Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Kriegsopferversorgungsgesetz - Minderung der Erwerbsfähigkeit, Fassung vom 23.08.2017

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministeriums für soziale Verwaltung vom 9. Juni 1965 über die Richtsätze für die Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit nach den Vorschriften des Kriegsopferversorgungsgesetzes 1957
StF: BGBl. Nr. 150/1965

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 7 Abs. 2 des Kriegsopferversorgungsgesetzes 1957, BGBl. Nr. 152, wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1. (1) Die Minderung der Erwerbsfähigkeit im Sinne des § 7 Abs. 1 des Kriegsopferversorgungsgesetzes 1957 ist nach den Richtsätzen einzuschätzen, die nach Art und Schwere des Leidenszustandes in festen Sätzen oder Rahmensätzen in der Anlage festgelegt sind. Die Anlage bildet einen Bestandteil dieser Verordnung.

(2) Bei Leiden, für die Richtsätze nicht festgesetzt sind, ist die Minderung der Erwerbsfähigkeit unter Bedachtnahme auf die Richtsätze für solche Leiden einzuschätzen, die in ihrer Art und Intensität eine zumindest annähernd gleiche körperliche Beeinträchtigung in Hinsicht auf das allgemeine Erwerbsleben bewirken.

§ 2

Text

§ 2. (1) Bei der Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit dürfen weder die festen Sätze noch die Rahmensätze unterschritten oder überschritten werden. Soweit in der Anlage nicht anderes bestimmt ist, hat sich die Festsetzung des Grades der Minderung der Erwerbsfähigkeit innerhalb eines Rahmensatzes nach der Schwere des Leidenszustandes zu richten, für den der Rahmensatz aufgestellt ist. Das Ergebnis einer Einschätzung innerhalb eines Rahmensatzes ist im Bescheid über den Anspruch auf Beschädigtenrente jedenfalls auch in medizinischer Hinsicht zu begründen.

(2) Sofern für ein Leiden mehrere nach dessen Schwere abgestufte Richtsätze festgesetzt sind, kann die Höhe der Minderung der Erwerbsfähigkeit auch in einem Hundertsatze festgestellt werden, der zwischen diesen Stufen liegt. Diesfalls ist das Ergebnis der Einschätzung im Bescheid über den Anspruch auf Beschädigtenrente jedenfalls auch in medizinischer Hinsicht zu begründen.

§ 3

Text

§ 3. Treffen mehrere Leiden zusammen, dann ist bei der Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit zunächst von der Gesundheitsschädigung auszugehen, die die höchste Minderung der Erwerbsfähigkeit verursacht. Sodann ist zu prüfen, ob und inwieweit der durch die Gesamteinschätzung zu erfassende Gesamtleidenszustand infolge des Zusammenwirkens aller gemäß § 4 des Kriegsopferversorgungsgesetzes 1957 zu berücksichtigenden Gesundheitsschädigungen eine höhere Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit rechtfertigt. Fällt die Einschätzung der durch ein Leiden bewirkten Minderung der Erwerbsfähigkeit in mehrere Fachgebiete der ärztlichen Wissenschaft, ist sinngemäß in gleicher Weise zu verfahren.

§ 4

Text

§ 4. Diese Verordnung tritt mit dem auf die Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft. Mit dem gleichen Zeitpunkte tritt die Verordnung des Bundesministeriums für soziale Verwaltung vom 27. Jänner 1953, BGBl. Nr. 27, außer Kraft.

Anl. 1

Text

                                                            Anlage

                                                           --------

                              Richtsätze

                für die Einschätzung der Minderung der

                Erwerbsfähigkeit (MdE.) gemäß § 7 KOVG.

 

                             ABSCHNITT I

              Chirurgische und orthopädische Krankheiten

 

                                                         MdE. in

                                                      Hundertsätzen

a) Schädel:

     1. Brüche des knöchernen Schädels, ohne Folgen

        geheilt ...........................................   0

     2. Impressionen und Defekte je nach Ausdehnung ....... 10-30

     3. Ausgedehnte geheilte Skalpierung .................. 30-40

     4. Nicht epithelisierte Skalpierung .................. 50-70

     5. Intracranielle Stecksplitter ...................... 10-30

     6. Intracerebrale Stecksplitter ......................   30

b) Brustkorb und Brusthöhle:

  Brustwand:

     7. Brüche der Knochen des Brustkorbes (Rippen,

        Brustbein, Schlüsselbein, Schulterblatt), ohne

        oder mit geringgradigen Funktionsstörungen ........  0-20

     8. Funktionsstörung nach Brüchen (Rippenfraktur)

        oder bei Defekten der knöchernen Brustwand

        (Thorakoplastik) .................................. 30-40

     9. Schwere Funktionsstörungen oder große

        Brustwanddefekte (mindestens 5 Rippen) ............ 50-80

  Lunge:

    10. Segmentresektion ..................................   30

    11. Lobektomie ........................................ 40-60

    12. Pneumonektomie .................................... 80-100

Nachsatz zu b): Cardiopulmonale Funktionseinschränkung,

        Verziehung des Mediastinums und konsekutive

        Skoliose der Brustwirbelsäule je nach Ausmaß sind

        bei der Einschätzung miteinzubeziehen. Zustände

        nach lungenchirurgischen Eingriffen im Rahmen der

        Tuberkulosebehandlung sind nur nach Abschnitt III

        zu beurteilen.

  Speiseröhre:

    13. Traktionsdivertikel ...............................  0-20

    14. Pulsionsdivertikel (übereigroß) ................... 30-40

    15. Pulsionsdivertikel (überfaustgroß) ................ 50-60

    16. Pulsionsdivertikel operiert, bei glatter Passage ..  0-10

  Stenosen (traumatisch):

    17. Unoperiert, ohne wesentliche Behinderung der

        Durchgängigkeit für Speisen ....................... 10-30

    18. Unoperiert bei Durchgängigkeit für weiche Speisen

        und gutem Ernährungszustand .......................   40

    19. Unoperiert bei Durchgängigkeit für weiche Speisen

        und reduziertem Ernährungszustand .................   50

    20. Unoperiert bei fast komplettem Verschluß und

        schlechtem Ernährungszustand mit Gastrostomie ..... 90-100

    21. Operiert bei guter Passage ........................   10

    22. Operiert bei Regurgitieren und nicht vermindertem

        Ernährungszustand ................................. 20-40

    23. Operiert bei schwerem Regurgitieren und nicht

        vermindertem Ernährungszustand ....................   50

    24. Operiert bei schwerem Regurgitieren und

        vermindertem Ernährungszustand .................... 60-80

  Herzverletzungen:

    25. Im ersten Jahr ....................................  100

        Später je nach Funktionsausfall (siehe innere

        Krankheiten)

                                                    MdE. in

                                                 Hundertsätzen

                                            Gebrauchsarm   Gegenarm

c) Schultergürtel und obere Extremitäten:

  Schultergelenk:

    26. Völlig versteift in günstiger

        Stellung .........................        40           30

    27. Völlig versteift in ungünstiger

        Stellung .........................      50-60        40-50

    28. Geringgradige Bewegungsbehinderung       0-20         0-10

    29. Höhergradige Bewegungsbehinderung       30-50        20-40

    30. Luxation nicht eingerenkt ........        50           40

    31. Luxation operiert bei

        funktionstüchtigem Arm ...........        20           20

    32. Luxation habituell bei

        objektivierbaren Veränderungen

        infolge häufiger Luxationen ......        40           30

    33. Schlottergelenk ..................        50           40

  Schlüsselbein:

    34. Periarticuläre Verkalkung oder

        Bursitis calcarea ................              20

    35. Luxation .........................              10

    36. Pseudarthrosen ...................              20

  Oberarm:

    37. Teilverlust oder gleichzuachtende

        Zustände (g. Z.) .................        80           70

    38. Totalverlust oder g. Z. (extremer

        Kurzstumpf, Kurzstumpf mit

        Schultergelenksversteifung) ......        80           80

    39. Pseudarthrose ....................        60           50

    40. Brüche, geheilt ohne oder mit

        geringgradiger Funktionsbehinderung      0-20         0-20

    41. Brüche, geheilt mit höhergradiger

        Funktionsbehinderung .............      30-40        30-40

  Ellbogengelenk:

    42. Versteift, in Streckstellung .....        60           50

    43. Versteift, zwischen 150 und 80 Grad       40           30

    44. Versteift, unter 80 Grad oder

        hochgradige Bewegungseinschränkung

        mit Gelenksdestruktion ...........        50           50

    45. Geringgradige Bewegungsbehinderung

        (einschließlich der Pro- und

        Supination) ......................       0-20         0-10

    46. Höhergradige Bewegungsbehinderung

        (einschließlich der Pro- und

        Supination) ......................      30-40        20-30

    47. Schlottergelenk ..................        40           40

  Unterarm:

    48. Teilverlust oder g. Z. ...........        60           50

    49. Teilverlust mit extremem

        Kurzstumpf oder Versteifung des

        Ellbogengelenkes .................        70           60

    50. Pseudarthrose beider

        Unterarmknochen ..................        50           40

    51. Pseudarthrose der Speiche ........        30           30

    52. Pseudarthrose der Elle ...........        20           20

    53. Einschränkung der Drehbewegungen

        bis Versteifung nach

        Unterarmknochenverletzungen ......       0-40         0-30

    54. Brüche, geheilt, ohne oder mit

        Funktionsbehinderung, arthrotische

        Veränderungen einbezogen

        (bei 53 u. 54) ...................       0-40         0-30

  Handgelenk:

    55. Versteifung in gerader Stellung ..        30           30

    56. Versteifung in hochgradiger

        Beugestellung ....................        40           30

    57. Versteifung mit hochgradiger

        Funktionsbehinderung der Finger ..        50           50

    58. Bewegungseinschränkung je nach

        Ausmaß ...........................      10-30        10-30

    59. Funktionsbehinderung nach

        Navicularfraktur oder Lunatomalacie       30           30

    60. Handverlust oder g. Z. ...........        60           50

  Finger:

        Verlust:

    61. des Daumens mit Mittelhandknochen         40           30

    62. des Daumens ......................        30           30

    63. des Daumenendgliedes, des

        Zeigefingers oder des Mittelfingers       10           10

    64. des Ring- oder Kleinfingers oder

        2 bis 3 Fingerendglieder .........         5            5

    65. von 4 bis 5 Fingerendgliedern mit

        Ausnahme des Daumens .............               10

    66. von mindestens 6 Fingerendgliedern

        mit Ausnahme des Daumens .........               20

    67. eines Fingerendgliedes oder

        Substanzverlust der Fingerkuppen .                0

  Verlust zweier Finger einer Hand:

    68. des Daumens und eines zweiten

        Fingers ..........................        40           30

    69. des Zeige- und Mittelfingers .....        30           30

    70. des Zeige- und Ring- oder

        Kleinfingers .....................        30           20

    71. des Mittel- und Ring- oder

        Kleinfingers .....................        30           20

    72. des Ring- und Kleinfingers .......        10           10

  Verlust dreier Finger einer Hand:

    73. des Daumens, Zeige- und eines

        dritten Fingers ..................        50           40

    74. des Daumens, Mittel- und Ring-

        oder Kleinfingers ................        50           40

    75. des Daumens, Ring- und

        Kleinfingers .....................        40           40

    76. des Zeige- und zweier weiterer

        Finger ...........................        40           40

    77. des Mittel-, Ring- und Kleinfingers       40           30

    78. von 4 Fingern mit Daumen oder

        Zeigefinger einer Hand oder aller

        fünf Finger einer Hand ...........        60           50

    79. von 8 oder mehr Fingern ..........       100          100

  Fingerversteifungen einer Hand:

    80. Daumen komplett in Streckstellung         30           20

    81. Daumen komplett in Beugestellung .        40           30

    82. Zeigefinger komplett in

        Streckstellung ...................        15           15

    83. Zeigefinger komplett in

        Beugestellung ....................        10           10

    84. Ringfinger komplett in

        Streckstellung....................        15           15

    85. Ringfinger komplett in

        Beugestellung ....................        10           10

    86. Mittel- oder Kleinfinger..........         5            5

    87. Versteifung von Fingergelenken je

        nach Ausmaß der Funktionsstörung .      10-40        10-30

    88. Versteifung von zwei oder mehr

        Fingern und des Daumens oder

        Zeigefingers einer Hand ..........               50

    89. Versteifung aller Finger einer

        Hand in Streck- oder Beugestellung        60           50

    90. Funktionsbehinderung einzelner

        oder mehrerer Finger .............       0-30         0-20

  Nachsatz: Bei Verlust oder

        Funktionsbehinderung von Fingern an

        beiden Händen ist jede Seite für sich

        zu beurteilen und dann nach § 4 dieser

        Verordnung die Gesamt-MdE. hiefür zu

        ermitteln.

