Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Verstaatlichungsgesetz, Fassung vom 16.04.2024

§ 0

Langtitel

Bundesgesetz vom 26. Juli 1946 über die Verstaatlichung von Unternehmungen (Verstaatlichungsgesetz)
StF: BGBl. Nr. 168/1946 (NR: GP V IA 3/A AB 193 S. 30. BR: S. 11.)

Änderung

Bundesgesetzblatt Nr. 80 aus 1954,

Bundesgesetzblatt Nr. 217 aus 1956, (NR: GP römisch VIII RV 73 AB 96 S. 11. BR: S. 119.)

Bundesgesetzblatt Nr. 298 aus 1987, (NR: GP römisch XVII RV 144 AB 220 S. 26. BR: AB 3285 S. 489.)

Sonstige Textteile

Der Nationalrat hat beschlossen:

§ 1

Text

Paragraph eins,
  1. Absatz einsMit dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes gehen die Anteilsrechte an den in der Anlage genannten Gesellschaften und die dort angeführten Unternehmungen und Betriebe in das Eigentum der Republik Österreich über.
  2. Absatz 2Hiefür ist eine angemessene Entschädigung zu leisten; die näheren Vorschriften trifft ein besonderes Bundesgesetz.
  3. Absatz 3Durch Verordnung kann bestimmt werden, daß die in der Anlage angeführten Unternehmungen und Betriebe statt auf den Staat in das Eigentum staatseigener Gesellschaften übergehen.

§ 2

Text

Paragraph 2,
  1. Absatz einsDas Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung hat unter dem Gesichtspunkte der zusammenfassenden Wirtschaftsplanung und -lenkung die Anteilsrechte auszuüben und die Unternehmungen und Betriebe zu verwalten.
  2. Absatz 2Die Bundesregierung kann durch Verordnung Ausnahmen bestimmen.

§ 5

Text

Paragraph 5,

Die notwendigen Eintragungen in die öffentlichen Bücher und Register sind unter Berufung auf dieses Bundesgesetz auf Antrag der Finanzprokuratur durchzuführen; das Ansuchen gilt als Urkunde im Sinne des Paragraph 33, Grundbuchsgesetz.

§ 6

Text

Paragraph 6,
  1. Absatz einsZwischen dem 27. April 1945 und dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes vorgenommene Rechtshandlungen, die sich auf verstaatlichte Gesellschaften, Unternehmungen und Betriebe beziehen, können durch die Finanzprokuratur angefochten werden, wenn sie geeignet sind, den Zweck dieses Bundesgesetzes zu vereiteln, oder offenkundig wirtschaftlich unbegründet sind, wie insbesondere die Vereinbarung unangemessen hoher Bezüge oder Zuwendungen.
  2. Absatz 2Bestehen triftige Gründe zur Annahme, daß einer der Tatbestände des Abs. (1) vorliegt, so hat das Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung der Finanzprokuratur die Anfechtung der Rechtshandlung aufzutragen.
  3. Absatz 3Die Anfechtung kann innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes durch Klage oder Einrede geltend gemacht werden.
  4. Absatz 4Die Bestimmungen der Anfechtungsordnung vom 10. Dezember 1914, R.G.Bl. Nr. 357, sind anzuwenden.

§ 7

Text

Paragraph 7,

Anmerkung, Absatz eins, gegenstandslos)

  1. Absatz 2Die Bestimmungen des Abs. (1) treten nach Ablauf eines Jahres nach Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes außer Kraft, falls das Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung hiefür nicht einen früheren Zeitpunkt durch Verordnung bestimmt.

§ 8

Text

Paragraph 8,

Der Übergang von Rechten nach Paragraph eins und die zur Durchführung der Bestimmungen des Paragraph eins, erforderlichen Rechtsgeschäfte, Schriften und Amtshandlungen unterliegen keiner öffentlichen Abgabe.

§ 9

Text

Paragraph 9,

Mit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes ist das Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung im Einvernehmen mit den beteiligten Bundesministerien, hinsichtlich der Bestimmungen des Paragraph 2,, Abs. (2), die Bundesregierung betraut. Das Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung kann erforderlichenfalls die Firmenbezeichnung der in der Anlage genannten Gesellschaften und der dort angeführten Unternehmungen und Betriebe durch Verordnung richtigstellen.

Anl. 1

Text

Anlage.

Es werden folgende Gesellschaften, Unternehmungen und Betriebe verstaatlicht:
römisch eins. Gesellschaften:

1. Aktiengesellschaften:

Creditanstalt – Bankverein, Wien,

Länderbank Wien Aktiengesellschaft, Wien,

Hypotheken- und Credit-Institut Aktiengesellschaft, Wien,

Österreichisch-Alpine Montangesellschaft, Wien,

Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke Aktiengesellschaft, Linz,

Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbau-Gesellschaft, Graz,

Stahl- und Temperguß Aktiengesellschaft vorm. Fischer-Traisen, Wien,

Steirische Gußstahlwerke Aktiengesellschaft, Wien,

Kärntnerische Eisen- und Stahlwerks-Aktiengesellschaft, Wien,

Eisenwerke Aktiengesellschaft, Krieglach,

Bleiberger Bergwerks-Union, Klagenfurt,

Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks-Aktiengesellschaft, Linz,

