Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), Fassung vom 21.11.2018

§ 0

Langtitel

(Übersetzung)
Die Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).
StF: BGBl. Nr. 49/1949

Vertragsparteien

*Afghanistan 49/1949 *Ägypten 49/1949, 256/1958 *Albanien 26/1959 *Algerien 48/1987 *Andorra III 125/2001 *Angola 48/1987 *Antigua/Barbuda 48/1987 *Äquatorialguinea 48/1987 *Argentinien 49/1949 *Armenien III 125/2001 *Aserbaidschan III 125/2001 *Äthiopien 196/1955 *Australien 49/1949 *Bahamas 48/1987 *Bahrain 48/1987 *Bangladesch 48/1987 *Barbados 48/1987 *Belarus 186/1954 *Belgien 49/1949 *Belize 48/1987 *Benin 60/1961, 82/1961, 48/1987 *Bhutan 48/1987 *Bolivien 49/1949 *Bosnien-Herzegowina III 125/2001 *Botsuana 48/1987 *Brasilien 49/1949 *Brunei III 150/2008 *Bulgarien 230/1956 *Burkina Faso 82/1961, 48/1987 *Burundi 48/1987 *Cabo Verde 48/1987 *Chile 186/1954 *China 49/1949 *Costa Rica 47/1951 *Côte d`Ivoire 60/1961, 82/1961, 48/1987 *Dänemark 49/1949 *Deutschland/BRD 41/1952 *Deutschland/DDR 48/1987 *Dominica 48/1987 *Dominikanische R 49/1949 *Dschibuti III 125/2001 *Ecuador 49/1949 *El Salvador 49/1949 *Eritrea III 125/2001 *Estland III 125/2001 *Fidschi 48/1987 *Finnland 196/1957 *Frankreich 49/1949 *Gabun 82/1961, 48/1987 *Gambia 48/1987 *Georgien III 125/2001 *Ghana 26/1959 *Grenada 48/1987 *Griechenland 49/1949 *Guatemala 47/1951 *Guinea 60/1961, 82/1961, 48/1987 *Guinea-Bissau 48/1987 *Guyana 48/1987 *Haiti 49/1949 *Honduras 49/1949 *Indien 49/1949 *Indonesien 47/1951 *Irak 47/1951 *Iran 49/1949 *Irland 159/1962, 48/1987 *Island 48/1987 *Israel 47/1951 *Italien 49/1949 *Jamaika 48/1987 *Japan 41/1952 *Jemen/AR 48/1987 *Jemen/DVR 48/1987 *Jordanien 47/1951 *Jugoslawien 47/1951 *Jugoslawien/BR III 125/2001 *Kambodscha 41/1952 *Kamerun 82/1961, 48/1987 *Kanada 49/1949 *Kasachstan III 125/2001 *Katar 48/1987 *Kenia 48/1987 *Kirgisistan III 125/2001 *Kiribati III 125/2001 *Kolumbien 49/1949 *Komoren 48/1987 *Kongo 60/1961, 82/1961, 48/1987 *Kongo/DR 82/1961, 48/1987 *Korea/DVR 48/1987 *Korea/R 47/1951 *Kroatien III 125/2001 *Kuba 49/1949 *Kuwait 82/1961, 48/1987 *Laos 41/1952 *Lesotho 48/1987 *Lettland III 125/2001 *Libanon 49/1949 *Liberia 49/1949 *Libyen 186/1954 *Litauen III 125/2001 *Luxemburg 49/1949 *Madagaskar 82/1961, 48/1987 *Malawi 48/1987 *Malaysia 256/1958, 60/1961 *Malediven 48/1987 *Mali 82/1961, 48/1987 *Malta 48/1987 *Marokko 196/1957 *Marshallinseln III 150/2008 *Mauretanien 159/1962, 48/1987 *Mauritius 48/1987 *Mazedonien III 125/2001 *Mexiko 49/1949 *Mikronesien III 125/2001 *Moldau III 125/2001 *Monaco 47/1951 *Mongolei 48/1987 *Montenegro III 150/2008 *Mosambik 48/1987 *Myanmar 47/1951 *Namibia 48/1987 *Nauru III 150/2008 *Nepal 186/1954 *Neuseeland 49/1949, III 125/2001 *Nicaragua 186/1954 *Niederlande 49/1949 *Niger 82/1961, 48/1987 *Nigeria 82/1961, 48/1987 *Norwegen 49/1949 *Oman 48/1987 *Pakistan 47/1951 *Palau III 125/2001 *Panama 47/1951 *Papua-Neuguinea 48/1987 *Paraguay 196/1955 *Peru 49/1949 *Philippinen 49/1949 *Polen 49/1949 *Portugal 48/1987 *Ruanda 48/1987 *Rumänien 230/1956 *Salomonen III 125/2001 *Sambia 48/1987 *San Marino 48/1987 *São Tomé/Príncipe 48/1987 *Saudi-Arabien 49/1949 *Schweden 47/1951 *Schweiz 47/1951 *Senegal 82/1961, 48/1987 *Seychellen 48/1987 *Sierra Leone 159/1962, 48/1987 *Simbabwe 48/1987 *Singapur 48/1987 K, III 150/2008 *Slowakei III 125/2001 *Slowenien III 125/2001 *Somalia 82/1961, 48/1987 *Spanien 186/1954 *Sri Lanka 47/1951 *St. Christopher/Nevis 48/1987 *St. Lucia 48/1987 *St. Vincent/Grenadinen 48/1987 *Südafrika 49/1949, 156/1959 K, III 125/2001 *Sudan 196/1957 *Suriname 48/1987 *Swasiland 48/1987 *Syrien 49/1949 *Tadschikistan III 125/2001 *Tansania 159/1962, 48/1987 *Thailand 47/1951 *Timor-Leste III 150/2008 *Togo 82/1961, 48/1987 *Tonga 48/1987 *Trinidad/Tobago 48/1987 *Tschad 82/1961, 48/1987 *Tschechische R III 125/2001 *Tschechoslowakei 49/1949 *Tunesien 196/1957 *Türkei 49/1949 *Turkmenistan III 125/2001 *Tuvalu III 125/2001 *UdSSR 186/1954 *Uganda 48/1987 *Ukraine 186/1954 *Ungarn 49/1949 *Uruguay 49/1949 *USA 49/1949, 48/1987 K, III 150/2008 *Usbekistan III 125/2001 *Vanuatu III 125/2001 *Venezuela 49/1949 *Vereinigte Arabische Emirate 48/1987 *Vereinigtes Königreich 49/1949, 48/1987 K, III 125/2001 *Vietnam 41/1952 *Westsamoa 48/1987 *Zentralafrikanische R 82/1961, 48/1987 *Zypern 159/1962, 48/1987