                                                         MdE. in

                                                      Hundertsätzen

d)

Beckengürtel und untere Extremitäten:

Beckengürtel:

    91. Geheilter Beckenbruch ohne Mitbeteiligung des

        Hüftgelenkes und der Synchondrosis sacroiliaca

        ohne oder mit geringgradiger Funktionsstörung ..... 10-20

    92. Geheilter Beckenbruch ohne Mitbeteiligung des

        Hüftgelenkes und der Synchondrosis mit

        höhergradiger Funktionsstörung .................... 30-40

    93. Geheilter Beckenbruch mit schweren Veränderungen

        der Synchondrosis oder Symphyse oder beider ohne

        Versteifung .......................................   50

    94. Geheilter Beckenbruch mit schweren Veränderungen

        der Synchondrosis oder Symphyse oder beider mit

        Versteifung ....................................... 10-20

    95. Geheilter Beckenbruch mit Beteiligung des

        Hüftgelenkes je nach Funktionseinschränkung und

        dem Ausmaß der arthrotischen Veränderungen ........ 30-60

  Hüftgelenk:

    96. Arthrose mit geringer Bewegungseinschränkung

        einseitig ......................................... 10-20

    97. Arthrose mit mittelgradiger

        Bewegungseinschränkung einseitig .................. 30-40

    98. Arthrose mit schwerer Bewegungseinschränkung

        einseitig ......................................... 50-70

    99. Arthrose mit geringer Bewegungseinschränkung

        beidseitig ........................................ 20-40

   100. Arthrose mit mittelgradiger

        Bewegungseinschränkung beidseitig ................. 50-70

   101. Arthrose mit schwerer Bewegungseinschränkung

        beidseitig ........................................ 80-100

   102. Komplette Versteifung in günstiger Stellung

        einseitig .........................................   50

   103. Komplette Versteifung in ungünstiger Stellung

        (einschließlich der statischen Skoliose)

        einseitig ......................................... 60-70

   104. Komplette Versteifung beidseitig ..................  100

   105. Kopfnekrose ....................................... 50-70

   106. Nicht eingerenkte traumatische Luxation

        einseitig .........................................   50

   107. Nicht eingerenkte traumatische Luxation

        beidseitig ........................................  100

  Oberschenkel:

   108. Teilverlust oder g. Z. ............................   70

   109. Teilverlust mit Behinderung der Beweglichkeit

        im Hüftgelenk um mindestens die Hälfte oder

        Verlust im oberen Drittel .........................   80

   110. Totalverlust im Hüftgelenk je nach Ausmaß des

        Weichteildefektes ................................. 80-100

   111. Bruch, geheilt, in guter Stellung ohne

        Funktionsbehinderung oder mit Verkürzung bis 3 cm    0-20

   112. Bruch, geheilt, mit Achsenknick über 15 Grad

        (einschließlich geringgradiger arthrotischer

        Veränderungen der Nachbargelenke) ................. 30-40

   113. Bruch, geheilt, mit Verkürzung von 3 bis 6 cm ..... 20-30

   114. Bruch, geheilt, mit Verkürzung über 6 cm .......... 30-40

   115. Pseudoarthrose je nach Bewegungseinschränkung

        im Hüft- oder Kniegelenk .......................... 50-70

   116. Muskelbruch am Oberschenkel .......................  0-10

Kniegelenk:

   117. Knöcherne Versteifung zwischen 160 und 170 Grad ...   30

   118. Knöcherne Versteifung zwischen 150 und 160 Grad

        oder über 170 Grad ................................   40

   119. Knöcherne Versteifung unter 150 Grad .............. 50-60

   120. Knöcherne Versteifung in starker Beugestellung

        und dadurch bedingte Gebrauchsunfähigkeit

        des Beines ........................................   80

Nachsatz zu 117-120: Starke arthrotische Veränderungen mit

        Wackelbewegungen erhöhen vorstehende Sätze um

        eine Stufe.

   121. Bewegungseinschränkung (Beweglichkeit erhalten

        zwischen 110 und 170 Grad) ........................   30

   122. Sonstige Bewegungseinschränkungen ................. 10-20

   123. Seitenbandschaden .................................   30

   124. Kreuzbandschaden ..................................   30

   125. Komplettes Schlottergelenk ........................   50

   126. Kniescheibenbruch ohne Funktionsbehinderung .......  0-10

Nachsatz zu 121-126: Freie Gelenkskörper oder unoperierte

        Meniscusläsionen sind je nach Funktionsausfall zu

        beurteilen.

  Unterschenkel:

   127. Teilverlust oder g. Z. ............................   50

   128. Verlust mit extrem kurzem oder sehr langem

        Unterschenkelstumpf ...............................   60

   129. Verlust bei komplett gelungenem Gritti ............   70

   130. Verlust bei höhergradiger Einschränkung der

        Beweglichkeit des Kniegelenkes ....................   70

   131. Pseudarthrose des Unterschenkels oder des

        Schienbeines allein ...............................   40

   132. Pseudarthrose des Wadenbeines .....................  0-10

   133. Unterschenkelbruch, geheilt (auch Knöchelbruch),

        ohne wesentliche Funktionsstörung .................  0-20

   134. Unterschenkelbruch, geheilt, je nach

        Funktionseinschränkung der Fußgelenke ............. 30-40

   135. Funktionsbehinderung nach

        Achillessehnenverletzung ..........................  0-30

  Fußgelenke:

   136. Funktionseinschränkung bis Versteifung der

        Sprunggelenke je nach Stellung (günstig oder

        ungünstig) einseitig .............................. 10-40

   137. Funktionseinschränkung bis Versteifung der

        Sprunggelenke je nach Stellung (günstig oder

        ungünstig) beidseitig ............................. 30-60

   138. Hochgradige Spitz- oder Klumpfußbildung oder

        Versteifung des oberen und unteren Sprunggelenkes

        und der Zehen, einseitig ..........................   50

   139. Hochgradige Spitz- oder Klumpfußbildung oder

        Versteifung des oberen und unteren Sprunggelenkes

        und der Zehen, beidseitig .........................   70

   140. Geheilter Fersenbeinstauchungsbruch je nach

        Gehbehinderung, einseitig ......................... 20-40

   141. Geheilter Fersenbeinstauchungsbruch je nach

        Gehbehinderung, beidseitig ........................ 30-60

   142. Fersenbeinsporn, periostale Calcaneodynie .........  0-20

  Fußverlust:

   143. Nach Pirogoff oder Lisfranc oder Chopart mit

        Gelenksversteifung, einseitig .....................   50

   144. Nach Pirogoff oder Lisfranc oder Chopart mit

        Gelenksversteifung, beidseitig ....................   70

   145. Nach Chopart oder Lisfranc oder Sharp bei guten

        Stumpfverhältnissen und beweglichen

        Sprunggelenken, einseitig .........................   40

   146. Nach Chopart oder Lisfranc oder Sharp bei guten

        Stumpfverhältnissen und beweglichen

        Sprunggelenken, beidseitig ........................ 50-70

  Fußdeformitäten:

   147. Mittelfußbruch, schlecht verheilt, mit fixiertem

        Plattfuß, einseitig ...............................   30

   148. Mittelfußbruch, schlecht verheilt, mit fixiertem

        Plattfuß, beidseitig ..............................   50

   149. Hohl- oder Platt-Spreizfuß, einseitig ............. 10-30

   150. Hohl- oder Platt-Spreizfuß, beidseitig ............ 30-50

   151. Klumpfuß, einseitig ...............................   40

   152. Klumpfuß, beidseitig ..............................   60

  Zehenverluste:

   153. I-V bei günstigen Amputationsstümpfen, einseitig ..   20

   154. I-V bei günstigen Amputationsstümpfen, beidseitig ..  30

   155. Großzehe komplett .................................   10

   156. Großzehe + Mittelfußknochen .......................   30

   157. Großzehe + Mittelfußknochen und andere Zehen,

        einseitig .........................................   30

   158. Großzehe + Mittelfußknochen und andere Zehen,

        beidseitig ........................................   50

   159. Einer Zehe außer Großzehe .........................    0

   160. Von Zehenendgliedern oder Substanzverlust an

        den Zehen .........................................  0-10

  Zehendeformitäten:

   161. Versteifung des Großzehengrundgelenkes in

        Dorsalflexion .....................................   10

   162. Versteifung des Großzehengrundgelenkes in

        Streckstellung ....................................   15

   163. Versteifung des Großzehengrundgelenkes in

        Plantarflexion ....................................   25

   164. Bewegungseinschränkung der Zehen einseitig oder

        beidseitig ......................................... 0-10

   165. Versteifung aller Zehen in günstiger Stellung,

        einseitig .........................................   30

   166. Versteifung aller Zehen in günstiger Stellung,

        beidseitig ........................................   40

   167. Versteifung aller Zehen in ungünstiger Stellung,

        einseitig .........................................   40

   168. Versteifung aller Zehen in ungünstiger Stellung,

        beidseitig ........................................   60

   169. Narbe mit oberflächlicher Verhornung oder

        geringgradigem Substanzverlust an Fußsohle oder

        Ferse, einseitig ..................................  0-10

   170. Narbe mit tiefreichender Verhornung oder

        höhergradigem Substanzverlust an Fußsohle oder

        Ferse, einseitig .................................. 20-30

   171. Narbe mit oberflächlicher Verhornung oder

        geringgradigem Substanzverlust an Fußsohle oder

        Ferse, einseitig .................................. 10-20

   172. Narbe mit tiefreichender Verhornung oder

        höhergradigem Substanzverlust an Fußsohle oder

        Ferse, beidseitig ................................. 30-40

   173. Mit geringgradigen Veränderungen, jedoch ohne

        Funktionsstörung geheilte Knochenbrüche im

        Bereiche des Fußskelettes .........................  0-10

Nachsatz: Bei schlechter Durchblutung des

        Amputationsstumpfes oder schlechter Stumpfdeckung

        mit knochenadhaerenter Narbe ist die MdE. für den

        Gliedverlust um eine Stufe zu erhöhen.

e) Doppelamputationen:

   174. Beide Oberschenkel ................................  100

   175. Ober- und Unterschenkel bei funktionstüchtigem

        Kniegelenk ........................................  100

   176. Beide Unterschenkel bei funktionstüchtigen

        Kniegelenken ......................................   80

   177. Beide Unterschenkel bei einseitiger

        Prothesenunfähigkeit oder versteiftem Kniegelenk ..  100

   178. Beide Oberarme, Unterarme oder Hände ..............  100

   179. Einseitig Arm oder Hand + Oberschenkel ............  100

   180. Einseitig Arm oder Hand + Unterschenkel bei

        guter Prothesenfähigkeit .......................... 80-100

f) Wirbelsäule:

   181. Geheilter Bruch des Dornfortsatzes ................    0

   182. Geheilter Bruch des Querfortsatzes ................  0-10

   183. Wirbelbruch ohne wesentliche Verschiebung

        geheilt: im ersten Jahr ...........................   40

   184. Ab zweitem Jahr....................................  0-30

   185. In Keildeformierung geheilte Wirbelbrüche .........   30

   186. In Keildeformierung geheilte Wirbelbrüche mit

        secundärer Arthrose ...............................   40

   187. Knöchern geheilter Wirbelbogenbruch ...............  0-10

   188. Mit Pseudarthrose geheilter Wirbelbogenbruch ......   30

   189. Geheilte Serienbrüche von Lendenwirbelfortsätzen .. 30-40

   190. Veränderungen der Wirbelsäule (posttraumatisch,

        entzündlich, degenerativ) mit röntgenologisch

        nachweisbaren geringgradigen Veränderungen und

        geringgradiger Funktionseinschränkung ............. 20-30

   191. Versteifungen oder höhergradige Veränderungen

        der Wirbelsäule (posttraumatisch, entzündlich,

        degenerativ) je nach röntgenologisch

        nachweisbarem Ausmaß, Funktionseinschränkung

        und Reizzustand ................................... 40-100

g) Chirurgische Tuberkulose:

  Wirbelsäule:

   192. Bei nicht mehr floridem Prozeß, jedoch ohne

        knöcherne Konsolidierung ..........................   70

Nachsatz: Nach Abheilung und knöcherner Konsolidierung

        ist entsprechend f) 190 und f) 191 einzuschätzen.

   193. Bei floridem Prozeß ...............................  100

  Gelenke:

   194. Bei floridem Prozeß ...............................  100

Nachsatz: Nach Abheilung sind je nach Funktionsausfall

        die entsprechenden Positionen der Gelenke

        anzuwenden.

  Knochen:

   195. Röntgenologisch nachweisbare Veränderungen ohne

        Fistelbildung .....................................   30

   196. Mit Fistelbildung .................................   40

h) Osteomyelitis:

   197. Abgelaufene Periostitis bei eventuellen

        sklerotischen Markveränderungen (röntgenologisch

        ohne Aktivitätszeichen) ...........................   10

   198. Röntgenologisch nachweisbar ohne Fistelbildung

        und ohne sichere Zeichen von Aktivität ............   20

   199. Röntgenologisch nachweisbar mit geringer

        Fistelbildung oder sicheren Zeichen von

        Aktivität ......................................... 30-40

   200. Mit starker Fisteleiterung und sekundären

        Hautveränderungen ................................. 50-80

   201. Floride Osteomyelitis mit Empyem großer Gelenke      100

i) Knochenatrophie:

   202. Umbaureaktion .....................................  0-20

   203. Atrophie mit Muskelschwund und Entkalkung

        (fleckige Entschattung) ........................... 30-70

   204. Stadium der Dystrophie (trophische Störungen) ..... 80-100

j) Stecksplitter (ohne Rücksicht auf Anzahl der Splitter):

   205. Reaktionslos eingeheilt ...........................    0

   206. Mit entzündlichen Reizzuständen ................... 10-30

   207. Mit starken entzündlichen Reizzuständen oder

        Weichteilfistelbildung ............................ 40-50

k) Myositis ossificans ist je nach Funktionsstörung bzw.

