerkung 13 und 14

Pestizide insgesamt

0,50

µg/l

Anmerkung 10, 13 und 15

PFAS Summe

0,10

µg/l

Anmerkung 3, 10 und 16

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

0,10

µg/l

Summe der Konzentrationen der spezifizierten Verbindungen; Anmerkung 10 und 17

Quecksilber

1,0

µg/l

 

Selen

20

µg/l

Anmerkung 18

Tetrachlorethen und Trichlorethen

10

µg/l

Summe der Konzentrationen der spezifizierten Parameter; Anmerkung 10

Trihalogenmethane insgesamt

30

µg/l

Summe der Konzentrationen der spezifizierten Verbindungen; Anmerkung 10 und 19

Uran

15

µg/l

Anmerkung 20

Vinylchlorid

0,50

µg/l

Anmerkung 1

Anmerkung 1:

Der Parameter bezieht sich auf die Restmonomerkonzentration im Wasser, berechnet aus den Spezifikationen der maximalen Freisetzung aus dem entsprechenden Polymer in Berührung mit dem Wasser. Der Nachweis der Einhaltung des Grenzwertes kann auch durch die Analyse des Trinkwassers erbracht werden.

 

Anmerkung 2:

In Regionen, in denen die geologischen Bedingungen zu hohen Konzentrationen von Antimon im Grundwasser führen, kann ein Parameterwert von bis zu 10 µg/l von der zuständigen Behörde akzeptiert werden.

 

Anmerkung 3:

Der Wert ist ab 12. Jänner 2026 einzuhalten. Der Parameter ist bis dahin von der Untersuchungspflicht gemäß Paragraph 5, Ziffer 2, ausgenommen.

 

Anmerkung 4:

Das Probenahmeverfahren ist in Anhang römisch II Teil C beschrieben.

 

Anmerkung 5:

Im Fall von Wasser gemäß Paragraph 4, Ziffer eins, und 3 ist der Wert spätestens ab 12. Jänner 2036 einzuhalten. Bis dahin beträgt der Parameterwert für Blei 10 µg/l.

 

Anmerkung 6:

In Regionen, in denen die geologischen Bedingungen zu hohen Konzentrationen von Bor im Grundwasser führen, kann ein Parameterwert von bis zu 2,4 mg/l von der zuständigen Behörde akzeptiert werden.

 

Anmerkung 7:

Dieser Parameter ist nur zu bestimmen, wenn entsprechende Desinfektionsverfahren zum Einsatz kommen.

 

Anmerkung 8:

Im Fall von Wasser gemäß Paragraph 4, Ziffer eins und 3 ist der Wert spätestens ab 12. Jänner 2036 einzuhalten. Bis dahin beträgt der Parameterwert für Chrom 50 µg/l.

 

Anmerkung 9:

Der Parameter ist die Summe der folgenden fünf repräsentativen Stoffe: Monochlor-, Dichlor- und Trichloressigsäure und Mono- und Dibromessigsäure.

 

Anmerkung 10:

Messwerte für Einzelsubstanzen, die unterhalb der Bestimmungsgrenze des jeweiligen Untersuchungsverfahrens liegen, werden bei der Summenbildung nicht berücksichtigt. Die Messwerte aller Einzelsubstanzen sind separat auszuweisen.

 

Anmerkung 11:

Dieser Parameter ist nur im Fall potentieller Blüten in der Ressource zu bestimmen (ansteigende Cyanobakterienabundanz bzw. Massenentwicklungspotential).

 

Anmerkung 12:

Es ist die Bedingung, [Nitrat]/50 + [Nitrit]/3 ≤ 1 (die eckigen Klammern stehen für Konzentrationen in mg/l, und zwar für Nitrate [NO3] und für Nitrite [NO2]) und der Parameterwert von 0,10 mg/l für Nitrit am Ausgang des Wasserwerkes einzuhalten. In Regionen, in denen geologisch bedingt Ammonium im Grundwasser vorkommt, kann von der zuständigen Behörde ein Parameterwert für Nitrit von bis zu 0,50 mg/l akzeptiert werden, vorausgesetzt die zuvor angeführte Bedingung ist eingehalten. Abnehmer sind in diesem Fall darüber zu informieren, dass dieses Wasser nicht für die Zubereitung von Nahrung für Säuglinge verwendet wird.

 

Anmerkung 13:

„Pestizide“ bedeuten:

 

 

– organische Insektizide,

 

 

– organische Herbizide,

 

 

– organische Fungizide,

 

 

– organische Nematizide,

 

 

– organische Akarizide,

 

 

– organische Algizide,

 

 

– organische Rodentizide,

 

 

– organische Schleimbekämpfungsmittel,

 

 

– verwandte Produkte (u. a. Wachstumsregulatoren)

 

 

und ihre Metaboliten im Sinne von Artikel 3 Nummer 32 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, ABl. Nr. L 309 vom 24. November 2009, die als für Wasser für den menschlichen Gebrauch als relevant eingestuft werden. Ein Pestizid-Metabolit wird als für Wasser für den menschlichen Gebrauch relevant eingestuft, wenn Grund zur Annahme besteht, dass er in Bezug auf seine pestizide Zielwirkung mit dem Ausgangswirkstoff vergleichbare inhärente Eigenschaften aufweist oder dass er an sich oder in Form seiner Transformationsprodukte ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt.

