OGH
RS0117402
11.06.2026
13Os23/03; 11Os21/03; 13Os105/03; 13Os149/03; 13Os14/04; 15Os27/04; 14Os56/04; 13Os178/03; 13Os113/04; 13Os142/04; 11Os67/05w; 13Os85/05g; 13Os113/05z; 13Os14/06t; 13Os12/06y; 14Os20/06g; 13Os72/06x; 14Os147/06h; 13Os144/06k; 11Os2/07i; 11Os13/07g; 13Os65/07v; 11Os92/07z; 13Os52/07g; 11Os44/07s; 13Os4/08z; 14Os170/07t; 13Os36/08f; 13Os78/08g; 13Os90/08x; 11Os122/08p; 11Os119/08x; 14Os126/09z; 13Os97/09b; 14Os113/09p; 13Os224/10v; 14Os10/10t (14Os11/10i); 15Os64/10s; 11Os155/10v; 13Os18/11p; 12Os24/11p; 15Os28/12z; 17Os4/12k; 12Os52/12g; 12Os44/12f; 13Os86/12i; 11Os157/12s; 15Os141/13v; 15Os10/14f; 14Os30/14i; 14Os87/14x; 15Os63/15a; 11Os92/15m; 14Os59/15f; 13Os82/15f; 15Os10/16h; 17Os12/16t; 12Os115/16b; 15Os123/16a; 14Os7/17m; 14Os127/16g; 12Os121/28p; 14Os113/18a; 14Os141/19w; 15Os42/21x; 14Os30/21z; 11Os142/21y; 13Os97/22x; 15Os28/23s; 14Os82/23z; 15Os147/24t (15Os148/24i); 12Os23/25m; 12Os7/26k; 15Os43/26a
StPO §260 Abs1 Z1
StPO §270 Abs2 Z4
StPO §270 Abs2 Z5
StPO §281 Abs1 Z3
StPO §281 Abs1 Z5 A
StPO §281 Abs1 Z10 A
Ein Urteil ist nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, dritter Fall StPO nichtig, wenn man davon sprechen kann, dass der "Ausspruch des Gerichtshofes über entscheidende Tatsachen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 4 und 5)" - mit anderen Worten die aus Erkenntnis (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 4, (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins,) StPO) und Entscheidungsgründen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) gebildete Summe der im Urteil genannten entscheidenden Tatsachen - mit sich selbst im Widerspruch steht. Abweichungen des Erkenntnisses zwar nicht in Hinsicht auf entscheidende Tatsachen, wohl aber mit Bezug auf sonstige Individualisierungsmerkmale sind hingegen Gegenstand der Ziffer 3, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO. Ein Widerspruch liegt nicht vor, wenn nach Maßgabe von Denkgesetzen und grundlegenden Erfahrungssätzen auch andere als die gezogenen Schlüsse zulässig sind.
TE OGH 2003-02-19 13 Os 23/03
TE OGH 2003-04-29 11 Os 21/03
Vgl auch; Beisatz: Ein Widerspruch liegt vor, wenn die festgestellte Tatsache mit den dazu angestellten Erwägungen nach Denkgesetzen oder allgemeiner Lebenserfahrung nicht in Einklang zu bringen ist. Der Hinweis auf Beweisergebnisse, die allenfalls gegen die getroffene Feststellung sprechen, ist dagegen unter dem Aspekt der Ziffer 5, dritter Fall unbeachtlich. (T1)
TE OGH 2003-09-24 13 Os 105/03
Vgl auch
TE OGH 2003-11-26 13 Os 149/03
Auch
TE OGH 2004-04-07 13 Os 14/04
Auch; Beisatz: Ein Widerspruch zwischen Urteilstenor (Urteilsspruch, Urteilssatz) und Entscheidungsgründen kann nur dann einen formellen Nichtigkeitsgrund nämlich Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, oder Ziffer 5, dritter Fall StPO - bedeuten, wenn er Tatsachen betrifft, also auf der Sachverhaltsebene liegt. (T2)