  Bewegungseinschränkung einzuschätzen.

l) Folgen nach Bauchverletzungen (stumpfe Traumen,

  Schuß, Stich):

   208. Tiefreichende Narbenzüge mit leichten

        Verwachsungsbeschwerden bei gutem

        Ernährungszustand (E. Z.) ......................... 10-20

   209. Starke röntgenologisch nachweisbare

        Verwachsungen bei gutem E. Z. ..................... 30-40

   210. Starke Verwachsungsbeschwerden mit chronisch

        rezidivem Ileus ................................... 50-70

   211. Bauchafter ohne Komplikation ......................   50

   212. Bauchafter bei reduziertem E. Z. und

        nachweisbaren Verwachsungsbeschwerden.............. 60-70

   213. Intermittierende Darmfistel........................   30

   214. Intraabdominelle Stecksplitter, reaktionslos

        eingeheilt, je nach Anzahl und Größe ..............  0-20

m) Afterschließmuskel:

   215. Mastdarmfistel ....................................   10

   216. Mastdarmvorfall oder Afterschließmuskelschwäche ...   20

   217. Mastdarmvorfall mit Schädigung der Schleimhaut ....   30

   218. Inkontinenz für weichen Stuhl und Behinderung

        im Zurückhalten von Winden.........................   40

   219. Höhergradige Inkontinenz  ......................... 50-70

   220. Komplette Inkontinenz mit starkem

        Mastdarmvorfall und Schädigung der Schleimhaut ....   80

   221. Komplette Inkontinenz nach Zerreißung des

        Schließmuskels und Zerstörung des Beckenbodens ....  100

n) Eingeweidebrüche:

   222. Leisten-, Schenkel-, Rezidiv- und Narbenbrüche,

        klein, ohne wesentliche Beschwerden, allenfalls

        durch Bruchband zurückgehalten und gut

        reponierbar .......................................  0-20

   223. Leisten-, Schenkel-, Rezidiv- und Narbenbrüche,

        mittelgroß, oder klein, mit starken Beschwerden ... 10-40

   224. Leisten-, Schenkel-, Rezidiv- und Narbenbrüche,

        groß, ohne wesentliche Beschwerden ................ 30-40

   225. Leisten-, Schenkel-, Rezidiv- und Narbenbrüche,

        übergroß (Teileventration) ........................   50

   226. Leisten-, Schenkel-, Rezidiv- und Narbenbrüche,

        groß, mit schweren nachweisbaren

        Verwachsungsbeschwerden ...........................   60

   227. Zwerchfellbrüche bis zu faustgroßer

        Organverlagerung .................................. 20-50

   228. Zwerchfellbrüche bei größeren Organverlagerungen .. 60-70

o) Gefäßveränderungen (traumatisch):

   229. Periphere Aneurysmen oder unwesentliche

        Durchblutungsstörungen nach Gefäßverletzungen

        oder Unterbindung größerer Gefäße ohne

        Funktionsausfall ..................................  0-10

   230. Mit geringgradigen Durchblutungsstörungen oder

        Stauungen ......................................... 20-30

   231. Mit mittelgradigen Durchblutungsstörungen oder

        Stauungen ......................................... 40-60

   232. Mit hochgradigen Durchblutungsstörungen oder

        Stauungen (Elephantiasis) ......................... 70-100

Nachsatz zu o): Zentrale Aneurysmen müssen je nach

        neurologischen und internen Ausfallserscheinungen

        eingeschätzt werden.

        Nichttraumatische Gefäßveränderungen siehe innere

        Krankeiten, Nervenkrankheiten, Haut- oder

        Geschlechtskrankheiten.

 

                             ABSCHNITT II

                       Urologische Krankheiten

 

a) Niere und Harnleiter:

  Cystenniere:

  Beurteilung wie bei Nephritis nach der Schwere der

  Funktionsstörung (insbesondere der

  Reststickstoffretention). Siehe Abschnitt III.

  Hufeisenniere:

  Beurteilung je nach Funktionsstörung infolge

  Harnsteinbildung, Infektion oder Hydronephrose wie bei

  diesen Leiden.

  Hydronephrose:

   233. Je nach dem Grad der Nierenfunktionsstörung,

        einseitig ......................................... 20-40

   234. Je nach dem Grad der Nierenfunktionsstörung,

        beidseitig ........................................ 50-100

  Nephroptose und Ren mobilis:

  Beurteilung nach dem Grad der Nierenfunktionsstörung.

  Nieren- und Harnleitersteine:

   235. Nieren- oder Harnleitersteine, einseitig ..........   30

   236. Nieren- oder Harnleitersteine, beidseitig .........   50

   237. Nieren- oder Harnleitersteine mit Harninfektion

        (Pyelitis, Pyelonephritis, Pyonephrose),

        einseitig ......................................... 40-60

   238. Nieren- oder Harnleitersteine mit Harninfektion

        (Pyelitis, Pyelonephritis, Pyonephrose),

        beidseitig ........................................ 70-100

  Chronische Pyelitis, Pyelonephritis, Pyonephrose:

   239. Je nach dem Grad der Nierenfunktionsstörung,

        einseitig ......................................... 30-50

   240. Je nach dem Grad der Nierenfunktionsstörung,

        beidseitig ........................................ 40-100

  Verlust einer Niere:

   241. Bei gesunder anderer Niere ........................   30

   242. Bei geschädigter oder kranker anderer Niere ....... 50-100

  Atrophie oder Schrumpfung einer Niere nach Verletzung

  ist wie Verlust zu bewerten.

  Nieren-, Harnleiterfistel oder Harnleiterdickdarmfistel

  traumatischer Genese:

   243. Einseitig, je nach dem Grade, auch einer

        gleichzeitig bestehenden Pyelitis oder

        Pyelonephritis .................................... 50-60

   244. Beidseitig, je nach dem Grade, auch einer

        gleichzeitig bestehenden Pyelitis oder

        Pyelonephritis .................................... 70-100

b) Harnblase und Harnröhre:

   245. Reizblase, Erkältungsharndrang ohne oder mit

        leichtem Harnnachträufeln ......................... 10-20

   246. Chronische Cystitis bei pathologischem Harn-,

        Cystoskopiebefund oder Blasensteinbildung ......... 30-40

   247. Schwere interstitielle Cystitis mit Schrumpfblase . 50-100

  Blasenverletzung:

   248. Geheilt, ohne oder mit Reizblasensymptomen ........  0-20

   249. Mit chronischer Cystitis (Harninfektion) .......... 30-40

   250. Mit Schrumpfblasenbildung, ohne oder mit

        suprabubischer Fistel ............................. 50-100

   251. Mit nur gelegentlicher oder leichter Inkontinenz

        (imperativer Harndrang) ........................... 20-40

   252. Mit hochgradiger oder völliger Inkontinenz ........ 50-80

   253. Mit bleibender Blasenmastdarmfistel ............... 50-100

  Blasenfistel:

   254. Einfach ...........................................   50

   255. Mit chronischer Infektion der oberen Harnwege

        und Niereninsuffizienz ............................ 60-100

  Urethritis, Prostatitis:

   256. Chronisch, unspezifisch ........................... 10-20

  Harnröhrenverletzung:

   257. Ohne wesentliche Miktionsstörung ..................  0-10

   258. Mit traumatischer Striktur leichten Grades

       (Charriere bis Nummer 17) .......................... 20-30

   259. Mit traumatischer Striktur höheren Grades

        (Charriere unter Nummer 17) ....................... 40-50

   260. Mit sekundärer schwerer Harninfektion,

        allenfalls Restharn, Nierenschädigung,

        Harnsteinbildung .................................. 50-100

   261. Mit Harnröhrenfistel nach außen oder in den

        Mastdarm .......................................... 50-70

  Blasensphinktersklerose oder -insuffizienz nach

  Verletzung, Entzündung oder bei Rückenmarks- und

  Nervenverletzungen und -erkrankungen:

   262. Mit geringem Restharn (100-200 cm3) oder

        Inkontinenz leichten Grades ....................... 20-40

   263. Mit höherem Restharn oder Inkontinenz,

        höhergradig bis völlig, ohne oder mit

        Hautreizerscheinungen ............................. 50-80

   264. Mit schwerer Harninfektion, Trabekelblase oder

        Steinbildung, ohne oder mit Hautreizerscheinungen . 80-100

c) Penis und Hoden:

  Verletzung des Penis:

   265. Mit geringgradiger Narbenbildung ..................  0-10

   266. Mit mittelgradiger Narbenbildung und Störung der

        Cohabitation ...................................... 20-40

   267. Mit hochgradiger Narbenbildung und

        Cohabitationsunfähigkeit oder Verlust des Penis ...   50

  Hodenverlust:

   268. Einseitig .........................................   10

   269. Beidseitig ........................................   50

  Hodenatrophie:

   270. Einseitig, leichten Grades ........................    0

   271. Einseitig, schweren Grades.........................   10

   272. Beidseitig, leichten Grades ....................... 20-40

   273. Beidseitig, schweren Grades .......................   50

  Totale Emasculinisation:

   274. Verlust des Penis und beider Hoden ................   70

d) Urogenitaltuberkulose:

   275. Geheilt, mit völlig normalem Harn-, Blasen- und

        Genitalbefund bei guter Funktion beider Nieren ....    0

   276. Nebenhodentuberkulose, inaktiv ....................   30

   277. Prostata- und Samenblasentuberkulose, inaktiv .....   30

   278. Operative Entfernung beider Nebenhoden oder

        deren völlige Vernarbung ..........................   30

   279. Aktive Tuberkulose im Urogenitaltrakt ............. 70-100

e) Varikokele, Haematokele, Hydrokele:

   280. Klein .............................................    0

   281. Mittelgroß ........................................ 10-20

   282. Über faustgroß.....................................   30

Nachsatz: Potenzstörungen bei Geistes- oder

        Nervenerkrankungen, bei Verletzungen des zentralen

        und peripheren Nervensystems oder psychoreaktive

        Erscheinungen infolge Potenzverlustes (Potentia

        coeundi oder generandi) siehe Nerven- und

        Geisteskrankheiten (Abschnitt IV und V).

 

ABSCHNITT III

Innere Krankheiten

 

a)

Bronchien und Lunge (unspezifische Erkrankungen und Verletzungen):

Chronische Bronchitis:

   283. Leichte chronische Bronchitis ohne

        cardiopulmonale Funktionsstörung ..................  0-20

   284. Mittelschwere bis schwere chronische, auch

        spastische Bronchitis mit beträchtlicher,

        zeitweise eitriger Expektoration .................. 30-50

  Asthma bronchiale:

   285. Leichte Fälle ohne wesentliche Beeinträchtigung

        des Allgemeinbefindens ............................  0-20

   286. Schwerere Fälle ohne dauernde Beeinträchtigung

        des Allgemeinbefindens mit eventueller

        geringgradiger cardiopulmonaler Funktionsstörung .. 30-40

   287. Schwere Fälle mit dauernder Beeinträchtigung

        des Allgemeinbefindens - bei längerem Bestehen

        des Leidens - und mittelgradiger

        cardiopulmonaler Funktionsstörung ................. 50-70

   288. Schwerste Fälle mit hochgradiger

        cardiopulmonaler Funktionsstörung ................. 80-100

  Bronchiektasien:

   289. Geringfügige Bronchiektasien mit geringem Auswurf

        und ohne cardiopulmonale Funktionsstörung .........  0-20

   290. Mittelschwere Bronchiektasien mit mäßigen

        Auswurfmengen, zeitweiligem Fieber und

        geringgradiger cardiopulmonaler Funktionsstörung .. 30-40

   291. Schwere Bronchiektasien mit reichlichem Auswurf

        und mittelgradiger cardiopulmonaler

        Funktionsstörung .................................. 50-70

   292. In schwersten Fällen: Einschätzung je nach

        Folgezuständen (Toxizität, Kachexie, Fieber,

        putrider Auswurf, Abszeßbildung, hochgradige

        cardiopulmonale Funktionsstörung) ................. 80-100

  Emphysem:

   293. Geringgradiges Emphysem ohne wesentliche

        cardiopulmonale Funktionsstörung ..................  0-20

   294. Mittelgradiges Emphysem mit bereits

        nachweisbarer cardiopulmonaler Funktionsstörung ... 30-40

   295. Hochgradiges Emphysem mit latenter Dekompensation . 50-80

   296. Hochgradiges Emphysem mit manifester

        Dekompensation ....................................  100

  Folgen nach Lungenverletzungen:

   297. Glatte Durchschüsse ohne objektivierbare Folgen ...    0

   298. Kleine reaktionslos im Gewebe eingebettete

        Granatsplitter oder Projektile ohne

        Folgeerscheinungen ................................  0-20

   299. Fremdkörper mit geringgradiger Gewebsreaktion,

        in großer Anzahl oder von beträchtlicher Größe,

        je nach Lage und eventuellen Haemoptysen .......... 30-50

   300. Mit höhergradiger Gewebsreaktion, häufigen

        Haemoptysen, beträchtlicher cardiopulmonaler

        Funktionsstörung................................... 60-70

   301. Mit Abszeßbildung, ausgedehnten

        chronisch-pneumonischen Verdichtungsherden,

        hochgradiger cardiopulmonaler Funktionsstörung .... 80-100

  Pleuraerkrankungen und Folgezustände:

   302. Idiopathischer oder sekundärer

        Spontan-Pneumothorax, je nach

        Rückfallshäufigkeit, Rückbildungsfähigkeit und

        cardiopulmonaler Funktionsstörung ................. 30-100

   303. Pleuraempyem je nach Ausdehnung und Ausmaß der

        cardiopulmonalen Funktionsstörung ................. 30-100

        Durch das Pleuraempyem bedingte Schädigungen

        anderer Organe sind nach den entsprechenden

        Positionen einzustufen.

   304. Adhaesionen oder geringfügige Schwarten ohne

        oder mit geringgradiger cardiopulmonaler

        Funktionsstörung ..................................  0-20

   305. Ausgedehntere Verschwartung mit mittelgradiger

        cardiopulmonaler Funktionsstörung ................. 30-50

   306. Massive Verschwartung, einseitig oder beidseitig,

        mit hochgradiger cardiopulmonaler

        Funktionsstörung .................................. 60-100

        Staublungenerkrankungen und andere seltene

        Lungenerkrankungen sind je nach Schwere des

        Krankheitsbildes und dem Grad der

        cardiopulmonalen Funktionsstörung in Anlehnung

        an geeignete Positionen nach III/a einzuschätzen.