 

 

Es brauchen nur solche Pestizide überwacht werden, deren Vorhandensein in einer bestimmten Wasserversorgung anzunehmen ist. Das Vorhandensein folgender Pestizide (einschließlich der relevanten Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukte) ist anzunehmen:

 

 

1. 2,4-D

 

 

2. Alachlor

 

 

3. Aldrin

 

 

4. Atrazin

 

 

5. Azoxystrobin

 

 

6. Bentazon

 

 

7. Bromacil

 

 

8. Chloridazon

 

 

9. Clopyralid

 

 

10. Clothianidin

 

 

11. Dicamba

 

 

12. Dichlorprop

 

 

13. Dieldrin

 

 

14. Dimethachlor

 

 

15. Dimethenamid-P

 

 

16. Diuron

 

 

17. Ethofumesat

 

 

18. Flufenacet

 

 

19. Glufosinat

 

 

20. Glyphosat

 

 

21. Heptachlor

 

 

22. Heptachlorepoxid

 

 

23. Hexazinon

 

 

24. Imidacloprid

 

 

25. Iodosulfuron-methyl

 

 

26. Isoproturon

 

 

27. MCPA

 

 

28. MCPB

 

 

29. Mecoprop

 

 

30. Mesosulfuron-methyl

 

 

31. Metalaxyl-M

 

 

32. Metamitron

 

 

33. Metazachlor

 

 

34. Metolachlor

 

35. Metribuzin

 

36. Metsulfuron-methyl

 

37. Nicosulfuron

 

38. Pethoxamid

 

39. Propazin

 

40. Propiconazol

 

41. Simazin

 

42. Terbuthylazin

 

43. Thiacloprid

 

44. Thiamethoxam

 

45. Thifensulfuron-methyl

 

46. Tolylfluanid

 

47. Tribenuron-methyl

 

48. Triclopyr

 

49. Triflusulfuron-methyl

 

50. Tritosulfuron

Anmerkung 14:

Der Parameterwert gilt jeweils für die einzelnen Pestizide. Für Aldrin, Dieldrin, Heptachlor und Heptachlorepoxid ist der Parameterwert 0,030 µg/l.

 

Anmerkung 15:

„Pestizide insgesamt“ bezeichnet die Summe aller einzelnen Pestizide, die bestimmt wurden.

 

Anmerkung 16:

„PFAS Summe“ bezeichnet die Summe folgender per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen, die im Hinblick auf Wasser für den menschlichen Gebrauch als bedenklich erachtet werden:

 

 

– Perfluorbutansäure (PFBA)

 

 

– Perfluorpentansäure (PFPeA)

 

 

– Perfluorhexansäure (PFHxA)

 

 

– Perfluorheptansäure (PFHpA)

 

 

– Perfluoroctansäure (PFOA)

 

 

– Perfluornonansäure (PFNA)

 

 

– Perfluordecansäure (PFDA)

 

 

– Perfluorundecansäure (PFUnDA)

 

 

– Perfluordodecansäure (PFDoDA)

 

 

– Perfluortridecansäure (PFTrDA)

 

 

– Perfluorbutansulfonsäure (PFBS)

 

 

– Perfluorpentansulfonsäure (PFPeS)

 

 

– Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS)

 

 

– Perfluorheptansulfonsäure (PFHpS)

 

 

– Perfluoroctansulfonsäure (PFOS)

 

 

– Perfluornonansulfonsäure (PFNS)

 

 

– Perfluordecansulfonsäure (PFDS)

 

 

– Perfluorundecansulfonsäure

 

 

– Perfluordodecansulfonsäure

 

 

– Perfluortridecansulfonsäure

 

Anmerkung 17:

Bei den spezifizierten Verbindungen handelt es sich um:

 

 

– Benzo-(b)-fluoranthen,

 

 

– Benzo-(k)-fluoranthen,

 

 

– Benzo-(ghi)-perylen,

 

 

– Inden-(1,2,3-cd)-pyren.

 

Anmerkung 18:

In Regionen, in denen die geologischen Bedingungen zu hohen

Konzentrationen von Selen im Grundwasser führen, kann ein

Parameterwert von bis zu 30 µg/l von der zuständigen Behörde akzeptiert werden.

 

Anmerkung 19:

Die spezifizierten Verbindungen sind Chloroform, Bromoform, Dibromchlormethan, Bromdichlormethan.

 

Anmerkung 20:

In Regionen, in denen die geologischen Bedingungen zu hohen

Konzentrationen von Uran im Grundwasser führen, kann ein Parameterwert von bis zu 30 µg/l von der zuständigen Behörde akzeptiert werden. Abnehmer sind in diesem Fall darüber zu informieren, dass dieses Wasser nicht für die Zubereitung von Nahrung für Säuglinge verwendet wird.

 

Teil C
Parameter mit Indikatorfunktion (Indikatorparameter)

Werte von Indikatorparametern stellen Konzentrationen an Inhaltsstoffen, Mikroorganismen, Radioaktivität oder Strahlendosen dar, bei deren Überschreitung die Ursache zu prüfen und festzustellen ist, ob bzw. welche Maßnahmen zur Aufrechterhaltung einer einwandfreien Wasserqualität erforderlich sind. Natürliche Gehalte sind, auch wenn sie weit unter dem jeweiligen Wert liegen, vor unerwünschten Veränderungen zu schützen.

Chemische und physikalische Indikatorparameter

Indikatorparameter

Wert

Einheit

Anmerkungen

Aluminium

200

µg/l

 

Ammonium

0,50

mg/l

Geogen bedingte Überschreitungen bleiben bis zu 5 mg/l NH4 außer Betracht. Ab einem Gehalt von mehr als 0,2 mg/l NH4 dürfen Chlorungsverfahren nicht angewendet werden.

Chlorid

200

mg/l

Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken.

Eisen

200

µg/l

 

Färbung spektraler Absorptionskoeffizient bei 436 nm

Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung 0,5

m-1

Messung nur erforderlich, wenn grobsinnlich wahrnehmbar.

