Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Fußpfleger-Ausbildungsordnung, Fassung vom 26.06.2019

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Berufsausbildung im Lehrberuf Fußpfleger (Fußpfleger-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. Nr. 637/1996

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der §§ 7, 8, 24 und 27 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Kompetenzbereinigungsgesetz 1992, BGBl. Nr. 256/1993, wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Arbeit und Soziales verordnet:

§ 1

Text

Einrichtung des Lehrberufes Fußpfleger

 

§ 1. (1) Es wird der Lehrberuf „Fußpfleger'' mit einer Lehrzeit von zwei Jahren eingerichtet.

(2) In der Lehrberufsliste (Anlage zur Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten, mit der die Lehrberufsliste erlassen wird, BGBl. Nr. 268/1975, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 902/1995) lauten die Bestimmungen betreffend den Lehrberuf Fußpfleger nunmehr wie folgt:

---------------------------------------------------------------------

                                              Anrechnung der Lehrzeit

      Lehrberuf     Lehrzeit in   Verwandter    auf den verwandten

                      Jahren      Lehrberuf         Lehrberuf

                                                Lehrjahr      Ausmaß

---------------------------------------------------------------------

Fußpfleger              2       Masseur .......   1.           voll

                                Kosmetiker ....   1.           voll

§ 2

Text

Lehrzeitanrechnung von verwandten Lehrberufen

 

§ 2. (1) Die im verwandten Lehrberuf zurückgelegte Lehrzeit ist auf die Lehrzeit im Lehrberuf „Fußpfleger'' im folgenden Ausmaß anzurechnen:

---------------------------------------

                        Anrechnung der

  Verwandter Lehrberuf   Lehrzeit auf

                         den Lehrberuf

                          Fußpfleger

                       Lehrjahr  Ausmaß

---------------------------------------

Kosmetiker ............  1.       voll

Masseur ...............  1.       voll

(2) In der Lehrberufsliste (Anlage zur Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten, mit der die Lehrberufsliste erlassen wird, BGBl. Nr. 268/1975, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 902/1995) werden daher bei den Lehrberufen Kosmetiker und Masseur die Bestimmungen betreffend die Verwandtschaft gemäß Abs. 1 geändert.

§ 3

Text

Berufsprofil Fußpfleger

 

§ 3. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich auszuführen:

1.

Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Instrumente, Apparate, Geräte, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe,

2.

Fachkundiges, fallbezogenes Beratungs- und Verkaufsgespräch,

3.

Beurteilung der Haut aus fußpflegerischer Sicht,

4.

Anwenden physikalischer Fußpflege (Elektrizität, Wasser, Licht, Wärme und Kälte),

5.

Fußmassage, Beinmassage (ausgenommen Massage zu Heilzwecken), Kräuteranwendung, Verabreichen von Fußbädern,

6.

Behandeln und Normalisieren aller Nagelveränderungen und Nageldeformationen an den Zehennägeln,

7.

Schneiden, Schleifen, Feilen, Fräsen und Lackieren der Zehennägel,

8.

Entfernen von Verhärtungen, Schwielen, Hühneraugen und verhornten Hautstellen,

9.

Anlegen von Druckschutzverbänden und Kompressen,

10.

Hand- und Nagelpflege,

11.

Behandeln des Alters- und Diabetikerfußes,

12.

Erkennen und Berücksichtigen von Varizen, Erfrierungen sowie Haut- und Nagelmykosen.

§ 4

Text

Berufsbild

 

§ 4. Für den Lehrberuf Fußpfleger wird folgendes Berufsbild festgelegt. Hiebei sind die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derartig zu vermitteln, daß der Lehrling zur Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit im Sinne des § 3 befähigt wird.