Nachsatz: Bei dem sehr häufigen Zusammentreffen zweier oder

mehrerer der unter a) bezeichneten Erkrankungen ist die Einschätzung nach der klinisch und pathogenetisch im Vordergrund stehenden

Grundkrankheit vorzunehmen und die Höhe der MdE. unter Berücksichtigung des Ausmaßes der im

gesamten resultierenden cardiopulmonalen Funktionsstörung festzusetzen. Die zusätzliche Anführung einer weiteren Position ist nur dann gerechtfertigt, wenn eine Begleit- bzw. Folgekrankheit in besonders erschwerender Weise

in Erscheinung tritt, was im Einzelfall

ausführlich zu begründen ist.

b)

Lungentuberkulose:

Klinisch geheilte Tuberkulose:

   307. Geringgradige Residuen wie Spitzenschwielen,

        fibröse, eventuell verkalkte pulmonale oder

        lymphadenitische Herdbildungen ohne

        cardiopulmonale Funktionsstörung ..................  0-20

   308. Gröbere Residuen nach ausgedehnten klinisch

        geheilten Prozessen je nach Ausmaß der

        cardiopulmonalen Funktionsstörung ................. 30-100

  Nicht geheilte Tuberkulose:

   309. Stationär, einschließlich der regredienten

        Erkrankungen je nach Ausdehnung der

        Lungenveränderungen und Ausmaß der

        cardiopulmonalen Funktionsstörung ohne Bazillen

        im Auswurf ........................................ 40-100

   310. Progrediente Tuberkulose........................... 70-100

  Zustand bei und nach therapeutischen operativen

  Eingriffen:

   311. Intra- und extrapleuraler Pneumothorax,

        Pneumoperitoneum, Phrenicusausschaltung,

        Thorakoplastik, Resektionen, Cavernen-Drainage,

        usw. bis 1 Jahr nach dem Eingriff .................  100

   312. Bei guter Wirksamkeit der Behandlung und

        Inaktivität des Prozesses im 2. Jahr je nach

        dem Grade der cardiopulmonalen Funktionsstörung

        und des operativen Defektes ....................... 50-100

  Nach Ablauf des 2. Jahres Einschätzung nach 307-310 mit

  Berücksichtigung des operativen Defektes.

Nachsatz zu b): Alle pulmonalen Begleit- bzw.

        Folgeerkrankungen und alle Folgen nach operativer

        Behandlung sind in obigen Sätzen bereits

        eingeschlossen und nicht mehr gesondert

        einzuschätzen.

c) Herz und Kreislauf:

  Herzklappenfehler:

   313. Kompensierte Herzklappenfehler (außer

        Mitralstenose) ohne vorausgegangene

        Dekompensation .................................... 30-40

   314. Klappenfehler mit vorausgegangener

        Dekompensation oder Mitralstenose .................   50

   315. Bei schwerer Belastung voraussichtlich

        dekompensierende Klappenfehler ....................   60

   316. Bei mittelschwerer Belastung voraussichtlich

        dekompensierende Klappenfehler .................... 70-80

   317. Klappenfehler mit Dekompensation in Ruhe oder

        bei leichter Belastung, frischer oder

        rezidivierender Carditis ..........................  100

  Herzdurchblutungsstörungen:

   318. Geringfügige EKG-Veränderungen ohne klinischen

        Befund ............................................  0-20

   319. Leicht pathologischer EKG-Befund mit

        stenocardischen Beschwerden .......................   30

   320. Abgelaufener Infarkt ohne klinische und

        funktionelle Zeichen .............................. 40-50

   321. Schwerwiegende EKG-Veränderungen mit

        stenocardischen Beschwerden ....................... 50-70

   322. Abgelaufener Infarkt mit Stenocardie oder

        Neigung zur Dekompensation ........................ 80-100

  Hochdruck:

   323. Hypertonie mit leichten Druckregulationsstörungen . 20-30

   324. Hypertonie mit starken Regulationsstörungen ohne

        Zeichen höhergradiger Myocardschädigung und ohne

        Dekompensation .................................... 30-50

   325. Cor hypertonicum mit voraussichtlicher

        Dekompensation bei schwerer Belastung ............. 50-60

   326. Cor hypertonicum mit voraussichtlicher

        Dekompensation bei mittelschwerer Belastung oder

        abgelaufenem cerebralem Insult .................... 70-80

   327. Cor hypertonicum mit Dekompensation bei leichter

        Belastung oder in Ruhe ............................  100

Nachsatz: Herzmuskelschäden (EKG) als Folge

        längerdauernder und höhergradiger Hypertonie

        sind in den Positionen 325-327 miterfaßt und

        nicht nach den Positionen unter 328-332

        gesondert zu bewerten.

  Andere Herzmuskelschäden:

   328. Geringfügige EKG-Veränderungen bei normalem

        klinischem Befund .................................  0-20

   329. Herzmuskelschäden mit pathologischem EKG-Befund ... 30-40

   330. Herzmuskelschäden mit voraussichtlicher

        Dekompensation bei schwerer Belastung ............. 50-60

   331. Herzmuskelschäden mit voraussichtlicher

        Dekompensation bei mittelschwerer Belastung ....... 70-80

   332. Herzmuskelschäden mit Dekompensation bei

        leichter Belastung oder in Ruhe ...................  100

  Rhythmusstörungen:

   333. Ohne sonstigen krankhaften Herzbefund .............  0-30

  Rhythmusstörungen mit krankhaftem Herzbefund sind

  entsprechend den Positionen unter 313-332 zu beurteilen.

  Fremdkörper im Herzmuskel:

   334. Fremdkörper ohne besondere Störungen ..............   30

  Fremdkörper mit nachweisbaren Störungen:

  Einschätzung je nach Funktionsstörung.

  Cor pulmonale:

  Ist als Folge verschiedener Lungenerkrankungen bei

  diesen im Ausmaß der cardio-pulmonalen

  Funktionseinschränkung berücksichtigt.

  Periphere Zirkulationsstörungen:

  Angiopathien (Acroparaesthesien, Status nach Erfrierung,

  Acrocyanose, Digitus mortuus, Morbus Raynaud):

   335. Mäßige Gefühlsstörungen, Kältegefühl, blaulivide

        oder schneeweiße Verfärbung der Finger oder Zehen;

        keine Behinderung der Gehleistung, sämtliche Pulse

        gut tastbar ....................................... 10-40

   336. Gehäufte oder dauernde Schmerzanfälle, ödematös

        verdickte, blaugrau verfärbte Finger .............. 50-70

   337. Schwerste Fälle .................................  80-100

  Angiitis, Angiosen (Thrombangiitis obliterans,

  Arteriosklerose):

  Obere Extremitäten:

  Wenig Schmerz bei Ruhe, wohl aber nach Arbeitsleistung,

     blaulivide oder blasse Verfärbung der Finger; Pulse

     der Arteria brachialis, axillaris, radialis kaum oder

     nicht tastbar.

   338. Einseitig ......................................... 30-50

   339. Beidseitig ........................................ 40-100

  Untere Extremitäten:

   340. Gefühlsstörungen beim Gehen, jedoch noch kein

        Zwang zum Stehenbleiben mit normalen

        Oscillometerwerten, einseitig oder beidseitig .....  0-10

   341. Gefühlsstörungen beim Gehen, jedoch noch kein

        Zwang zum Stehenbleiben mit geringgradig

        herabgesetzten Oscillometerwerten, einseitig ...... 20-30

   342. Beidseitig ........................................ 30-40

   343. Nach größerer Schrittzahl Zwang zum

        Stehenbleiben, Arteria femoralis tastbar,

        Arteria poplitea, tibialis posterior und

        dorsalis pedis nicht tastbar mit deutlich

        herabgesetzten Oscillometerwerten, einseitig ...... 40-50

   344. Beidseitig ........................................ 60-70

   345. Zwang zum Stehenbleiben schon nach wenigen

        Schritten, Fehlen sämtlicher Pulse der

        Extremität einschließlich der Arteria femoralis

        mit hochgradig herabgesetzten Oscillometerwerten,

        einseitig .........................................   70

   346. Beidseitig ........................................ 80-100

    Folgen nach Embolien sind sinngemäß nach den

    Positionen 338-346 zu beurteilen.

d) Magen und Darmtrakt:

  Gastritis:

   347. Leichte Form bei gutem Ernährungszustand ..........  0-20

   348. Schwerere Form bei herabgesetztem

        Ernährungszustand ................................. 30-40

  Geschwürskrankheit:

   349. Leichte Verlaufsform bei gutem Allgemeinzustand ... 20-30

   350. Schwerere Verlaufsform je nach Allgemeinzustand ... 40-60

   351. Bei besonderen Komplikationen ..................... 70-100

  Folgezustände nach Magenoperationen:

   352. Leichte Funktionsstörungen bei gutem

        Allgemeinzustand (Zustand nach Resektion =

        oberer Rahmensatz) ................................ 20-30

   353. Schwerere Funktionsstörungen je nach

        Allgemeinzustand .................................. 40-60

   354. Inoperables Ulcus pepticum oder andere schwere

        Folgezustände, die durch Nachoperationen nicht

        mehr beseitigt werden können ...................... 70-100

  Darmerkrankungen mit Ausnahme der Tuberkulose:

   355. Leichte Darmstörungen ohne nachweisbare

        Schleimhautveränderungen ..........................  0-20

   356. Chronische Gastroenterocolitis (Achylie,

        Dyspepsie), schlechte Ausnützung der Kost ......... 30-40

   357. Darmerkrankungen mit schweren anatomischen

        Veränderungen ..................................... 50-70

   358. Darmerkrankungen mit schweren anatomischen

        Veränderungen und schwerer Beeinträchtigung des

        Allgemeinzustandes ................................ 80-100

  Darm- und Bauchfelltuberkulose:

   359. Florid.............................................  100

        Geheilt, je nach Folgezuständen (Verwachsungen,

        Stenosen usw.) wie bei I/1/208-210.

e) Leber und Gallenwege:

  Entzündliche und degenerative

  Leberparenchymerkrankungen:

   360. Dyspeptische Störungen nach geheilter Hepatitis ...  0-20

   361. Defektheilung nach Hepatitis (positive

        Leberfunktionsproben) ............................. 30-40

   362. Chronische Hepatitis mit beginnender

        cirrhotischer Umwandlung .......................... 50-60

   363. Cirrhosen, je nach Kompensationszustand ........... 70-100

  Folgen nach Leberverletzungen:

   364. Narbige Veränderungen, reaktionslos eingeheilte

        Fremdkörper, ohne Leberfunktionsstörung ........... 10-20

        Leberfunktionsstörungen sind nach e) 360-363 zu

        beurteilen.

  Cholecystitis, Cholelithiasis:

   365. Leichte Verlaufsform .............................. 10-40

   366. Schwere Verlaufsform .............................. 50-60

  Chronische Cholangitis:

   367. Mit subfebrilen Temperaturen, Ikterus und

        deutlich tastbarer Leber und Milz ................. 70-100

  Zustand nach Gallenblasenentfernung:

   368. Geringgradige Störungen............................ 10-20

        Höhergradige Störungen sind nach den Positionen

        für die entsprechenden Zustandsbilder

        einzuschätzen.

f) Bauchspeicheldrüse:

  Erkrankungen:

   369. Mit leichten Funktionsstörungen ................... 20-30

   370. Mit schweren Funktionsstörungen.................... 40-70

g) Niere:

  Nephritis und Feldnephritis:

   371. Defektheilung (Restalbuminurie und

        Resthaematurie) ohne Blutdrucksteigerung und

        ohne Funktionsstörung ............................. 10-20

   372. Leichte Form mit Albuminurie bis etwa 1 Promille,

        mäßiger Zylindrurie, bzw. Erythrocyturie,

        Verminderung der Konzentrationsfähigkeit bis

        etwa 1 022, leichter Blutdruckerhöhung (bei

        entsprechendem Alter), mäßige Linkshypertrophie

        des Herzens ohne Insuffizienzerscheinungen ........ 30-50

   373. Mittelschwere Form mit stärkerer Albuminurie,

        Zylindrurie und Erythrocyturie, Verminderung der

        Konzentrationsfähigkeit bis 1 015, beträchtlicher

        Blutdruckerhöhung, deutlicher Linkshypertrophie

        des Herzens und Myocardschädigung mit Neigung zu

        leichten Insuffizienzerscheinungen, geringer

        Retention harnpflichtiger Substanzen, deutlichen

        Augenhintergrundveränderungen ..................... 60-80

   374. Schwere Form mit starker Albuminurie,

        Zylindrurie, Erythrocyturie, Isosthenurie,

        starker Blutdrucksteigerung mit cardialen

        Insuffizienzerscheinungen deutlicher Retention

        harnpflichtiger Substanzen, schweren

        Augenhintergrundveränderungen .....................  100

  Nephrose:

   375: Je nach Ausmaß der Hyperproteinämie ............... 50-100

h) Drüsen mit innerer Sekretion:

  Schilddrüsen-Überfunktion:

   376. Leichte Form mit mäßiger Tachykardie ohne

        Einschränkung der Leistungsbreite bei normalem

        Ernährungszustand ................................. 10-20

   377. Mittelschwere Form mit mäßig herabgesetztem

        Ernährungszustand, leichten

        Zirkulationsstörungen, deutlicher

        Übererregbarkeit des vegetativen Nervensystems ....   30

   378. Schwere Form mit stark herabgesetztem

        Ernährungszustand, deutlichen Augensymptomen,

        starker Übererregbarkeit des vegetativen

        Nervensystems, Durchfällen, geringer

        medikamentöser Beeinflußbarkeit ................... 40-60

   379. Schwerste Form (mit Neigung zu

        Kreislaufdekompensation) .......................... 70-100

  Schilddrüsen-Unterfunktion:

   380. Leichte Form, durch Schilddrüsenhormonmedikation

        gut kompensierbar ................................. 10-20

   381. Schwerere Formen, durch Schilddrüsenmedikation

        nicht vollständig behebbare Störungen (Hydrops,

        allgemeine Leistungsschwäche, Herzschädigung

        usw.) ............................................. 30-50

Nachsatz zu 376-381: Bei Kropfbildung ist die Minderung

        der Erwerbsfähigkeit entsprechend allfälliger

        Atem- und Kreislaufstörung höher einzuschätzen.