Steirische Kohlenbergwerks-Aktiengesellschaft, Wien,

Die Lankowitzer Kohlen-Compagnie, Leoben,

Gebr. Böhler & Co. Aktiengesellschaft, Wien,

Schoeller-Bleckmann Stahlwerke Aktiengesellschaft, Wien,

St. Egydyer Eisen- und Stahl-Industrie-Gesellschaft, Wien,

Simmering-Graz-Pauker Aktiengesellschaft für Maschinen, Kessel- und Waggonbau, Wien,

Wiener Lokomotivfabrik – Aktiengesellschaft, Wien,

AEG-Union Elektrizitäts-Gesellschaft, Wien,

Elin Aktiengesellschaft für elektrische Industrie, Wien,

Österreichische Stickstoffwerke, Aktiengesellschaft, Linz,

Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, Wien,

Schiffswerft Linz Aktiengesellschaft, Linz a. D.

Berndorfer Metallwarenfabrik Arthur Krupp Aktiengesellschaft, Wien,

Hofherr-Schrantz, Landwirtschaftliche Maschinenfabrik, Aktiengesellschaft, Wien,

Wiener Brückenbau- und Eisenkonstruktions-Aktiengesellschaft, Wien,

Mannesmann-Trauzl Aktiengesellschaft, Wien,

Vereinigte Wiener Metallwerke Aktiengesellschaft, Wien,

Rohoel-Gewinnungs-Aktiengesellschaft, Wien,

Steinberg Naphta Aktiengesellschaft, Wien,

G. Rumpel Aktiengesellschaft, Wien,

Vacuum Oil Companie Aktiengesellschaft, Wien,

Aktiengesellschaft der Shell-Floridsdorfer Mineralölfabrik, Wien,

Korneuburger Mineralölraffinerie Aktiengesellschaft, Korneuburg,

Südostdeutsche Ferngas-Aktiengesellschaft, Wien.

2. Gesellschaften mit beschränkter Haftung:

Kärntner Bergwerksgesellschaft m.b.H., Klagenfurt,

Lavantthaler Kohlenbergbau-Gesellschaft m.b.H., St. Stefan im Lavantthal,
Niederdonau Erdöl Gesellschaft m.b.H., Wien,
Erdölproduktions-Gesellschaft m.b.H., Wien,
PRAM Erdöl Explorations-Gesellschaft m.b.H., Taufkirchen a. Pram,
Donau-Oel Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Wien,
Österreichische Mineralölwerke Gesellschaft m.b.H., Wien,
Wiener Erdgas-Gesellschaft m.b.H., Wien,
Reintal-Gas-Gesellschaft m.b.H., Hausbrunn,
Zaya-Gas-Gesellschaft m.b.H., Hausbrunn.

3. Gewerkschaften:

Gewerkschaft „Schwazer Bergwerks-Verein“, Schwaz,
Gewerkschaft Austrogasco, Wien,
Gewerkschaft „Raky-Danubia“, Wien.

römisch II. Unternehmungen:

Die Aktiven und Passiven der

Schmidhütte Krems, Schmid & Co., Kommanditgesellschaft, Wien,

Schmidhütte Liezen, Schmid & Co., Kommanditgesellschaft, Liezen.

römisch III. Betriebe:

Die inländischen Aktiven und Passiven der

Montanwerke Brixlegg Ges.m.b.H., Berlin,
Siemens-Schuckertwerke Aktiengesellschaft, Berlin,
Siemens & Halske, Aktiengesellschaft, Berlin,
Deutsche Erdöl Aktiengesellschaft, Berlin,
Hermann von Rautenkranz Internationale Tiefbohr Kommanditgesellschaft (Itag) Celle,
Gewerkschaft Elwerath Erdölwerke, Hannover,
Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft, Hannover-Berlin,
Wintershall Aktiengesellschaft, Berlin,
Tiefbohrunternehmen Richard K. van Sickle, Wien,
Großdeutsche Schachtbau- & Tiefbohr Gesellschaft, Salzgitter,
Ferdinand Koller & Sohn, Celle bei Hannover,
Kohle-Öl Union von Busse Komm.Ges., Berlin,
„DEUTAG“ Deutsche Tiefbohr A.G., Aschersleben,
Louis Ritz & Co. Hamburg,
Aktiengesellschaft der Kohlenwertstoff-Verbände, Bochum;

ferner mit allen dazugehörigen Aktiven und Passiven:

Betrieb Kupferbergbau Mitterberg der Studiengesellschaft Deutscher Kupferbergbau Ges. m. b. H., Eisleben,

der Betrieb Aluminiumwerk Mattighofen-Ranshofen der Vereinigten Aluminiumwerke Aktiengesellschaft, Berlin,

der Betrieb Rohöl-Raffinerie Moosbierbaum der Donau Chemie-Aktiengesellschaft, Wien,

der Betrieb Kohlenbergbau Grünbach der „Sirius-Grünbach“ Aktiengesellschaft für Industrie und Steinkohlenbergbau, Wien.