Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Landmaschinentechniker-Ausbildungsordnung, Fassung vom 31.05.2015

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten
über die Berufsausbildung im Lehrberuf Landmaschinentechniker
(Landmaschinentechniker-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 287/1998

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der §§ 8, 24 und 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch die Berufsausbildungsgesetz-Novelle 1998, BGBl. I Nr. 100/1998, wird - hinsichtlich des § 13 im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales - verordnet:

§ 1

Text

Lehrberuf in der Landmaschinentechnik

§ 1.

In der Landmaschinentechnik ist der Lehrberuf Landmaschinentechniker mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren eingerichtet.

§ 2

Text

Berufsprofil

§ 2.

Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Landmaschinentechniker ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich ausführen zu können:

1.

Einrichten des Arbeitsplatzes,

2.

Lesen und Anwenden von technischen Unterlagen,

3.

Festlegen der Arbeitsschritte, der Arbeitsmittel und der Arbeitsmethoden,

4.

fachgerechtes Auswählen, Beschaffen und Überprüfen der erforderlichen Materialien,

5.

Aufsuchen, Erkennen und Beheben von Störungsursachen an Verbrennungsmotoren sowie an den verschiedenen Aggregaten,

6.

Instandhalten, Erzeugen und Ausrüsten von Steuereinrichtungen, Regeleinrichtungen und Zusatzeinrichtungen und Zubehör insbesondere bei mechanischen, elektrischen, hydraulischen und pneumatischen Baugruppen,

7.

Durchführen von Einstellarbeiten und Nachstellarbeiten und von Reparaturarbeiten an mechanischen, pneumatischen, hydraulischen und elektrischen Teilen und Einbau von Zubehörteilen,

8.

Warten, Reparieren und Instandsetzen von einschlägigen landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Maschinen und der Hofmechanisierung und Innenmechanisierung,

9.

Kenntnis über technische Zusammenhänge, Abläufe, Wirkungsweisen und Einsatzmöglichkeiten von selbstfahrenden Arbeitsmaschinen, Maschinen, Geräten und Aggregaten,

10.

Anfertigen von Bauteilen und Geräten nach Zeichnungen und Skizzen sowie Herstellen von Konstruktionen in Metallbauweise,

11.

Beurteilen, Einschätzen und Messen elektrischer und berufstypischer nichtelektrischer Größen,

12.

Kundenorientiertes Verhalten und Kundenberatung,

13.

Ausführen der Arbeiten unter Berücksichtigung einschlägiger Sicherheitsvorschriften und Umweltstandards,

14.

Erfassen von technischen Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse.

§ 3

Text

Berufsbild

§ 3.

Für den Lehrberuf Landmaschinentechniker wird folgendes Berufsbild festgelegt. Hiebei sind die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, daß der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.

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  Pos.    1. Lehrjahr    2. Lehrjahr    3. Lehrjahr    4. Lehrjahr

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    1.       Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden

          Einrichtungen, Werkzeuge, Maschinen und Arbeitsbehelfe

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    2.        Kenntnis der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer

                Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten und

                        Bearbeitungsmöglichkeiten

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    3.              Messen                   -              -

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    4.  Anreißen              -              -              -

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    5.  Feilen                -              -              -

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    6.  Meißeln               -              -              -

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    7.  Sägen          Sägen mit             -              -

                       Maschine

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    8.  Bohren         Reiben und     Passen                -

                       Passen

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    9.         -       Polieren              -              -

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   10.         -       Einfaches             -              -

                       Honen

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   11.  Scharf-        Schleifen      Trenn-                -

        schleifen                     schleifen

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   12.  Nieten                -              -              -

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   13.  Gewinde-       Gewinde-              -              -

        schneiden      schneiden mit

                       Maschine

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   14.       Richten und Biegen              -              -

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   15.         -              -       Einfache              -

                                      Werkstoff-

                                      prüfung

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   16.  Einfache       Blechbear-            -              -