---------------------------------------------------------------------

  Pos.     1. Lehrjahr                      2. Lehrjahr

---------------------------------------------------------------------

   1.  Kenntnis der Arbeitsmaterialien und der Hilfsmittel, ihrer

                Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten

---------------------------------------------------------------------

   2.  Handhaben und Instandhalten (keine Reparatur) der zu

         verwendenden Instrumente, Apparate, Geräte Einrichtungen und

                           Arbeitsbehelfe

---------------------------------------------------------------------

   3.  Richtige energiesparende und schonende Anwendung der

           Apparate, Geräte und Arbeitsbehelfe sowie eine den

          Hygienevorschriften entsprechende Reinigung und Pflege der

                             Instrumente

---------------------------------------------------------------------

   4.  Grundkenntnisse der in der Fußpflege zu verwendenden Mittel,

         Wirkstoffe und Hilfsmittel in bezug auf ihre Eigenschaften,

                        An- und Verwendungsmöglichkeiten

---------------------------------------------------------------------

   5.  Persönliche-, Betriebs- und      Kenntnis der Hygiene,

       Arbeitshygiene                   Grundkenntnisse der

                                        Gesundheitslehre

---------------------------------------------------------------------

   6.     Kenntnis der in der Fußpflege verwendeten Stoffe sowie

           sämtlicher im Betrieb verwendeten Präparate in bezug auf

             ihre Eigenschaften, An- und Verwendungsmöglichkeiten

---------------------------------------------------------------------

   7.  Arbeitsablauf und                Führung der Kundenkartei

       Zeiteinteilung in der Fußpflege

---------------------------------------------------------------------

   8.  Grundkenntnisse der Anatomie (Lehre vom Körperbau),

         Somatologie (Lehre vom menschlichen Körper) und der

          speziellen Histologie (Lehre von der Haut und vom Gewebe)

            sowie Gebiete der Atmung, Ernährung und Stoffwechsel

---------------------------------------------------------------------

   9.  Berufsbezogene Kenntnis der Anatomie und Physiologie der Füße

       und Beine sowie Grundkenntnisse über Blut- und Lymphkreislauf,

                   Ernährung, Diabetes und Stoffwechsel

---------------------------------------------------------------------

  10.  Kenntnis über Beratungs- und     Fachkundiges, fallbezogenes

       Verkaufsgespräch Umgang mit      Beratungs- und

       Kunden                           Verkaufsgespräch mit

                                        berufsbezogener

                                        Ausdrucksweise und

                                        Argumentation

---------------------------------------------------------------------

  11.     Grundkenntnisse der Bewegungslehre der Füße und Beine

---------------------------------------------------------------------

  12.  Kenntnis und Erkennen der        Kenntnis über vorbeugende

       Auswirkungen und Folgen bei      Maßnahmen zur Gesunderhaltung

       Varizen                          der Gefäße der Füße und Beine

---------------------------------------------------------------------

  13.  Kenntnis der Verwendung von      Kenntnis und Erkennen von

       Venen- und Stützstrümpfen,       Fußdeformationen und ihrer

       Einlagen und Gesundheitsschuhen  Folgeerscheinungen

---------------------------------------------------------------------

  14.  Kenntnis der Grundsätze der      Anwendung der physikalischen

       physikalischen Fußpflege         Fußpflege (Elektrizität,

       (Elektrizität, Wasser, Licht,    Wasser, Licht, Wärme und

       Wärme und Kälte)                 Kälte)

---------------------------------------------------------------------

  15.     Beurteilung der Haut des Fußes aus fußpflegerischer Sicht

---------------------------------------------------------------------

  16.  Fußmassage, Beinmassage (ausgenommen Massagen zu Heilzwecken);

           Kräuteranwendung; Verabreichen von Fußbädern; Aromen

---------------------------------------------------------------------

  17.  Erkennen der Formen und          Kenntnis der Spangentechnik,

       Deformation von Zehennägeln;     Nagelprothetik und der

       Schneiden, Schleifen, Feilen,    Orthese, Behandlung und

       Fräsen und Lackieren von         Normalisierung eingewachsener

       Zehennägeln                      Zehennägel

---------------------------------------------------------------------

  18.  Kenntnis über Haut- und Nagelveränderungen; Behandlungsge- und

                               -verbote

---------------------------------------------------------------------

  19.  Kenntnis der Ersten Hilfe                 -

---------------------------------------------------------------------

  20.  Anlegen von                      Kenntnis über die Behandlung

       Druckschutzverbänden und         des Alters- und

       Kompressen                       Diabetikerfußes

---------------------------------------------------------------------

  21.  Entfernen von Verhärtungen,      Entfernen von Hühneraugen

       Hühneraugen                      auch zB im Nagelfalz,

       Schwielen und verhornten         Nagelbett und

       Hautstellen                      Hornhautwucherungen

---------------------------------------------------------------------

  22.  Hand- und Nagelpflege            Handmassage

       (Maniküre); Lackieren der

       Fingernägel

---------------------------------------------------------------------

  23.       Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden

                  Verpflichtungen (§§ 9 und 10 BAG)

---------------------------------------------------------------------

  24.  Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der

         sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutze des

                      Lebens und der Gesundheit

---------------------------------------------------------------------

  25.  Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen

                           Vorschriften

---------------------------------------------------------------------

  26.         Abfalltrennung, Wertguttrennung und Recycling

---------------------------------------------------------------------

§ 5

Text

Ausbildung in Form der Doppellehre

 

§ 5. In Fällen der gleichzeitigen Ausbildung eines Lehrlings in zwei Lehrberufen sind dem Lehrling die Fertigkeiten und Kenntnisse beider Lehrberufe in der in den beiden Berufsbildern festgelegten zeitlichen Reihenfolge unter Bedachtnahme auf die sich gemäß § 6 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes ergebende Lehrzeitdauer zu vermitteln.

