Gericht

OGH

Entscheidungsdatum

10.09.2014

Geschäftszahl

7Nc23/14p

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch die Vizepräsidentin Dr. Huber als Vorsitzende und die Hofrätinnen und Hofräte Dr. Hoch, Dr. Kalivoda, Mag. Dr. Wurdinger und Mag. Malesich als weitere Richter in der beim Obersten Gerichtshof zu AZ 6 Ob 120/14m anhängigen Rechtssache der klagenden Parteien 1. Mag. L***** S*****, und 2. G***** S*****, vertreten durch Poduschka Anwaltsgesellschaft mbH in Perg, gegen die beklagte Partei A***** AG, *****, vertreten durch Jank Weiler Rechtsanwälte OG in Wien, und die Nebenintervenienten 1. I***** AG, *****, und 2. I***** GmbH, *****, beide vertreten durch Dorda Brugger Jordis Rechtsanwälte GmbH in Wien, und 3. Dkfm. L***** W*****, vertreten durch Dr. Günter Niebauer, Rechtsanwalt in Wien, wegen 30.356,23 EUR sA, über die Befangenheitsanzeige des Hofrats des Obersten Gerichtshofs Dr. G***** N***** den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. G***** N***** ist in der Rechtssache 6 Ob 120/14m befangen.

Text

Begründung:

Der Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. G***** N***** ist Mitglied des 6. Senats des Obersten Gerichtshofs, dem die Entscheidung über die Rechtssache 6 Ob 120/14m obliegt. Er verwies darauf, dass bereits in einem Verfahren mit vergleichbarem Sachverhalt (7 Nc 19/13y) seine Befangenheit ausgesprochen worden sei.

Rechtliche Beurteilung

Die Befangenheitsanzeige ist berechtigt.

Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zur unparteiischen Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. Für das Vorliegen einer Befangenheit genügt auch deren Anschein, wenn konkrete Umstände dargetan werden, die geeignet sind, aus der Sicht eines objektiven Beurteilers die volle Befangenheit des betreffenden Richters aus persönlichen Gründen in Zweifel zu ziehen (RIS-Justiz RS0096914, RS0096880).

Bei einem dieselbe Beklagte betreffenden Verfahren bejahte der Oberste Gerichtshof zu 7 Nc 19/13y den möglichen Anschein einer Befangenheit des Hofrats des Obersten Gerichtshofs Dr. G***** N*****. Er hatte eigene, mit dem Kläger vergleichbare Ansprüche zunächst an einen Prozessfinanzierer zur gerichtlichen Geltendmachung abgetreten und daraus in früheren Verfahren selbst den äußeren Anschein der Voreingenommenheit abgeleitet. Dieser Anschein fällt nicht allein dadurch weg, dass der Hofrat Dr. G***** N***** inzwischen eine weitere (gerichtliche) Verfolgung dieser Ansprüche nicht mehr beabsichtigt.

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:2014:0070NC00023.14P.0910.000