Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für V über Lehrabschlußprüfung Destillateur, Fassung vom 16.06.2024

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Handel, Gewerbe und Industrie vom 4. September 1974, mit der die Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Destillateur erlassen wird
StF: BGBl. Nr. 607/1974

Änderung

Bundesgesetzblatt Nr. 355 aus 1976,

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des Paragraph 24, des Berufsausbildungsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 142 aus 1969,, wird verordnet:

§ 1

Text

Gliederung der Lehrabschlußprüfung

Paragraph eins, (1) Die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Destillateur gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

  1. Absatz 2Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände
    1. Litera a
      Prüfarbeit,
    2. Litera b
      Fachgespräch.
  2. Absatz 3Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände
    1. Litera a
      Fachrechnen,
    2. Litera b
      Fachkunde,
    3. Litera c
      Spezielle Fachkunde.
    Die Prüfung in den Gegenständen a) bis c) erfolgt schriftlich.
  3. Absatz 4Die Gegenstände der theoretischen Prüfung sind nicht zu prüfen, wenn der Prüfling die Erreichung des Lehrzieles der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule gemäß Paragraph 4, Absatz eins, der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 170 aus 1974, nachgewiesen hat.

§ 2

Text

Durchführung der praktischen Prüfung

Paragraph 2, (1) Die Prüfung im Gegenstand "Prüfarbeit" hat die Durchführung von Arbeitsproben und Demonstrationen nach Angabe zu umfassen, wobei sämtliche nachstehende Fertigkeiten nachzuweisen sind:

Destillieren, Spindeln, Herstellen von Alkohol-Wassermischungen

unter Berücksichtigung von Kontraktionen, Geschmacks- und Geruchsproben. Die Verwendung von Tabellen ist zulässig.

  1. Absatz 2Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in vier Arbeitsstunden durchgeführt werden kann.
  2. Absatz 3Die Prüfung im Gegenstand "Prüfarbeit" ist nach fünf Arbeitsstunden zu beenden.
  3. Absatz 4Die Prüfung im Gegenstand "Fachgespräch" ist unter Verwendung von Fachausdrücken vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen; sie hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln und das praktische Wissen des Prüflings festzustellen.
  4. Absatz 5Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Fragen über Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind miteinzubeziehen.
  5. Absatz 6Die Dauer der Prüfung im Gegenstand "Fachgespräch" soll je Prüfling 20 Minuten nicht übersteigen. Eine Verlängerung kann im Einzelfall erfolgen, wenn der Prüfungskommission eine zweifelsfreie Beurteilung des Prüflings sonst nicht möglich erscheint.

§ 3

Text

Durchführung der theoretischen Prüfung

Paragraph 3, (1) Die theoretische Prüfung kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufes möglich ist.

  1. Absatz 2Der theoretische Prüfungsteil hat in der Regel zeitlich vor dem praktischen Prüfungsteil zu liegen.
  2. Absatz 3Die schriftlichen Prüfungsaufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Im Gegenstand "Fachrechnen" ist die Verwendung von Formel- und Tabellenbehelfen zulässig.
  3. Absatz 4Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.
  4. Absatz 5Die Prüfung im Gegenstand "Fachrechnen" hat die Durchführung je einer Prüfungsaufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:

Volums- und Gewichtsberechnung, Ausbeuteberechnung,

Mischungsrechnungen oder Ausmischungsrechnungen, Kontraktionsberechnung,

Erhöhen oder Verringern des Alkoholgehaltes bei

Fertigungszeugnissen, wo die Grädigkeit vorgeschrieben ist.

  1. Absatz 6Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können. Die Prüfung in diesem Gegenstand ist nach 80 Minuten zu beenden.
  2. Absatz 7Die Prüfung im Gegenstand "Fachkunde" hat die stichwortartige Durchführung je einer Prüfungsaufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:

Roh- und Ausgangsstoffe,

Apparate- und Gerätekunde,

Destillerie,

Kellerwirtschaft.

  1. Absatz 8Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können. Die Prüfung in diesem Gegenstand ist nach 80 Minuten zu beenden.
  2. Absatz 9Die Prüfung im Gegenstand "Spezielle Fachkunde" hat die Darstellung des in sich geschlossenen Arbeitsablaufes eines Fertigerzeugnisses zu umfassen.
  3. Absatz 10Die Aufgabe ist so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden kann. Die Prüfung in diesem Gegenstand ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 4

Text

Wiederholungsprüfung

Paragraph 4, (1) Die Lehrabschlußprüfung kann wiederholt werden, wenn sie nicht bestanden wurde.

  1. Absatz 2Wenn mehr als drei Prüfungsgegenstände mit "nichtgenügend" bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen; andernfalls ist die Wiederholungsprüfung auf die mit "nichtgenügend" bewerteten Gegenstände zu beschränken.
  2. Absatz 3Ist die Wiederholungsprüfung auf die mit "nichtgenügend" bewerteten Gegenstände zu beschränken, hat die Prüfungskommission unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen eine Wiederholungsprüfung zuzulassen, die frühestens drei, spätestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung zu liegen hat. Ansonsten darf die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung liegen.

§ 5

Text

Zusatzprüfung

Paragraph 5, (1) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Brauer und Mälzer kann eine Zusatzprüfung im Lehrberuf Destillateur abgelegt werden. Diese hat die Gegenstände "Prüfarbeit" und "Fachgespräch" zu umfassen.

  1. Absatz 2Für die Zusatzprüfung gilt Paragraph 2, sinngemäß.

§ 6

Text

Schlußbestimmungen

Paragraph 6, (1) Auf die Durchführung der Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Destillateur ist im übrigen die Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 170 aus 1974, anzuwenden.

  1. Absatz 2Diese Verordnung tritt mit 1. Jänner 1975 in Kraft.