Sonstige Textteile

Der Bundespräsident der Republik Österreich erklärt, dem in London am 16. November 1945 unterzeichneten Abkommen, enthaltend die Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Constitution of the United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation - Convention creant une organisation des Nation Unies pour l`education, la science et la culture) welches also lautet: ...

namens der Republik Österreich beizutreten und verspricht in deren Namen die gewissenhafte Erfüllung des Abkommens.

Zu Urkund dessen ist die vorliegende Beitrittsurkunde vom Bundespräsidenten unterfertigt, vom Bundeskanzler, vom Bundesminister für Unterricht und vom Bundesminister für die Auswärtigen Angelegenheiten gegengezeichnet und mit dem Staatssiegel der Republik Österreich versehen worden.

Geschehen zu Wien, den 9. Juli 1948.

Ratifikationstext

Die Ratifikationsurkunde wurde am 13. August 1948 bei der Regierung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland hinterlegt.

Gemäß Artikel XV, Absatz 3, der Verfassung der UNESCO ist daher der Beitritt Österreichs am 13. August 1948 wirksam geworden.

Die Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) ist bis zum 15. September 1948 von folgenden Staaten angenommen worden:

Ägypten, Afghanistan, Argentinien, Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Canada, China, Columbien, Cuba, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, Frankreich, Griechenland, Honduras, Haiti, Indien, Iran, Italien, Libanon, Liberia, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Neu-Seeland, Norwegen, Peru, Philippinen, Polen, Salvador, Saudisch-Arabien, Südafrikanische Union, Syrien, Tschechoslowakei, Türkei, Ungarn, Uruguay, Venezuela, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland, Vereinigte Staaten von Amerika.

