Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0117462

Entscheidungsdatum

12.03.2003

Geschäftszahl

13Os10/03; 13Os156/02; 15Os101/03; 13Os1/04; 14Os1/04; 15Os160/04; 14Os147/04; 13Os19/05a; 11Os7/05x; 14Os41/05v; 12Os48/08p; 12Os73/08i; 14Os121/10s; 11Os74/11h

Norm

SMG §28 Abs2 A; SMG §28 Abs3 A; SMG §28 Abs6 A; SMG §28a Abs1; SMG §28a Abs2 Z1; SMG §28b

Rechtssatz

Der von Paragraph 28, Absatz 6, SMG dem Bundesminister erteilte Gesetzesauftrag, für die einzelnen Suchtgifte die "Untergrenze" einer großen Menge (Grenzmenge) mit Verordnung festzusetzen, kann nicht bedeuten, dass bei Überschreiten dieser Grenze durch Inverkehrsetzen einer größeren Suchtgiftmenge stets nur ein einziges Verbrechen nach Paragraph 28, Absatz 2, vierter Fall SMG begründet wird, weil sonst gewerbsmäßige Begehung in Ansehung insgesamt großer Mengen beim Inverkehrsetzen für sich allein die Grenzmenge nicht erreichender Teilmengen nahezu stets aus logischen Gründen verneint werden müsste und Paragraph 28, Absatz 3, erster Satz (erster Fall) SMG in diesem kriminalpolitisch bedeutenden Anwendungsbereich seines Schutzzweckes verlustig ginge. Daher ist nach Erreichen der Grenzmenge jeweils gedanklich abzutrennen und demzufolge die große Menge (Paragraph 28, Absatz 2, SMG) der Grenzmenge (Paragraph 28, Absatz 6, SMG) gleichzusetzen.

Entscheidungstexte

TE OGH 2003-03-12 13 Os 10/03

TE OGH 2003-03-12 13 Os 156/02

TE OGH 2003-10-16 15 Os 101/03

nur: Nach Erreichen der Grenzmenge ist jeweils gedanklich abzutrennen und demzufolge die große Menge (Paragraph 28, Absatz 2, SMG) der Grenzmenge (Paragraph 28, Absatz 6, SMG) gleichzusetzen. (T1)

TE OGH 2004-02-18 13 Os 1/04

nur T1

TE OGH 2004-02-17 14 Os 1/04

Auch; Beisatz: Die Deutung des auf das Tatobjekt des Paragraph 28, Absatz 2, SMG bezogenen "ein" als Zahlwort beruht nicht auf historisch-teleologischen Überlegungen, sondern steckt den äußerst möglichen Wortsinn mit Blick auf das Gesetzlichkeitsprinzip des Paragraph eins, StGB ab. (T2)

TE OGH 2005-01-26 15 Os 160/04

Auch

TE OGH 2005-02-16 14 Os 147/04

Auch; Beisatz: Hier: Auch für den Fall des Erzeugens von Suchtgift nach Paragraph 28, Absatz 2, erster Fall SMG gilt, dass nach Erreichung der Grenzmenge "gedanklich abzutrennen" ist und die weitere Menge ein weiteres Verbrechen nach Paragraph 28, Absatz 2, erster Fall SMG verwirklicht, sofern die Grenzmenge neuerlich überschritten wird. Ist dies nicht der Fall, ist die Erzeugung der Restmenge nach Paragraph 27, Absatz eins, dritter Fall SMG oder als versuchtes Erzeugen einer großen Menge Suchtgift nach Paragraph 15, StGB, Paragraph 28, Absatz 2, erster Fall SMG zu bestrafen. (T3)

TE OGH 2005-03-02 13 Os 19/05a

Auch; nur: Die große Menge (Paragraph 28, Absatz 2, SMG) ist der Grenzmenge (Paragraph 28, Absatz 6, SMG) gleichzusetzen. (T4)

TE OGH 2005-03-08 11 Os 7/05x

Vgl; Beisatz: Die zu Paragraph 28, SMG mit Blick auf die Qualifikation der Gewerbsmäßigkeit nach Paragraph 28, Absatz 3, erster Fall SMG entwickelte Judikatur ist bei Paragraph 31, SMG mangels einer dort bestehenden Qualifikation der Gewerbsmäßigkeit nicht anzuwenden ist. (T5)

TE OGH 2005-06-07 14 Os 41/05v

Auch; nur T1

TE OGH 2008-05-15 12 Os 48/08p

Vgl; Beisatz: Vgl zur Rechtslage nach SMG-Novelle 2007 Bundesgesetzblatt Teil eins, 110 aus 2007,). (T6); Beisatz: Um bei einer sukzessiven Verbrechensverwirklichung gemäß Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG feststellen zu können, ob der Täter mit der Absicht auf deren wiederkehrende Begehung handelte, bedarf es weiterhin einer gedanklichen Abtrennung nach Verwirklichung einer Straftat nach Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG, weil sonst gewerbsmäßige Begehung bei sukzessiver Verbrechensverwirklichung nie möglich wäre und dieser Form somit der Anwendungsbereich fehlte. Das versuchte oder vollendete und im Sinne einer tatbestandlichen Handlungseinheit durch sukzessives In-Verkehr-Setzen begangene Verbrechen gemäß Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG ist dabei als Ansatzpunkt heranzuziehen. (T7); Beisatz: Sobald die Grenzmenge im Sinn des Paragraph 28 b, SMG durch den sukzessiven Handel mit Suchtgift überschritten wurde, ändert auch ein bloß versuchtes Überlassen einer weiteren (geringen) Menge nichts am bereits erfüllten Tatbestand des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG. Dieses Verbrechen wird dann eben teilweise in der Erscheinungsform des Versuchs (Paragraph 15, StGB) erfüllt. (T8)

TE OGH 2008-06-19 12 Os 73/08i

Vgl; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T8

TE OGH 2010-11-16 14 Os 121/10s

Vgl

TE OGH 2011-06-30 11 Os 74/11h

Vgl auch