Geruch

Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormaleVeränderung

 

 

Geschmack

Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung

 

 

Leitfähigkeit

2 500

µS cm-1 bei 20°C

Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken.

Mangan

50

µg/l

 

Natrium

200

mg/l

 

Organisch gebundener Kohlenstoff (TOC)

Ohne anormale Veränderung

 

Bei Versorgungssystemen mit einer Abgabe von weniger als 10 000 m3 pro Tag, braucht dieser Parameter nicht bestimmt zu werden.

Oxidierbarkeit

5,0

mg/l O2

Dieser Parameter braucht nicht bestimmt zu werden, wenn der Parameter TOC analysiert wird. 5 mg O2 entsprechen 20 mg KMnO4.

Sulfat

250

mg/l

Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken. Überschreitungen bis zu 750 mg/l SO4 bleiben außer Betracht, sofern der dem Calcium nicht äquivalente Gehalt des Sulfates 250 mg/l nicht übersteigt.

Temperatur

25
ohne anormale Veränderung

°C

 

Trübung

Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung

 

Am Ausgang der Wasseraufbereitungsanlage bei der Aufbereitung von Oberflächenwasser gilt ein Indikatorparameterwert von 1,0 NTU (nephelometrische Trübungseinheiten) im Wasser.

Wasserstoffionen-Konzentration

≥ 6,5 und ≤ 9,5

pH-Einheiten

Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken. Bei Wasser gemäß Paragraph 4, Ziffer 2, darf der pH-Wert am Ort der Abfüllung bis zu 4,5 pH-Einheiten betragen. Ist dieses Wasser von Natur aus kohlensäurehaltig oder ist es mit Kohlensäure versetzt, kann der Mindestwert niedriger sein.

Mikrobiologische Indikatorparameter

Für nicht desinfiziertes Wasser:

Indikatorparameter

Wert

Einheit

KBE 22 (koloniebildende Einheiten bei 22 °C Bebrütungstemperatur)

100

Anzahl/ml

KBE 37 (koloniebildende Einheiten bei 37 °C Bebrütungstemperatur)

20

Anzahl/ml

coliforme Bakterien

0

Anzahl/100 ml

Clostridium perfringens (einschließlich Sporen) (Anmerkung 1)

0

Anzahl/100 ml

Pseudomonas aeruginosa

0

Anzahl/100 ml

Für desinfiziertes Wasser, unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion (Die Probenahme erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Desinfektionsmaßnahme. Diese Untersuchung dient zur Überprüfung der Wirksamkeit der Desinfektionsmaßnahme.):

Indikatorparameter

Wert

Einheit

KBE 22 (koloniebildende Einheiten bei 22 °C Bebrütungstemperatur)

10

Anzahl/ml

KBE 37 (koloniebildende Einheiten bei 37 °C Bebrütungstemperatur)

10

Anzahl/ml

coliforme Bakterien

0

Anzahl/250 ml

Clostridium perfringens (einschließlich Sporen)

0

Anzahl/250 ml

Pseudomonas aeruginosa

0

Anzahl/250 ml

Für Wasser, das in Flaschen oder sonstigen Behältnissen in Verkehr gebracht wird, gilt am Punkt der Abfüllung Folgendes:

Indikatorparameter

Wert

Einheit

coliforme Bakterien

0

Anzahl/250 ml

Clostridium perfringens (einschließlich Sporen)

0

Anzahl/250 ml

Anmerkung 1: Dieser Parameter braucht nur bestimmt zu werden, wenn das Wasser von Oberflächenwasser stammt oder von Oberflächenwasser beeinflusst wird. Ist dieser Parameterwert überschritten, so sind Nachforschungen in der Wasserversorgungsanlage vorzunehmen, um festzustellen, ob eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch krankheitserregende Mikroorganismen oder Parasiten (wie zB Cryptosporidium) besteht. Die zuständige Behörde ist jedenfalls gemäß Paragraph 5, Ziffer 5, dritter Gedankenstrich zu informieren.

Radioaktivität (Indikatorparameter)

Indikatorparameter

Wert

Einheit

Anmerkungen

Radon

100

Bq/l

 

Tritium

100

Bq/l

 

Richtdosis

0,10

mSv

Richtdosis: Die effektive Folgedosis für die Aufnahme während eines Jahres, die sich aus allen Radionukliden sowohl natürlichen als auch künstlichen Ursprungs ergibt, welche in einem Versorgungssystem für Wasser für den menschlichen Gebrauch nachgewiesen wurden, mit Ausnahme von Tritium, Kalium–40, Radon und kurzlebigen Radon-Zerfallsprodukten.*)

*) alle Radon-Zerfallsprodukte außer Blei-210 und Polonium-210.

Anl. 2

Beachte für folgende Bestimmung

zum Bezugszeitraum vgl. § 10 Abs. 5

Text

Anhang II

Überwachung

Teil A
Parameterumfang und Häufigkeiten

1. Allgemeiner Rahmen

Bei der Wahl der geeigneten Parameter für die Überwachung müssen die lokalen Gegebenheiten für jedes Wasserverteilungssystem berücksichtigt werden.

