OGH
RS0120367
28.06.2023
14Os116/05y; 15Os5/06h; 13Os71/06z; 13Os66/06i; 12Os154/07z; 13Os62/11h; 13Os124/11a; 13Os29/12g; 13Os17/12t; 13Os101/12w; 13Os94/16x; 13Os17/21f; 13Os97/22x; 13Os122/22y (13Os123/22w)
FinStrG §54
FinStrG §214
StPO §259 Z3
Der Oberste Gerichtshof sieht den Zweck der von der Rechtsprechung vorgenommenen Differenzierung zwischen Freisprüchen nach Paragraph 259, Ziffer 3, StPO und solchen nach Paragraph 214, FinStrG bloß darin, bei Vorliegen entsprechender Indizien für ein finanzstrafbehördlich zu ahndendes Verhalten die Verwaltungsbehörde durch Anführung der zuletzt genannten Bestimmung zur Wahrnehmung ihrer Kompetenz zu veranlassen, insbesondere bei tateinheitlichem Zusammentreffen von gerichtlich strafbaren Handlungen mit strafbaren Handlungen, die in die Zuständigkeit der Verwaltungsbehörde fallen vergleiche Paragraph 214, Abs1 FinStrG). So gesehen drückt die Anführung dieser Vorschrift im Erkenntnis nur eine besondere Art von Anzeige aus vergleiche für den umgekehrten Fall Paragraph 54, Absatz eins, FinStrG), worin die Rechtsauffassung des Gerichtes zum Ausdruck kommt, dass ein in den Entscheidungsgründen in tatsächlicher Hinsicht für möglich gehaltenes Verhalten des Freigesprochenen einem der Beurteilung durch die Finanzstrafbehörde vorbehaltenen Finanzvergehen subsumierbar sein könnte.
Ebensowenig wie eine solche rechtliche Beurteilung die Finanzstrafbehörde bindet, bindet sie eine im Freispruchsgrund des Paragraph 259, Ziffer 3, StPO zum Ausdruck kommende verfehlte rechtliche Beurteilung eines in tatsächlicher Hinsicht in den Entscheidungsgründen bejahten Tatverdachts.
TE OGH 2005-11-22 14 Os 116/05y
TE OGH 2006-04-19 15 Os 5/06h
Vgl auch
TE OGH 2006-08-23 13 Os 71/06z
Vgl auch
TE OGH 2006-09-13 13 Os 66/06i
Vgl auch; Beisatz: Das Gericht hat nur zu beurteilen, ob gerichtlich strafbare Handlungen vorliegen, nicht aber darüber hinaus, ob in die Verwaltungskompetenz fallende Straftaten auszuschließen sind. Das FinStrG kennt nämlich keine andere Art des Freispruchs durch die Gerichte als nach Paragraph 214, FinStrG.(T1)
TE OGH 2008-02-21 12 Os 154/07z
Auch
TE OGH 2011-12-15 13 Os 62/11h
Auch
TE OGH 2012-04-05 13 Os 124/11a
Vgl auch; Beis wie T1 nur: Das FinStrG kennt nämlich keine andere Art des Freispruchs durch die Gerichte als nach Paragraph 214, FinStrG. (T2); Beisatz: Jeder Freispruch vom Vorwurf eines Finanzvergehens ist als ein solcher nach Paragraph 214, FinStrG anzusehen. (T3)
TE OGH 2012-07-05 13 Os 29/12g
Vgl auch; Beis wie T3
TE OGH 2012-05-10 13 Os 17/12t
Vgl auch; Beis wie T2
TE OGH 2012-11-22 13 Os 101/12w
Vgl; Beis wie T3
TE OGH 2017-03-13 13 Os 94/16x
Auch; Beis wie T1; Beis wie T3
TE OGH 2021-12-14 13 Os 17/21f
Vgl; Beis nur wie T2; Beis nur wie T3
TE OGH 2023-01-18 13 Os 97/22x
Vgl; Beis nur wie T2; Beis nur wie T3
TE OGH 2023-06-28 13 Os 122/22y
vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120367