Gericht

Verwaltungsgerichtshof

Entscheidungsdatum

22.10.2015

Geschäftszahl

Ro 2015/16/0029

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2009/16/0083 E 21. September 2009 VwSlg 8472 F/2009 RS 2 (hier ohne den letzten Satz)

Stammrechtssatz

Unbeschadet des Umstandes, dass es sich bei der Abgabenhinterziehung nach Paragraph 33, Absatz 2, Litera a, FinStrG hinsichtlich der Umsatzsteuer bestimmter Voranmeldungszeiträume um eine mit der Abgabenhinterziehung nach Paragraph 33, Absatz eins, FinStrG hinsichtlich der Umsatzsteuer eines diese Voranmeldungszeiträume (mit)umfassenden Veranlagungszeitraumes nachbestrafte Vortat handelt, werden die beiden Taten durch zu unterschiedlichen Zeitpunkten verwirklichte unterschiedliche Sachverhalte begangen, wodurch die in Paragraph 33, Absatz eins und Absatz 2, Litera a, FinStrG umschriebenen Tatbestände erfüllt werden. Dabei entsprechen nicht nur zu verschiedenen Zeitpunkten verwirklichte Sachverhalte den verschiedenen Tatbildern, sondern auch in der Qualifikation unterschiedlichen subjektiven Tatbeständen, weil für die Abgabenhinterziehung nach Paragraph 33, Absatz 2, Litera a, FinStrG der qualifizierte Vorsatz der Wissentlichkeit (dolus principalis) erforderlich ist, während zur Abgabenhinterziehung nach Paragraph 33, Absatz eins, FinStrG der bedingte Vorsatz (dolus eventualis) ausreicht. Solcherart kommt der Finanzstrafbehörde zweiter Instanz keine Befugnis zur Auswechslung der "Sache" iSd Paragraph 161, Absatz eins, FinStrG zu vergleiche auch das hg. Erkenntnis vom 26. Juli 2005, 2003/14/0086).

European Case Law Identifier

ECLI:AT:VWGH:2015:RO2015160029.J03