Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0112232

Entscheidungsdatum

22.07.2026

Geschäftszahl

12Os63/99; 12Os112/99; 7Ob253/00g; Ds1/01; 7Ob180/02z; 7Ob137/04d; 11Os3/05h; 13Os72/06x; 2Ob101/12k; 13Os81/15h; 13Os140/15k; 13Os127/16z (13Os52/17x); 13Os64/17m; 11Os64/17x; 11Os77/17h; 13Os25/18b; 14Os19/18b; 13Os128/20b; 13Os24/21k; 11Os136/21s; 13Os128/23g; 13Os89/24y; 13Os47/25y; 13Os131/25a; 13Os10/26h

Norm

StPO §5 A

StPO §281 Abs1 Z5 A

StPO §353

Rechtssatz

Die materielle Rechtskraft eines strafgerichtlichen Schuldspruchs bewirkt, dass dadurch - vorbehaltlich einer allfälligen Wiederaufnahme des Strafverfahrens - für den Rechtskreis des Angeklagten mit absoluter Wirkung, somit gegenüber jedermann, bindend festgestellt ist, dass der Verurteilte die strafbare Handlung entsprechend den konkreten Tatsachenfeststellungen des betreffenden Urteils rechtswidrig und schuldhaft begangen hat. Er kann sich aus diesem Grund gegenüber niemandem darauf berufen, dass er die Tat, deretwegen er strafgerichtlich verurteilt wurde, tatsächlich nicht begangen hätte.

Entscheidungstexte

TE OGH 1999-06-24 12 Os 63/99

TE OGH 1999-10-28 12 Os 112/99

nur: Die materielle Rechtskraft eines strafgerichtlichen Schuldspruchs bewirkt, dass dadurch - vorbehaltlich einer allfälligen Wiederaufnahme des Strafverfahrens - für den Rechtskreis des Angeklagten mit absoluter Wirkung, somit gegenüber jedermann, bindend festgestellt ist, dass der Verurteilte die strafbare Handlung entsprechend den konkreten Tatsachenfeststellungen des betreffenden Urteils rechtswidrig und schuldhaft begangen hat. (T1)

TE OGH 2000-12-14 7 Ob 253/00g

Auch; nur T1; Veröff: SZ 73/200

TE OGH 2001-09-05 Ds 1/01

TE OGH 2002-09-09 7 Ob 180/02z

Vgl auch; Beisatz: Diese absolute Wirkung der materiellen Rechtskraft des strafgerichtlichen Schuldspruchs könnte nur durch eine erfolgreiche Wiederaufnahme beseitigt werden. (T2)

TE OGH 2004-07-06 7 Ob 137/04d

Vgl auch; Beis wie T2

TE OGH 2005-03-08 11 Os 3/05h

Auch; nur T1; Beisatz: Strafbares Verhalten anderer Personen ist - ebenso wie allfällige weitere, nicht verfahrensgegenständliche Straftaten des Verurteilten - von der Feststellungswirkung nicht umfasst. (T3)

TE OGH 2006-09-13 13 Os 72/06x

Auch; nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Im Verfahren gegen einen anderen Angeklagten ist den Tatrichtern (im Falle der Verlesung) allerdings eine Auseinandersetzung mit dieser Entscheidung geboten (WK-StPO Paragraph 281, Rz 430). (T4)

TE OGH 2013-01-24 2 Ob 101/12k

Auch; Auch Beis wie T2

TE OGH 2015-09-23 13 Os 81/15h

TE OGH 2015-12-18 13 Os 140/15k

Auch

TE OGH 2017-06-28 13 Os 127/16z

Auch

TE OGH 2017-09-06 13 Os 64/17m

Auch; Beisatz: Konnte der belangte Verband im Verfahren gegen den Beschuldigten zu den Vorwürfen, für die er verantwortlich erklärt werden könnte, Stellung nehmen und konnte er den Schuldspruch seines Entscheidungsträgers auf gleiche Weise wie dieser bekämpfen, erstreckt sich die Bindungswirkung auch auf ihn. (T5)

TE OGH 2017-11-14 11 Os 64/17x

Auch

TE OGH 2017-10-17 11 Os 77/17h

Vgl

TE OGH 2018-05-09 13 Os 25/18b

Auch; Beis wie T5

TE OGH 2018-08-03 14 Os 19/18b

Auch; Beisatz: Ein im Entscheidungszeitpunkt nicht rechtskräftiges (Straf-)Urteil, sofern nichts anderes bestimmt ist, kann keine Rechtswirkungen, insbesondere keine Feststellungswirkung in einem anderen Strafverfahren, entfalten. (T6)

TE OGH 2021-05-19 13 Os 128/20b

Vgl; Beis wie T5

TE OGH 2022-01-12 13 Os 24/21k

Vgl; Beis nur wie T5

TE OGH 2022-11-15 11 Os 136/21s

Vgl; Beis wie T5

TE OGH 2024-04-24 13 Os 128/23g

vgl; Beisatz wie T5

TE OGH 2025-03-19 13 Os 89/24y

vgl

TE OGH 2025-10-15 13 Os 47/25y

vgl

TE OGH 2026-01-07 13 Os 131/25a

vgl; Beisatz wie T5

TE OGH 2026-07-22 13 Os 10/26h

vgl; Beisatz wie T5

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0112232