Verwaltungsgerichtshof
10.12.2025
Ra 2022/05/0150
GRS wie Ra 2018/11/0057 E 13. Dezember 2018 RS 2
An der - aus Artikel 6, MRK abgeleiteten - Verpflichtung zur Berücksichtigung einer als unangemessen qualifizierten Verfahrensdauer im Rahmen der Strafbemessung hat die Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 insoweit nichts Entscheidendes geändert. So hat der VfGH auch zur neuen Rechtslage schon ausgesprochen, dass auch die Verwaltungsgerichte eine überlange Verfahrensdauer als Milderungsgrund iSd Paragraph 19, Absatz 2, VStG unter sinngemäßer Anwendung des Paragraph 34, Absatz 2, StGB im Wege einer neuerlichen Strafbemessung zu berücksichtigen haben vergleiche VfGH 24.11.2017, E 2792 aus 2017,; 11.6.2018, E 2735 aus 2017,, jeweils zu Fällen einer überlangen Dauer zwischen der Verkündung des Erkenntnisses und der Zustellung der schriftlichen Ausfertigung). Die in Rede stehende Verpflichtung nach Artikel 6, MRK entspricht inhaltlich der nach Artikel 47, GRC vergleiche nur etwa EuGH 16.5.2017, C-682/15, Berlioz, VfGH 14.3.2012, U 466/11ua (VfSlg. 19632), VwGH 19.10.2016, Ro 2014/15/0019).
ECLI:AT:VWGH:2025:RA2022050150.L04