        Blechbear-     beitung

        beitung

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   17.  Einfaches      Schmieden      Härten                -

        Warmbehandeln

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   18.  Weichlöten     Weichlöten            -              -

                       und Hartlöten

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   19.         -       Gasschmelz-    Gasschmelz-           -

                       schweißen      schweißen,

                                      auch in

                                      Zwangslage

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   20.         -       Elektro-       Elektro-              -

                       schweißen      schweißen,

                                      auch in

                                      Zwangslage

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   21.         -       Schutzgas-     Schutzgas-            -

                       schweißen      schweißen,

                                      auch in

                                      Zwangslage

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   22.         -               Brennschneiden               -

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   23.  Einfaches                  Drehen                   -

        Längsdrehen

        und

        Plandrehen

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   24.         -       Kleben                -              -

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   25.  Lesen von Serviceplänen und          -              -

             Wartungsplänen

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   26.         -             Lesen von Funktionszeichnungen und

                       Schaltplänen elektrischer, hydraulischer und

                                     pneumatischer Art

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   27.  Anfertigen        Anfertigen von Skizzen und Schaltplänen

        einfacher

        Skizzen

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   28.  Durchführung        Aufsuchen, Erkennen und Beheben von

        einfacher            mechanischen Störungsursachen an

        Service-          landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen

        arbeiten und            einschließlich der Hof- und

        Wartungs-                   Innenmechanisierung

        arbeiten

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   29.  Grundkennt-         Aufsuchen, Erkennen und Beheben von

        nisse der      elektrischen und elektronischen Störungen an

        Elektro-        landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen;

        technik und          einschließlich Prüfen der Funktion

        Elektronik

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   30.         -              -         Montage, Installation von

                                       einschlägigen elektrischen

                                        Geräten und Maschinen im

                                       landwirtschaftlichen Bereich

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   31.         -       Grundkennt-             Montage und

                       nisse der        Instandhaltungsarbeiten an

                       Hydraulik und     elektrohydraulischen und

                       Pneumatik         pneumatischen Baugruppen,

                                          Aggregaten und Anlagen

                                         einschließlich Prüfen der

                                                 Funktion

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   32.         -              -         Fehlersuche und Behebung an

                                            Verbrennungsmotoren,

                                        Krafterzeugungsbauteilen und

                                         Kraftübertragungsbauteilen,

                                      sowie an Lenkeinrichtungen und

                                            Bremseinrichtungen

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   33.         -          Kenntnis der Gemischzusammensetzung und

                            Abgasmessung an Verbrennungsmotoren

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   34.         -        Ausbau und Einbau sowie Instandhaltung von

                           Bauteilen, Baugruppen, Lagern und

                                     Anlageteilen

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   35.  Grundkennt-       Kenntnis über die                 -

        nisse über         Bearbeitung von

        die            Nicht-Eisen-Metallen und

        Bearbeitung         Kunststoffen

        von

        Nicht-Eisen-

        Metallen und

        Kunststoffen

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   36.         -         Instandsetzung von Fahrzeugen, Maschinen,

                          Geräten und Anlagen der Landwirtschaft,

                           Forstwirtschaft, Gartenwirtschaft und

                            Kommunalwirtschaft und von leichten

                                      Baumaschinen

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   37.         -            Kenntnis über die Herstellung von

                             Zusatzgeräten in Metallbauweise

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   38.         -           Kenntnis der kraftfahrzeugrechtlichen

                        Vorschriften im landwirtschaftlichen Bereich

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   39.         -             Kenntnis der technischen Daten und

                         Vorschriften im Fahrwerk, Lenkbereich und

                                       Bremsbereich

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   40.  Lesen von           Lesen von Fertigungszeichnungen und

        einfachen           Anfertigen von einschlägigen Skizzen

        Fertigungs-

        zeichnungen

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   41.  Grundkennt-    Kenntnis über         -              -

        nisse über     Korrosions-

        Korrosions-    schutz und

        schutz und     Oberflächen-

        Oberflächen-   schutz

        schutz

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   42.      Kenntnis und Verwendung von Schmiermitteln und deren

