LANDESGESETZBLATT
FÜR WIEN

Jahrgang 2017

Ausgegeben am 11. April 2017

15. Verordnung:

Europaschutzgebietsverordnung; Änderung [CELEX-Nr.: 31992L0043]

Verordnung der Wiener Landesregierung, mit der die Verordnung der Wiener Landesregierung betreffend die Erklärung des Nationalparks Donau-Auen, des Naturschutzgebietes Lainzer Tiergarten, des Landschaftsschutzgebietes Liesing (Teile A, B, C) und von Teilen des Bisamberges zu Europaschutzgebieten (Europaschutzgebietsverordnung) geändert wird

Auf Grund des Paragraph 22, Absatz 4, des Wiener Naturschutzgesetzes, LGBl. für Wien Nr. 45 aus 1998,, in der Fassung LGBl. für Wien Nr. 31 aus 2013,, wird verordnet:

Artikel römisch eins

Die Verordnung der Wiener Landesregierung betreffend die Erklärung des Nationalparks Donau-Auen, des Naturschutzgebietes Lainzer Tiergarten, des Landschaftsschutzgebietes Liesing (Teile A, B, C) und von Teilen des Bisamberges zu Europaschutzgebieten (Europaschutzgebietsverordnung), LGBl. für Wien Nr. 38 aus 2007,, zuletzt geändert durch LGBl. für Wien Nr. 21 aus 2015,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, Der Titel der Verordnung lautet:

„Verordnung der Wiener Landesregierung betreffend die Erklärung des Nationalparks Donau-Auen, des Naturschutzgebietes Lainzer Tiergarten, des Landschaftsschutzgebietes Liesing (Teile A, B, C), von Teilen des Bisamberges und Teilen des Leopoldsberges zu Europaschutzgebieten (Europaschutzgebietsverordnung)“

Novellierungsanordnung 2, In Paragraph eins, Ziffer 3, wird das Wort „und“ durch einen Beistrich ersetzt und in Paragraph eins, Ziffer 4, wird der Punkt durch das Wort „und“ ersetzt. Dem Paragraph eins, wird folgende Ziffer 5, angefügt:

  1. Ziffer 5
    jene Teile des Landschaftsschutzgebietes Döbling (Leopoldsberg), die in dem eine Anlage zu dieser Verordnung bildenden Plan mit einer ununterbrochenen roten Linie umgrenzt sind, wobei das Europaschutzgebiet entsprechend der unterschiedlichen Färbung im Plan aus den Teilen A und B besteht.“

Novellierungsanordnung 3, Paragraph 3, lautet:

Paragraph 3,

Sind zur Erreichung des Schutzzweckes der Europaschutzgebiete oder für die Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete sowie die Rastplätze der regelmäßig wiederkehrenden Zugvogelarten ergänzende Erhaltungsmaßnahmen erforderlich, so sind diese Maßnahmen vom Magistrat zu treffen. Der Magistrat hat zur Erreichung des Schutzzweckes auf den Abschluss von Vereinbarungen mit natürlichen oder juristischen Personen hinzuwirken.“

Novellierungsanordnung 4, Nach Paragraph 3, wird folgender Paragraph 3 a, samt Überschrift eingefügt:

Schutzbestimmungen für das Europaschutzgebiet Leopoldsberg

Paragraph 3 a,

  1. Absatz eins,Für Teil A des Europaschutzgebietes Leopoldsberg gelten zur Erreichung des Schutzzwecks folgende Schutzmaßnahmen:
    1. Ziffer eins
      eine forstliche Nutzung oder Pflege der Waldbestände darf nur zwischen 1. Oktober und 15. März erfolgen; davon ausgenommen sind nur die zur Erhaltung der Verkehrssicherheit im Bereich der markierten Wege erforderlichen Maßnahmen,
    2. Ziffer 2
      die forstliche Nutzung darf nur durch Einzelstammentnahme erfolgen,
    3. Ziffer 3
      zur Anreicherung von Altholz sollen Einzelbäume oder Baumgruppen ausgewählt werden, die dem natürlichen Altern überlassen werden,
    4. Ziffer 4
      zur Anreicherung von Totholz soll stehendes und liegendes Totholz in allen Altersklassen soweit möglich am Fällungsort belassen werden,
    5. Ziffer 5
      als Verjüngungsart soll die Naturverjüngung zugelassen werden; zur Förderung seltener, standortgerechter Baumarten darf bei Ausbleiben der Naturverjüngung eine künstliche Verjüngung vorgenommen werden,
    6. Ziffer 6
      invasive Neobiota sollen mit geeigneten Methoden beseitigt oder eingedämmt werden,
    7. Ziffer 7
      die Errichtung von Fütterungsstellen und die Durchführung von Fütterungen für Schalenwild sind verboten,
    8. Ziffer 8
      die Neuanlage, Verbreiterung und Verlegung von Wanderwegen sind verboten.
  2. Absatz 2,Für Teil B des Europaschutzgebietes Leopoldsberg gelten zur Erreichung des Schutzzwecks folgende Schutzmaßnahmen:
    1. Ziffer eins
      jede forstliche Nutzung oder Pflege der Waldbestände ist verboten; davon ausgenommen sind nur die zur Erhaltung der Verkehrssicherheit im Bereich der markierten Wege erforderlichen Maßnahmen,
    2. Ziffer 2
      invasive Neobiota sollen mit geeigneten Methoden beseitigt oder eingedämmt werden,
    3. Ziffer 3
      die Errichtung von Fütterungsstellen und die Durchführung von Fütterungen für Schalenwild sind verboten,
    4. Ziffer 4
      die Neuanlage, Verbreiterung und Verlegung von Wanderwegen sind verboten.“