Präambel/Promulgationsklausel

Die Regierungen der an dieser Verfassung beteiligten Staaten erklären im Namen ihrer Völker:

daß Kriege ihren Ursprung in der Seele des Menschen haben und daher die Schutzwehr des Friedens gleichfalls in der Seele des Menschen errichtet werden muß;

daß das mangelnde gegenseitige Verstehen der Völker im Laufe der Geschichte stets Argwohn und Mißtrauen zwischen den Nationen hervorgerufen hat, so daß ihre Meinungsverschiedenheiten allzuoft zu Kriegen geführt haben;

daß der große und schreckliche Krieg, der soeben zu Ende gegangen ist, nur dadurch möglich wurde, daß das demokratische Ideal der Würde, der Gleichheit und der gegenseitigen Achtung des Menschen verleugnet wurde, um an seine Stelle, unter Ausbeutung von Unwissenheit und Vorurteilen, die Lehre von der Ungleichheit der Rassen und der Menschen zu setzen;

daß weite Ausbreitung der Kultur und Erziehung aller zu Gerechtigkeit, Freiheit und Friedfertigkeit für die Würde des Menschen unerläßlich sind und eine heilige Verpflichtung bedeuten, die alle Völker im Geiste gegenseitiger Hilfeleistung und eines gemeinsamen Anliegens zu erfüllen haben;

daß ein Frieden, der nur auf wirtschaftlichen und politischen Vereinbarungen der Regierungen beruht, sich nicht der einstimmigen, dauernden und aufrichtigen Zustimmung der Völker zu erfreuen vermag, vielmehr der Frieden auf der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit aufgebaut werden muß.

Aus diesen Überlegungen und im Glauben an den Wert ungeschmälerter und gleicher Bildungsmöglichkeit für alle, uneingeschränkter Erforschung objektiver Wahrheit und des freien Austausches von Ideen und Kenntnissen, sind die an dieser Verfassung beteiligten Staaten übereingekommen und entschlossen, Mittel und Wege des geistigen Verkehrs zwischen ihren Völkern zu entwickeln und zu vermehren und sie zum Zwecke wechselseitigen Verstehens und tieferen und vollständigeren Kennenlernens des Völkerlebens zu verwenden.

Infolgedessen begründen sie hiermit die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, um auf diese Weise, durch die Mitarbeit der Völker der Welt auf den Gebieten der Erziehung, der Wissenschaft und der Kultur, Schritt für Schritt, die Ziele des internationalen Friedens und der gemeinsamen Wohlfahrt der Menschheit zu verwirklichen, um deretwillen die Organisation der Vereinten Nationen, wie in deren Satzung ausdrücklich hervorgehoben ist, ins Leben gerufen wurde.

Art. 1

Text

Artikel I.

Zweck und Aufgaben.

1.

Der Zweck der Organisation besteht darin, einen Beitrag zum Frieden und zur Sicherheit zu leisten, und zwar durch die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern auf dem Wege der Erziehung, der Wissenschaft und Kultur, um auf diese Weise die Beachtung der Gerechtigkeit, des Gesetzes, der Menschenrechte und der grundlegenden Freiheiten in der ganzen Welt für jedermann, ohne Rücksicht auf Rasse, Geschlecht, Sprache oder Religion, zu sichern, wie dies die Satzung der Vereinten Nationen für alle Völker vorsieht.

2.

Zu diesem Zwecke will die Organisation:

a)

das gegenseitige Sichkennenlernen und Verstehen der Völker durch Unterstützung der zur Information der Massen vorhandenen Möglichkeiten fördern und diejenigen internationalen Vereinbarungen empfehlen, die notwendig erscheinen, um die ungehemmte Verbreitung von Ideen durch Wort und Bild zu erleichtern;

b)

der Volkserziehung und der Ausbreitung der Kultur neue Auftriebe geben, und zwar:

durch Zusammenarbeit mit den Mitgliedern, die den Wunsch äußern, bei der Vervollkommnung ihrer pädagogischen Wirksamkeit unterstützt zu werden;

durch Förderung der Zusammenarbeit unter den Nationen zum Zwecke der schrittweisen Verwirklichung des Ideals gleicher Erziehungsmöglichkeiten für alle, ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechtes oder irgendwelcher wirtschaftlicher oder sozialer Umstände;

durch Anregung von Erziehungsmethoden, die am besten dazu geeignet sind, die Kinder in der ganzen Welt auf die Verantwortlichkeit des freien Mannes vorzubereiten;

c)