§ 6

Text

Gliederung der Lehrabschlußprüfung

 

§ 6. (1) Die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Fußpfleger gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände

1.

Prüfarbeit,

2.

Fachgespräch.

(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände

1.

Fachkunde,

2.

Wirtschaftsrechnen.

(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrzieles der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule für den Lehrberuf Fußpfleger oder den Ersatz der gesamten Lehrzeit auf Grund schulmäßiger Ausbildung gemäß einer Verordnung auf Grund des § 28 des Berufsausbildungsgesetzes nachgewiesen hat.

§ 7

Text

Praktische Prüfung

 

Prüfarbeit

 

§ 7. (1) Die Prüfarbeit hat nach Angabe der Prüfungskommission folgende Aufgaben zu umfassen:

1.

Beurteilen der Haut und des Fußes aus fußpflegerischer Sicht,

2.

Anlegen eines Druckschutzverbandes und einer Kompresse,

3.

Behandeln des Fußes mittels Instrumenten, Präparaten und Apparaten,

4.

Fuß- und Beinmassage (manuell und apparativ),

5.

Hand- und Nagelpflege (Maniküre) und Handmassage,

6.

Komplette Fußpflegebehandlung.

(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in drei Arbeitsstunden durchgeführt werden kann.

(3) Die Prüfarbeit ist nach vier Arbeitsstunden zu beenden.

(4) Für die Bewertung im Gegenstand „Prüfarbeit'' sind folgende Kriterien maßgebend:

1.

richtige Fuß- und Hautbeurteilung,

2.

richtiges Handhaben und Anwenden der Instrumente und Apparate,

3.

Sorgfalt und Arbeitsausführung.

§ 8

Text

Fachgespräch

 

§ 8. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.

(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen.

(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind Fragen über Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sowie über einschlägige Hygienevorschriften mit einzubeziehen.

(4) Die Dauer der Prüfung soll je Prüfling 20 Minuten nicht übersteigen. Eine Verlängerung kann im Einzelfall erfolgen, wenn der Prüfungskommission eine zweifelsfreie Beurteilung des Prüflings sonst nicht möglich erscheint.

§ 9

Text

Theoretische Prüfung

 

Allgemeine Bestimmungen

 

§ 9. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufes möglich ist.

(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.

(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen.

(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüfungskandidaten sind entsprechend zu kennzeichnen.

§ 10

Text

Fachkunde

 

§ 10. (1) Die Fachkunde hat die stichwortartige Beantwortung je einer Frage aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Anatomische und dermatologische Grundkenntnisse,

2.

Kenntnisse über Anomalien,

3.

Grundkenntnisse über die Wirkung von Fußmassage und Fußgymnastik,

4.

Instrumenten- und Apparatekunde,

5.

Hilfsstoffe und Hilfsmittel in der Fußpflege.

(2) Die Fachkunde kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich fünf Aufgaben zu stellen.

(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind Prüfstücke, Modelle, Schautafeln, Demonstrationsobjekte und Werkzeuge heranzuziehen. Fragen über Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sowie über einschlägige Hygienevorschriften sind mit einzubeziehen.

(4) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(5) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 11

Text

Wirtschaftsrechnen

 

§ 11. (1) Das Wirtschaftsrechnen hat zwei einfache Kalkulationen von Behandlungen nach Angabe zu umfassen.

(2) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 30 Minuten durchgeführt werden können.

(3) Die Prüfung ist nach 40 Minuten zu beenden.

§ 12

Text

Wiederholungsprüfung

 

§ 12. (1) Die Lehrabschlußprüfung kann wiederholt werden.

(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „nichtgenügend'' bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit „nichtgenügend'' bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat in diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzulegen, wann innerhalb des Zeitraumes von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.

(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „nichtgenügend'' bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung abgelegt werden.

§ 13

Text

Anwenden der Allgemeinen Lehrabschlußprüfungsordnung

 

§ 13. Im übrigen ist auf die Durchführung der Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Fußpfleger die Allgemeine Lehrabschlußprüfungsordnung, BGBl. Nr. 670/1995, anzuwenden.