  Diabetes mellitus:

   382. Ausgleich bei mäßiger Einschränkung der

        Kohlehydratzufuhr und gutem Ernährungszustand .....  0-10

   383. Ausgleich bei stärkerer Kostbeschränkung oder

        ständig notwendiger Tabletten- bzw. geringer bis

        mittlerer Insulinmedikation ....................... 20-40

   384. Ausgleich bei starker Kostbeschränkung oder

        ständiger Notwendigkeit mittlerer

        Insulinmedikation, herabgesetztem Ernährungszustand

        und sehr labiler Stoffwechsellage ................. 50-60

   385. Bei hohem Insulinbedarf, Neigung zu schwerer

        Acidose, sonstigen Komplikationen und schlechtem

        Allgemeinzustand .................................. 70-100

  Tetanisches Syndrom:

   386. Schwere typische Anfälle, bis viermal pro Monat ... 30-50

   387. Schwere typische Anfälle, häufiger ................ 70-100

  Andere, seltene endokrinologische Erkrankungen:

  Einschätzung nur nach stationär klinischer Untersuchung.

i) Blut und blutbildende Organe:

  Eisenmangelanämie:

   388. Wenn kompensiert, jedoch Dauertherapie

        erforderlich ......................................   10

        Nicht kompensierte Formen können nur auf Grund

        eines überwachten Therapieversuches nach dem Grade

        ihrer Kompensationsfähigkeit wie folgt eingeschätzt

        werden:

   389. Mit Hämoglobinverminderung bis zu einem Sahliwert

        von 80 bis 60% .................................... 20-30

   390. Mit Hämoglobinverminderung bis zu einem Sahliwert

        von 60 bis 50% und allenfalls deutlichen Zeichen

        eines chronischen Eisenmangels (wie Zungenbrennen,

        trophische Störungen, Mundwinkelrhagaden) ......... 40-70

   391. Mit Hämoglobinverminderung unter einem Sahliwert

        von 50% ........................................... 80-100

  Perniciöse und andere megaloblastische Anämien:

   392. Wenn kompensiert, jedoch Dauertherapie

        erforderlich ......................................   10

        Nicht kompensierte Formen können nur auf Grund

        eines überwachten Therapieversuches nach dem Grade

        ihrer Kompensationsfähigkeit wie folgt eingeschätzt

        werden:

   393. Mit Erythrocytenzahlen zwischen 4 bis 3 Millionen . 30-40

   394. Mit Erythrocytenzahlen zwischen 3 bis 2,5 Millionen 50-70

   395. Mit Erythrocytenzahlen unter 2,5 Millionen oder

        einem Sahliwert unter 50% ......................... 80-100

  Hämolytische Anämien:

396.

Forme fruste des konstitutionellen hämolytischen Ikterus mit zeitweisen (etwa 1-2mal jährlich) leichten Schüben von Subikterus und Urobilinogenurie 20

397.

Bei häufigeren intensiveren Schüben mit deutlichem Milztumor und Hämoglobinverminderung bis zu einem Sahliwert von 60% - auch im anfallsfreien Intervall 30-60

398.

Mit schweren Schüben, Hämoglobinverminderung bis zu einem Sahliwert unter 60% und sonstigen

ausgeprägten anatomischen Zeichen der Erkrankung .. 70-100 Erworbene hämolytische Anämien sind nach Schwere analog den obigen Positionen einzuschätzen.

   399. Milzexstirpation bei allen Formen mit

        nachfolgender Normalisierung des Blutbildes .......   20

        Bei ungenügendem Erfolg durch die Milzexstirpation

        ist die Minderung der Erwerbsfähigkeit je nach dem

        Grad der Anämie oder anderer Folgen zusätzlich zu

        beurteilen.

        Sekundäre Anämien sind nach dem Zustand der

        Grundkrankheiten zu beurteilen.

  Aregeneratorische Anämien:

   400. Je nach Funktionsstörung des Knochenmarkes ........ 50-100

  Polyglobulien:

   401. Symptomatische Polyglobulie .......................   20

   402. Polycythämie mit Erythrocytenzahlen bis

        6 Millionen ....................................... 30-40

   403. Polycythämie mit mehr als 6 Millionen Erythrocyten

        oder Neigung zu Thrombosen und cerebralen

        Kreislaufstörungen ................................ 50-100

  Leukopenien und Agranulocytose:

   404. Leukopenien mit Granulocytenzahlen zwischen

        2500 bis 1500 und Zeichen allgemeiner

        Resistenzschwäche .................................   50

   405. Mit Granulocytenzahlen unter 1500 bei chronischem

        Verlauf ........................................... 60-100

   406. Myeloische oder lymphatische Leukämie ............. 70-100

  Lymphknotentuberkulose:

   407. Lymphome geringen Ausmaßes ohne Fistelbildung .....  0-20

   408. Fistelnde Lymphome ein- oder beidseitig ........... 30-50

   409. Generalisierte Lymphknotentuberkulose, je nach

        Schwere des Krankheitsbildes ...................... 50-100

  Maligne Erkrankungen der Lymphknoten:

   410. Lymphogranulom, Lymphosarkom ...................... 70-100

  Blutgerinnungsstörungen:

   411. Mit Neigung zu spontanen Blutungen ................ 30-50

   412. Mit Neigung zu spontanen Blutungen, die bereits

        zu einer Anämie bis zu einem Sahliwert von 60%

        geführt haben ..................................... 60-70

  Geschwulstbildende Erkrankungen des Knochenmarks

  einschließlich der Erkrankung der Reticulum- und

  Plasmazellen:

   413. Morbus Kahler, solitäre Form ohne Spontanfrakturen  50-100

   414. Morbus Kahler, generalisierte Form ................ 80-100

   415. Thesaurismosen: Beurteilung ist abhängig von

        Milz-, Knochen- und Blutveränderungen unter

        Berücksichtigung des Gesamtzustandes .............. 50-100

        Maligne Erkrankungen des reticulo-endothelialen

        Systems sind nach denselben Gesichtspunkten wie

        Leukämien zu beurteilen.

  Milzverlust (traumatisch):

   416. Ohne Störungen ....................................   10

        Bei etwaigen Störungen der Blutbildung nach dem

        Grad derselben entsprechend den einschlägigen

        Positionen.

  Milztumoren:

  Chronischer Milztumor verschiedener Aetiologie:

  Beurteilung ist abhängig von lokalen Symptomen und Störung der

  Blutbildung, der Grundkrankheit usw.

j) Gelenke:

  Chronische Arthritis und Arthrose:

   417. Schmerzhaftigkeit in einem oder mehreren

        Gelenken ohne Bewegungseinschränkung ..............  0-10

   418. Schmerzhaftigkeit und mäßige Einschränkung der

        Bewegungsfähigkeit in mindestens einem großen

        oder mehreren Gelenken, mit oder ohne

        röntgenologisch nachweisbare Veränderungen ........ 20-50

   419. Schmerzhaftigkeit, mäßige Bewegungseinschränkung

        und Schwellung in mindestens einem großen oder

        mehreren Gelenken mit deutlicher Herabsetzung der

        Kraft, Atrophie der Muskulatur, allfälligen

        Gelenksergüssen und mit röntgenologisch

        nachweisbaren Veränderungen ....................... 40-70

   420. Deformierungen, Subluxationen oder Ankylosen in

        mindestens einem großen oder mehreren Gelenken,

        starke Herabsetzung der Bewegungsfähigkeit,

        deutliche Zeichen einer chronischen Erkrankung

        (sekundäre Anämie, reduzierter Allgemeinzustand) .. 60-80

   421. Deformierungen, Subluxationen oder Ankylosen in

        mehreren großen oder zahlreichen kleinen

        Gelenken mit schwerer Beeinträchtigung des

        Allgemeinzustandes bis zur Bettlägerigkeit ........ 80-100

  Bei Restzuständen nach Arthritiden einzelner Gelenke

  ohne Schmerzen und ohne Progressionstendenz ist die

  Minderung der Erwerbsfähigkeit nach den chirurgischen

  Richtsätzen entsprechend dem Funktionsausfall

  einzuschätzen.

k)

Muskelerkrankungen:

Myositis ossificans: siehe chirurgische und

orthopädische Krankeiten. (Anm.: Richtig: Krankheiten.)

l)

Infektionskrankheiten:

Dauerschäden nach Infektionskrankheiten sind entsprechend den Organveränderungen nach den geeigneten Positionen einzuschätzen.

 

ABSCHNITT IV

Nervenkrankheiten

 

a)

Querschnittssyndrom:

   422. Restsymptome in Form von Paresen einzelner Muskel

        oder Muskelgruppen ................................ 20-40

   423. Unvollständige Querschnittslähmungen .............. 50-80

   424. Vollständige oder praktisch vollständige ..........  100

b) Conussyndrom:

  In reinen Fällen sind in erster Linie die Blasen- und

  Mastdarmstörungen zu berücksichtigen. Einschätzung siehe

  IV/d und e. Die allfälligen motorischen Ausfälle und

  perianalen Sensibilitätsstörungen können höchstens eine

  Steigerung der Einschätzung um 10 begründen.

c) Caudasyndrom:

   425. Geringe Ausfälle (Lähmungen einzelner Muskel- oder

        Muskelgruppen, leichteste Blasen- und

        Mastdarmstörungen) ................................ 30-40

   426. Höhergradige Ausfälle einschließlich Blasen- und

        Mastdarmstörungen, je nach Schwere ................ 50-100

Nachsatz zu a-c: Blasen-, Mastdarm- und Potenzstörungen

        als Begleitsymptome sind in obigen Einschätzungen

        miterfaßt. Isolierte Störungen sind nach d-f zu

        beurteilen.

d) Blasenstörungen:

   427. Blasenschwäche mit gelegentlicher oder leichter

        Inkontinenz oder imperativem Harndrang ............ 10-40

   428. Höhergradige Blasenschwäche, je nach Ausmaß ....... 50-70

   429. Blasenlähmung mit Dauerkatheter ...................   80

e) Mastdarmstörungen:

   430. Geringgradige Mastdarmstörungen je nach Ausmaß .... 10-30

   431. Inkontinenz für weichen Stuhl und Behinderung im

        Zurückhalten von Winden ...........................   40

   432. Höhergradige Inkontinenz mit imperativem

        Stuhldrang, je nach Schwere ....................... 50-70

   433. Mastdarm- und Schließmuskellähmung ................   80

f) Potenzstörungen:

   434. Isolierte Potenzstörung (psychogen) ...............    0

  Im übrigen siehe Nachsatz zu a-c und Abschnitt II.

g) Hemiplegie:

   435. Geringe sensible Ausfälle, leichte

        Reflexdifferenzen, isolierte Pyramidenzeichen oder

        ähnliches .........................................  0-20

   436. Leichte bis mittelschwere Formen mit teilweise

        erhaltener Gebrauchsfähigkeit der betroffenen

        Extremitäten ...................................... 30-60

   437. Schwere Formen mit höhergradiger Einschränkung der

        Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Extremitäten ... 70-80

   438. Schwerste Formen mit Unbrauchbarkeit der

        betroffenen Extremitäten ..........................  100

Nachsatz zu g): Augenstörungen, otologische und psychische

        Ausfälle, Krampfanfälle usw. sind gesondert zu

        beurteilen.

h) Bulbärparalyse:

   439. Leichte Formen (Gaumensegelparese,

        Facialisschwäche usw.) ............................   30

   440. Mittelschwere Formen (leichte Sprach- und

        Schluckstörungen), je nach Ausmaß ................. 40-60

   441. Schwere Formen, je nach Ausmaß .................... 70-80

   442. Schwerste Formen ..................................  100

i) Periphere Lähmungen:

  Hirnnerven:

        Olfactorius:

   443. Geruchsstörungen...................................    0

   444. Geruchsverlust ....................................   10

        Augenmuskelstörungen:

        Siehe Abschnitt VI

  Trigeminus:

   445. Sensible Störungen.................................  0-10

   446. Störungen des motorischen Anteiles ................ 10-20

        Eigentliche Trigeminusneuralgie:

        Siehe Abschnitt IV/n

  Facialis:

   447. Geringe Ausfälle...................................  0-20

   448. Erhebliche bis völlige Ausfälle ................... 30-40

Nachsatz zu 447 u. 448: Allfällige Augenschädigungen sind

        zusätzlich zu beurteilen.

  Glossopharyngeus:

   449. Gaumensegelparese, Geschmackstörungen im

        Versorgungsgebiet dieses Nervs ....................  0-10

  Vagus:

   450. Teilschädigung ....................................  0-10

   451. Lähmung ...........................................   20

  Accessorius:

   452. Teilschädigung ....................................  0-20

   453. Lähmung mit Ausfall des Sternocleidomastoideus

        und Trapeziusanteiles .............................   30

  Hypoglossus:

   454. Geringe Störung der Zungenbeweglichkeit und

        halbseitige Zungenatrophie ........................  0-10

   455. Bei mittlerer bis deutlicher Sprachstörung ........ 20-30

  Phrenicus:

   456. Teilschädigung ....................................    0

   457. Lähmung ...........................................   10

  Nervus thoracicus longus:

   458. Teilschädigung ....................................  0-20

   459. Lähmung............................................   30

 

                                             Gebrauchsarm  Gegenarm

  Plexus brachialis:

   460. Untere Plexuslähmung (gegebenenfalls

        anschließlich Horner) ...............     70          60

   461. Obere Plexuslähmung .................     70          60

   462. Komplette Lähmung ...................     80          80

  Nervus axillaris:

   463. Schädigung bei Abduktionsmöglichkeit

        bis zirka 60 Grad ...................     25          25

   464. Lähmung .............................     30          30

  Nervus musculocutaneus:

   465. Schwäche der Ellbogenbeugung mit

        uneingeschränkter Beweglichkeit .....     25          25

   466. Lähmung .............................     40          30

  Nervus radialis:

   467. Isolierte Sensibilitätsstörungen ....    0-10        0-10

   468. Leichte Schwäche bei freier

        Beweglichkeit .......................     10          10

   469. Isolierter Ausfall der Handstrecker

        oder Fingerstrecker .................     30          25

   470. Lähmung .............................     50          40

  Nervus ulnaris:

   471. Isolierte Sensibilitätsstörungen ....    0-10        0-10

   472. Schwäche des Abductor digiti V und

        Atrophie ............................     10          10

   473. Mittlere Krallenhandstellung bei

        funktionstüchtigem Handgelenksbeuger .    30          25

   474. Lähmung mit Krallenhandstellung und

        Kontraktur ..........................     40          30

  Nervus medianus:

   475. Isolierte Sensibilitätsstörungen ....    0-20        0-20

   476. Kraftlosigkeit der Bewegung ohne

        Bewegungseinschränkung ..............     20          10

   477. Schwäche und mäßige Einschränkung

        der Beweglichkeit bei

        Zeigefingerbeugung und

        Daumenopposition ....................     40          30

   478. Lähmung mit trophischen Störungen ...     50          50

   479. Ulnaris und Medianus oder Ulnaris

        und Radialis gelähmt ................     60          60

   480. Ulnaris, Medianus und Radialis

        gelähmt .............................     70          70

                                                         MdE.