2. Liste der Parameter

2.1. Routinemäßige Kontrollen

KBE 22

KBE 37

Escherichia coli (E. coli)

coliforme Bakterien

Intestinale Enterokokken

Pseudomonas aeruginosa (Anmerkung 1)

Clostridium perfringens (Anmerkung 2)

Geruch

Färbung

Trübung

Geschmack

Temperatur

Leitfähigkeit

Ammonium (Anmerkung 3)

Nitrit (Anmerkung 3)

Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert)

Aluminium (Anmerkung 4)

Eisen (Anmerkung 5)

Bei desinfiziertem Wasser (je nach Art des eingesetzten Desinfektionsverfahrens):

– Trübung (NTU) unmittelbar vor oder nach der Desinfektion

Chlorung:

– Konzentration an Chlorverbindungen

Behandlung mit Chlordioxid:

– Konzentration an Chlordioxid

Ozonung:

– Konzentration an Ozon

UV-Bestrahlung:

– UV-Transmission des Wassers UVT-100 (254 nm; 100 mm Schichtdicke) unmittelbar vor oder nach dem UV-Gerät,

– Durchfluss des Wassers, Ablesung am Durchflussmessgerät

– Bestrahlungsstärke (W/m2), Ablesung an der Anzeige des Geräteradiometers (Sensor)

Es werden auch sonstige Parameter gemäß Paragraph 3, Absatz eins, Ziffer eins, berücksichtigt, die für die Überwachung als relevant ausgewiesen sind und erforderlichenfalls durch eine Risikobewertung gemäß Teil B ermittelt werden.

2.2. Umfassende Kontrollen (Volluntersuchung)

Alle Parameter des Anhangs I

Bei desinfiziertem Wasser (je nach Art des eingesetzten Desinfektionsverfahrens):

– Trübung (NTU) unmittelbar vor oder nach der Desinfektion

Chlorung:

– Konzentration an Chlorverbindungen

Behandlung mit Chlordioxid:

– Konzentration an Chlordioxid

Ozonung:

– Konzentration an Ozon

UV-Bestrahlung:

– UV-Transmission des Wassers UVT-100 (254 nm; 100 mm Schichtdicke) unmittelbar vor oder nach dem UV-Gerät,

– Durchfluss des Wassers, Ablesung am Durchflussmessgerät

– Bestrahlungsstärke (W/m2), Ablesung an der Anzeige des Geräteradiometers (Sensor)

Weiters werden solche Parameter bestimmt, welche die Berechnung der Ionenbilanz und die Charakterisierung des Wassers ermöglichen (Gesamthärte °dH, Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3), Kalzium, Kalium, Magnesium).

2.3. Kontrollen für kleine Wasserversorgungsanlagen (Abgabe von ≤ 100 m3 Wasser pro Tag bzw. Versorgung von ≤ 500 Personen) (Mindestuntersuchung)

KBE 22

KBE 37

Escherichia coli (E. coli)

coliforme Bakterien

Intestinale Enterokokken

Pseudomonas aeruginosa (Anmerkung 1)

Clostridium perfringens (Anmerkung 2)

Geruch

Färbung

Trübung

Geschmack

Temperatur

Leitfähigkeit

Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert)

Gesamthärte °dH

Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3)

Oxidierbarkeit (siehe Anmerkung in Anhang römisch eins Teil C)

Ammonium

Nitrit

Nitrat

Chlorid

Sulfat

Eisen

Mangan

Aluminium (Anmerkung 4)

Bei desinfiziertem Wasser (je nach Art des eingesetzten Desinfektionsverfahrens):

– Trübung (NTU) unmittelbar vor oder nach der Desinfektion

Chlorung:

– Konzentration an Chlorverbindungen

Behandlung mit Chlordioxid:

– Konzentration an Chlordioxid

Ozonung:

– Konzentration an Ozon

UV-Bestrahlung:

– UV-Transmission des Wassers UVT-100 (254 nm; 100 mm Schichtdicke) unmittelbar vor oder nach dem UV-Gerät,

– Durchfluss des Wassers, Ablesung am Durchflussmessgerät

– Bestrahlungsstärke (W/m2), Ablesung an der Anzeige des Geräteradiometers (Sensor)

Zusätzlich werden jene Parameter aufgenommen, deren regelmäßige Untersuchung erforderlich ist, um eine mögliche Nichteinhaltung eines Parameterwertes rechtzeitig zu erkennen. Insbesondere werden solche Parameter einbezogen, die nachteiligen Einfluss auf die Beschaffenheit des dem Verbraucher gelieferten Wassers haben können.

Weiters werden solche Parameter bestimmt, welche die Berechnung der Ionenbilanz und die Charakterisierung des Wassers ermöglichen (Gesamthärte °dH, Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3), Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium). Die Probenahme erfolgt an ausgewählten, in Paragraph 5, Ziffer 3, festgelegten Probenahmestellen und in solchen Zeitabständen, die erforderlich sind, um die Erhaltung oder Wiederherstellung der einwandfreien Wasserqualität zu überwachen.

Anmerkung 1: Dieser Parameter muss nur bei Wässern, die in Flaschen oder anderen Behältnissen in Verkehr gebracht werden (am Punkt der Abfüllung) und bei Wässern, welche chemischtechnisch (zB Ionenaustausch, Aktivkohlefilter) aufbereitet wurden, untersucht werden. Weiters ist dieser Parameter im Rahmen der Wirksamkeitskontrolle von Desinfektionsverfahren bei Proben vor und unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion zu untersuchen.

Anmerkung 2: Dieser Parameter braucht nur bestimmt zu werden, wenn das Wasser von Oberflächenwasser stammt oder von Oberflächenwasser beeinflusst wird. Weiters ist dieser Parameter im Rahmen der Wirksamkeitskontrolle von Desinfektionsverfahren bei Proben vor und unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion zu untersuchen.

Anmerkung 3: Nur erforderlich, wenn Chloraminierung als Desinfektionsmethode verwendet wird.

Anmerkung 4: Bei Verwendung von Aluminiumverbindungen in der Wasseraufbereitung.

Anmerkung 5: Bei Verwendung von Eisenverbindungen in der Wasseraufbereitung.