Beisatz: Weist ein Urteil in Hinsicht auf die durch das Verhalten des Angeklagten begründete strafbare Handlung einen Widerspruch zwischen Tenor und Gründen auf, weil das Erkenntnis über die Schuldfrage (Paragraphen 270, Absatz 2, Ziffer 4, 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO) eine andere strafbare Handlung bezeichnet als jene, die der rechtlichen Beurteilung in den Gründen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) zufolge verwirklicht wurde, kommt der materielle Nichtigkeitsgrund nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 10, StPO in Betracht. Dessen Bezugspunkte sind der Ausspruch darüber, welche strafbare Handlung durch die als erwiesen angenommenen Tatsachen begründet wird (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO), und die Feststellungen in den Entscheidungsgründen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) des Urteils. (T3)
TE OGH 2004-04-22 15 Os 27/04
Vgl auch; Beis wie T1 nur: Ein Widerspruch liegt vor, wenn die festgestellte Tatsache mit den dazu angestellten Erwägungen nach Denkgesetzen nicht in Einklang zu bringen ist. (T4)
TE OGH 2004-05-25 14 Os 56/04
Vgl auch
TE OGH 2004-07-14 13 Os 178/03
Auch
TE OGH 2004-11-03 13 Os 113/04
Auch; Beis wie T1 nur: Ein Widerspruch liegt vor, wenn die festgestellte Tatsache mit den dazu angestellten Erwägungen nach Denkgesetzen oder allgemeiner Lebenserfahrung nicht in Einklang zu bringen ist. (T5)
TE OGH 2004-12-15 13 Os 142/04
Auch
TE OGH 2005-07-26 11 Os 67/05w
Vgl
TE OGH 2005-09-28 13 Os 85/05g
Vgl auch
TE OGH 2005-12-14 13 Os 113/05z
Auch
TE OGH 2006-03-22 13 Os 14/06t
Auch
TE OGH 2006-05-03 13 Os 12/06y
Auch; nur: Ein Urteil ist nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, dritter Fall StPO nichtig, wenn man davon sprechen kann, dass die aus Erkenntnis (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 4, (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins,) StPO) und Entscheidungsgründen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) gebildete Summe der im Urteil genannten entscheidenden Tatsachen mit sich selbst im Widerspruch steht. Ein Widerspruch liegt nicht vor, wenn nach Maßgabe von Denkgesetzen und grundlegenden Erfahrungssätzen auch andere als die gezogenen Schlüsse zulässig sind. (T6)
Beisatz: Erwähnung oder Nichterwähnung einer Gesetzesstelle im Erkenntnis (hier: Paragraph 2, StGB) haben damit nichts zu tun vergleiche Paragraph 260, Absatz eins, Z4 StPO, dessen Einhaltung aus Ziffer 3, unbeachtlich ist [§ 260 Absatz eins, Ziffer 3, letzter Teilsatz StPO]). Auch eine verfehlte rechtliche Beurteilung in den Entscheidungsgründen ist unbeachtlich, wenn nur im Ergebnis der zutreffende rechtliche Schluss gezogen wurde (Paragraphen 259, 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO; WK-StPO Paragraph 281, Rz 413 f). (T7)
TE OGH 2006-07-11 14 Os 20/06g
Auch; Beis wie T1 nur: Der Hinweis auf Beweisergebnisse, die allenfalls gegen die getroffene Feststellung sprechen, ist unter dem Aspekt der Ziffer 5, dritter Fall unbeachtlich. (T8)
Beisatz: Widersprüche innerhalb des Erkenntnisses (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins, StPO) haben damit nichts zu tun. (T9)
TE OGH 2006-09-13 13 Os 72/06x
Vgl auch; Beis wie T8
TE OGH 2007-03-06 14 Os 147/06h