                                                   in Hundertsätzen

  Nervus obturatorius:

   481. Teilausfälle ......................................    0

   482. Lähmung ...........................................   10

  Nervus femoralis:

   483. Geringe Ausfälle ..................................  0-20

   484. Höhergradige Ausfälle je nach Ausmaß .............. 30-50

   485. Lähmung ...........................................   60

  Nervus ischiadicus:

   486. Geringe Ausfälle (Sensibilitätsstörungen,

        Reflexverlust, mäßige Schwäche von

        Einzelbewegungen) .................................  0-20

   487. Bewegungseinschränkung, Muskelatrophien, deutliche

        Gangstörung ....................................... 30-40

   488. Lähmung mit Ausnahme der Oberschenkelbeuger ....... 50-60

   489. Lähmung einschließlich der Oberschenkelbeuger .....   70

  Nervus peroneus:

   490. Geringe Ausfälle ..................................  0-10

   491. Schwäche bei einzelnen Bewegungen .................   20

   492. Lähmung des Peroneus superficialis oder profundus .   30

   493. Komplette Lähmung .................................   40

  Nervus tibialis:

   494. Geringe Ausfälle ..................................  0-10

   495. Schwäche der Plantarflexion ohne

        Bewegungseinschränkung ............................   20

   496. Mäßige Bewegungseinschränkung der Plantarflexion ..   30

   497. Lähmung ...........................................   40

Nachsatz: Trophische Störungen, lebhafte Reizerscheinungen

        und Kausalgien sind zusätzlich zu berücksichtigen.

  Kausalgie:

   498. Resterscheinungen .................................  0-10

   499. Leichte bis mittelschwere Formen .................. 20-50

   500. Schwere Formen je nach Ausmaß ..................... 60-100

j) Myopathien:

  Erb'sche Dystrophie:

   501. Bei gesicherter Diagnose, ohne wesentliche

        Funktionsstörungen ................................   30

   502. Mittelschwere Form ................................ 40-60

   503. Fortgeschrittene Form ............................. 70-100

Nachsatz zu 501-503: Als Anhaltspunkt für die Höhe der

        MdE. kann bei scapulo-humeralen Formen IV/i

        460-480, bei pelvico-femoralen Formen IV/i

        483-497 dienen.

  Myotonie:

   504. Leichte Form ohne wesentliche Neigung zur

        Progredienz ....................................... 30-40

   505. Schwere Form mit verlangsamten Bewegungen und

        deutlich herabgesetzter Muskelkraft ............... 50-60

   506. Schwerste Form mit starker Kraftherabsetzung, sehr

        wesentlicher Herabsetzung der Leistungsfähigkeit

        und ausgesprochener Muskelhypertrophie ............ 70-100

  Dystrophische Myotonie:

   507. Bei gesicherter Diagnose, ohne wesentliche

        Funktionsstörungen ................................   30

   508. Mittelschwere Form ................................ 40-60

   509. Schwere Form mit deutlichen myotonischen

        Symptomen, Muskelatrophien im Bereiche des

        Gesichtes und der Halsmuskulatur, Asthenie und

        psychischen Veränderungen, allenfalls

        Potenzstörungen ................................... 70-100

  Myasthenie:

   510. Leichtere und leichte Formen ...................... 30-50

   511. Mittelschwere Form ................................ 60-80

   512. Schwere Form ......................................  100

k) Sogenannte einfache und kombinierte Systemerkrankungen:

  Spastische Spinalparalyse:

        Beurteilung nach IV/a.

  Spinale progressive Muskelatrophie:

        Beurteilung nach IV/i 460-480 (ev. 483-497).

  Amyotrophische Lateralsklerose:

        Lähmungen an den oberen Extremitäten:

        Beurteilung nach IV/i 460-480.

        Lähmungen an den unteren Extremitäten:

        Beurteilung nach IV/a bzw. IV/i 483-497.

   513. Schwere Formen, besonders solche mit

        bulbärparalytischen Erscheinungen .................  100

  Friedreich'sche Ataxie:

   514. Oligosymptomatische Formen (Fußdeformität oder

        Reflexverlust usw.) ...............................  0-20

   515. Mittelschwere Form, je nach Ausmaß ................ 30-80

   516. Schwere Form mit hochgradiger Ataxie, Nystagmus,

        Skoliose, psychischen Veränderungen usw. ..........  100

  Heredoataxie cerebelleuse Pierre Marie:

   517. Bei gesicherter Diagnose ohne wesentliche

        Funktionsstörungen ................................   40

   518. Leichtere Formen je nach Ausmaß ................... 50-70

   519. Schwere Form mit ausgeprägten Kleinhirnsymptomen,

        Spasmen an den unteren Extremitäten,

        Augenmuskellähmungen usw. ......................... 80-100

  Neurale Muskelatrophie:

        Je nach Ausfällen, Beurteilung nach IV/i 460-480

        bzw. IV/i 483-497.

  Syringomyelie:

   520. Hornersches Syndrom ...............................    0

   521. Oligosymptomatische Formen ........................ 30-40

   522. Mittelschwere Formen .............................. 50-70

   523. Schwere Formen ....................................  100

        Einzelne Syndrome sind unter Berücksichtigung von

        IV/a und IV/i zu beurteilen.

        Allfällige trophische Störungen sind zusätzlich zu

        berücksichtigen.

        Syringobulbie:

        Beurteilung nach IV/h.

  Funikuläre Spinalerkrankung:

        Schlaffe Paresen:

        Beurteilung nach IV/i 460-497.

        Querschnittssyndrom:

        Beurteilung nach IV/a.

        Blasen- und Mastdarmstörungen:

        Beurteilung nach IV/d und e.

  Nachsatz zu k): Die verschiedenen Grundkrankheiten,

        soweit solche feststellbar, sind gesondert

        zu beurteilen.

l) Infektiöse Erkrankungen bzw. Folgezustände:

        Encephalitis

        (Bakterielle Encephalitis, Virusinfektionen,

        parainfektiöse Formen, toxische Formen,

        neuroallergische Formen):

        Neurologische Ausfallserscheinungen:

        Beurteilung nach IV/g bzw. IV/u.

        Psychische Ausfälle:

        Beurteilung nach V/a.

   524. Vegetative Symptome als Resterscheinung

        (besonders nach Fleckfieber) ......................   30

  Poliomyelitis:

Extremitätenlähmung:

Beurteilung nach IV/i 460-497.

Nachsatz zu Poliomyelitis: Wirbelsäulenverkrümmungen,

Schlottergelenke, Zurückbleiben des Wachstums einer Extremität bei Kindern, starke Kontrakturen usw. sind gesondert zu berücksichtigen.

Herpes zoster:

   525. Neuralgie nach Herpes zoster, leichtere Formen .... 10-20

   526. Neuralgie nach Herpes zoster, schwerere Formen .... 30-50

  Lyssa:

        Encephalomyelitis nach Lyssaschutzimpfung:

        Beurteilung nach IV/a, IV/g bzw. IV/u.

  Myelitis:

        Folgeerscheinungen:

        Beurteilung nach IV/a.

  Meningitis:

        Neurologische Ausfälle:

        Beurteilung nach IV/g, IV/i bzw. IV/v.

        Psychische Ausfälle:

        Beurteilung nach V/a und V/f.

        Blindheit oder Taubheit als Folgeerscheinung

        nach Meningokokkenmeningitis ist gesondert zu

        beurteilen.

        Restsymptome nach Tbc-Meningitis sind nach den

        entsprechenden Positionen zu beurteilen.

   527. Cephalea als Meningitisfolge ...................... 10-30

m) Neuritis und Polyneuritis:

        (Infektiös, serogenetisch, granulomatös,

        blastomatös, dystrophisch und toxisch):

  Hirnnerven:

        Beurteilung nach IV/i, 443-455.

  Plexus brachialis:

        Bei Paresen und Muskelatrophien:

        Beurteilung nach IV/i, 460-480.

  Plexus lumbosacralis:

        Bei Paresen und Muskelatrophien:

        Beurteilung nach IV/i, 481-497.

  Anhang:

  Hernie des Nucleus pulposus:

        Cervicale Discushernie:

        Beurteilung nach IV/i, 460-480 bzw. IV/a.

        Lumbale Discushernie:

        Beurteilung nach IV/i, 483-497,

        allenfalls IV/c-e.

  Nachsatz: Wirbelsäulenveränderungen (Zustand nach

        Laminektomie) sind chirurgisch-orthopädisch zu

        beurteilen.

n) Neuralgien:

  Trigeminusneuralgie

        (bei typischer Symptomatik):

   528. Typische Anfälle, bei denen medikamentöse

        Therapie ausreichend ist ..........................   25

   529. Formen, die gegen konservative Therapie und

        periphere Eingriffe am Nerven refraktär sind ......   50

   530. Formen nach erfolgloser Behandlung mit

        Durchschneidung der sensiblen Trigeminuswurzel,

        traktotomierte Fälle und Fälle nach Lobotomie,

        sowie schwere Fälle nach erfolgloser Behandlung

        des Ganglion Gasseri mit Alkoholinjektionen oder

        Kauterisierung ....................................  100

  Glossopharyngeusneuralgie

        (bei typischer Symptomatik):

        Beurteilung wie Trigeminusneuralgie.

  Occipitalneuralgie:

   531. Bei typischem neurologischen Befund und

        stärkeren Beschwerden ............................. 10-20

  Neuralgie des Nervus cutaneus femoris lateralis

        (Bernhardt'sche Krankheit, Meralgia paraesthetica):

   532. In schweren Fällen mit typischem Druckpunkt und

        entsprechend lokalisierten sensiblen Erscheinungen  10-20

  Neuralgien im Bereich des Plexus brachialis und

  lumbosacralis:

   533. Leichtere Formen ..................................  0-20

   534. Schwere Form ......................................   30

  Intercostalneuralgie:

   535. Je nach Ausmaß ....................................  0-20

  Nachsatz: Neuralgie nach Herpes zoster, siehe IV/1/525

        u. 526, Neuralgien hervorgerufen durch

        Stumpfneurome erhöhen die MdE. für die Amputation

        um 10.

o) Lues des Zentralnervensystems:

  Lues cerebrospinalis:

        Querschnittssyndrom:

        Beurteilung nach IV/a.

        Halbseitensyndrom:

        Beurteilung nach IV/g.

        Hirnnervenausfälle:

        Beurteilung nach IV/i, 443-455.

        Organische Demenz:

        Beurteilung nach V/a.

  Tabes dorsalis:

   536. Mikrosymptome (Pupillenstörungen usw.) ............  0-10

   537. Neurologische Symptome ohne störende

        Funktionsausfälle mit geringen Beschwerden ........   20

   538. Auffallende Gangstörung ........................... 30-50

   539. Erhebliche Gangstörung mit Blasen-Mastdarmstörungen 60-100

   540. Schwere ataktische Störungen bei hochgradig

        erschwertem Gehen und heftige lanzinierende

        Schmerzen oder schwere tabische Krisen ............  100

  Progressive Paralyse:

        Beurteilung nach V.

  Nachsatz zu o): Augenstörungen, trophische Geschwüre,

  Folgen nach Spontanfrakturen usw. sind gesondert zu

  berücksichtigen.

p) Extrapyramidale Erkrankungen:

  Paralysis agitans und postencephalitischer

  Parkinsonismus:

   541. Leichte Formen mit geringen Zittererscheinungen

        einer Extremität oder Rigor derselben .............   30

   542. Mittelschwere Formen .............................. 40-60

   543. Schwere Formen mit doppelseitigen Erscheinungen,

        typischer Haltung und typischem Gang .............. 70-80

   544. Schwere Gangbehinderung, Pro- und Retropulsion,

        stärkerer Rigor und Tremor, vegetative Störungen,

        Blickkrämpfe und Zwangsmechanismen ................  100

  Athetose double:

   545. Leichtere Erscheinungen mit guter Anpassung .......   50

   546. Schwere athetoide Mechanismen bei allen

        intendierten Bewegungen, allenfalls mit

        Schwachsinn ....................................... 60-100

  Torsionsdystonie:

        Beurteilung wie Athetose double.

  Torticollis spasticus:

   547. Deutliche Erscheinungen mit häufiger Kopfdrehung

        bei Emotion ....................................... 50-60

   548. Dauernde schwere tonische Kontraktur der

        Halsmuskulatur .................................... 70-100

  Chorea minor:

   549. Folgezustände je nach Schwere ..................... 10-30

  Chorea Huntington:

   550. Leichte Formen .................................... 30-40

   551. Schwere Formen .................................... 50-100

q) Hepatolentikuläre Degenerationen:

        Beurteilung nach IV/p.

r) Hypophysenerkrankungen:

  Akromegalie:

   552. Leichtere stationäre Form ohne Gesichtsfelddefekte

        mit Vergrößerung der Akren und leichteren

        subjektiven Symptomen .............................   30

   553. Mittelschwere Formen .............................. 40-60

   554. Schwere Form ......................................   70

        Postoperative Fälle sind je nach Ausfällen,

        Augenschädigungen gesondert zu beurteilen.

  Morbus Cushing:

   555. Ausgeprägte Form .................................. 70-100

        Abortivformen sind je nach vorhandenen Störungen

        zu beurteilen.

