Bundesland

Niederösterreich

Gliederungszahl

6145–1

Titel

NÖ Kulturflächenschutzgesetz 2007

Ausgabedatum

19.07.2012

Text

 

NÖ Kulturflächenschutzgesetz 2007

 

6145–0

Stammgesetz

43/07

2007-06-15

 

Blatt 1-3

6145–1

1. Novelle

66/12

2012-07-19

 

Blatt 1, 3

 

Ausgegeben am, 19.07.2012

Jahrgang 2012, 66. Stück

Der Landtag von Niederösterreich hat am 10. Mai 2012 beschlossen:

Änderung des NÖ Kulturflächenschutzgesetzes 2007

Das NÖ Kulturflächenschutzgesetz 2007, Landesgesetzblatt 6145, wird wie folgt geändert:

  1. Ziffer eins
    Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer 3, entfällt.

  1. Ziffer 2
    Dem Paragraph 5, wird folgender Absatz 6, angefügt:

 

Der Präsident:, Penz

Der Landeshauptmann:, Pröll

Der Landesrat:, Pernkopf

 

Paragraph eins

Ziel

Ziel dieses Gesetzes ist die Sicherung und der Schutz von landwirtschaftlichen Kulturflächen zur Erhaltung einer gesunden und leistungsfähigen Landwirtschaft.

Paragraph 2

Geltungsbereich

(1) Die Bestimmungen dieses Gesetzes gelten für

* Neupflanzungen,

* Kulturumwandlungen

auf landwirtschaftlichen Kulturflächen, sowie auf diesen benachbarten Grundflächen.

(2) Die Bestimmungen dieses Gesetzes gelten nicht für

  1. Ziffer eins
    Grundflächen, die den Bestimmungen des Forstgesetzes 1975, Bundesgesetzblatt Nr. 440 aus 1975, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 87 aus 2005,, unterliegen. Im Zweifelsfall hat die Bezirksverwaltungsbehörde die forstbehördliche Feststellung zu veranlassen, ob diese Voraussetzung gegeben ist.

  1. Ziffer 2
    eine Neupflanzung zum Schutz von Abhängen, Böschungen oder Verkehrsanlagen.

  1. Ziffer 3
    (entfällt)

(3) Durch die Vorschriften dieses Gesetzes werden Zuständigkeiten des Bundes nicht berührt.

Paragraph 3

Begriffsbestimmungen

(1) Im Sinne dieses Gesetzes gelten als

  1. Ziffer eins
    Landwirtschaftliche Kulturflächen: Grundflächen, die aufgrund des Flächenwidmungsplanes der Gemeinde, ihrer Beschaffenheit oder der Art ihrer tatsächlichen Verwendung der landwirtschaftlichen Nutzung gewidmet sind.

  1. Ziffer 2
    Benachbarte Grundflächen: Grundflächen, die nicht mehr als 6 m von den von der Neupflanzung bzw. Kulturumwandlung betroffenen Flächen entfernt sind.

  1. Ziffer 3
    Offenlandflächen: landwirtschaftliche Kulturflächen, die im Flächenwidmungsplan der Gemeinde als solche festgelegt sind.

  1. Ziffer 4
    Neupflanzungen: Pflanzungen von Bäumen, Weingärten, Sträuchern oder ähnlichen Gewächsen, die hinsichtlich der Art und Anordnung der Pflanzung keine Kulturumwandlung darstellen.

  1. Ziffer 5
    Kulturumwandlungen:

  1. Litera a
    Aufforstungen,

  1. Litera b
    Anlage von Forstgärten und Forstsamenplantagen,

  1. Litera c
    Anlage von Christbaumkulturen,

  1. Litera d
    Anlage von Walnuss- oder Edelkastanienplantagen zur Gewinnung von Früchten,

  1. Litera e
    Anlage von Kurzumtriebsflächen mit einer Umtriebszeit bis 30 Jahren sowie

  1. Litera f
    Duldung des natürlichen Anfluges ab Erreichen einer Überschirmung von zwei Zehntel der Grundfläche (Naturverjüngung).

(2) Nicht als Kulturumwandlung im Sinne dieses Gesetzes gelten:

  1. Ziffer eins
    Maßnahmen der Wiederbewaldung und

  1. Ziffer 2
    die Errichtung von Windschutzanlagen.

Paragraph 4

Verbot der Kulturumwandlung

Verboten ist die Kulturumwandlung von Grundflächen, die

  1. Ziffer eins
    im örtlichen Raumordnungsprogramm (Flächenwidmungsplan) nach Vorgabe überörtlicher Raumordnungspläne als Offenlandflächen festgelegt sind oder

  1. Ziffer 2
    in einem durch kundgemachten Beschluss des Gemeinderates eingeleiteten Verfahren zur Änderung des Flächenwidmungsplanes als Offenlandfläche festgelegt werden sollen. Dies gilt nicht, wenn seit Beginn der Kundmachung dieses Beschlusses 3 Jahre verstrichen sind.

