OGH
RS0108964
30.06.2026
12Os121/97; 13Os151/03; 13Os29/08a; 14Os16/09y; 13Os88/09d; 14Os5/10g; 13Os12/11f; 14Os67/11a; 14Os138/11t; 17Os20/12p; 14Os108/12g; 17Os23/13f; 11Os101/13g (11Os139/13wq); 17Os9/13x; 17Os2/14v; 17Os5/14k (17Os6/14g); 17Os50/14b; 13Os105/15p (13Os106/15k); 17Os10/16y; 11Os126/16p (11Os127/16k); 17Os15/18m; 14Os35/19g (14Os46/19z); 12Os28/19p; 14Os102/19k; 14Os118/19p; 14Os33/20i; 14Os135/20i; 14Os142/20v; 14Os10/24p; 14Os18/24i; 14Os121/24m; 14Os106/25g; 14Os43/26v
StGB §12 Fall2 Bb
StGB §302 Abs1
Voraussetzung für die Strafbarkeit als Bestimmung zum Amtsmissbrauch ist in subjektiver Hinsicht, dass der Bestimmende es für gewiss hält, der Beamte werde bei bestimmungsgemäßem Verhalten (zumindest) vorsätzlich seine Befugnis missbrauchen. Hingegen ist nicht erforderlich, dass der Bestimmende auch weiß, dass der Beamte sich bestimmungsgemäß verhalten werde, der Bestimmende also auch den angestrebten Erfolg seiner Einflussnahme für gewiss hält.
TE OGH 1997-11-20 12 Os 121/97
TE OGH 2003-12-17 13 Os 151/03
Auch; nur: Voraussetzung für die Strafbarkeit als Bestimmung zum Amtsmissbrauch ist in subjektiver Hinsicht, dass der Bestimmende es für gewiss hält, der Beamte werde bei bestimmungsgemäßem Verhalten (zumindest) vorsätzlich seine Befugnis missbrauchen. (T1)
TE OGH 2008-08-27 13 Os 29/08a
Auch; Beisatz: Das Wissen des Beitragstäters muss sich auf den vorsätzlichen Fehlgebrauch (= Missbrauch) des Intraneus erstrecken, um Strafbarkeit des Beitragstäters zu bewirken. Nicht nach Paragraph 302, Absatz eins, StGB ist als Bestimmungstäter strafbar, wer auf gutgläubige Befugnisausübung durch einen (über die wahre Sachlage getäuschten) Beamten hinwirkt. (T2)
TE OGH 2009-04-21 14 Os 16/09y
Vgl; nur T1
TE OGH 2009-08-27 13 Os 88/09d
Vgl; Beisatz: Die Rechtsansicht, der zur Erstellung von Gutachten gemäß Paragraph 57 a, KFG Ermächtigte habe die gesamte Begutachtung persönlich durchzuführen, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen. Dieser ist vielmehr berechtigt, Hilfspersonen einzusetzen. Die strafrechtliche Verantwortlichkeit des zur Begutachtung Ermächtigten setzt freilich auch in diesen Fällen die besonderen Vorsatzerfordernisse des Paragraph 302, Absatz eins, StGB voraus vergleiche T2). Auch dem - im Übrigen als „generelle Weisung" die unabhängige Rechtsprechung nicht bindenden - Erlass des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie vom 8. Februar 2005, GZ BMVIT-179.501/0001-II/ST4/2005, ist insoweit Gegenteiliges nicht zu entnehmen. (T3)
TE OGH 2010-04-13 14 Os 5/10g
Vgl
TE OGH 2011-04-07 13 Os 12/11f
Auch; Beisatz: Ein Bürgermeister, der in seiner Funktion als Meldebehörde (Paragraph 13, Absatz eins, MeldeG) Gemeindebediensteten Weisungen erteilt, handelt im Rahmen seiner (eigenen) Befugnis, als Organ des Bundes in Vollziehung der Gesetze Amtsgeschäfte vorzunehmen, und ist demnach ‑ bei Erfüllung der Tatbestandsmerkmale des Paragraph 302, Absatz eins, StGB ‑ unmittelbarer Täter. (T4)
