Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0117654

Entscheidungsdatum

17.06.2003

Geschäftszahl

10ObS394/02t; 10ObS128/03a; 10ObS117/04k; 10ObS191/06w; 10ObS107/07v; 10ObS96/08b; 10ObS26/10m; 10ObS11/10f; 5Ob124/10m; 10ObS179/10m; 5Ob29/11t; 10ObS66/11w; 10ObS30/12b; 10ObS99/14b; 7Ob201/14f; 5Ob37/15z; 10ObS38/19i; 5Ob71/20g

Norm

ASVG §181b lita; ASVG §223 Abs2; ASVG §236 Abs1 Z1; ASVG §269; ASVG §600 Abs1 Z3; ASVG §600 Abs9; B-VG Art7 Abs1; B-VG Art89; KGG §2 Abs2 Z1; KGG §2 Abs6

Rechtssatz

Dem Gesetzgeber steht ein Gestaltungsspielraum insofern zu, als er in seinen rechts- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen frei ist. Gerade im Sozialversicherungsbereich sind Stichtagsregelungen in Anpassung an die wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten unvermeidlich, mögen sie auch in Einzelfällen Härten mit sich bringen. Eine zeitliche Differenzierung durch eine Stichtagsregelung verstößt nicht grundsätzlich gegen den verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatz, weil es im Wesen einer Änderung materiell-rechtlicher Bestimmungen liegt, dass Rechtsfälle je nach dem für maßgeblich erklärten zeitlichen Sachverhaltselement unterschiedlich nach der alten oder neuen Rechtslage behandelt werden. Es steht daher grundsätzlich auch in der rechtspolitischen Freiheit des Gesetzgebers festzulegen, wann eine neue, den Versicherten begünstigende Bestimmung zu gelten hat.

Hier: § 2 Abs 2 Z 1 KGG in Verbindung mit § 2 Abs 6 KGG idF BGBl I Nr 103/2001.

Entscheidungstexte

TE OGH 2003-06-17 10 ObS 394/02t

TE OGH 2003-05-27 10 ObS 128/03a

TE OGH 2004-09-14 10 ObS 117/04k

Beisatz: Hier: § 181b lit a ASVG in Verbindung mit § 600 Abs 1 Z 3 und Abs 9 ASVG idF BGBl I Nr. 140/2002 (60. ASVGNov). (T1)

TE OGH 2007-01-16 10 ObS 191/06w

Auch; Beisatz: Hier: § 269 ASVG in Verbindung mit § 223 Abs 2 ASVG idF BGBl Nr 17/1969. (T2)

TE OGH 2007-09-11 10 ObS 107/07v

Auch; Beisatz: Hier: § 236 Abs 1 Z 1 ASVG. (T3)

TE OGH 2008-07-24 10 ObS 96/08b

Vgl

TE OGH 2010-03-23 10 ObS 26/10m

Beisatz: Hier: § 637 Abs 2 ASVG idF BGBl I 2008/129 (T4)

TE OGH 2010-04-13 10 ObS 11/10f

Beis wie T4

TE OGH 2010-09-23 5 Ob 124/10m

Vgl; Beisatz: Dem einfachen Gesetzgeber steht ein Gestaltungsspielraum verfassungsrechtlich insofern zu, als er in seinen rechtspolitischen und wirtschaftlichen Zielsetzungen frei ist, sofern keine unsachliche Ungleichbehandlung vorliegt. (T5)

Beisatz: Hier: Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Überwälzbarkeit der Grundsteuer auf die Mieter gemäß § 21 Abs 2 MRG. (T6)

TE OGH 2011-02-01 10 ObS 179/10m

Auch; Veröff: SZ 2011/13

TE OGH 2011-03-29 5 Ob 29/11t

Auch; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Keine unsachliche Ungleichbehandlung durch § 16 Abs 7 MRG, weil der Gesetzgeber im Interesse des Mieters auf Ausgleich der Nachteile durch eine Befristung eine Regelung schafft, die dem Vermieter einen Anreiz dafür bieten soll, unbefristet zu vermieten. (T7)

Bem: So auch 5 Ob 240/10w. (T8)

TE OGH 2011-07-21 10 ObS 66/11w

Auch

TE OGH 2012-03-13 10 ObS 30/12b

Vgl auch; Beisatz: Hier: § 269 ASVG. (T9)

TE OGH 2014-12-16 10 ObS 99/14b

Auch; Beisatz: Hier: Keine Bedenken an der Verfassungsmäßigkeit der Stichtagsregelung des Art 15 Abs 1 des Abkommens zwischen der Republik Österreich und der UNIDO, BGBl III 2010/111 („UNIDO-Abkommen neu“). (T10)

TE OGH 2014-11-26 7 Ob 201/14f

nur: Dem Gesetzgeber steht ein Gestaltungsspielraum insofern zu, als er in seinen rechts- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen frei ist. (T11)

TE OGH 2015-08-25 5 Ob 37/15z

nur T11; Beisatz: Hier: § 10 MRG. (T12)

TE OGH 2019-07-30 10 ObS 38/19i

Vgl; Beis wie T5

TE OGH 2020-11-19 5 Ob 71/20g

Vgl; Beisatz: Hier: Stichtagsbegrenzte Überprüfungsmöglichkeit von Vorschreibungen nach § 14d WGG. (T13)

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117654