Kenntnisse wahren, mehren und ausbreiten:

durch Behütung und Beschirmung der Schätze der Welt an Büchern, Kunstwerken sowie historischen und wissenschaftlichen Denkmälern, und durch Empfehlung der zu diesem Zwecke von den interessierten Nationen abzuschließenden internationalen Abkommen;

durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Nationen auf allen Gebieten geistiger Tätigkeit, darunter auch des internationalen Austausches von Vertretern der Erziehung, der Wissenschaft und der Kultur, sowie des Austausches von Veröffentlichungen, Kunstwerken, Forschungsergebnissen und anderem nützlichen Informationsmaterial;

durch Einführung von Methoden internationaler Zusammenarbeit, die den Völkern aller Länder das von jedem von ihnen gedruckte und veröffentlichte Material zugänglich machen.

3.

Um den Mitgliedstaaten der Organisation die Unabhängigkeit, Unversehrtheit und schöpferische Mannigfaltigkeit ihrer Kulturen und Erziehungssysteme zu sichern, ist es der Organisation untersagt, sich in Angelegenheiten einzumischen, die im wesentlichen zur inneren Zuständigkeit der Mitgliedstaaten gehören.

Art. 2

Text

Artikel II.

Mitgliedschaft.

1.

Die Mitgliedschaft an der Organisation der Vereinten Nationen bringt das Recht auf Mitgliedschaft an der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur mit sich.

2.

Vorbehaltlich der Bestimmungen des zwischen dieser Organisation und der Organisation der Vereinten Nationen abzuschließenden Übereinkommens, dessen Genehmigung entsprechend Artikel X dieser Verfassung zu erfolgen hat, können Staaten, die nicht Mitglieder der Vereinten Nationen sind, als Mitglieder der Organisation aufgenommen werden, und zwar auf Empfehlung des Exekutivrates durch eine Zweidrittelmehrheit der Generalkonferenz.

3.

Die Mitglieder der Organisation, die von der Ausübung ihrer Rechte und Privilegien als Mitglieder der Organisation der Vereinten Nationen suspendiert worden sind, sollen, auf Ansuchen der letzteren, von ihren Rechten und Privilegien in der Organisation suspendiert werden.

4.

Mitglieder der Organisation, die aus der Organisation der Vereinten Nationen ausgeschlossen worden sind, verlieren ohne weiteres die Mitgliedschaft an der Organisation.

Art. 3

Text

Artikel III.

Organe.

Die Organisation umfaßt eine Generalkonferenz, einen Exekutivrat und ein Sekretariat.

Art. 4

Text

Artikel IV.

Die Generalkonferenz.

A. Zusammensetzung.

1.

Die Generalkonferenz besteht aus den Vertretern der Mitgliedstaaten der Organisation. Die Regierung jedes Mitgliedstaates ernennt höchstens fünf Vertreter, nach Befragung des Nationalen Ausschusses, wenn ein solcher besteht, oder der Anstalten und Körperschaften für Erziehung, Wissenschaft und Kultur.

B. Aufgaben.

2.

Die Generalkonferenz hat die Politik und die allgemeinen Richtlinien für die Tätigkeit der Organisation zu bestimmen. Sie soll über die vom Exekutivrat ausgearbeiteten Pläne entscheiden.

3.

Die Generalkonferenz soll nötigenfalls internationale Konferenzen für Erziehung, Wissenschaft, humanistische Fragen und Verbreitung von Kenntnissen einberufen.

4.

Die Generalkonferenz soll, bei Annahme der den Mitgliedstaaten zu unterbreitenden Vorschläge zwischen Empfehlungen an die Mitgliedstaaten und von den Mitgliedstaaten zu ratifizierenden internationalen Abkommen unterscheiden. Im ersteren Falle genügt einfache Stimmenmehrheit, im letzteren Falle ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Jeder der Mitgliedstaaten hat die Empfehlungen oder Abkommen binnen einem Jahre nach Schluß der Tagung der Generalkonferenz, auf der sie angenommen worden sind, den zuständigen nationalen Stellen vorzulegen.

5.

Die Generalkonferenz berät die Organisation der Vereinten Nationen über die vom Standpunkt der Erziehung, Wissenschaft und Kultur bedeutsamen Gesichtspunkte der die Vereinten Nationen interessierenden Fragen, und zwar auf Grund der Bestimmungen und der Verfahrensvorschriften, wie sie von den zuständigen Stellen der beiden Organisationen vereinbart worden sind.

