Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Künstler/Schriftsteller-Pauschalierungsverordnung, Fassung vom 20.06.2024

§ 0

Beachte für folgende Bestimmung

Ist erstmals bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2000 anzuwenden (vgl. § 4).

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Aufstellung von Durchschnittssätzen für die Ermittlung von Betriebsausgaben und Vorsteuerbeträgen bei Künstlern und Schriftstellern (Künstler/Schriftsteller-Pauschalierungsverordnung)
StF: BGBl. II Nr. 417/2000

Änderung

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 416 aus 2001,

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 636 aus 2003,

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 433 aus 2022,

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des Paragraph 17, Absatz 4 und 5 des Einkommensteuergesetzes 1988 und des Paragraph 14, Absatz eins, Ziffer 2, des Umsatzsteuergesetzes 1994 wird verordnet:

§ 1

Beachte für folgende Bestimmung

Ist erstmals bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2000 anzuwenden (vgl. § 4).

Text

Paragraph eins,

Bei einer selbständigen künstlerischen Tätigkeit im Sinne des Paragraph 10, Absatz 3, Ziffer 4, des Umsatzsteuergesetzes 1994 oder einer schriftstellerischen Tätigkeit können im Rahmen

  1. Ziffer eins
    der Gewinnermittlung bestimmte Betriebsausgaben,
  2. Ziffer 2
    der Entrichtung der Umsatzsteuer bestimmte abziehbare Vorsteuerbeträge
jeweils mit Durchschnittssätzen angesetzt werden. Voraussetzung ist, dass keine Buchführungspflicht besteht und auch nicht freiwillig Bücher geführt werden, die eine Gewinnermittlung nach Paragraph 4, Absatz eins, des Einkommensteuergesetzes 1988 ermöglichen.

§ 2

Beachte für folgende Bestimmung

Bezugszeitraum: Abs. 2 und 3
ab 1. 1. 2002
§ 4 Abs. 2 idF BGBl. II Nr. 416/2001

Text

Paragraph 2,

Bei der Anwendung von Durchschnittssätzen gilt Folgendes:

  1. Absatz einsDurchschnittssätze können nur für die in Absatz 2 und 3 angeführten Betriebsausgaben und Vorsteuerbeträge angesetzt werden. Neben dem jeweiligen Durchschnittssatz dürfen Betriebsausgaben oder Vorsteuerbeträge nur dann berücksichtigt werden, wenn sie in vollem Umfang nach den tatsächlichen Verhältnissen angesetzt werden.
  2. Absatz 2Der Durchschnittssatz für Betriebsausgaben umfasst
    1. Ziffer eins
      Aufwendungen für übliche technische Hilfsmittel (insbesondere Computer, Ton- und Videokassetten inklusive der Aufnahme- und Abspielgeräte),
    2. Ziffer 2
      Aufwendungen für Telefon und Büromaterial,
    3. Ziffer 3
      Aufwendungen für Fachliteratur und Eintrittsgelder,
    4. Ziffer 4
      betrieblich veranlasste Aufwendungen für Kleidung, Kosmetika und sonstige Aufwendungen für das äußere Erscheinungsbild,
    5. Ziffer 5
      Mehraufwendungen für die Verpflegung (Tagesgelder im Sinne des Paragraph 4, Absatz 5, in Verbindung mit Paragraph 26, Ziffer 4, des Einkommensteuergesetzes 1988),
    6. Ziffer 6
      Ausgaben für im Wohnungsverband gelegene Räume (insbesondere Arbeitszimmer, Atelier, Tonstudio, Probenräume),
    7. Ziffer 7
      Ausqaben anlässlich der Bewirtung von Geschäftsfreunden,
    8. Ziffer 8
      üblicherweise nicht belegbare Betriebsausgaben.
    Der Durchschnittssatz beträgt 12% der Umsätze (Paragraph 125, Absatz eins, der Bundesabgabenordnung), höchstens jedoch 8 725 Euro jährlich.
  3. Absatz 3Der Durchschnittssatz für Vorsteuerbeträge gilt die bei Betriebsausgaben im Sinne des Absatz 2, anfallenden Vorsteuern ab. Der Durchschnittssatz beträgt 12% des sich aus Absatz 2, ergebenden Durchschnittssatzes. Als Vorsteuer darf höchstens ein Betrag von 1 047 Euro jährlich angesetzt werden. Soweit die abziehbare Vorsteuer nach einem Durchschnittssatz berechnet wird, ist das Unternehmen von der Aufzeichnungspflicht gemäß Paragraph 18, Absatz 2, Ziffer 5 und 6 des Umsatzsteuergesetzes 1994 befreit.

§ 3

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Bezugszeitraum vgl. § 4 Abs. 3.

Text

Paragraph 3,
  1. Absatz einsAnmerkung, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 636 aus 2003,)
  2. Absatz 2Die Inanspruchnahme der Pauschalierung nach Paragraph eins, Ziffer eins, ist ausgeschlossen, wenn Betriebsausgaben oder Werbungskosten im Sinn des Paragraph 2, Absatz 2,
    • Strichaufzählung
      in tatsächlicher Höhe oder
    • Strichaufzählung
      unter Inanspruchnahme der Verordnung über die Individualpauschalierung von Betriebsausgaben, Werbungskosten und Vorsteuern, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 230 aus 1999, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 500 aus 1999,,
    bei einer weiteren Tätigkeit geltend gemacht werden, die mit der künstlerischen oder schriftstellerischen Tätigkeit im Zusammenhang steht.
  3. Absatz 3Die Inanspruchnahme der Pauschalierung nach Paragraph eins, Ziffer 2, ist ausgeschlossen, wenn Vorsteuern, die bei Betriebsausgaben im Sinn des Paragraph 2, Absatz 2, angefallen sind,
    • Strichaufzählung
      in tatsächlicher Höhe oder
    • Strichaufzählung
      unter Inanspruchnahme der Verordnung über die Individualpauschalierung von Betriebsausgaben, Werbungskosten und Vorsteuern, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 230 aus 1999, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 500 aus 1999,,
    bei einer weiteren Tätigkeit geltend gemacht werden, die mit der künstlerischen oder schriftstellerischen Tätigkeit im Zusammenhang steht.
  4. Absatz 4Neben dem Pauschbetrag nach dieser Verordnung können für die im Paragraph 2, genannten Betriebsausgaben oder Vorsteuerbeträge keine weiteren Pauschbeträge geltend gemacht werden.

§ 4

Text

Paragraph 4,
  1. Absatz einsDie Verordnung ist erstmals bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2000 anzuwenden.
  2. Absatz 2Paragraph 2, Absatz 2 und 3, jeweils in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 416 aus 2001,, ist erstmals bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2002 anzuwenden.
  3. Absatz 3Paragraph 3, Absatz 1 in der Fassung vor Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 636 aus 2003, ist letztmalig bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2002 anzuwenden.