OGH
RS0123912
15.05.2008
12Os48/08p; 12Os83/08k (12Os107/08i); 14Os155/08p; 12Os73/08i; 14Os57/09b; 11Os116/09g; 12Os160/11p; 11Os104/12x; 14Os123/13i; 14Os125/13h; 11Os12/14w; 11Os5/16v; 14Os25/17h; 12Os20/17h; 13Os50/16a; 13Os78/17w
SMG §28a Abs2 Z3; SMG §28a Abs4 Z3
Sobald der Täter mehr als das Fünfzehnfache der Grenzmenge im Sinn des Paragraph 28 b, SMG in Verkehr setzt und damit über den im Qualifikationstatbestand zum Ausdruck gebrachten Grundsatz der Zusammenrechnung das Verbrechen nach Paragraph 28 a, Absatz 2, Ziffer 3, SMG verwirklicht, entfällt eine weitere gedankliche Abtrennung von Suchtgiftquanten, weil bezüglich dieser Qualifikation keine gewerbsmäßige Begehung vorgesehen ist. Gleiches gilt nach Paragraph 28 a, Absatz 4, Ziffer 3, SMG bei Überschreiten des Fünfundzwanzigfachen der Grenzmenge.
TE OGH 2008-05-15 12 Os 48/08p
TE OGH 2008-08-22 12 Os 83/08k
Vgl; Beisatz: Die Annahme der erst mit der SMG-Novelle 2007 eingeführten Qualifikation der Überschreitung des Fünfzehnfachen der Grenzmenge nach Paragraph 28 a, Absatz 2, Ziffer 3, SMG und damit die darauf basierende, gegenüber dem Grunddelikt des vor Inkrafttreten des Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG in Geltung gewesenen Paragraph 28, Absatz 2, SMG aF höhere Strafdrohung auf ein Tatverhalten, welches vor Inkrafttreten dieser neuen Bestimmung lag, widerspricht dem verfassungsgesetzlich vorgegebenen (Artikel 7, Absatz eins, MRK) Rückwirkungsverbot des Paragraph eins, Absatz eins, StGB. (T1)
TE OGH 2008-12-16 14 Os 155/08p
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Im Tatzeitpunkt wies das SMG einen der (erst mit 1. 1. 2008 in Kraft getretenen) Mengenqualifikation des Paragraph 28 a, Absatz 2, Ziffer 3, SMG nF entsprechenden strafsatzändernden Erschwerungsumstand noch nicht auf. Diese Qualifikation kann daher als Vergleichsbasis schon mit Blick auf den ersten Satz des Paragraph 61, StGB nicht herangezogen werden. (T2)
Beisatz: Paragraph 61, StGB kann nur dann zum Zug kommen, wenn sowohl alte als auch neue Rechtslage das inkriminierte Verhalten unter Strafe stellen bzw - wie im vorliegend zu entscheidenden Fall - sich inhaltlich jeweils überdeckende Qualifikationen vorsehen, also gewissermaßen eine Schnittmenge aufweisen. (T3)
Beisatz: Eine nach altem Recht vorgegebene und nach den Urteilsannahmen auch erfüllte Gewerbsmäßigkeitsqualifikation - welche allerdings nach neuem Recht für sich allein noch keine Strafsatzänderung bewirkt - mit einer völlig andere Sachverhaltselemente voraussetzenden Mengenqualifikation, welche im Tatzeitpunkt noch keine Geltung hatte, kann nicht verglichen werden. (T4)
TE OGH 2008-06-19 12 Os 73/08i
Auch
TE OGH 2009-07-21 14 Os 57/09b
Vgl; Beis wie T1
TE OGH 2009-09-08 11 Os 116/09g
Vgl auch
TE OGH 2011-12-20 12 Os 160/11p
Vgl auch; Beisatz: Die mit der SMG-Novelle 2007 geschaffene Qualifikation des Paragraph 28, Absatz 2, Ziffer 3, SMG ist auf vor ihrem Inkrafttreten (am 1. Jänner 2008, BGBl römisch eins 2007/110 Ziffer 30,) gesetztes Verhalten nicht anzuwenden. (T5)
TE OGH 2012-10-09 11 Os 104/12x
Auch
TE OGH 2013-11-05 14 Os 123/13i
Vgl; Ähnlich Beis wie T1
TE OGH 2014-01-28 14 Os 125/13h
Vgl; Beisatz: Hier: Verfehlte Annahme von Verbrechen des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall, Absatz 2, Ziffer eins,, Absatz 4, Ziffer 3, SMG und nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall Absatz 2, Ziffer 3, SMG. (T6)
TE OGH 2014-04-08 11 Os 12/14w
Vgl
TE OGH 2016-05-10 11 Os 5/16v
Auch
TE OGH 2017-05-23 14 Os 25/17h
Auch
TE OGH 2017-06-22 12 Os 20/17h
Auch
TE OGH 2016-12-16 13 Os 50/16a
Auch
TE OGH 2017-09-06 13 Os 78/17w
Auch
ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123912