§ 14

Text

Verhältniszahlen

 

§ 14. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Fußpfleger werden folgende Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes (fachlich einschlägig ausgebildete Personen - Lehrlinge) festgelegt:

 

1 bis 2 fachlich einschlägig ausgebildete Personen .....  2 Lehrlinge

3 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ...........  3 Lehrlinge

4 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ...........  4 Lehrlinge

ab der 5. fachlich einschlägig ausgebildeten Person auf

je 3 weitere fachlich einschlägig ausgebildete

Personen .......................................  1 weiterer Lehrling

(2) Fachlich einschlägig ausgebildete Personen sind:

1.

der Gewerberechtsinhaber,

2.

der gewerberechtliche Geschäftsführer,

3.

einschlägige Ausbilder,

4.

Personen, die die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf „Fußpfleger'' abgelegt haben,

5.

Personen, die die Lehrabschlußprüfung in einem zum Lehrberuf „Fußpfleger'' verwandten Lehrberuf abgelegt haben und zumindest zwei Jahre fachlich einschlägig tätig waren,

6.

Personen, die zumindest fünf Jahre fachlich einschlägig tätig waren und dabei qualifizierte Tätigkeiten verrichtet haben.

(3) Auf die Verhältniszahlen sind Lehrlinge in den letzten vier Monaten ihrer Lehrzeit und Lehrlinge, denen unter Anwendung des § 28 oder/und § 29 des Berufsausbildungsgesetzes mindestens zwei Lehrjahre ersetzt wurden, nicht anzurechnen.

(4) Auf die Verhältniszahlen sind fachlich einschlägig ausgebildete Personen, die nur vorübergehend oder aushilfsweise im Betrieb beschäftigt sind, nicht anzurechnen.

(5) Werden in einem Betrieb in mehr als einem Lehrberuf Lehrlinge ausgebildet, dann sind Personen, die für mehr als einen dieser Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildet sind, nur auf die Verhältniszahl eines dieser Lehrberufe anzurechnen. Wenn aber in einem Betrieb nur eine einzige, jedoch für alle in Betracht kommenden Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildete Person beschäftigt ist, dürfen - unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen - insgesamt höchstens drei Lehrlinge ausgebildet werden.

(6) Ein Ausbilder ist bei der Ermittlung der Verhältniszahlen gemäß Abs. 1 als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person zu zählen. Wenn er jedoch mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, ist er als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person bei den Verhältniszahlen aller Lehrberufe zu zählen, in denen er Lehrlinge ausbildet.

§ 15

Text

§ 15. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Fußpfleger werden folgende Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes (Ausbilder - Lehrlinge) festgelegt:

1.

Auf je drei Lehrlinge zumindest ein Ausbilder, der nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist,

2.

auf je acht Lehrlinge zumindest ein Ausbilder, der ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist.

(2) Die Verhältniszahl gemäß § 14 Abs. 1 darf jedoch nicht überschritten werden.

(3) Ein Ausbilder, der mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, darf unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden, wie es der höchsten Lehrlingszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes der in Betracht kommenden Lehrberufe entspricht.

§ 16

Text

Schluß- und Übergangsbestimmungen

 

§ 16. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Jänner 1997 in Kraft.

(2) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', Verordnung BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, treten - unbeschadet § 17 Abs. 1 - mit Ablauf des 31. Dezember 1996 außer Kraft.

(3) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf „Fußpfleger'', Verordnung BGBl. Nr. 275/1975, tritt - unbeschadet § 17 Abs. 1 - mit Ablauf des 31. Dezember 1996 außer Kraft.

§ 17

Text

§ 17. (1) Lehrlinge, die am 31. Dezember 1996 im Lehrberuf „Fußpfleger'' entsprechend den Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, ausgebildet werden, sind bis zum Ablauf der im Lehrvertrag vereinbarten Lehrzeit nach den Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, auszubilden. Sie können innerhalb eines Jahres nach Lehrzeitende zur Lehrabschlußprüfung gemäß der Verordnung BGBl. Nr. 275/1975 antreten. Wenn jedoch durch Lehrvertragsänderung ein Übergang zum neuen Lehrberuf „Fußpfleger'' erfolgt, finden die Bestimmungen der „Fußpfleger-Ausbildungsordnung'' Anwendung.

(2) Lehrzeiten, die im Lehrberuf „Fußpfleger'' entsprechend den Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, zurückgelegt wurden, sind zur Gänze anzurechnen.