TE OGH 2011-07-06 14 Os 67/11a
Vgl
TE OGH 2012-04-03 14 Os 138/11t
nur T1
TE OGH 2012-12-10 17 Os 20/12p
Auch; Beisatz: Wenn die Angeklagte keine Berechtigung hatte, das ZMR abzufragen, sondern einen Kollegen darum ersuchen musste, erweist sich die Annahme unmittelbarer Täterschaft als verfehlt. (T5)
TE OGH 2013-01-29 14 Os 108/12g
nur T1
TE OGH 2013-09-30 17 Os 23/13f
Vgl; Beis wie T2
TE OGH 2013-10-29 11 Os 101/13g
Auch; Beisatz: Hier: Verbrechen der Untreue nach Paragraph 153, StGB. (T6)
TE OGH 2013-10-07 17 Os 9/13x
Auch; Beis wie T2
TE OGH 2014-05-12 17 Os 2/14v
Vgl; Beis ähnlich wie T2
TE OGH 2014-08-11 17 Os 5/14k
Auch; Beisatz: Missbrauch der Amtsgewalt setzt in subjektiver Hinsicht den Vorsatz des Täters voraus, jemand anderen durch (wissentlichen) Befugnismissbrauch an seinen Rechten zu schädigen. Strafbarkeit eines Bestimmungs- oder Beitragstäters liegt nur dann vor, wenn er selbst sämtliche Elemente (auch) des subjektiven Tatbestands erfüllt. Zudem handelt es sich um ein Sonderdelikt, dessen Unrecht im Sinn des Paragraph 14, Absatz eins, zweiter Satz StGB davon abhängt, dass der Beamte als Träger der „besonderen persönlichen Eigenschaften“ (Intraneus) in bestimmter Weise – nämlich durch (zumindest bedingt) vorsätzlichen Fehlgebrauch der Befugnis – an der Tat mitwirkt. Gerade auch darauf muss sich das Wissen eines an der strafbaren Handlung (als Bestimmungs- oder Beitragstäter) beteiligten Extraneus beziehen. (T7)
TE OGH 2015-04-09 17 Os 50/14b
Auch
TE OGH 2016-09-06 13 Os 105/15p
Auch
TE OGH 2016-10-03 17 Os 10/16y
Vgl; Beis wie T7
TE OGH 2017-07-04 11 Os 126/16p
Vgl; Beisatz: Missbraucht der Intraneus seine Befugnis nicht vorsätzlich, gelangt die intendierte Tatausführung nicht ins Versuchsstadium. In diesem Fall kann zwar strafbare versuchte Bestimmung (Paragraphen 15, 12, zweiter Fall StGB) vorliegen. Eine Strafbarkeit durch versuchte Beteiligung durch sonstigen Beitrag (Paragraph 12, dritter Fall StGB) scheidet jedoch e contrario Paragraph 15, Absatz 2, StGB aus. (T8)
TE OGH 2018-09-11 17 Os 15/18m
Auch; Beis ähnlich wie T7
TE OGH 2019-04-09 14 Os 35/19g
Vgl; Beis wie T2
TE OGH 2019-04-11 12 Os 28/19p
Vgl; Beis wie T8
TE OGH 2019-10-07 14 Os 102/19k
Vgl; Beis wie T7
TE OGH 2020-02-25 14 Os 118/19p
Vgl; nur T1
TE OGH 2020-07-21 14 Os 33/20i
Vgl
TE OGH 2021-02-18 14 Os 135/20i
Vgl
TE OGH 2021-04-27 14 Os 142/20v
Vgl
TE OGH 2024-06-19 14 Os 10/24p
vgl
TE OGH 2024-06-19 14 Os 18/24i
vgl
TE OGH 2025-02-25 14 Os 121/24m
vgl; Beisatz wie T7
TE OGH 2026-03-17 14 Os 106/25g
vgl
TE OGH 2026-06-30 14 Os 43/26v
vgl; Beisatz wie T7
ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108964