                        umweltgerechte Entsorgung

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   43.        Kundenorientiertes Verhalten und Kundenberatung

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   44.        Kenntnis und Anwendung englischer Fachausdrücke

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   45.   Die für den Lehrberuf relevanten Maßnahmen und Vorschriften

          zum Schutz der Umwelt; Grundkenntnisse der betrieblichen

        Maßnahmen zum sinnvollen Energieeinsatz im berufsrelevanten

          Arbeitsbereich; Grundkenntnisse der im berufsrelevanten

           Arbeitsbereich anfallenden Reststoffe und über deren

         Trennung, Verwertung, sowie über die Entsorgung des Abfalls

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   46.        Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden

                             Verpflichtungen

                (§§ 9 und 10 des Berufsausbildungsgesetzes)

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   47.       Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften

        einschließlich der einschlägigen ÖVE-Vorschriften sowie der

        sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutz des

                        Lebens und der Gesundheit

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   48.   Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen

                             Vorschriften

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§ 4

Text

Lehrabschlußprüfung

§ 4.

(1) Die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Landmaschinentechniker gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände Prüfarbeit und Fachgespräch.

(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände Fachkunde, Fachrechnen und Fachzeichnen.

(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrziels der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule für den Lehrberuf Landmaschinentechniker oder den erfolgreichen Abschluß einer die Lehrzeit ersetzenden berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nachgewiesen hat.

§ 5

Text

Praktische Prüfung

Prüfarbeit

§ 5.

(1) Die Prüfung umfaßt folgende Arbeitsproben:

1.

Eine Arbeitsprobe aus der Metallbearbeitung, bestehend aus:

a)

Messen, Anreißen, Feilen, Bohren,

b)

Gewindeschneiden,

c)

Weichlöten und Hartlöten,

d)

einfache Arbeiten an Werkzeugmaschinen,

e)

Gasschmelzschweißen und Elektroschweißen;

2.

eine Arbeitsprobe aus der Steuer- und Regelungstechnik, bestehend aus:

a)

Arbeiten an hydraulischen oder elektrohydraulischen Komponenten bei hydraulischen Baugruppen von Traktoren oder anderen Landmaschinen und Geräten,

b)

Arbeiten an Hydraulik- und Pneumatik-Übungsständen, Funktionsabläufe nach Schaltplänen, Anfertigen und Überprüfen;

3.

eine Arbeitsprobe aus der Maschinentechnik, bestehend aus:

a)

Fehlersuche,

b)

Störungsbehebung,

c)

Zerlegen und Zusammenbau.

(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und das Tätigkeitsgebiet des Lehrbetriebes jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in zwölf Stunden ausgeführt werden kann. Hiebei ist für die Arbeitsproben gemäß Abs. 1 Z 1 bis Z 3 jeweils eine Dauer von vier Stunden zu Grunde zu legen.

(3) Die Prüfung ist nach 14 Stunden zu beenden.

(4) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende Kriterien maßgebend:

1.

Maßhaltigkeit und Sauberkeit,

2.

fachgerechte Arbeitsweise,

3.

fachgerechtes Verwenden der richtigen Werkzeuge und Maschinen.

§ 6

Text

Fachgespräch

§ 6.

(1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.

(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen.

(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind Prüfstücke, Geräte, Baugruppen, Demonstrationsobjekte, Zeichnungen oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sowie über einschlägige Umweltschutz- und Entsorgungsmaßnahmen sind miteinzubeziehen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs mit Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen oder Problemen zu führen.

(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling zumindest 15 Minuten dauern. Es ist jedenfalls nach 20 Minuten zu beenden. Eine Verlängerung um höchstens zehn Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.

§ 7

Text

Theoretische Prüfung

Allgemeine Bestimmungen

§ 7.