2.4 Betriebliche Überwachung

Die betriebliche Überwachung ist auf Wasserversorgungsanlagen, die ˃ 10 m³ Wasser pro Tag liefern, anzuwenden. Sie kann vom Wasserversorger, soweit es die Trübung betrifft, selbst durchgeführt werden. Zur regelmäßigen Kontrolle der Wirksamkeit der physikalischen Entfernung von Partikeln durch Filtrationsverfahren wird der Parameter „Trübung im Wasserwerk“ überwacht. Dies gilt nicht für Grundwasserressourcen, deren Trübung durch Eisen und Mangan verursacht wird.

Betriebsparameter

Referenzwert

Trübung im Wasserwerk

0,3 NTU bei 95 % der Proben und nicht über 1,0 NTU

Menge des abgegebenen Wassers in m³ pro Tag

Mindesthäufigkeit der Probennahme und Analyse

≤ 1 000

wöchentlich

> 1 000 bis ≤ 10 000

täglich

> 10 000

fortlaufend

Im Rahmen der Wirksamkeitskontrolle von Desinfektionsverfahren und, sofern es die Risikobewertung gemäß Paragraph 5 a, ergibt, ist der Betriebsparameter „somatische Coliphagen“ zu bestimmen, wenn das Rohwasser aus einem Oberflächengewässer stammt

Betriebsparameter

Referenzwert

Einheit

Somatische Coliphagen

50 (für Rohwasser)

plaquebildende Einheiten (Plaque Forming Units — PFU)/100 ml

Wenn die „somatischen Coliphagen“ im Rohwasser in Konzentrationen > 50 PFU/100 ml nachgewiesen werden, haben Analysen entlang der Aufbereitungsstufen zu erfolgen, damit die log-Reduktion durch die vorhandenen Barrieren bestimmt und bewertet werden kann, ob das Risiko einer ungenügenden Elimination pathogener Viren ausreichend unter Kontrolle ist.

3. Probenahmehäufigkeit

Tabelle 1

Mindesthäufigkeit der Probenahme und Analyse für die Überwachung der Einhaltung bei Wasser, das aus einem Verteilungsnetz oder einem Tankfahrzeug bereitgestellt oder in einem Lebensmittelbetrieb verwendet wird.

Bei der Probenahme und der Beurteilung der Probe sind die verschiedenen Stufen der Wasserversorgungsanlage (zB Aufbereitung) zu berücksichtigen. Die Anzahl der Proben ist im Hinblick auf Zeit und Ort gleichmäßig zu verteilen.

Menge des abgegebenen Wassers in m3 pro Tag (Anmerkung 1)

Routinemäßige Kontrollen

Anzahl der Proben pro Jahr (Anmerkung 2)

Umfassende Kontrollen (Volluntersuchung)

Anzahl der Proben pro Jahr

≤ 10

1
(Anmerkung 3, 4 und 7)

> 10 bis ≤ 100

1

1
(Anmerkung 5 und 6)

> 100 bis ≤ 1 000

4

1
(Anmerkung 6)

> 1 000 bis ≤ 10 000

4
+ 3 pro 1 000 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge

1
+ 1 pro 4 500 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge
(Anmerkung 6)

> 10 000 bis ≤ 100 000

3
+ 1 pro 10 000 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge
(Anmerkung 6)

> 100 000

12
+ 1 pro 25 000 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge
(Anmerkung 6)

Die erforderliche Probenanzahl ist bei Vorliegen mehrerer Wasserspender bzw. mehrerer Objekte der Wasserversorgungsanlage (zB Aufbereitungs- und Desinfektionsanlagen, Behälter, Versorgungsnetz) entsprechend zu erweitern.

Bei einer Überschreitung einer Nitratkonzentration von 25 mg/l und wenn ein Anstieg zu befürchten ist, hat eine zumindest vierteljährliche Untersuchung des Wassers auf Nitrat zu erfolgen, wenn nicht gemäß obiger Tabelle eine häufigere Untersuchung vorgeschrieben ist.

Anmerkung 1: Die Mengen werden als Mittelwerte über ein Kalenderjahr hinweg berechnet. An Stelle der Menge des abgegebenen Wassers kann zur Bestimmung der Mindesthäufigkeit auch die Einwohnerzahl eines Versorgungsgebietes herangezogen und ein täglicher Pro-Kopf-Wasserverbrauch von 200 l angesetzt werden.

Anmerkung 2: Die angegebene Häufigkeit wird wie folgt errechnet: zB 4 300 m3 pro Tag = 16 Proben (vier für die ersten 1 000 m3 pro Tag + 12 für die zusätzlichen 3 300 m3 pro Tag).

Anmerkung 3: Für nicht desinfiziertes Wasser, das nicht von Oberflächenwasser stammt oder von Oberflächenwasser beeinflusst wird und entsprechend den Bestimmungen des Paragraph 3, Absatz 2, dieser Verordnung ausschließlich zur Reinigung oder im Zuge von Desinfektionsverfahren (zB Nachspülung) verwendet wird, gilt ein auf die mikrobiologischen Parameter des Anhangs römisch II Teil A reduzierter Untersuchungsumfang.

Anmerkung 4: Es gilt der Untersuchungsumfang gemäß Teil A Ziffer 2 Punkt 3, Bei Neuerschließung sind vom Betreiber zusätzlich jene Parameter einzubeziehen, die nachteiligen Einfluss auf die Beschaffenheit des Wassers haben können.