6.

Die Generalkonferenz erhält und prüft die Berichte, die ihr periodisch von den Mitgliedstaaten gemäß Artikel VIII unterbreitet werden.

7.

Die Generalkonferenz wählt die Mitglieder des Exekutivrates und ernennt, auf Empfehlung des Rates, den Generaldirektor.

C. Abstimmung.

8.

Jeder Mitgliedstaat soll in der Generalkonferenz über eine Stimme verfügen. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit gefaßt, abgesehen von den Fällen, in denen nach den Bestimmungen dieser Verfassung eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Die Mehrheit wird nach der Zahl der anwesenden und an der Abstimmung teilnehmenden Mitglieder berechnet.

D. Verfahren.

9.

Die Generalkonferenz tritt jährlich zu einer ordentlichen Tagung zusammen; sie kann zu einer außerordentlichen Tagung auf Einberufung des Exekutivrates zusammentreten. Auf jeder Tagung soll die Konferenz den Sitz der nächsten Tagung bestimmen und dieser soll sich von Jahr zu Jahr ändern.

10.

Die Generalkonferenz soll auf jeder Tagung ihren Präsidenten und ihr Büro wählen sowie ihre Geschäftsordnung annehmen.

11.

Die Generalkonferenz soll technische Spezialausschüsse und sonstige Hilfsorgane einsetzen, die sich für die Erfüllung ihrer Aufgaben als notwendig erweisen.

12.

Die Generalkonferenz soll Anordnungen treffen, um dem Publikum den Zutritt zu den Verhandlungen zu ermöglichen, vorbehaltlich der Bestimmungen ihrer Geschäftsordnung.

E. Beobachter.

13.

Die Generalkonferenz kann, auf Empfehlung des Exekutivrates, mit Zweidrittelmehrheit und vorbehaltlich ihrer Geschäftsordnung, Vertreter internationaler Organisationen, vor allem der in Artikel XI, Paragraph 4, vorgesehenen, zu bestimmten Sitzungen der Konferenz oder ihrer Ausschüsse als Beobachter einladen.

Art. 5

Text

Artikel V.

Der Exekutivrat.

A. Zusammensetzung.

1.

Der Exekutivrat besteht aus 18 Mitgliedern, die durch die Generalkonferenz aus den von den Mitgliedstaaten ernannten Vertretern gewählt werden, sowie aus dem Präsidenten der Konferenz, der ex officio mit beratender Stimme an den Verhandlungen teilnimmt.

2.

Bei der Wahl der Mitglieder des Exekutivrates soll die Generalkonferenz darauf bedacht sein, solchen Personen ihre Stimme zu geben, die auf dem Gebiete der Kunst, Literatur, der Wissenschaft, der Erziehung und der Gedankenverbreitung zuständig sind und über die erforderliche Erfahrung und Sachkunde verfügen, um die dem Rat obliegenden administrativen und exekutiven Aufgaben erfüllen zu können. Sie soll auch auf die Verschiedenheit der Kulturen und eine angemessene geographische Verteilung Rücksicht nehmen. Für denselben Zeitraum kann nicht mehr als ein Staatsbürger desselben Mitgliedstaates dem Rate angehören, abgesehen von dem Präsidenten der Konferenz.

3.

Die gewählten Mitglieder des Exekutivrates sollen drei Jahre im Amte bleiben und können für eine zweite Amtsperiode unmittelbar wiedergewählt werden. Doch dürfen sie nicht mehr als zwei Amtsperioden hintereinander amtieren. Bei der ersten Wahl sollen 18 Mitglieder gewählt werden, von denen ein Drittel am Ende des ersten Jahres sein Amt niederlegen soll und ein anderes Drittel am Ende des zweiten Jahres. Die Reihenfolge der Amtsniederlegung wird gleich nach der Wahl durch Los bestimmt. Von da ab werden jedes Jahr sechs Mitglieder gewählt.

4.

Im Falle des Ablebens oder des Rücktrittes eines Mitgliedes bestimmt der Exekutivrat aus den Delegierten des betreffenden Mitgliedstaates einen Stellvertreter, der sein Amt bis zur nächsten Tagung der Generalkonferenz ausüben soll, die dann die Wahl eines ordentlichen Mitgliedes für die restliche Zeitdauer vornimmt.

