Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Kunststoffverarbeiter-Meisterprüfungsordnung, Fassung vom 31.01.2004

§ 0

Beachte für folgende Bestimmung

Auf Grund der Übergangsbestimmung des § 375 Abs. 1 Z 74 GewO 1994
mit Ablauf des 31. Jänner 2004 außer Kraft getreten.

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Durchführung der Meisterprüfung für das Handwerk der Kunststoffverarbeiter (Kunststoffverarbeiter-Meisterprüfungsordnung)
StF: BGBl. Nr. 289/1994

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 20 der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, wird verordnet:

§ 1

Beachte für folgende Bestimmung

Auf Grund der Übergangsbestimmung des § 375 Abs. 1 Z 74 GewO 1994
mit Ablauf des 31. Jänner 2004 außer Kraft getreten.

Text

Anwendung der Allgemeinen Meisterprüfungsordnung

§ 1. Auf die Durchführung der Meisterprüfung für das Handwerk der Kunststoffverarbeiter gemäß § 94 Z 91 GewO 1994 ist die Allgemeine Meisterprüfungsordnung, BGBl. Nr. 454/1993, in der jeweils geltenden Fassung, anzuwenden.

§ 2

Beachte für folgende Bestimmung

Auf Grund der Übergangsbestimmung des § 375 Abs. 1 Z 74 GewO 1994
mit Ablauf des 31. Jänner 2004 außer Kraft getreten.

Text

Fachlich-praktischer Teil der Meisterprüfung

§ 2. (1) Der fachlich-praktische Teil der Meisterprüfung umfaßt die Ausführung von Meisterarbeiten zum Nachweis folgender Fertigkeiten:

1.

Auswählen der Werk- und Hilfsstoffe,

2.

Aufbereiten der Werk- und Hilfsstoffe,

3.

Aufrüsten (Einspannen, Einrichten und Einstellen) der zu verwendenden Maschinen, Werkzeuge, Anlagen und Einrichtungen,

4.

Herstellen des Formteiles,

5.

Beurteilen der Qualität und

6.

Erkennen und Beheben von Mängeln.

(2) Entsprechend der Aufgabenstellung durch die Meisterprüfungskommission sind auszuführen:

1.

Meisterarbeiten, die der Anfertigung eines Prüfungsstückes dienen, wobei Formteile aus Kunststoff in zwei von der Meisterprüfungskommission festgesetzten Verarbeitungsverfahren herzustellen sind, und

2.

gegebenenfalls auch Meisterarbeiten zum Nachweis jener Fertigkeiten gemäß Abs. 1, die bei den unter Z 1 fallenden Meisterarbeiten nicht nachgewiesen werden können.

(3) Die Ausführung der Meisterarbeiten muß vom Prüfling in sechs Stunden erwartet werden können. Der fachlich-praktische Teil der Meisterprüfung ist nach sieben Stunden zu beenden.

(4) Im Rahmen des fachlich-praktischen Teils der Meisterprüfung ist im Zusammenhang mit der Ausführung der Meisterarbeiten ein Fachgespräch durchzuführen, um die berufliche Erfahrung und das praktische Wissen des Prüflings festzustellen. Die Dauer des Fachgespräches darf 45 Minuten nicht übersteigen.

§ 3

Beachte für folgende Bestimmung

Auf Grund der Übergangsbestimmung des § 375 Abs. 1 Z 74 GewO 1994
mit Ablauf des 31. Jänner 2004 außer Kraft getreten.

Text

Fachlich-theoretischer Teil der Meisterprüfung

§ 3. (1) Der fachlich-theoretische Teil der Meisterprüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung.

(2) Die schriftliche Prüfung hat sich auf die Gegenstände Fachkunde gemäß § 4, Fachrechnen und Fachkalkulation gemäß § 5 und Fachzeichnen gemäß § 6 zu erstrecken. Die Erledigung der Prüfungsaufgaben muß vom Prüfling im Gegenstand Fachkunde in zwei Stunden, im Gegenstand Fachrechnen und Fachkalkulation in einer Stunde und im Gegenstand Fachzeichnen in drei Stunden erwartet werden können. Die Prüfung ist im Gegenstand Fachkunde nach zweieinhalb Stunden, im Gegenstand Fachrechnen und Fachkalkulation nach eineinhalb Stunden und im Gegenstand Fachzeichnen nach vier Stunden zu beenden.