Anmerkung 5: Es gilt der Untersuchungsumfang gemäß Teil A Ziffer 2 Punkt 3, Alle sechs Jahre sowie bei Neuerschließungen von Wasserspendern und bei Änderungen an der Wasserversorgungsanlage – sofern ein nachteiliger Einfluss auf die Beschaffenheit des Wassers zu erwarten ist – gilt der Untersuchungsumfang gemäß Teil A Ziffer 2 Punkt 2,

Anmerkung 6: Die Indikatorparameter für die Radioaktivität sind nur einmalig zu ermitteln. Bei Änderungen an der Wasserversorgungsanlage, die eine relevante Erhöhung der Radioaktivität bewirken können (jedenfalls bei Neuerschließungen von Wasserspendern), ist eine neuerliche Untersuchung durchzuführen. Im Fall einer Überschreitung von Indikatorparameterwerten kann die zuständige Behörde im Einzelfall weitere Untersuchungen auf Radioaktivität vorschreiben.

Anmerkung 7: Wird ≤ 10 m³ Wasser pro Tag aus einer Wasserversorgungsanlage gemäß den Bestimmungen des Paragraph 3, Absatz 2, entnommen und wird aufgrund einer Untersuchung und Begutachtung gemäß Paragraph 5, Ziffer 2, festgestellt, dass das Wasser den Anforderungen dieser Verordnung entspricht, gilt ein Untersuchungsintervall von drei Jahren.

Tabelle 2

Mindesthäufigkeit der Probenahmen und Analysen bei Wasser, das dazu bestimmt ist, in Flaschen oder anderen Behältnissen in Verkehr gebracht zu werden, am Punkt der Abfüllung.

Menge des pro Tag produzierten Wassers in m3
(Anmerkung 1)

Routinemäßige Kontrollen Anzahl der Proben pro Jahr

Umfassende Kontrollen (Volluntersuchung)

Anzahl der Proben pro Jahr

≤ 10

1

1

> 10 bis ≤ 60

12

1

> 60

1 pro 5 m3 und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge

1 pro 100 m3 und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge

Anmerkung: Für die Berechnung der Mengen werden Durchschnittswerte – ermittelt über ein Kalenderjahr – zugrunde gelegt.

Teil B
Risikobewertung

1. Von den Parametern und Probenahmehäufigkeiten gemäß Teil A kann abgewichen werden, wenn eine Risikobewertung durchgeführt wird.

2. Auf Basis der vom Betreiber einer Wasserversorgungsanlage vorgelegten Ergebnisse der Risikobewertung kann die Parameterliste verkürzt oder Probenahmehäufigkeit verringert werden, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Litera a
    Ort und Häufigkeit der Probenahmen werden, unter Berücksichtigung von Paragraph 4,, in Abhängigkeit vom Ursprung des Parameters und den Schwankungen und langfristigen Trends seiner Konzentration bestimmt.
  2. Litera b
    Bei der Reduzierung des Parameterumfangs müssen die Anforderungen an den Mindestuntersuchungsumfang gemäß Anhang römisch II Teil A Ziffer 2 Punkt 3, jedenfalls eingehalten werden.
  3. Litera c
    Die Häufigkeit der Probenahmen zum Nachweis der mikrobiologischen Parameter darf in keinem Fall geringer sein als in Anhang römisch II Teil A Ziffer 3, Tabelle 1 vorgesehen.
  4. Litera d
    Die in Anhang römisch II Teil A Ziffer 3, Tabelle 1 genannte Mindesthäufigkeit der Probenahmen zum Nachweis eines Parameters darf dann verringert werden, wenn die Ergebnisse aus Proben, die regelmäßig über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren an für das gesamte Versorgungsgebiet repräsentativen Probenahmestellen genommen werden, weniger als 60 % des Parameterwerts betragen.
  5. Litera e
    Ein Parameter darf dann von der Liste der zu überwachenden Parameter gemäß Anhang römisch II Teil A Ziffer 2, gestrichen werden, wenn die Ergebnisse aus Proben, die regelmäßig über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren an für das gesamte Versorgungsgebiet repräsentativen Probenahmestellen genommen werden, weniger als 30 % des Parameterwerts betragen.
  6. Litera f
    Die Streichung eines bestimmten, in Anhang römisch II Teil A Ziffer 2, genannten Parameters aus der Liste der zu überwachenden Parameter beruht auf dem Ergebnis der Risikobewertung, in das die Ergebnisse der Überwachung der Ressourcen eingeflossen sind, aus denen das für den menschlichen Gebrauch bestimmte Wasser gewonnen wird, und das bestätigt, dass im Einklang mit Paragraph 3, die menschliche Gesundheit vor nachteiligen Einflüssen geschützt ist, die sich aus einer etwaigen Verunreinigung des für den menschlichen Gebrauch bestimmten Wassers ergeben;
  7. Litera g
    Die Verringerung der Probenahmehäufigkeit oder die Streichung eines Parameters aus der Liste der zu überwachenden Parameter gemäß Litera d und e ist nur zulässig, wenn die Risikobewertung bestätigt, dass kein Umstand abzusehen ist, der eine Verschlechterung der Qualität des für den menschlichen Gebrauch bestimmten Wassers verursachen würde.
  8. Litera h
    Die Verringerung der Probenahmehäufigkeit oder die Streichung eines Pestizids aus der Liste der anzunehmenden und zu überwachenden Pestizide (siehe Anhang römisch eins Teil B Anmerkung 13) ist nur zulässig, wenn
    • Strichaufzählung
      die Nutzungen der Flächen im Wassereinzugsgebiet,
    • Strichaufzählung
      mögliche Anwendungen von Pestiziden in der Vergangenheit, die noch Auswirkungen auf die gegenwärtige Wasserqualität haben könnten,
    • Strichaufzählung
      die örtliche Situation der Wasserspende sowie
    • Strichaufzählung
      alle weiteren Informationen, die einen Hinweis auf den Eintrag oder auf das Vorhandensein von Pestiziden geben,
    berücksichtigt wurden.
Sind aktuelle Überwachungsergebnisse verfügbar, die belegen, dass die Bedingungen gemäß Ziffer 2, Litera b bis e erfüllt sind, können diese Überwachungsergebnisse verwendet werden, um die Überwachung im Anschluss an die Risikobewertung der Wasserversorgungsanlage anzupassen.