Auch; Beisatz: Widersprüchlichkeit im Sinn der Ziffer 5, dritter Fall des Paragraph 281, Absatz eins, StPO liegt nur dann vor, wenn Aussprüche über entscheidende Tatsachen unter Einbeziehung von Erfahrungswerten als zueinander im Widerspruch stehend, somit als nach den Denkgesetzen unvereinbar zu bewerten sind (WK-StPO Paragraph 281, Rz 439). (T10)
TE OGH 2007-03-07 13 Os 144/06k
Auch; Beis wie T10
TE OGH 2007-03-27 11 Os 2/07i
Auch; Beis ähnlich wie T10
TE OGH 2007-04-24 11 Os 13/07g
Vgl auch; Beis ähnlich wie T10
TE OGH 2007-08-01 13 Os 65/07v
Auch
TE OGH 2007-08-21 11 Os 92/07z
Vgl auch
TE OGH 2007-08-01 13 Os 52/07g
Vgl auch
TE OGH 2007-10-23 11 Os 44/07s
Vgl auch; Beisatz: Hier: Widerspruch zwischen Feststellungen in den Urteilsgründen und deren Referat im Erkenntnis verneint. (T11)
TE OGH 2008-03-12 13 Os 4/08z
Auch; Beisatz: Nichtigkeit nach der Ziffer 5, dritter Fall liegt (unter anderem) vor, wenn Aussprüche über entscheidende Tatsachen nach den Denkgesetzen und grundlegender Lebenserfahrung nicht miteinander in Einklang zu bringen sind oder wenn die festgestellte Tatsache zu den dazu angestellten Erwägungen im Widerspruch steht (WK-StPO Paragraph 281, Rz 439). (T12)
TE OGH 2008-03-11 14 Os 170/07t
nur: Ein Urteil ist nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, dritter Fall StPO nichtig, wenn man davon sprechen kann, dass der "Ausspruch des Gerichtshofes über entscheidende Tatsachen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 4 und 5)" - mit anderen Worten die aus Erkenntnis (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 4, (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins,) StPO) und Entscheidungsgründen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) gebildete Summe der im Urteil genannten entscheidenden Tatsachen - mit sich selbst im Widerspruch steht. Abweichungen des Erkenntnisses zwar nicht in Hinsicht auf entscheidende Tatsachen, wohl aber mit Bezug auf sonstige Individualisierungsmerkmale sind hingegen Gegenstand der Ziffer 3, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO. (T13)
TE OGH 2008-06-11 13 Os 36/08f
Auch; Beis wie T11
TE OGH 2008-07-23 13 Os 78/08g
Vgl; Beisatz: Widersprüchlich sind zwei Aussagen, wenn sie nach den Denkgesetzen nicht nebeneinander bestehen können. (T14)
TE OGH 2008-07-23 13 Os 90/08x
Vgl auch
TE OGH 2008-09-16 11 Os 122/08p
Auch; Beisatz: Mit sich in Widerspruch (Ziffer 5, dritter Fall) ist ein Urteil, wenn das Gericht entscheidende Tatsachen als nebeneinander bestehend feststellt, die einander nach den Gesetzen logischen Denkens ausschließen oder nicht nebeneinander bestehen können. (T15)
Beis ähnlich wie T8
TE OGH 2008-09-16 11 Os 119/08x
Vgl; Beis wie T8
TE OGH 2009-11-17 14 Os 126/09z
Vgl auch
TE OGH 2009-11-19 13 Os 97/09b
Auch; Beisatz: Ein nichtigkeitsrelevanter Widerspruch kann sich bloß aus dem Urteilsinhalt selbst, nicht aus dessen Vergleich mit den Verfahrensergebnissen ergeben (WK-StPO Paragraph 281, Rz 439). (T16)
TE OGH 2009-12-15 14 Os 113/09p
Vgl auch; Beis wie T4; Beisatz: Eine Gesamtschau der Urteilsausfertigung kann dem Obersten Gerichtshof die Möglichkeit geben, einen Widerspruch klarstellend aufzulösen (Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 437, 440). (T17)
