Verwaltungsgerichtshof
26.01.2023
Ra 2022/01/0220
Die Wahlgerichtsbarkeit nach Artikel 141, B-VG, also die Entscheidung in Angelegenheiten, die in dieser Verfassungsbestimmung angeführt sind, ist von der Zuständigkeit des VwGH ausgeschlossen vergleiche VwGH 22.5.2012, 2011/04/0187). Die Wahlgerichtsbarkeit des VfGH gemäß Artikel 141, B-VG über Anfechtungen von Entscheidungen von VwG - die insoweit gleichsam als "Wahlgerichte erster Instanz" berufen sind - geht der Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit des VfGH gemäß Artikel 144, B-VG vor vergleiche VfGH 23.2.2015, E 158 aus 2015, = VfSlg. 19.944). Die Wahlgerichtsbarkeit des VfGH ist auf die in Artikel 141, B-VG ausdrücklich genannten Fälle eingeschränkt vergleiche idS etwa VfGH 27.6.2017, E 1823 aus 2017,). Verwaltungsstrafverfahren sind in der Aufzählung des Artikel 141, Absatz eins, B-VG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 41 aus 2016, nicht genannt vergleiche zu den Tatbeständen des Artikel 141, Absatz eins, B-VG nach Einführung der mehrstufigen Verwaltungsgerichtsbarkeit auch die Erläuterungen in ErlRV 1618 BlgNR 24. Gesetzgebungsperiode 20). (hier: Daher ist der VwGH zur Klärung der aufgezeigten verwaltungsstrafrechtlichen Fragen in Zusammenhang mit der NRWO 1992 und dem VBegG 2018 zuständig.)
ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022010220.L02