Paragraph 5

Mindestpflanzabstände

(1) Bei der Neupflanzung sind folgende Mindestabstände gegenüber benachbarten landwirtschaftlichen Kulturflächen einzuhalten:

 

 

, gegen, Weingärten

, gegen, andere land-, wirtschaftliche , Kulturflächen

, 1. Nüsse auf allen , Unterlagen

, 6 m

, 5 m

, 2. Kirschen auf allen , Unterlagen, Äpfel auf , stark wachsenden, Unterlagen

, 5 m

, 4 m

, 3. Weichseln, , Pfirsiche, Zwetschken , und Pflaumen auf allen, Unterlagen, Äpfel auf , mittelstark wachsenden , Unterlage

, 3 m

, 2 m

, 4. Marillen auf allen , Unterlagen,, Birnen auf Sämling

, 4 m

, 3 m

, 5. Äpfel auf schwach , wachsenden Unterlagen, , Birnen auf, Quitten

, 1,5 m

, 1,5 m

, 6. Spaliere und , Spindeln aller Obstarten

, 1,4 m

, 0,7 m

, 7. Weingärten

, halbe, Reihenentfernung,, mindestens jedoch

, a) niedere Kulturen

, 0,6 m

 

, b) mittlere Kulturen

, 0,9 m

 

, c) höhere Kulturen

, 1,2 m

 

, 8. Sonstige Bäume, , Sträucher und ähnliche , Gewächse mit einer , normalen Wuchshöhe

 

 

, a) bis 2 m

, 1,0 m

, 0,5 m

, b) bis 3 m

, 2,0 m

, 1,0 m

, c) bis 5 m

, 5,0 m

, 2,5 m

, d) über 5 m

, 6,0 m

, 3,0 m

(2) Der für die Neupflanzung von Weingärten bestimmte Mindestabstand ist auch bei der Umwandlung einer bestehenden Weingartenkultur in eine höhere Erziehungsart einzuhalten.

(3) Bei Kulturumwandlungen sind folgende Mindestabstände gegenüber benachbarten landwirtschaftlichen Kulturflächen einzuhalten:

 

, Art der Kulturumwandlung

, Abstand

, 1. Aufforstung, Duldung des natürlichen Anflugs:

 

, a) Sträucher

, 3 m

, b) Bäume

, 6 m

, 2. Forstgärten, Christbaumkulturen

, 3 m

, 3. Walnuss- oder Edelkastanienplantagen

, 6 m

, 4. Forstsamenplantagen oder Kurzumtriebsflächen

, 5 m

(4) Der Abstand ist von der Mitte des Stammes bzw. Strauches zu messen.

(5) Die bei Kulturumwandlungen aufgrund der Mindestpflanzabstände entstehende Abstandsfläche zur Grenze der landwirtschaftlichen Kulturfläche ist frei von Holzvegetation zu halten.

(6) Die in den Absatz eins bis 3 festgelegten Mindestabstände gelten nicht gegenüber benachbarten Grundflächen, die den forstrechtlichen Bestimmungen unterliegen oder auf denen bereits eine Kulturumwandlung erfolgt ist.

Paragraph 6

Strafbestimmungen

(1) Eine Verwaltungsübertretung begeht, wenn die Tat nicht einen Tatbestand einer in die Zuständigkeit der Gerichte fallenden strafbaren Handlung bildet, wer

  1. Ziffer eins
    eine Kulturumwandlung entgegen dem Verbot des Paragraph 4, vornimmt

  1. Ziffer 2
    die vorgeschriebenen Mindestpflanzabstände (Paragraph 5,) nicht einhält,

  1. Ziffer 3
    den aufgrund der Mindestpflanzabstände entstehenden Abstand zur Grenze der landwirtschaftlichen Kulturfläche nicht frei von Holzvegetation hält (Paragraph 5, Absatz 5,) oder

  1. Ziffer 4
    einem Auftrag gemäß Paragraph 7, nicht oder nicht fristgerecht nachkommt.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Die Verwaltungsübertretungen gemäß Absatz eins, sind von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis € 3.000,–, im Falle der Uneinbringlichkeit mit einer Ersatzfreiheitsstrafe bis zu 2 Wochen zu bestrafen.

Paragraph 7

Sonstige Maßnahmen

(1) Unbeschadet einer Bestrafung nach Paragraph 6, ist dem bzw. der Nutzungsberechtigten bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieses Gesetzes von der Bezirksverwaltungsbehörde unter Setzung einer angemessenen Frist der Auftrag zu erteilen den gesetzmäßigen Zustand herzustellen.

(2) Ein Auftrag gemäß Absatz eins, darf nicht mehr erteilt werden, wenn seit der

  1. Ziffer eins
    Kulturumwandlung zehn Jahre bzw.

  1. Ziffer 2
    Neupflanzung drei Jahre

vergangen sind.

Paragraph 8

Schlussbestimmungen

Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes tritt das NÖ Kulturflächenschutzgesetz 1994, Landesgesetzblatt 6145–4, außer Kraft.