TE OGH 2010-04-08 13 Os 224/10v
Auch; Beisatz: Im Sinn der Ziffer 5, dritter Fall können die Feststellungen über entscheidende Tatsachen in den Urteilsgründen (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) und deren Referat im Erkenntnis (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins, StPO), die Feststellungen über entscheidende Tatsachen in den Urteilsgründen, die zu den getroffenen Feststellungen über entscheidende Tatsachen angestellten Erwägungen sowie die Feststellungen über entscheidende Tatsachen in den Urteilsgründen und die dazu angestellten Erwägungen zueinander im Widerspruch stehen. (T18)
TE OGH 2010-04-13 14 Os 10/10t
Vgl; Beis wie T14
TE OGH 2010-08-11 15 Os 64/10s
Vgl auch; Beisatz: Hier: Widerspruch bejaht. (T19)
TE OGH 2010-12-13 11 Os 155/10v
Auch; Beis wie T14; Beis wie T18
TE OGH 2011-05-12 13 Os 18/11p
Vgl; Beisatz: Das Referat der entscheidenden Tatsachen im Erkenntnis (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins, StPO) ist dann nichtig aus Ziffer 3,, wenn es die Tat nicht hinreichend individualisiert oder die ihm ‑ in Bezug auf die rechtsrichtige Subsumtion - zukommende Ordnungsfunktion nicht erfüllt. (T20)
TE OGH 2011-05-03 12 Os 24/11p
Auch; Beis wie T15
TE OGH 2012-03-28 15 Os 28/12z
Vgl auch; Auch Beis wie T1; Beis wie T4
TE OGH 2012-06-18 17 Os 4/12k
Beis wie T16
TE OGH 2012-06-26 12 Os 52/12g
nur: Nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, dritter Fall StPO ist ein Urteil nichtig, wenn man davon sprechen kann, dass der Ausspruch des Gerichtshofs über entscheidende Tatsachen mit sich selbst in Widerspruch steht. (T21)
TE OGH 2012-05-15 12 Os 44/12f
Auch
TE OGH 2012-10-18 13 Os 86/12i
Vgl auch
TE OGH 2013-01-15 11 Os 157/12s
Auch; nur T6
TE OGH 2013-11-13 15 Os 141/13v
Vgl auch
TE OGH 2014-03-19 15 Os 10/14f
Auch; Beis wie T8
TE OGH 2014-08-12 14 Os 30/14i
Auch
TE OGH 2014-10-28 14 Os 87/14x
Auch; Beis wie T8; Beis wie T16
TE OGH 2015-07-22 15 Os 63/15a
Auch; Beis wie T14; Beis wie T15
TE OGH 2015-08-11 11 Os 92/15m
Vgl; Beis wie T15
TE OGH 2015-11-17 14 Os 59/15f
Auch
TE OGH 2016-03-09 13 Os 82/15f
Auch; Beis wie T2
TE OGH 2016-03-14 15 Os 10/16h
Auch
TE OGH 2016-10-03 17 Os 12/16t
Auch; Beis wie T17
TE OGH 2016-11-04 12 Os 115/16b
Auch
TE OGH 2017-02-15 15 Os 123/16a
Vgl; Beis wie T1
TE OGH 2017-02-28 14 Os 7/17m
Auch
TE OGH 2017-02-28 14 Os 127/16g
Auch
TE OGH 2018-12-06 12 Os 121/28p
Auch
TE OGH 2019-01-29 14 Os 113/18a
Auch; Beis wie T17
TE OGH 2020-04-14 14 Os 141/19w
Vgl
TE OGH 2021-04-30 15 Os 42/21x
Vgl
TE OGH 2021-04-27 14 Os 30/21z
Vgl; Beis wie T17
TE OGH 2022-02-08 11 Os 142/21y
Vgl; Beis wie T17
TE OGH 2023-01-18 13 Os 97/22x
Vgl; Beis nur wie T16
TE OGH 2023-04-19 15 Os 28/23s
vgl; Beisatz wie T15
TE OGH 2023-09-06 14 Os 82/23z
vgl
TE OGH 2025-01-22 15 Os 147/24t
vgl; Beisatz wie T9
TE OGH 2025-06-11 12 Os 23/25m
vgl; Beisatz wie T15
TE OGH 2026-03-24 12 Os 7/26k
vgl
TE OGH 2026-06-11 15 Os 43/26a
vgl; Beisatz wie T16
ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117402