OGH
RS0113142
03.09.2026
14Os3/00; 13Os7/01 (13Os8/01); 14Os96/03; 14Os79/03; 12Os109/04; 11Os83/05y; 12Os118/05b; 11Os121/05m; 11Os12/06h; 14Os17/06s; 13Os87/06b; 13Os70/07d; 15Os46/07i; 11Os65/07d; 13Os102/07k; 12Os141/07p; 16Bkd1/07; 14Os170/07t; 11Os108/07b; 12Os81/08s; 13Os60/08k; Ds4/08; 12Os91/08m; 13Os31/09x; 14Os88/09m; 13Os75/09t; 14Os112/09s; 12Os133/09i; 12Os152/09h; 11Os158/10k; 12Os147/10z; 15Os56/11s; 11Os74/11h; 13Os161/11t; 13Os94/12s; 12Os136/12k; 14Os45/13v; 14Os187/13a; 13Os8/15y; 13Os46/15m; 14Os59/15f; 12Os67/15t; 14Os70/15y; 15Os196/15k; 11Os20/16z; 13Os82/16g; 14Os132/16t; 11Os55/17y; 1Ob192/17t; 1Ob183/17v; 1Ob32/18i; 13Os22/18m; 12Os148/17g; 14Os23/20v; 14Os48/20w; 14Os94/20k; 12Os71/20p; 11Os72/21d; 15Os11/21p; 13Os95/21a; 15Os100/21a; 15Os76/22y; 11Os120/22i; 13Os14/23t; 13Os42/23k; 15Os99/23g; 14Os103/23p; 15Os147/24t (15Os148/24i); 14Os105/25k; 13Os140/25z; 12Os144/25f; 13Os41/26t; 12Os18/26b; 12Os44/26a; 15Os68/26b
StGB §28
StGB §29
StGB §30
StGB §31
StPO §262 C
StPO §263
StPO §267
StPO §281 Abs1 Z8
StPO §345 Abs1 Z7
Ob das Urteil die Anklage überschreitet, ist an Hand des prozessualen Tatbegriffes zu beurteilen. Meinen Anklage und Urteil denselben Sachverhalt, dieselbe Tat, liegt Anklageüberschreitung nicht vor.
TE OGH 2000-02-01 14 Os 3/00
TE OGH 2001-01-31 13 Os 7/01
Vgl auch; Beisatz: Identität von Anklagesachverhalt und Urteilssachverhalt in Hinsicht auf den Diebstahl wird durch die Annahme eines gegenüber der schriftlichen Anklage um 11.540 S erhöhten Beutebetrages nicht berührt. (T1)
TE OGH 2003-08-05 14 Os 96/03
Vgl; Beisatz: Da Gegenstand einer Berufung stets nur die Überprüfung des erstgerichtlichen Urteils und damit ausschließlich die im Verfahren erster Instanz angeklagte Tat im Sinn des damit umschriebenen Lebenssachverhalts (prozessualer Tatbegriff) sein kann (Paragraph 267, StPO), ist es dem Berufungsgericht verwehrt, auf einen von der Anklagebehörde vor dem Erstgericht nicht inkriminierten Sachverhalt inhaltlich einzugehen. (T2)
TE OGH 2003-09-30 14 Os 79/03
Vgl auch; Beisatz: Der unter Anklage gestellte Lebenssachverhalt ist vom Gericht nach allen Richtungen unter den rechtlich maßgeblichen Umständen zu erforschen und jenem Gesetz zu unterstellen, das bei richtiger Auslegung darauf anzuwenden ist. Eine Tat im prozessualen Sinn (ein angeklagter historischer Sachverhalt) kann ohne weiteres mehreren selbständigen Taten im Sinn des materiellen Rechtes entsprechen, deren Verwirklichung der Ankläger alternativ oder nebeneinander als begangen ansieht. (T3)
TE OGH 2005-09-08 12 Os 109/04
Vgl auch
TE OGH 2005-09-27 11 Os 83/05y
Auch; Beisatz: Der Nichtigkeitsgrund der Ziffer 8, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO stellt nicht auf die Wortgleichheit der Anklage- und Urteilsformulierungen, sondern darauf ab, ob Anklage und Urteil denselben Lebenssachverhalt meinen. (T4)
TE OGH 2005-12-15 12 Os 118/05b
Auch; Beis wie T4
TE OGH 2005-12-13 11 Os 121/05m
Auch
TE OGH 2006-03-28 11 Os 12/06h
Auch
TE OGH 2006-04-04 14 Os 17/06s
Auch
TE OGH 2006-11-08 13 Os 87/06b
TE OGH 2007-08-01 13 Os 70/07d
Auch; nur: Meinen Anklage und Urteil denselben Sachverhalt, dieselbe Tat, liegt Anklageüberschreitung nicht vor. (T5)
Beisatz: Der Umstand, dass das Urteil den Tatzeitpunkt weiter umgrenzt als die Anklage, vermag hieran nichts zu ändern. (T6)