B. Aufgaben.

5.

Der Exekutivrat ist, unter der Autorität der Generalkonferenz, für die Durchführung des von der Konferenz angenommenen Programmes verantwortlich. Er bereitet die Tagesordnung der Konferenz und das ihr zu unterbreitende Arbeitsprogramm vor.

6.

Der Exekutivrat empfiehlt der Generalkonferenz die Aufnahme neuer Mitglieder in die Organisation.

7.

Unter Vorbehalt der Beschlüsse der Generalkonferenz stellt der Exekutivrat seine Geschäftsordnung auf. Er wählt sein Büro aus der Zahl seiner Mitglieder.

8.

Der Exekutivrat tritt mindestens zweimal im Jahr zu einer ordentlichen Tagung zusammen. Er kann zu einer außerordentlichen Tagung zusammentreten auf Einberufung des Vorsitzenden, auf dessen eigene Initiative oder auf Ersuchen von sechs Mitgliedern des Rates.

9.

Der Vorsitzende des Exekutivrates soll der Generalkonferenz, mit oder ohne Kommentar, den Jahresbericht des Generaldirektors über die Tätigkeit der Organisation unterbreiten, nachdem dieser Bericht vorher dem Rate vorgelegt worden ist.

10.

Der Exekutivrat soll alle geeigneten Maßnahmen treffen, um die Vertreter internationaler Organisationen oder geeignete Personen über die in seine Zuständigkeit fallenden Fragen zu konsultieren.

11.

Die Mitglieder des Exekutivrates sollen die ihnen von der Generalkonferenz übertragenen Befugnisse im Namen der gesamten Konferenz und nicht als Vertreter ihrer Regierungen ausüben.

Art. 6

Text

Artikel VI.

Das Sekretariat.

1.

Das Sekretariat besteht aus einem Generaldirektor und dem erforderlichen Personal.

2.

Der Generaldirektor wird vom Exekutivrat vorgeschlagen und für einen Zeitraum von sechs Jahren von der Generalkonferenz unter den von ihr festzusetzenden Bedingungen ernannt. Seine Ernennung kann erneut werden. Er ist der höchste Beamte der Organisation.

3.

Der Generaldirektor oder ein von ihm ernannter Stellvertreter soll, ohne Stimmrecht, an allen Tagen der Generalkonferenz, des Exekutivrates und der Ausschüsse der Organisation teilnehmen. Er soll für die von der Konferenz und vom Rate zu treffenden Maßnahmen die geeigneten Vorschläge machen.

4.

Der Generaldirektor ernennt das Personal des Sekretariates im Einklang mit dem Personalstatut, das von der Generalkonferenz zu genehmigen ist. Unter der Bedingung, daß in erster Linie auf höchste Zuverlässigkeit des Charakters, Leistungsfähigkeit und Sachkenntnis Wert gelegt wird, soll die Auswahl der Personals auf möglichst breiter geographischer Grundlage erfolgen.

5.

Die Verantwortlichkeit des Generaldirektors und des Personals trägt ausschließlich internationalen Charakter. Bei Erfüllung ihrer Pflichten dürfen sie keine Instruktionen von irgendeiner Regierung oder von einer andern, außerhalb der Organisation stehenden Autorität einholen oder entgegennehmen. Sie haben jede Handlung zu unterlassen, die mit ihrer Stellung als internationale Beamte unvereinbar ist.

Alle Mitgliedstaaten der Organisation verpflichtet (Anm.: richtig: verpflichten) sich, dem internationalen Charakter der Befugnisse des Generaldirektors und des Personals Rechnung zu tragen und nicht den Versuch zu machen, sie bei Erfüllung ihrer Aufgaben zu beeinflussen.

6.

Keine Bestimmung dieses Artikels soll die Organisation daran hindern, mit der Organisation der Vereinten Nationen besondere Übereinkommen über die Schaffung gemeinsamer Dienststellen, die Anstellung gemeinsamen Personals und den Austausch von Personal zu treffen.

Art. 7

Text

Artikel VII.

Nationale Ausschüsse für Zusammenarbeit.

1.

Jeder Mitgliedstaat soll die seinen besonderen Bedingungen entsprechenden Vorkehrungen treffen, um die hauptsächlichsten nationalen Gruppen, die sich für die Probleme der Erziehung, Wissenschaft und Kultur interessieren, mit den Arbeiten der Organisation in Verbindung zu bringen, und zwar vorzugsweise durch Errichtung eines Nationalen Ausschusses, dem Vertreter sowohl der Regierung wie dieser verschiedenen Gruppen angehören.