§ 4

Beachte für folgende Bestimmung

Auf Grund der Übergangsbestimmung des § 375 Abs. 1 Z 74 GewO 1994
mit Ablauf des 31. Jänner 2004 außer Kraft getreten.

Text

Fachkunde

§ 4. Die Prüfung im Gegenstand Fachkunde hat je eine Aufgabe aus folgenden Bereichen zu umfassen:

1.

Materialkunde:

a)

Bestimmungen von Typ, Eigenschaften, Bezeichnung, Verwendung, Konditionierung und Verarbeitung der Werk- und Hilfsstoffe,

b)

Besonderheiten bestimmter Werk- und Hilfsstoffe, wie Brandverhalten, Selbstentzündung, Entweichen gesundheitsschädlicher Dämpfe, Lebensmittelechtheit, physiologische Unbedenklichkeit und Entsorgungstechniken,

c)

Additive, Füllstoffe und deren Einfluß,

d)

Rheologie und Berücksichtigung rheologischer Kenngrößen,

e)

Werkstoffprüfung und

f)

Teileprüfung (Maße, Gewicht, Gefüge, Oberfläche und Farbe),

2.

Maschinen- und Peripheriegeräte, Einrichtungen und Anlagen wie Kühltürme, Wasseraufbereitung und Absaugung:

a)

Arten und Auswahlkriterien,

b)

Automatisierung, Einsatz von Robotern und Werkzeugwechsel (Handling-Geräte),

c)

Arten der Steuerungen, insbesondere zur computergestützten Fertigung wie NC, CNC sowie Vernetzung wie CAD, CIM, CAM,

BDE,

d)

marktgängige EDV-Programme für die computergestützte Fertigung und

e)

Hydraulik, Pneumatik, Mechanik, Grundkenntnisse der Elektrik und Elektronik,

3.

Formen, Werkzeuge und Vorrichtungen,

4.

Arbeitskunde:

a)

Arbeitsvorbereitung und

b Qualitätsoptimierung und -sicherung,

5.

Verfahren,

6.

Fachliche Sondervorschriften (einschlägige Vorschriften und Normen) und

7.

Branchenspezifischer Umwelt- und Arbeitnehmerschutz:

a)

einschlägige Sicherheitsvorschriften der Unfallverhütung und des Arbeitnehmerschutzes und

b)

einschlägige Vorschriften des Umweltschutzes.

§ 5

Beachte für folgende Bestimmung

Auf Grund der Übergangsbestimmung des § 375 Abs. 1 Z 74 GewO 1994
mit Ablauf des 31. Jänner 2004 außer Kraft getreten.

Text

Fachrechnen und Fachkalkulation

§ 5. (1) Die Prüfung im Gegenstand Fachrechnen und Fachkalkulation hat zu umfassen:

1.

je eine Aufgabe aus folgenden Bereichen:

a)

Berechnungen von Flächen und Körperinhalten,

b)

Gewichtsberechnung,

c)

Materialbedarfsberechnung und

d)

Berechnungen von Maschinenkräften und

2.

die Ausführung eines fachlichen Kalkulationsbeispieles in Form der Erstellung einer Angebotskalkulation für einen Kunststofformteil (unter Verwendung des Kalkulationshandbuches) anhand einer Werkzeichnung unter Angabe des Materials, der Stückzahl (projektierter Gesamtbedarf und Losgrößen) und der Fertigungsdauer.

(2) Die Verwendung von Arbeits- und Rechenbehelfen zB für die Ermittlung der Zyklenzeit (auf Grund Kühlzeit), der Härtezeit, des Forminnendruckes (bzw. Nachdruckes) und der Schwindung ist zulässig.

§ 6

Beachte für folgende Bestimmung

Auf Grund der Übergangsbestimmung des § 375 Abs. 1 Z 74 GewO 1994
mit Ablauf des 31. Jänner 2004 außer Kraft getreten.

Text

Fachzeichnen

§ 6. Die Prüfung im Gegenstand Fachzeichnen hat zu umfassen:

1.

die Anfertigung einer einfachen, normgerechten Werkzeichnung und

2.

die Anfertigung von (Detail-)Skizzen.