TE OGH 2007-08-08 15 Os 46/07i
Auch
TE OGH 2007-10-04 11 Os 65/07d
Vgl auch; Beisatz: Der Nichtigkeitsgrund des Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 8, StPO bezieht sich auf die Identität von angeklagtem und urteilsmäßig erledigtem Handlungssubstrat, also darauf, ob Anklage und Urteil den selben Lebenssachverhalt meinen (WK-StPO Paragraph 281, Rz 502). (T7)
TE OGH 2007-12-14 13 Os 102/07k
Auch
TE OGH 2007-12-13 12 Os 141/07p
Vgl auch; Beisatz: Der Nichtigkeitsgrund des Paragraph 345, Absatz eins, Ziffer 7, StPO stellt ausdrücklich auf den prozessualen Tatbegriff des Paragraph 267, StPO ab. Es ist lediglich von Interesse, ob der bekämpfte Schuldspruch im von der Anklagebehörde geschilderten Lebenssachverhalt als historischem Geschehen Deckung findet. Dabei bilden Anklagetenor (Paragraph 207, Absatz 2, Ziffer 2, StPO) und Begründung der Anklageschrift (Paragraph 207, Absatz 3, StPO), die gerade der Konkretisierung der näheren Tatumstände, mit anderen Worten der genaueren Abgrenzung des Prozessgegenstandes dient, eine Einheit. (T8)
TE OGH 2007-10-08 16 Bkd 1/07
Vgl; Beisatz: Nach der Strafprozessordnung kann Gegenstand einer Berufung stets nur die Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils und damit ausschließlich der im Verfahren erster Instanz umschriebene Lebenssachverhalt (der prozessuale Tatbegriff, die angeklagte Tat) sein. Dem Berufungsgericht ist es verwehrt, auf einen vor dem Erstgericht nicht inkriminierten Sachverhalt einzugehen, selbst wenn die Anklagebehörde in der Berufungsverhandlung entsprechend ausdehnen würde. Gleiches hat aufgrund der Bestimmung des Paragraph 77, Absatz 3, DSt über die sinngemäße Anwendung der Strafprozessordnung für den vorliegenden Fall zu gelten. (T9)
TE OGH 2008-03-11 14 Os 170/07t
Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Der geforderten Identität stünde daher die Annahme vom Ankläger nicht genannter Tathandlungen des alternativen Mischdelikts der betrügerischen Krida nach Paragraph 156, StGB nicht entgegen. (T10)
TE OGH 2008-04-01 11 Os 108/07b
Vgl auch
TE OGH 2008-07-17 12 Os 81/08s
Auch; nur T5; Beis wie T7
TE OGH 2008-07-23 13 Os 60/08k
Auch
TE OGH 2008-09-25 Ds 4/08
nur T5; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Disziplinarverfahren nach RStDG; Identität zwischen Verweisungsbeschluss und Disziplinarerkenntnis. (T11)
TE OGH 2009-02-19 12 Os 91/08m
Vgl
TE OGH 2009-05-07 13 Os 31/09x
TE OGH 2009-08-25 14 Os 88/09m
Vgl
TE OGH 2009-10-15 13 Os 75/09t
Auch
TE OGH 2009-11-17 14 Os 112/09s
TE OGH 2009-10-29 12 Os 133/09i
Vgl; Beisatz: Von einem Überschreiten der Anklage kann nur dann gesprochen werden, wenn das Urteil den Angeklagten eines Verhaltens schuldig erkennt, welches nicht Gegenstand der Anklage war. Nur an diesen Anklagevorwurf ist das Gericht gemäß Paragraphen 262, 267, StPO gebunden. Im Übrigen hat es jedoch das Verhalten des Angeklagten im Bezug auf das inkriminierte Ereignis nach allen Richtungen zu erforschen und sich ohne Rücksicht auf die in der Anklage vertretene Anschauung ein Urteil zu bilden, in welcher Art sich das Ereignis abgespielt und in welcher Form sich der Angeklagte daran beteiligt hat. (T12)
TE OGH 2010-03-11 12 Os 152/09h
Vgl
TE OGH 2011-01-20 11 Os 158/10k
Auch
TE OGH 2011-03-29 12 Os 147/10z
Auch
TE OGH 2011-05-25 15 Os 56/11s