Novellierungsanordnung 5, In Paragraph 6, erhält der bisherige Inhalt die Absatzbezeichnung „(1)“ und wird folgender Absatz 2 angefügt:

  1. Absatz 2,Paragraph eins, Ziffer 5 und Paragraph 3 a, sowie Teil E. des Anhangs 1 sind auf alle zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens der Novelle, LGBl. für Wien Nr. 15 aus 2017,, anhängigen Verfahren nach dem Wiener Naturschutzgesetz oder dem Wiener Nationalparkgesetz nicht anzuwenden.“

Novellierungsanordnung 6, Anhang 1 lautet:

Anhang 1

A. Nationalpark Donau-Auen

römisch eins. Fauna-Flora-Habitat – Richtlinie (FFH-Richtlinie):

Lebensraumtypen des Anhangs römisch eins der FFH-Richtlinie:

Code der FFH-Richtlinie:

Bezeichnung des Lebensraumtyps:

3130

Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea

3140

Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen

3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions

6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (*besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)

6240*

Subpannonische Steppen-Trockenrasen

6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

91E0*

Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

91F0

Hartholzauenwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis und Ulmus minor,

Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris)

Arten des Anhangs römisch zwei der FFH-Richtlinie:

Lateinische Bezeichnung der Art:

Deutsche Bezeichnung der Art:

Anisus vorticulus

Zierliche Tellerschnecke

Aspius aspius

Rapfen

Barbastella barbastellus

Mopsfledermaus

Bombina bombina

Rotbauchunke

Callimorpha (Euplagia, Panaxia) quadripunctaria

Russischer Bär

Castor fiber

Biber

Cucujus cinnaberinus

Scharlachkäfer

Emys orbicularis

Sumpfschildkröte

Eriogaster catax

Hecken-Wollafter

Gobio albipinnatus

Weissflossengründling

Gymnocephalus schraetzer

Schrätzer

Lucanus cervus

Hirschkäfer

Lycaena dispar

Großer Feuerfalter

Misgurnus fossilis

Schlammpeizger

Rhodeus sericeus amarus

Bitterling

Rutilus pigus

Frauennerfling

Triturus dobrogicus (Triturus cristatus dobrogicus)

Donau-Kammmolch

Zingel streber

Streber

Zingel zingel

Zingel

römisch zwei. Vogelschutz – Richtlinie:

Vogelarten des Anhangs römisch eins der Vogelschutz – Richtlinie und deren Lebensräume:

Lateinische Bezeichnung der Art:

Deutsche Bezeichnung der Art:

Alcedo atthis

Eisvogel

Crex crex

Wachtelkönig

Dendrocopos medius

Mittelspecht

Dryocopus martius

Schwarzspecht

Egretta alba (Ardea alba)

Silberreiher

Ficedula albicollis

Halsbandschnäpper

Haliaeetus albicilla

Seeadler

Ixobrychus minutus

Zwergdommel

Lanius collurio

Neuntöter

Mergus albellus (Mergellus albellus)

Zwergsäger

Milvus migrans

Schwarzmilan

Milvus milvus

Roter Milan

Pandion haliaetus

Fischadler

Pernis apivorus

Wespenbussard

Picus canus

Grauspecht

Sylvia nisoria

Sperbergrasmücke

B. Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten

römisch eins. Fauna-Flora-Habitat – Richtlinie (FFH-Richtlinie):

Lebensraumtypen des Anhangs römisch eins der FFH-Richtlinie:

Code der FFH-Richtlinie:

Bezeichnung des Lebensraumtyps:

6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (*besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)

66230*

Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden

6410

Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)