Teil C
Probenahmeverfahren

Das Probenahmeverfahren richtet sich nach der Fragestellung und hat den folgenden Anforderungen zu entsprechen:

  1. Ziffer eins
    Die Probenahme im Rahmen der Eigenkontrolle gemäß Paragraph 5, hat im Hinblick auf die physikalischen und chemischen Parameter der Norm ISO 5667-5 zu entsprechen. Im Hinblick auf die mikrobiologischen Parameter hat die Probenahme nach EN ISO 19458, Zweck A, zu erfolgen.
  2. Ziffer 2
    Proben zur Kontrolle der Einhaltung der chemischen Parameter Kupfer, Blei und Nickel in Wasser aus Gebäudeinstallationen werden ohne Vorlauf an der Entnahmestelle des Verbrauchers gezogen (Tageszufallsprobe). Zu einer zufälligen Tageszeit wird eine Probe von einem Liter Probenmenge entnommen. Bei Überschreitung eines Parameterwertes in der Tageszufallsprobe wird eine gestaffelte Probenahme durchgeführt.
  3. Ziffer 3
    Die Probe zur Kontrolle der Einhaltung von mikrobiologischen Parametern mit Parameterwerten (E. coli und Enterokokken) im Wasser aus Gebäudeinstallationen wird nach EN ISO 19458, Zweck B, entnommen.

Anl. 3

Text

Anhang III

Spezifikationen für die Analyse der Parameter

Die für die Zwecke der Überwachung und zum Nachweis der Einhaltung dieser Verordnung verwendeten Analyseverfahren müssen im Einklang mit der Norm EN ISO/IEC 17025 oder anderen gleichwertigen international anerkannten Normen validiert und dokumentiert werden. Diese Analyseverfahren müssen in einer gemäß dem Akkreditierungsgesetz 2012 akkreditierten Konformitätsbewertungsstelle oder in einer Konformitätsbewertungsstelle in einem anderen Mitglied- oder Vertragsstaat der EU oder EWR-Staat mit einer dieser gleichzuhaltenden Akkreditierung im Rahmen der gewährten Akkreditierung durchgeführt werden.

Teil A
Parameter, für die Analyseverfahren spezifiziert sind

Analyseverfahren für mikrobiologische Parameter:

  1. Ziffer eins
    Escherichia coli (E. coli) und coliforme Bakterien (EN ISO 9308-1 oder EN ISO 9308-2; die Methode EN ISO 9308-2 beruht auf der Untersuchung einer Probenmenge von 100 ml und ist somit für die Untersuchung einer Probenmenge von 250 ml nur bedingt geeignet.);
  2. Ziffer 2
    intestinale Enterokokken (EN ISO 7899-2);
  3. Ziffer 3
    Pseudomonas aeruginosa (EN ISO 16266);
  4. Ziffer 4
    Koloniezahl oder heterotrophe Koloniezahl bei 22°C (EN ISO 6222);
  5. Ziffer 5
    Koloniezahl oder heterotrophe Koloniezahl bei 37°C (EN ISO 6222);
  6. Ziffer 6
    Clostridium perfringens einschließlich Sporen (EN ISO 14189);
  7. Ziffer 7
    Somatische Coliphagen (EN ISO 10705-2 und EN ISO 10705-3).

Teil B
Chemische Parameter und Indikatorparameter, für die Verfahrenskennwerte spezifiziert sind

1. Chemische Parameter und Indikatorparameter

Für die Parameter in Tabelle 1 sollen die spezifizierten Verfahrenskennwerte gewährleisten, dass das verwendete Analyseverfahren mindestens geeignet ist, dem Parameterwert entsprechende Konzentrationen mit der in Artikel 2 Absatz 2 der Richtlinie 2009/90/EG zur Festlegung technischer Spezifikationen für die chemische Analyse und die Überwachung des Gewässerzustands gemäß der Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L Nr. 201 vom 1. August 2009, S. 36, definierten Bestimmungsgrenze von 30 % oder weniger des betreffenden Parameterwerts und der in Tabelle 1 spezifizierten Messunsicherheit zu messen. Das Ergebnis ist mit mindestens derselben Anzahl signifikanter Stellen anzugeben wie bei dem jeweiligen Parameterwert in Anhang römisch eins Teile B und C.

Tabelle

Mindestverfahrenskennwert „Messunsicherheit“ (Anmerkung 1)

Parameter

Messunsicherheit

(Anmerkung 2)

% des Parameterwerts (ausgenommen pH-Wert)

Anmerkungen

Acrylamid

30

Anmerkung 3

Aluminium

25

 

Ammonium

40

 

Antimon

40

 

Arsen

30

 

Benzo(a)pyren

50

Anmerkung 4

Benzol

40

 

Bisphenol A

50

 

Blei

30

 

Bor

25

 

Bromat

40

 

Cadmium

25

 

Chlorat

40

 

Chlorid

15

 

Chlorit

40

 

Chrom

30

 

Cyanid

30

Anmerkung 5

1,2-Dichlorethan

40

 

Eisen

30

 

Epichlorhydrin

40

Anmerkung 3

Fluorid

20

 

Gesamter organischer Kohlenstoff (TOC)

30

Anmerkung 6

Halogenessigsäuren (HAA5)

