LANDESGESETZBLATT
FÜR KÄRNTEN

Jahrgang 2020

Ausgegeben am 16. Dezember 2020

www.ris.bka.gv.at

110. Verordnung:

Verkürzung der Schonzeit für die Aaskrähe – 2020

110. Verordnung der Landesregierung vom 15. Dezember 2020, Zl. 10-JAG-1934/1-2020, betreffend die Verkürzung der Schonzeit für die Aaskrähe (Raben- und Nebelkrähe) – 2020

Auf Grund des Paragraph 51, Absatz 4 a und Paragraph 68, Absatz 6, des Kärntner Jagdgesetzes 2000, LGBl. Nr. 21, zuletzt geändert mit Landesgesetzblatt Nr. 70 aus 2020,, wird verordnet:

Paragraph eins,

  1. Absatz einsZur Abwendung erheblicher Schäden an Kulturen, zum Schutz anderer wild lebender Tiere und Pflanzen und deren natürlicher Lebensräume, wird, unter streng überwachten Bedingungen, in Ermangelung einer anderen zufriedenstellenden Lösung, die Schonzeit für diese ganzjährig geschonten Federwildarten, im Sinne von Absatz 2,, entsprechend den Bedingungen des Artikel 9 der Richtlinie 2009/147/EG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten, vorübergehend verkürzt, um selektiv und in geringer Anzahl den Fang oder den Abschuss der ganzjährig geschonten Federwildarten Aaskrähe (Raben- und Nebelkrähe) zu ermöglichen.
  2. Absatz 2Die Schonzeit für die Aaskrähe (Raben- und Nebelkrähe) wird vom 16. März bis 15. Juli festgelegt.

Paragraph 2,

  1. Absatz einsAußerhalb der in Paragraph eins, Absatz 2, angeführten Zeiträume dürfen Aaskrähe (Raben- und Nebelkrähe), im Bereich von landwirtschaftlichen Acker-, Getreide-, Mais-, Obst-, Wein- und Gemüseanbaubetrieben sowie von Weideviehhaltungsbetrieben, im Bereich von gelagerten Erntegütern und Silagekonservierungen sowie im Bereich von Niederwild- und Singvogellebensräumen, von einer nach dem Kärntner Jagdgesetz 2000 berechtigten Person,
    1. Litera a
      vergrämt,
    2. Litera b
      mit den zulässigen Fangmethoden (Eichelhäherfalle, Norwegischer Krähenfang) gefangen oder
    3. Litera c
      durch Abschuss erlegt werden.
  2. Absatz 2Hinsichtlich Absatz eins, Litera b und Litera c, beträgt die Entnahme- bzw. Abschusshöchstzahl pro Jagdjahr 5627 Aaskrähen. Nachfolgende Kontingente dürfen, außerhalb der Schonzeit, das heißt vom 16. Juli bis 15. März, in den einzelnen Jagdbezirken (Paragraph 82, Absatz 4, Kärntner Jagdgesetz 2000) pro Jagdjahr, nicht überschritten werden.

Bezirk

Aaskrähen

Hermagor

182

Klagenfurt

1555

St. Veit

477

Spittal

560

Villach

811

Völkermarkt

774

Wolfsberg

837

Feldkirchen

431

Kärnten

5627

In der in Paragraph eins, Absatz 2, angeführten Zeit (Schonzeit), jedoch nur im Rahmen des Kontingentes (Paragraph 2, Absatz 2,) dürfen, in reinen Ackerbaugebieten, nicht brütende, in großen Gruppen auftretende Aaskrähen (Raben- und Nebelkrähen), sogenannte Junggesellentrupps, erlegt werden.
  1. Absatz 3Krähenfänge für den Lebendfang von Raben- und Nebelkrähen, müssen so ausgestaltet sein, dass andere Wildarten damit möglichst nicht gefangen werden können. Unbeabsichtigt gefangene Vögel sind unverzüglich frei zu lassen. Krähenfänge müssen täglich mindestens zweimal kontrolliert werden und über mindestens eine Sitzstange verfügen. Es ist stets ausreichend Futter und frisches Wasser bereit zu halten. Die Tötung der gefangenen Aaskrähen (Raben- und Nebelkrähen) hat weidgerecht, in sinngemäßer Anwendung der jagdrechtlichen Bestimmungen, zu erfolgen.
  2. Absatz 4Jede Entnahme ist vom Jagdausübungsberechtigten mit dem Datum der Erlegung dem zuständigen Bezirksjägermeister schriftlich zu melden. Die Gesamtentnahme pro Jagdjahr ist in der Abschussliste (Paragraph 59, Kärntner Jagdgesetz 2000) zu verzeichnen.

Paragraph 3,

  1. Absatz einsDie Überprüfung der Einhaltung der vorgenannten Ausnahmen von den Schonzeiten erfolgt durch die Landesregierung, durch Einsichtnahme in die Abschusslisten, welche von den Jagdausübungsberechtigten laufend zu führen sind (Paragraph 59, Absatz eins, Kärntner Jagdgesetz 2000), sowie in die vom Bezirksjägermeister aufgrund der Abschusslisten zu erstellende Wildnachweisung (Paragraph 59, Absatz 5, Kärntner Jagdgesetz 2000).
  2. Absatz 2Der jeweils zuständige Bezirksjägermeister hat die Einhaltung, der unter Paragraph 2, Absatz eins, angeführten Kontingente, zu überwachen und der Kärntner Landesregierung, bis 30. April eines jeden Jahres, die Abschusslisten und die Wildnachweisung, betreffend Rabenvögel zu übermitteln.

Paragraph 4,

  1. Absatz einsDamit die Populationen der unter Paragraph eins, Absatz eins, angeführten Federwildarten, trotz vorübergehender Verkürzung der Schonzeit, ohne Beeinträchtigung in einem günstigen Erhaltungszustand verweilen, hat die Kärntner Jägerschaft, zur Kontrolle über die Bestandsentwicklung der Aaskrähe regelmäßige Zählungen sowie ein entsprechendes Monitoring durchzuführen und hierüber, jeweils bis 31.12. eines jeden Jahres, der Kärntner Landesregierung zu berichten.
  2. Absatz 2Die Kärntner Jägerschaft hat weiters ein regelmäßiges Schadenmonitoring, durch standardisierte Erhebungen in Schadgebieten, durchzuführen und der Kärntner Landesregierung hierüber, jeweils bis 31.12. eines jeden Jahres, zu berichten.

Paragraph 5,

  1. Absatz einsDiese Verordnung tritt am der Kundmachung folgenden Tag in Kraft.
  2. Absatz 2Nach Ablauf von zwei Jahren, gerechnet vom Tag des Inkrafttretens, tritt diese Verordnung außer Kraft.

Für die Kärntner Landesregierung:
Der Landeshauptmann:
Mag. Dr. Kaiser