  Diabetes insipidus:

   556. Leichte Formen .................................... 10-20

   557. Mittelschwere Formen .............................. 30-60

   558. Schwere therapierefraktäre Formen ................. 70-100

s) Gefäßerkrankungen:

  Endangiitis obliterans des Gehirns:

        Neurologische Ausfälle nach IV/g, IV/i bzw. IV/u.

        Demenzerscheinungen nach V/a.

        Herderscheinungen in Form hirnpathologischer

        Ausfälle nach V/f.

  Morbus Raynaud:

        Siehe innere Krankheiten.

  Quincke'sches Oedem:

   559. Rezidivierendes Glottisoedem ......................   50

   560. Andere Lokalisationen .............................  0-10

  Migräne:

   561. Leichtere Anfälle von kurzer Dauer je nach

        Häufigkeit ........................................ 10-30

   562. Häufige, langandauernde Anfälle, je nach Schwere .. 40-70

  Meniere'sches Syndrom:

   563. Bei negativem otologischen Befund .................    0

   564. Leichtere Formen mit positivem otologischen Befund  25-40

   565. Schwere Form mit häufigen Anfällen, allenfalls mit

        vestibulärer Unerregbarkeit und Hörstörungen ...... 50-70

t) Tetanie:

  Siehe innere Krankheiten.

u) Multiple Sklerose:

  Cerebellare Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen:

   566. Geringe Resterscheinungen nach einwandfrei

        nachgewiesenem Schub .............................. 20-30

   567. Leichtere Formen .................................. 40-60

   568. Schwere Formen .................................... 70-100

        Augenstörungen sind augenärztlich zu beurteilen.

        Hirnnervenausfälle nach IV/i.

        Querschnittssyndrom nach IV/a.

        Halbseitensyndrom nach IV/g.

        Bulbäre Formen nach IV/h.

        Epileptische Anfälle nach IV/v/571-574.

        Psychische Ausfälle nach V/a.

v) Traumatische Schäden des Zentralnervensystems:

  Commotio:

   569. Nach einer einfachen Commotio sind die Beschwerden

        nach einigen Wochen abgeklungen und das EEG

        normalisiert, daher kein Dauerschaden .............    0

        Bei Nichtabklingen der Beschwerden liegt entweder

        psychogene Fixierung oder eine Contusio vor.

  Contusio:

   570. Objektivierbare Beschwerden ....................... 25-40

  Nachsatz zu 570: Zur Objektivierung sind neurologische

             Ausfallserscheinungen, hirnpathologische

             Symptome, pathologisches Pneumo- oder

             Elektroencephalogramm oder ev. otologische

             bzw. ophtalmologische Befunde zu fordern.

(Die zur Verfügung stehenden vegetativen Funktionsprüfungen und das Kreislaufverhalten sind für die Sicherstellung der Diagnose nicht brauchbar). Bei Vorliegen der

nachfolgenden Symptome erfolgt, sofern sie eine höhere MdE. als unter 570 ergeben, die Einschätzung ausschließlich nach diesen.

Paraplegie nach IV/a.

Halbseitensyndrome nach IV/g.

Hirnnervenausfälle nach IV/i.

Lähmungserscheinungen einzelner Extremitäten oder

Extremitätenabschnitte nach IV/i/460-497.

Hirnpathologische Ausfälle nach V/f.

Organische Demenz nach V/a.

Epileptische Anfälle nach IV/v/571-574.

Epilepsie (einschließlich nicht traumatischer Formen):

Grand-mal-Anfälle oder Jackson-Anfälle, letztere, wenn sie mit motorischen Entäußerungen einhergehen:

   571. Nicht häufige, nur nächtliche Anfälle ohne

        Komplikationen .....................................  10

   572. Anfälle, in Abständen von Monaten ..................  30

   573. Anfälle, mehrmals monatlich ........................ 50-70

   574. Anfälle, mehrmals wöchentlich ...................... 80-100

  Psychomotorische Anfälle:

Automatismen verschiedener Art sind so

einzuschätzen wie Grand-mal-Anfälle. Nachgewiesene

wiederholte Dämmerzustände (Wandertrieb, dipsomane

Attacken, pathologische Rauschzustände,

Triebhandlungen) bedürfen einer eingehend

individuellen Beurteilung.

Zusätzlich durchgemachte epileptische Delirien, ebenso wie höhergradige epileptische Charakterveränderungen und Demenzerscheinungen sind speziell zu berücksichtigen.

Siehe Geisteskrankheiten V/a.

Atypische Anfallsformen bei Kindern sowie

migräniforme und menieriforme Äquivalente

(elektroencephalographisch nachweisbar) sind wie

Grand-mal-Anfälle einzuschätzen.

  Haematomyelie:

        Beurteilung nach IV/a.

  Sub- und Epiduralhaematom, Hirnabszeß:

        Beurteilung der postoperativen Zustände

        nach IV/v/570-574 bzw. V/a, V/f.

Subarachnoidealblutung:

575.

Je nach Ausmaß der 1. Blutung (wegen Rezidivgefahr) 30-50 Sonstige Anfälle sind gesondert zu beurteilen.

Arachnitis:

Beurteilung nach IV/a-e, IV/g, IV/i.

Arachnitis opticochiasmatica ist zusätzlich

augenärztlich zu beurteilen.

w)

Hirntumor:

Inoperable, nicht operierte und operierte Tumore sind entsprechend den jeweiligen Ausfällen zu beurteilen. Siehe IV/d, IV/g-i, IV/v, allenfalls V/a, V/f und VI.

x)

Hydrocephalus:

  Ausfallserscheinungen:

        Beurteilung nach IV/i, IV/v bzw. V/a und VI.

  Psychische Ausfälle:

        Beurteilung nach V/a.

y) Turricephalus:

   576. Bei nachweisbaren Hirndruckerscheinungen und

        subjektiven Beschwerden ...........................   30

   577. Schwere Fälle, die öftere Entlastungspunktionen

        oder Röntgenbestrahlungen erforderlich machen .....   70

z) Cerebrale Kinderlähmung:

  Beurteilt werden:

        Paraplegien nach IV/a.

        Choreo-athetotische oder cerebellare Erscheinungen

        nach IV/p/545, 546 bzw. IV/u.

        Epileptische Anfälle nach IV/v/571-574.

        Schwachsinn nach V/a.

 

                             ABSCHNITT V

                          Geisteskrankheiten

 

a) Organische Demenz:

   578. Leichte ...........................................   30

   579. Mittlere ..........................................   50

   580. Hochgradige .......................................  100

b) Progressive Paralyse:

   581. Nach erfolgloser Behandlung .......................  100

  Mit Erfolg behandelte progressive Paralyse:

        Beurteilung nach V/a.

c) Neurose und Psychopathie, vegetative Dystonie:

  Neurose und Psychopathie:

   582. Neurosen und Psychopathien mit dem Krankheitswert

        einer schweren Psychose können nur auf Grund

        stationärer, klinischer Untersuchung eingestuft

        werden ............................................  100

   583. Alle übrigen Neurosen und Psychopathien ...........    0

  Vegetative Dystonie:

        Als Begleit- oder Folgeerscheinung organischer

        Erkrankungen im Zusammenhang mit diesen zu

        beurteilen.

   584. Als Symptom einer Neurose oder als konstitutionell

        bedingte Anomalie .................................    0

d) Süchtigkeiten:

  Persönlichkeitsveränderungen bei Rauschgiftsucht:

        Beurteilung nach V/a.

  Chronische Schlafmittelintoxikationen:

        Beurteilung nach V/a und V/e.

e) Psychosen des manisch-depressiven und schizophrenen

  Formenkreises einschließlich der Paranoia sowie der in

  den letzten Jahren vorläufig als „bionegativer

  Persönlichkeitswandel'', „Entwurzelungsdepression''

  usw. bezeichneten Zustandsbilder:

   585. Defektzustände nach akuten Schüben ................  0-100

   586. Akute Phasen bzw. Schübe ..........................  100

f) Hirnpathologische Ausfälle:

  Totale (globale) Aphasie:

   587. Völlig aufgehobenes Sprachverständnis und

        Sprachvermögen ....................................  100

  Sensorische, corticale, transcorticale und subcorticale

  Aphasien, Leitungsaphasie:

   588. Gestörtes Sprachverständnis, Spontansprache mit

        verbalen Paraphasien ..............................  100

  Amnestische Aphasie (Störung der Wortfindung,

  Verwendung von Füllworten):

   589. Leichtere Form ....................................   50

   590. Schwere Form, bei der die Verständigung stark

        gestört ist .......................................   70

  Motorische Aphasie (Störung des Sprachvermögens,

  Wortverständnis erhalten):

   591. Restaphasien mit einzelnen, meist literalen

        Paraphasien .......................................   40

   592. Restaphasie mit schweren Agrammatismen,

        Telegrammstil (Ausdrucksmöglichkeit nur mit

        wenigen Worten, die ohne richtige grammatische

        Form aneineinandergereiht werden) .................   60

   593. Bei völlig aufgehobenem Sprachvermögen oder nur

        wenigen Wortresten ................................   80

  Alexie (Lesestörung):

   594. Leichte Form ...................................... 10-30

   595. Schwere Form ...................................... 40-50

  Agraphie (Schreibstörung):

   596. Leichte Form ......................................   10

   597. Schwere Form ......................................   40

  Akalkulie (Rechenstörung):

   598. Leichte Form ......................................   10

   599. Schwere Form ......................................   40

  Apraxie:

   600. Gliedkinetische Apraxie (Störungen der feinen

        Bewegungsmechanismen) bei Betroffensein der

        oberen Extremitäten ...............................   50

   601. Ideatorische Apraxie (Bewegungsverwechslungen) .... 80-100

   602. Ideatorische Apraxie (verkehrte Handlungen wie bei

        hochgradiger Zerstreutheit) ....................... 80-100

  Optische Agnosie (Seelenblindheit):

   603. Apperzeptive optische Agnosie; Simultanagnosie,

        Balint'sche Seelenblindheit (die Gegenstände

        werden gesehen, aber nicht erkannt) ...............  100

   604. Taktile Agnosie, Fingeragnosie, Amusie ............  0-10

   605. Schwere räumliche Orientierungsstörung ............   80

   606. Assoziative optische Agnosie (Störung der

        Gesamterfassung eines Bildes) .....................   50

  Gerstmann'sches Syndrom:

   607. Amnestische Aphasie, Alexie, Agraphie, Akalkulie,

        Störung der Rechts- und Linksorientierung,

        Fingeragnosie, je nach Ausmaß ..................... 10-100

   608. Farb- oder Farbennamenagnosie .....................   10

 

                             ABSCHNITT VI

                           Augenkrankheiten

 

a) Augenlider und Tränenwege:

   609. Lähmung eines Augenlides, wenn das Auge völlig

        verschlossen wird .................................   30

   610. Sonst ............................................. 10-20

   611. Narben nach Verletzungen der Lider und des

        Augapfels ......................................... 10-30

   612. Augentränen je nach Ausmaß ........................ 10-30

   613. Chronische Erkrankungen der Lider und der

        Bindehaut .........................................  0-20

b) Augenmuskelstörungen:

   614. Wenn ein Auge vom Sehakt ausgeschlossen werden muß    30

   615. Sonst ............................................. 10-20

   616. Wie 614 mit Beeinträchtigung des Blickfeldes des

        anderen Auges .....................................   40

c) Sehstörungen:

   617. Erblindung eines Auges ............................   30

   618. Verlust eines Auges ...............................   40

   619. Einseitige Linsenlosigkeit bei normaler Funktion

        des anderen Auges .................................   25

        Bei beidseitigem Linsenverlust sind die MdE.-Werte

        nach 637 (Tabelle) um 30 erhöht anzuwenden.

   620. Gesichtsfeldausfall der oberen Peripherie je

        nach Ausdehnung ...................................  0-10

   621. Gesichtsfeldausfall der unteren Peripherie je

        nach Ausdehnung ................................... 10-20

   622. Gesichtsfeldausfall der Peripherie, wenn dadurch

        die Orientierung wesentlich erschwert wird ........ 30-60

   623. Ausfall eines oberen Gesichtsfeldquadranten .......   10

   624. Ausfall eines unteren Gesichtsfeldquadranten ......   10

   625. Ausfall einer oberen Gesichtsfeldhälfte ...........   10

   626. Ausfall einer unteren Gesichtsfeldhälfte ..........   25

   627. Ausfall einer nasalen Gesichtsfeldhälfte ..........   10

   628. Ausfall einer temporalen Gesichtsfeldhälfte .......   25

   629. Konzentrische Gesichtsfeldeinengung laut Tabelle:

 

                              Tabelle

---------------------------------------------------------------------

Gesichtsfeldeinengung   des einen   beider Augen   des einzigen

                          Auges                        Auges

---------------------------------------------------------------------

bis auf 50 Grad ....        5            20              40

bis auf 30 Grad ....      5-10         20-30           30-50

bis auf 10 Grad ....     15-20         50-60             80

unter 10 Grad ......       30           100             100

 

                                                         MdE. in

<                                                     Hundertsätzen

  Halbseitenblindheit:

   630. Homonyme rechte Hemianopsie .......................   60

   631. Homonyme linke Hemianopsie ........................   40

   632. Homonymer Ausfall eines oberen Quadranten ......... 10-20

   633. Homonymer Ausfall eines unteren Quadranten ........ 20-30

   634. Ausfall der unteren Hälfte beider Gesichtsfelder .. 80-90

   635. Bitemporale Hemianopsie ........................... 30-40

   636. Binasale Hemianopsie .............................. 20-30

637.

Störungen des zentralen Sehens laut Tabelle:

 

Tabelle

 

(Anm.: Tabelle nicht darstellbar, es wird auf die gedruckte Form des BGBl. verwiesen.)

 

Nachsatz zu 637: Bei Verlust eines Auges ist der sich

aus der Tabelle ergebende MdE.-Wert um 10 erhöht anzuwenden. Hornhautnarben oder partielle Linsentrübungen sind nach dem Sehvermögen tabellengemäß zu beurteilen; desgleichen Störungen des zentralen Sehens bei noch erhaltenem Gesichtsfeld.