(1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufs möglich ist. Die theoretische Prüfung kann auch in rechnergestützter Form erfolgen, wobei jedoch alle wesentlichen Schritte für die Prüfungskommission nachvollziehbar sein müssen.

(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.

(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Sie sind den Prüflingen anläßlich der Aufgabenstellung getrennt zu erläutern.

(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.

§ 8

Text

Fachkunde

§ 8.

(1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Werkstoffe und Arbeitsverfahren,

2.

Maschinenelemente,

3.

einschlägige Werkzeuge und Werkzeugmaschinen,

4.

Landmaschinen,

5.

Dieselmotoren und Ottomotoren.

(2) Die Prüfung kann auch in programmierter Form mit Fragebögen erfolgen. In diesem Fall sind aus jedem Bereich sechs Aufgaben zu stellen.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 9

Text

Fachrechnen

§ 9.

(1) Die Prüfung hat je eine Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Längenberechnung und Flächenberechnung,

2.

Volumsberechnung und Masseberechnung,

3.

Arbeitsberechnung, Leistungsberechnung und Festigkeitsberechnung,

4.

Übersetzungsberechnung,

5.

Schnittgeschwindigkeitsberechnung und Umfangsgeschwindigkeitsberechnung.

(2) Das Verwenden von Rechenbehelfen, Formeln und Tabellen ist zulässig.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 10

Text

Fachzeichnen

§ 10.

(1) Die Prüfung hat die Anfertigung einer Fertigungszeichnung eines einfachen Maschinenteils im Grundriß und im Aufriß zu umfassen.

(2) Die Aufgabe ist so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden kann.

(3) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 11

Text

Wiederholungsprüfung

§ 11.

(1) Die Lehrabschlußprüfung kann wiederholt werden.

(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit „Nicht genügend“ bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat in diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzulegen, wann innerhalb des Zeitraums von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.

(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung abgelegt werden.

§ 12

Text

Eingeschränkte Zusatzprüfung

§ 12.

(1) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung in den Lehrberufen Anlagenmonteur, Betriebsschlosser, Fahrzeugfertiger, Maschinenschlosser und Schlosser kann eine im Vergleich zu § 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Landmaschinentechniker abgelegt werden. Diese erstreckt sich auf den Gegenstand Prüfarbeit im Umfang des § 5 Abs. 1 Z 2 und 3 und auf den Gegenstand Fachgespräch. Für die Zusatzprüfung gelten die §§ 5 und 6 sinngemäß.

(2) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Kraftfahrzeugmechaniker kann eine im Vergleich zu § 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Landmaschinentechniker abgelegt werden. Diese erstreckt sich auf den Gegenstand Fachgespräch. Für die Zusatzprüfung gilt § 6 sinngemäß.

§ 14

Text

Übergangsbestimmungen

§ 14.

(1) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Landmaschinenmechaniker, BGBl. Nr. 73/1972, in der Fassung der Verordnungen BGBl. Nr. 395/1976 und BGBl. Nr. 291/1979 treten unbeschadet Abs. 3 mit Ablauf des 30. Juni 1999 außer Kraft.

(2) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Landmaschinenmechaniker, BGBl. Nr. 534/1987, in der Fassung der Verordnungen BGBl. Nr. 511/1992 und BGBl. Nr. 589/1992 tritt unbeschadet Abs. 3 mit Ablauf des 30. Juni 1998 außer Kraft.

(3) Lehrlinge, die am 30. Juni 1999 im Lehrberuf Landmaschinenmechaniker im dritten oder im vierten Lehrjahr ausgebildet werden, sind entsprechend den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften weiter auszubilden und können bis ein Jahr nach Ende der Lehrzeit zur Lehrabschlußprüfung auf Grund der in Abs. 2 angeführten Prüfungsordnung antreten.

§ 15

Text

Schlußbestimmung

§ 15.

Diese Verordnung tritt mit 1. September 1998 in Kraft.