50

 

Kupfer

25

 

Leitfähigkeit

20

 

Mangan

30

 

Microcystin-LR

30

 

Natrium

15

 

Nickel

25

 

Nitrat

15

 

Nitrit

20

 

Oxidierbarkeit

50

Anmerkung 7

Pestizide

30

Anmerkung 8

PFAS

50

 

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

40

Anmerkung 9

Quecksilber

30

 

Selen

40

 

Sulfat

15

 

Tetrachlorethen

40

Anmerkung 10

Trichlorethen

40

Anmerkung 10

Trihalogenmethane – insgesamt

40

Anmerkung 9

Trübung

30

Anmerkung 11

Uran

30

 

Vinylchlorid

50

Anmerkung 3

Wasserstoffionen-Konzentration pH (ausgedrückt in pH-Einheiten)

0,2

Anmerkung 12“

Anmerkung, Tabelle 2 aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 57 aus 2024,)

2. Anmerkungen zur Tabelle:

Anmerkung 1: Die spezifizierte Messunsicherheit ist nicht als zusätzliche Toleranz für die Parameterwerte gemäß Anhang römisch eins zu verwenden.

Anmerkung 2: „Messunsicherheit“ ist ein nicht negativer Parameter, der die Streuung derjenigen Werte beschreibt, die der Messgröße auf der Basis der verwendeten Informationen zugeordnet werden. Der Verfahrenskennwert für die Messunsicherheit (k = 2) ist der Prozentsatz des Parameterwertes in der Tabelle oder jeder genauere Wert. Die Messunsicherheit wird auf der Ebene des Parameterwertes geschätzt, soweit nicht anders angegeben.

Anmerkung 3: Die Verfahrenskennwerte sind nur anzuwenden, wenn der Nachweis durch die Analyse des Trinkwassers erbracht wird. Alternativ ist die Einhaltung anhand der Produktspezifikation zu kontrollieren.

Anmerkung 4: Kann der Wert der Messunsicherheit nicht erreicht werden, so ist die beste verfügbare Technik zu wählen (bis zu 60 %).

Anmerkung 5: Mit dem Verfahren kann der Gesamtcyanidgehalt in allen Formen bestimmt werden.

Anmerkung 6: Die Messunsicherheit ist auf 3 mg/l des gesamten organischen Kohlenstoffs (TOC) zu schätzen. Zur Spezifizierung der Unsicherheit des Analysenverfahrens ist die Norm EN 1484 – Anleitungen zur Bestimmung des gesamten organischen Kohlenstoffs (TOC) und des gelösten organischen Kohlenstoffs (DOC) – zu verwenden.

Anmerkung 7: Referenzverfahren: EN ISO 8467.

Anmerkung 8: Die Verfahrenskennwerte für einzelne Pestizide dienen als Hinweis. Messunsicherheitswerte von lediglich 30 % können bei mehreren Pestiziden erzielt werden, höhere Werte bis zu 80 % können für einige Pestizide zugelassen werden.

Anmerkung 9: Die Verfahrenskennwerte gelten für einzelne spezifizierte Stoffe bei 25 % des Parameterwerts in Anhang römisch eins Teil B.

Anmerkung 10: Die Verfahrenskennwerte gelten für einzelne spezifizierte Stoffe bei 50 % des Parameterwerts in Anhang römisch eins Teil B.

Anmerkung  11: Die Messunsicherheit ist im Einklang mit der Norm EN ISO 7027 oder einem anderen genormten Verfahren auf der Ebene eines Messwerts von 1,0 NTU (nephelometrische Trübungseinheit) zu schätzen.

Anmerkung 12: Der Wert für die Messunsicherheit wird in pH-Einheiten ausgedrückt.

3. Leistungsmerkmale der Analysemethoden für Radionuklide:

Radionuklide

Nachweisgrenze Bq/l

(Anmerkung 1 und 2)

Anmerkungen

Tritium

10

Anmerkung 3

Radon

10

Anmerkung 3

U-238

0,02

 

U-234

0,02

 

Ra-226

0,04

 

Ra-228

0,02

Anmerkung 4

Pb-210

0,02

 

Po-210

0,01

 

C-14

20

 

Sr-90

0,4

 

Pu-239/Pu-240

0,04

 

Am-241

0,06

 

Co-60

0,5

 

Cs-134

0,5

 

Cs-137

0,5

 

I-131

0,5

 

Anmerkung 1: Die Nachweisgrenze ist zu berechnen nach der Norm ISO 11929: „Determination of the characteristic limits (decision threshold, detection limit and limits of the confidence interval) for measurements of ionizing radiation – Fundamentals and application“ mit Abweichungswahrscheinlichkeiten der 1. und 2. Art von jeweils 0,05.

Anmerkung 2: Messunsicherheiten sind zu berechnen und als vollständige Standardunsicherheiten anzugeben oder als erweiterte Standardunsicherheiten mit einem Erweiterungsfaktor von 1,96 gemäß dem ISO-Leitfaden „Guide for the Expression of Uncertainty in Measurement“.

Anmerkung 3: Die Nachweisgrenze für Tritium und Radon liegt bei 10 % des Parameterwerts von 100 Bq/l.

Anmerkung 4: Diese Nachweisgrenze gilt nur für die Erstprüfung im Hinblick auf die Richtdosis für eine neue Wasserquelle. Falls die Erstprüfung keinen plausiblen Grund dafür ergibt, dass Ra-228 20 % der abgeleiteten Konzentration überschreitet, kann die Nachweisgrenze auf 0,08 Bq/l für spezifische Routinemessungen für das Nuklid Ra-228 erhöht werden, bis eine anschließende erneute Kontrolle erforderlich ist.