2.

In den Ländern, in denen Nationale Ausschüsse oder nationale Organe für Zusammenarbeit bestehen, sollen diese in beratender Eigenschaft bei den betreffenden Delegationen zur Generalkonferenz und bei ihren Regierungen, in allen die Organisation betreffenden Angelegenheiten mitwirken. Sie sollen ferner als Verbindungsorgane bei allen die Organisation interessierenden Fragen dienen.

3.

Auf Verlangen eines Mitgliedstaates kann die Organisation ein Mitglied des Sekretariates vorübergehend oder dauernd in den Nationalen Ausschuß des betreffenden Staates zwecks Mitwirkung an den Arbeiten des Ausschusses abordnen.

Art. 8

Text

Artikel VIII.

Berichte der Mitgliedstaaten.

Jeder Mitgliedstaat soll in einer von der Generalkonferenz näher zu bestimmenden Weise, der Organisation in regelmäßigen Zeitabständen Bericht erstatten über seine Gesetze, Verordnungen und Statistiken, die sich auf seine Einrichtungen und seine Tätigkeit auf den Gebieten der Erziehung, Wissenschaft und Kultur beziehen, sowie über die Maßnahmen, die er auf Grund der in Artikel IV, Paragraph 4, vorgesehenen Empfehlungen und Abkommen ergriffen hat.

Art. 9

Text

Artikel IX.

Budget.

1.

Das Budget wird von der Organisation geregelt.

2.

Die Generalkonferenz genehmigt endgültig das Budget und regelt die finanzielle Beteiligung jedes einzelnen Mitgliedstaates unter Vorbehalt der Bestimmungen, die in dieser Hinsicht in dem mit der Organisation auf Grund des Artikels X geschlossenen Übereinkommen getroffen werden.

3.

Der Generaldirektor kann mit Zustimmung des Exekutivrates Schenkungen, Legate und Subventionen von Regierungen, öffentlichen und privaten Institutionen, Vereinigungen und privaten Personen annehmen.

Art. 10

Text

Artikel X.

Verbindung mit der Organisation der Vereinten Nationen.

Die Organisation soll sobald als möglich mit der Organisation der Vereinten Nationen in Verbindung gebracht werden, und zwar als eine Spezialorganisation gemäß Artikel 57 der Satzung der Vereinten Nationen. Diese Verbindung soll auf dem Wege eines Übereinkommens mit der Organisation der Vereinten Nationen gemäß Artikel 63 der Satzung erfolgen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Generalkonferenz dieser Organisation. Das Übereinkommen soll die Mittel wirksamer Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen bei der Verfolgung ihrer gemeinsamen Ziele vorsehen. Es soll gleichzeitig die Autonomie dieser Organisation im Bereiche ihrer Zuständigkeit, wie sie in dieser Verfassung geregelt ist, anerkennen. Es kann namentlich auch Bestimmungen über die Genehmigung des Budgets und die Finanzierung der Organisation durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen enthalten.

Art. 11

Text

Artikel XI.

Verbindung mit anderen internationalen Spezialorganisationen und Spezialinstitutionen.

1.

Die Organisation kann mit anderen intergouvernementalen Spezialorganisationen und Spezialinstitutionen zusammenwirken, deren Aufgaben und Tätigkeit mit der ihrigen in Einklang stehen. Zu diesem Zweck kann der Generaldirektor, unter der hohen Autorität des Exekutivrates, Beziehungen wirklicher Zusammenarbeit mit solchen Organisationen und Institutionen anbahnen und gemischte Ausschüsse ins Leben rufen, die für notwendig erachtet werden, um eine wirkliche Zusammenarbeit zu ermöglichen. Jedes mit einer Spezialorganisation oder Spezialinstitution getroffene Übereinkommen muß vom Exekutivrat genehmigt werden.

2.

Wann immer die Generalkonferenz dieser Organisation und die zuständigen Organe irgendeiner anderen intergouvernementalen Spezialorganisation oder Spezialinstitution, die ähnliche Ziele und Aufgaben verfolgen, es für wünschenswert halten, die Hilfsquellen und Aufgaben der betreffenden Organisation oder Institution auf diese Organisation zu übertragen, kann der Generaldirektor, vorbehaltlich der Genehmigung von seiten der Konferenz zu diesem Zweck die erforderlichen Übereinkommen treffen, die für beide Teile annehmbar sind.