66430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

66510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

7230

Kalkreiche Niedermoore

9110

Hainsimsen – Buchenwald (Luzulo-Fagetum)

9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)

9170

Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald Galio-Carpinetum

9180*

Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion

91E0*

Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

91G0*

Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus

Arten des Anhangs römisch zwei der FFH-Richtlinie:

Lateinische Bezeichnung der Art:

Deutsche Bezeichnung der Art:

Barbastella barbastellus

Mopsfledermaus

Bombina variegata

Gelbbauchunke

Cerambyx cerdo

Eichenheldbock

Cottus gobio

Koppe

Lucanus cervus

Hirschkäfer

Lycaena dispar

Großer Feuerfalter

Myotis bechsteinii

Bechsteinfledermaus

Myotis myotis

Großes Mausohr

Osmoderma eremita

Eremit

Rhinolophus hipposideros

Kleine Hufeisennase

Triturus carnifex (Triturus cristatus carnifex)

Alpen-Kammmolch

römisch zwei. Vogelschutz – Richtlinie:

Vogelarten des Anhangs römisch eins der Vogelschutz – Richtlinie und deren Lebensräume:

Lateinische Bezeichnung der Art:

Deutsche Bezeichnung der Art:

Dendrocopos leucotos

Weißrückenspecht

Dendrocopos medius

Mittelspecht

Dryocopus martius

Schwarzspecht

Ficedula albicollis

Halsbandschnäpper

Ficedula parva

Zwergschnäpper

Lanius collurio

Neuntöter

Picus canus

Grauspecht

C. Landschaftsschutzgebiet Liesing

römisch eins. Fauna-Flora-Habitat – Richtlinie (FFH-Richtlinie):

Lebensraumtypen des Anhangs römisch eins der FFH-Richtlinie:

Code der FFH-Richtlinie:

Bezeichnung des Lebensraumtyps:

6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (*besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)

6410

Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)

6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

9110

Hainsimsen – Buchenwald (Luzulo-Fagetum)

9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)

9150

Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion)

9160

Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli)

9170

Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald Galio-Carpinetum

9180*

Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion

9530*

Sub-mediterrane Kiefernwälder mit endemischen Schwarzkiefern

91E0*

Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

91G0*

Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus

91H0*

Pannonische Flaumeichen-Wälder

Arten des Anhangs römisch zwei der FFH-Richtlinie:

Lateinische Bezeichnung der Art:

Deutsche Bezeichnung der Art:

Barbastella barbastellus

Mopsfledermaus

Bombina variegata

Gelbbauchunke

Callimorpha (Euplagia, Panaxia) quadripunctaria

Russischer Bär

Lucanus cervus

Hirschkäfer

Lycaena dispar

Großer Feuerfalter

Rhinolophus hipposideros

Kleine Hufeisennase

Triturus carnifex (Triturus cristatus carnifex)

Alpen – Kammmolch

römisch zwei. Vogelschutz – Richtlinie:

Vogelarten des Anhangs römisch eins der Vogelschutz – Richtlinie und deren Lebensräume:

Lateinische Bezeichnung der Art:

Deutsche Bezeichnung der Art:

Crex crex

Wachtelkönig

Dendrocopos medius

Mittelspecht

D. Landschaftsschutzgebiet Floridsdorf (Bisamberg)

römisch eins. Fauna-Flora-Habitat – Richtlinie (FFH-Richtlinie):

Lebensraumtypen des Anhangs römisch eins der FFH-Richtlinie:

Code der FFH-Richtlinie:

Bezeichnung des Lebensraumtyps:

6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (*besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)

6250*

Pannonische Steppen-Trockenrasen auf Löss

6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

9170

Labkraut-Eichen Hainbuchenwald Galio-Carpinetum

91G0*

Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus

Arten des Anhangs römisch zwei der FFH-Richtlinie:

Lateinische Bezeichnung der Art:

Deutsche Bezeichnung der Art:

Barbastella barbastellus

Mopsfledermaus

Callimorpha (Euplagia, Panaxia) quadripunctaria

Russischer Bär

Eriogaster catax

Heckenwollafter

Lucanus cervus

Hirschkäfer

Lycaena dispar

Großer Feuerfalter

Spermophilus citellus (Citellus citellus)

Ziesel

E. Landschaftsschutzgebiet Döbling (Leopoldsberg)

römisch eins. Fauna-Flora-Habitat – Richtlinie (FFH-Richtlinie):

Lebensraumtyp des Anhangs römisch eins der FFH-Richtlinie:

Code der FFH-Richtlinie:

Bezeichnung des Lebensraumtyps:

9150

Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion)“

Artikel römisch zwei

In-Kraft-Treten

Die Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag in Kraft.

Der Landeshauptmann:

Häupl