Gericht

Verwaltungsgerichtshof

Entscheidungsdatum

13.03.1997

Geschäftszahl

96/15/0102

Rechtssatz

Die nach dem Tod eines Seuerpflichtigen erzielten Einkünfte werden grundsätzlich dem (den) Erben zugerechnet; deshalb ist der ruhende Nachlaß idR nicht als Steuersubjekt zu erfassen (Hinweis E 11.12.1974, 1549/74; E 4.6.1985, 85/14/0015). Eine Steuerpflicht kann ausnahmsweise dann gegeben sein, wenn ein "herrenloser" Nachlaß vorliegt, wenn es also keine erbserklärten Erben gibt oder die Erben die Verlassenschaft nicht antreten (Hinweis Doralt, EStG 2, § 1 Tz 34; Doralt/Ruppe, Steuerrecht I 5, 251). In einem solchen Fall unterliegt der Nachlaß der Körperschaftsteuerpflicht nach § 1 Abs 2 KStG 1988 (Hinweis Quantschnigg/Schuch, Einkommensteuerhandbuch, § 1 Tz 4).