Die niederen Sätze entsprechen einer

mühelosen und konstant erreichbaren

Sehschärfe. Wird die Sehschärfe mit Mühe, allenfalls nur transitorisch erreicht (Glaskörpertrübungen) oder liegen sonstige Komplikationen (Augenzittern, Nachtblindheit, Narben und Gewebsschäden des Augapfels) vor, dann ist die Minderung der Erwerbsfähigkeit innerhalb des vorgesehenen Rahmens

entsprechend höher einzuschätzen.

Für die Beurteilung der Minderung der Erwerbsfähigkeit nach 637 (Tabelle) ist jene Sehschärfe maßgebend, die nach zumutbarer Korrektur eines etwaigen Refraktionsfehlers konstant erreicht werden kann.

 

ABSCHNITT VII

Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten

 

a)

Gehör- und Gleichgewichtsorgan:

   638. Verlust der Ohrmuschel, einseitig .................   10

   639. Verlust der Ohrmuschel, beidseitig ................   30

  Verminderung der Hörschärfe:

        Einseitige Schwerhörigkeit bei funktionstüchtigem

        anderem Ohr und ohne sonstige Komplikationen

        (Geräusche, Eiterung, Gleichgewichtsstörungen

        usw.):

   640. Laute Umgangssprache 4 m bis 2 m ..................  0-10

   641. Laute Umgangssprache 2 m bis 1 m .................. 10-15

   642. Laute Umgangssprache unter 1 m bis Taubheit ....... 15-20

643.

Beidseitige Schwerhörigkeit ist nach folgender Tabelle einzuschätzen:

 

Tabelle

 

(Anm.: Tabelle nicht darstellbar, es wird auf die gedruckte Form des BGBl. verwiesen.)

 

Ohrgeräusche sind durch die Anwendung der höheren Rahmensätze mitzuerfassen.

Chronische Eiterung:

Mesotympanale (Schleimhauteiterung) ohne Berücksichtigung der allfälligen Schwerhörigkeit und sonstiger Funktionsstörungen:

   644. Einseitig .........................................   10

   645. Beidseitig ........................................   30

  Epitympanale (Knocheneiterung, Cholesteatom) ohne

  Vestibularsymptome:

   646. Einseitig .........................................   30

   647. Beidseitig ........................................   40

  Sezernierende Radikalhöhle:

   648. Einseitig .........................................   10

   649. Beidseitig ........................................   30

  Gleichgewichtsstörungen:

   650. Zeitweiliges, mäßiges Schwindelgefühl bei

        positivem Vestibularbefund ........................ 30-40

        Bei negativem Vestibularbefund ist Begutachtung

        durch Internisten und Neurologen erforderlich.

   651. Dauerndes Schwindelgefühl mit häufigen

        Exacerbationen und positivem Vestibularbefund,

        ohne Berücksichtigung etwaiger Schäden des

        Zentralnervensystems .............................. 50-100

        Interne und neurologische Begutachtung in jedem

        Falle erforderlich.

b) Nase und Nasennebenhöhlen:

   652. Kompletter Verlust der Nase oder sonstige

        Folgezustände nach Verletzung der Nase, die dem

        Verlust gleichzuhalten sind .......................   50

   653. Bei Teilverlust oder sonstigen Folgezuständen

        (Sattelnase usw.) ................................. 10-40

   654. Geruchsverlust (Anosmia essentialis oder

        respiratoria) .....................................   10

   655. Verengung der Nasengänge mit Atembehinderung ...... 10-30

  Chronische Eiterungen:

   656. Je nach dem Grad der Eiterung und eventueller

        Folgeerscheinungen (Neuralgien, Kopfschmerzen) .... 10-30

   657. Bei Folgeerscheinungen höheren Grades (Rhinitis

        atrophica, dauernde Kopfschmerzen, Neuralgien,

        Knochenprozesse, Ozaena) .......................... 40-50

c) Mund und Mundhöhle:

   658. Lippendefekte mit Speichelfluß .................... 10-30

  Speicheldrüsen und Speichelgänge:

   659. Innere Fistel ..................................... 10-20

   660. Äußere Fistel......................................   30

   661. Chronische Erkrankungen der Speicheldrüsen bzw.

        der Speichelgänge ................................. 10-30

  Zunge:

   662. Geringgradige Verletzungsfolgen ohne Sprachstörung   0-10

   663. Mittelgradige Verletzungsfolgen mit Sprachstörung

        geringen Grades ................................... 20-30

   664. Hochgradige Verletzungsfolgen oder Gewebsverlust

        mit Sprach- und Schlingstörung höheren Grades ..... 40-60

  Mund und Rachenhöhle:

   665. Veränderungen mit Sprachstörung geringen Grades ...  0-20

   666. Veränderungen mit Sprachstörung höheren Grades .... 30-50

   667. Störung sensorischer Nerven ....................... 10-20

   668. Störung sensorischer Nerven mit Beeinträchtigung

        des Ernährungszustandes ........................... 30-50

  Gaumendefekte:

   669. Durch Plastik oder Prothese gedeckte Defekte mit

        Sprachstörung ..................................... 10-30

   670. Durch Plastik oder Prothese nicht deckbare

        Defekte mit höhergradiger Sprachstörung ........... 40-60

   671. Chronische Tonsillitis ............................  0-10

d) Kehlkopf und Halstrachea:

  Atmung durch den Kehlkopf möglich:

        Atmung bei körperlicher Anstrengung unbehindert:

   672. Stimme normal, aber rasch ermüdend ................   10

   673. Stimme heiser und rauh ............................   20

   674. Laute Stimme aufgehoben (Aphonie) .................   30

        Stenoseatmen (Stridor) bei körperlicher

        Anstrengung:

   675. Stimme normal oder fast normal .................... 20-30

   676. Stimme gestört .................................... 40-50

        Atmung durch den Kehlkopf erschwert:

   677. Stimme gestört, heiser und aphonisch (eventuell

        Kanülenträger) .................................... 40-50

        Atmung durch den Kehlkopf unmöglich oder

        Kehlkopfverlust:

   678. Stimme aufgehoben (Kanülenträger oder

        Dauertrachealfistel) .............................. 50-70

e) Kehlkopftuberkulose:

   679. Florider Prozeß ...................................  100

        Geheilt, je nach Funktionsstörung wie bei d).

 

                            ABSCHNITT VIII

                     Kiefer- und Zahnkrankheiten

 

a) Kiefer:

  Defekte:

   680. Verlust erheblicher Teile des Alveolarfortsatzes,

        Verlust eines Teiles des Ober- oder Unterkiefers .. 10-40

   681. Mit Eröffnung von Nebenhöhlen ..................... 30-50

  Brüche:

   682. Gut geheilte Kieferfraktur ........................  0-10

   683. Mit Dislokation geheilte Kieferfraktur je nach

        Störung des Kauvermögens .......................... 20-40

   684. Straffe Kieferpseudarthrose .......................   10

   685. Schlaffe Pseudarthrose durch Schienenprothese

        behebbar .......................................... 10-30

   686. Schlaffe Pseudarthrose nicht behebbar ............. 30-50

  Gelenkveränderungen (Kieferklemme):

   687. Kieferklemme, gering- bis mittelgradig ............ 20-30

   688. Kieferklemme höheren Grades (unter 2 cm), die nur

        flüssige Nahrung zuläßt, je nach dadurch

        bedingtem Ernährungszustand ....................... 40-60

   689. Arthrosis deformans eines oder beider

        Kiefergelenke je nach Behinderung des Kauaktes .... 20-50

   690. Habituelle, nicht behebbare einseitige

        Kiefergelenksluxation je nach Auswirkung auf den

        Kauakt ............................................ 10-20

   691. Habituelle, nicht behebbare beidseitige

        Kieferluxation je nach Auswirkung auf den Kauakt .. 30-40

   692. Fibröse Ankylose der Kiefergelenke ................ 20-30

   693. Ossäre Ankylose der Kiefergelenke je nach dem Grad

        des Ernährungszustandes und der Sprachstörung ..... 50-70

b) Zähne:

   694. Zahnschaden oder Zahnverlust ohne Komplikationen ..    0

   695. Erkrankung der Zähne und des Zahnfleisches je

        nach Auswirkung auf den Kauakt und nach dem

        dadurch bedingten Ernährungszustand ............... 10-30

  Nachsatz: Veränderungen an den Kieferknochen

        (Osteomyelitis) und Alveolarfortsätzen sind

        sinngemäß nach a) 680 und 681 zu beurteilen.

 

                             ABSCHNITT IX

                   Haut- und Geschlechtskrankheiten

 

a) Ekzem:

  Je nach Ausdehnung und Entzündungsgrad:

   696. An Händen und Füßen, einseitig oder beidseitig .... 20-60

   697. Am Stamm .......................................... 20-70

   698. An den Gliedmaßen mit Ausnahme von Händen und Füßen 20-50

   699. Im Gesicht oder generalisiert ..................... 30-100

  Nachsatz: Bei Ekzemen an Amputationsstümpfen ist die

        MdE. für die Amputation um mindestens 10 erhöht

        anzuwenden.

b) Varicen, Thrombose und Folgezustände:

  Je nach Schwere und Ausdehnung der Veränderungen

        (Oedem bis Elephantiasis bzw. sekundäre

        Hautschäden, z. B. Ekzem, Ulcus cruris,

        recidivierendes Erysipel):

   700. Einseitig ......................................... 10-70

   701. Beidseitig ........................................ 20-100

c) Narben, Pigmentstörungen, Ernährungsstörungen der

   Haut und ihrer Anhangsgebilde sind nach folgender

   Tabelle zu beurteilen:

 

   702.                      Tabelle

---------------------------------------------------------------------

Ausmaß oder                    an üblicherweise    an üblicherweise

kosmetisch                        bedeckten           unbedeckten

störende Auswirkung             Körperstellen       Körperstellen

---------------------------------------------------------------------

geringgradig ...............         0                   0-10

mittelgradig ...............        0-20                20-30

höhergradig ................       30-40                40-50

hochgradig bis abstoßend ...       50-60                60-100

 

Bei Narben im Gesicht sind die sich aus der Tabelle ergebenden MdE.-Werte jeweils um 10 erhöht anzuwenden.

Funktionsbehinderungen durch Narben sind nach chirurgischen Gesichtspunkten zusätzlich zu beurteilen.

d)

Hautschäden nach äußerer Einwirkung, (z. B.

Verletzungen, Erfrierungen, Frostschäden, chemische Substanzen, ionisierende Strahlen) sind sinngemäß nach a)-c) zu beurteilen.

e)

Geschlechtskrankheiten, Erkrankungen unbekannter Herkunft (z. B. Carcinome, Pemphigus vulgaris, Sklerodermie) sowie konstitutionell bedingte

Dermatosen (z. B. Ichthyosis, Psoriasis) sind je

nach Ausdehnung und Entzündungsgrad der befallenen

Hautpartien sinngemäß nach a)-c), gegebenenfalls

nach chirurgischen, internen und neurologischen Gesichtspunkten zu beurteilen.

f)

Infektiöse Krankheiten der Haut bzw. bleibende

Veränderungen nach deren Abheilung sind sinngemäß nach a)-c) zu beurteilen.

 

ABSCHNITT X

Frauenkrankheiten

 

a)

Entzündungen:

Vagina:

   703. Chronische Colpitis je nach dem Ausmaß der

        Entzündung und der Sekretion ......................  0-30

  Cervix:

   704. Chronische Cervicitis mit oder ohne Erosion der

        Portio ............................................  0-10

  Uterus:

   705. Endometritis (seltener Dauerzustand) ..............   10

   706. Endometritis mit Begleiterscheinungen bzw.

        Folgezustände nach ihrer Heilung .................. 10-40

  Chronische Entzündung der Eileiter und Eierstöcke

        (entzündlicher Adnextumor):

   707. Je nach Ausdehnung und Entzündungsgrad ............ 30-50

  Tuberkulose des weiblichen Genitalapparates:

   708. Florides Stadium ..................................  100

        Sonst sinngemäß nach 706 oder 707 zu beurteilen.

  b) Scheidensenkung und -vorfall:

   709. Descensus beider Vaginalwände oder einer

        Vaginalwand ohne funktionelle Störung .............  0-10

   710. Descensus beider Vaginalwände mit leichter

        Blaseninkontinenz ................................. 30-40

   711. Descensus beider Vaginalwände mit höhergradiger

        bis völliger Blaseninkontinenz .................... 50-80

  Totalprolaps:

   712. Durch Ring zurückhaltbar ..........................   30

   713. Durch Hysterophor zurückhaltbar ...................   50

   714. Nicht zurückhaltbar ...............................  100

  c) Folgezustände nach Operationen:

   715. Verlust eines Ovars ...............................    0

   716. Verlust beider Ovarien in der

        Entwicklungsperiode bis zum vollendeten

        20. Lebensjahr ....................................   50

   717. Verlust beider Ovarien vom 21. bis zum

        vollendeten 40. Lebensjahr ........................   40

   718. Verlust beider Ovarien vom 41. bis zum

        vollendeten 50. Lebensjahr ........................   30

   719. Verlust beider Ovarien nach dem 50. Lebensjahr ....    0

   720. Verlust der Gebärmutter bis zum vollendeten

        40. Lebensjahr ....................................   30

   721. Verlust der Gebärmutter nach dem 40. Lebensjahr ...    0

   722. Postoperative Verwachsungen bzw. dadurch bedingte

        Lageveränderungen von Organen des inneren Genitale

        je nach Ausmaß der funktionellen Störungen ........ 20-40

d) Menstruationsstörungen:

   723. Geringen Ausmaßes .................................  0-10

   724. Höheren Ausmaßes .................................. 20-30

  Nachsatz zu c) und d): Psychoreaktive Erscheinungen

        sind nach Abschnitt V/c/582  zu beurteilen.

e) Fisteln (Uretervaginal-, Vesicovaginal-, Rectovaginal-,

   Rectovesicovaginalfistel):

   725. Je nach Ausmaß der Folgeerscheinungen und

        Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ........... 60-100