Vgl auch; Beis ähnlich wie T7
TE OGH 2011-06-30 11 Os 74/11h
Vgl auch; Beisatz: Hier: Art des Suchtgifts. (T13)
TE OGH 2012-05-10 13 Os 161/11t
Vgl auch; Beisatz: Hier: Verletzungen abgabenrechtlicher Pflichten im Zusammenhang mit denselben wirtschaftlichen Vorgängen. (T14)
TE OGH 2012-10-18 13 Os 94/12s
Auch; Beisatz: Hier: Schreibfehler in der schriftlichen Fassung der Hauptfragen. (T15)
TE OGH 2013-01-31 12 Os 136/12k
Auch
TE OGH 2013-08-27 14 Os 45/13v
Vgl
TE OGH 2014-01-28 14 Os 187/13a
Vgl; Beisatz: Es ist ohne Belang, ob Tenor oder Begründung der Anklageschrift auf ein als Prozessgegenstand in Betracht kommendes Geschehen verweisen. (T16)
Beisatz: Ein Urteil überschreitet die Anklage nicht, wenn der Schuldspruch in dem dort geschilderten Lebenssachverhalt als historischem Geschehen (prozessualer Tatbegriff) Deckung findet, wobei die unter Anklage gestellte Tat auch andere in den Rahmen des Gesamtverhaltens des Angeklagten fallende Handlungen, die auf denselben strafgesetzwidrigen Erfolg zielen, erfasst. (T17)
TE OGH 2015-04-15 13 Os 8/15y
TE OGH 2015-06-30 13 Os 46/15m
Vgl
TE OGH 2015-11-17 14 Os 59/15f
TE OGH 2016-01-28 12 Os 67/15t
Auch; Beis wie T12; Beis wie T17
TE OGH 2016-01-26 14 Os 70/15y
Auch
TE OGH 2016-02-17 15 Os 196/15k
Auch
TE OGH 2016-07-05 11 Os 20/16z
Auch; Beis wie T8
TE OGH 2016-09-06 13 Os 82/16g
Auch; Beis wie T6
TE OGH 2017-04-04 14 Os 132/16t
Vgl; Beis wie T4; Beis wie T6
TE OGH 2017-07-04 11 Os 55/17y
TE OGH 2018-01-30 1 Ob 192/17t
Auch; Beisatz: Hier: Abstellen auf den Lebenssachverhalt und nicht die rechtliche Qualifikation bei Beurteilung der Verjährungsunterbrechung durch einen Privatbeteiligtenanschluss. (T18)
TE OGH 2018-01-30 1 Ob 183/17v
Vgl; Beis wie T18
TE OGH 2018-03-21 1 Ob 32/18i
Vgl; Beis wie T18
TE OGH 2018-09-12 13 Os 22/18m
Auch
TE OGH 2018-06-21 12 Os 148/17g
Auch
TE OGH 2020-04-29 14 Os 23/20v
Vgl
TE OGH 2020-06-09 14 Os 48/20w
TE OGH 2020-11-03 14 Os 94/20k
TE OGH 2020-10-15 12 Os 71/20p
Vgl; Beis wie T8
TE OGH 2021-07-27 11 Os 72/21d
Vgl
TE OGH 2021-05-19 15 Os 11/21p
Vgl
TE OGH 2021-10-19 13 Os 95/21a
Vgl; Beis wie T15; Beisatz: Hier: Vergleich des angeklagten Lebenssachverhalts mit dem von der in Rede stehenden Frage an die Geschworenen umfassten Lebenssachverhalt. (T19)
TE OGH 2021-10-20 15 Os 100/21a
Vgl
TE OGH 2022-10-18 15 Os 76/22y
Vgl; Beis wie T12; Beis wie T17
TE OGH 2023-01-31 11 Os 120/22i
Vgl; Beisatz: Hier: Annahme einer gegenüber der Anklageschrift erhöhten tatverfangenen Suchtgiftmenge. (T20)
TE OGH 2023-05-31 13 Os 14/23t
vgl; Beisatz wie T19
TE OGH 2023-06-28 13 Os 42/23k
vgl; Beisatz wie T20
TE OGH 2023-11-08 15 Os 99/23g
vgl; Beisatz wie T17
Beisatz: Hier: Ergänzung der Erpressungshandlung durch weitere Drohungen. (T21)
TE OGH 2024-01-09 14 Os 103/23p
vgl; Beisatz: Die bloße Verschiedenheit von Art und Menge des tatverfangenen Suchtgifts beeinträchtigt die Identität von Anklage- und Urteilstat per se nicht. (T22)
TE OGH 2025-01-22 15 Os 147/24t
vgl
TE OGH 2026-03-17 14 Os 105/25k
vgl
TE OGH 2026-03-18 13 Os 140/25z
vgl
TE OGH 2026-03-24 12 Os 144/25f
vgl
TE OGH 2026-06-24 13 Os 41/26t
vgl
TE OGH 2026-08-05 12 Os 18/26b
vgl
TE OGH 2026-08-05 12 Os 44/26a
vgl; Beisatz wie T17
TE OGH 2026-09-03 15 Os 68/26b
vgl; Beisatz wie T6; Beisatz wie T17
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113142