Verfassungsgerichtshof
08.06.2021
V615/2020 (V615/2020-7)
Gesetzwidrigkeit der COVID-19-LockerungsV betreffend das Verbot des Betretens von Gastgewerbebetriebsstätten für Kunden in der Zeit von 23.00 bis 06.00 Uhr, das Konsumationsverbot von Speisen und Getränken in der Nähe der Abgabestelle und die Pflicht von Mitarbeitern, zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes bei Kundenkontakt mangels nachvollziehbarer Dokumentation der Entscheidungsgrundlagen
Gesetzwidrigkeit des §6 Abs2 und Abs3 der Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) betreffend Lockerungen der Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19 ergriffen wurden, Bundesgesetzblatt Teil 2, 197 aus 2020, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 207 aus 2020, sowie des §6 Abs7 COVID-19-MaßnahmenV, Bundesgesetzblatt Teil 2, 197 aus 2020, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 231 aus 2020,.
Wie der VfGH bereits ausgesprochen hat, machen weder der Verordnungsakt zur Stammfassung der COVID-19-LockerungsV, Bundesgesetzblatt Teil 2, 197 aus 2020, vergleiche VfGH 01.10.2020, V429/2020), noch die Verordnungsakten zu den Novellen Bundesgesetzblatt Teil 2, 207 aus 2020, und Bundesgesetzblatt Teil 2, 231 aus 2020, vergleiche VfGH 01.10.2020, G272/2020 ua) ersichtlich, welche Umstände im Hinblick auf welche möglichen Entwicklungen von COVID-19 den Verordnungsgeber bei seiner Entscheidung (unter anderem) hinsichtlich der in den angefochtenen Bestimmungen genannten Voraussetzungen für das Betreten von Betriebsstätten sämtlicher Betriebsarten der Gastgewerbe geleitet haben.
ECLI:AT:VFGH:2021:V615.2020