3.

Die Organisation kann mit anderen intergouvernementalen Organisationen geeignete Übereinkommen treffen, um eine gegenseitige Vertretung auf den beiderseitigen Tagungen zu ermöglichen.

4.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur kann geeignete Übereinkommen treffen zwecks Konsultation und Zusammenarbeit mit internationalen privaten Organisationen, deren Arbeitsgebiet in ihre Zuständigkeit fällt und kann sie einladen, besondere Aufgaben zu übernehmen. Eine solche Zusammenarbeit kann auch in einer angemessenen Beteiligung von Vertretern solcher Organisationen an den Arbeiten der von der Generalkonferenz ins Leben gerufenen Spezialausschüsse bestehen.

Art. 12

Text

Artikel XII.

Die rechtliche Stellung der Organisation.

Die Bestimmungen der Artikel 104 und 105 der Satzung der Organisation der Vereinten Nationen über die rechtliche Stellung der Organisation, ihre Vorrechte und Immunitäten, finden in gleicher Weise auf die vorliegende Organisation Anwendung.

Art. 13

Text

Artikel XIII.

Abänderungen.

1.

Vorschläge auf Abänderung dieser Verfassung treten in Kraft, sobald sie von der Generalkonferenz mit Zweidrittelmehrheit angenommen worden sind. Falls diese Vorschläge jedoch grundsätzliche Änderungen in den Zielen der Organisation oder neue Verpflichtungen für die Mitgliedstaaten mit sich bringen, so ist zu ihrer Inkraftsetzung eine nachträgliche Annahme durch zwei Drittel der Mitgliedstaaten erforderlich. Der Wortlaut der Abänderungsvorschläge soll den Mitgliedstaaten durch den Generaldirektor mindestens sechs Monate vor der Unterbreitung der Vorschläge an die Generalkonferenz mitgeteilt werden.

2.

Die Generalkonferenz ist berechtigt, Verfahrensregeln über die Anwendung der Bestimmungen dieses Artikels mit Zweidrittel-Mehrheit anzunehmen.

Art. 14

Text

Artikel XIV.

Auslegung.

1.

Der englische und der französische Text dieser Verfassung sind in gleicher Weise maßgebend.

2.

Jede Frage und jeder Streitfall, betreffend die Auslegung dieser Verfassung, sollen der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes oder eines Schiedsgerichtes unterbreitet werden, je nachdem, welche Entscheidung die Generalkonferenz im Einklang mit ihrer Geschäftsordnung trifft.

Art. 15

Text

Artikel XV.

Inkrafttreten.

1.

Diese Verfassung unterliegt der Genehmigung. Die Genehmigungsurkunden sollen bei der Regierung des Vereinigten Königreiches hinterlegt werden.

2.

Diese Verfassung soll zur Unterzeichnung in dem Archiv der Regierung des Vereinigten Königreiches hinterlegt werden. Die Unterzeichnung kann entweder vor oder nach der Hinterlegung der Genehmigungsurkunde erfolgen. Keine Genehmigung ist gültig, wenn nicht vorher oder nachher die Unterzeichnung erfolgt ist.

3.

Diese Verfassung tritt in Kraft, wenn zwanzig der Unterzeichner sie genehmigt haben. Nachträgliche Genehmigungen werden unmittelbar wirksam.

4.

Die Regierung des Vereinigten Königreiches wird alle Mitglieder der Vereinten Nationen benachrichtigen, wenn sie die Genehmigungsurkunden erhalten hat und in welchem Zeitpunkte die Verfassung im Sinne des vorhergehenden Paragraphen in Kraft getreten ist.

Zu Urkund dessen haben die Unterzeichner, zu diesem Zwecke ordnungsmäßig bevollmächtigt, diese Verfassung in englischer und französischer Sprache unterzeichnet, deren beide Texte in gleicher Weise maßgebend sind.

Geschehen zu London, am sechzehnten November 1945, in einem einzigen Exemplar, in englischer und französischer Sprache. Beglaubigte Abschriften sollen den Regierungen aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen von der Regierung des Vereinigten Königreiches übermittelt werden.