Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0107915

Entscheidungsdatum

17.07.1997

Geschäftszahl

6Ob218/97w; 6Ob153/97m; 6Ob2230/96a; 6Ob176/97v; 6Ob343/97b; 6Ob291/97f; 6Ob386/97a; 6Ob308/99h; 6Ob109/00y; 6Ob291/00p; 6Ob320/00b; 6Ob127/01x; 8ObA196/02k; 6Ob56/03h; 6Ob11/06w; 6Ob291/06x; 6Ob7/07h; 6Ob62/09z; 6Ob244/09i; 4Ob64/10f; 4Ob66/10z; 15Os106/10t (15Os49/11m, 15Os50/11h); 15Os175/10i; 14Os12/11p; 15Os92/11k; 6Ob162/12k; 15Os39/12t; 4Ob181/12i; 15Os34/13h; 15Os52/12d; 6Ob161/14s; 24Os6/15k; 15Os116/16x (15Os117/16v); 6Ob124/18f; 4Ob242/18v; 6Ob172/19s

Norm

ABGB §1330 BII; MRK Art10 Abs2 IV3b

Rechtssatz

Bei unwahren Tatsachenbehauptungen oder bei Werturteilen, basierend auf unwahren Tatsachenbehauptungen, gibt es kein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Entscheidungstexte

TE OGH 1997-07-17 6 Ob 218/97w

TE OGH 1997-07-17 6 Ob 153/97m

Beisatz: Hier: "Schutzgeldforderung". (T1) Veröff SZ 70/150

TE OGH 1997-07-24 6 Ob 2230/96a

Beisatz: "Schwarzbau". (T2)

TE OGH 1997-10-16 6 Ob 176/97v

TE OGH 1997-11-24 6 Ob 343/97b

TE OGH 1998-01-15 6 Ob 291/97f

Beisatz: "Lügenmuseum" (T3)

TE OGH 1998-01-15 6 Ob 386/97a

TE OGH 2000-03-09 6 Ob 308/99h

Vgl auch; Beisatz: Hier: Vorwürfe des Beklagten, dass sich die Kläger eine gebotene Vorgangsweise durch ein gesetzwidriges Verhalten bewusst ersparen. (T4)

TE OGH 2000-11-23 6 Ob 109/00y

Veröff: SZ 73/181

TE OGH 2000-12-14 6 Ob 291/00p

Veröff: SZ 73/198

TE OGH 2001-01-17 6 Ob 320/00b

nur: Bei Werturteilen, basierend auf unwahren Tatsachenbehauptungen, gibt es kein Recht auf freie Meinungsäußerung. (T5); Beisatz: Die Bezeichnung einer Vorgangsweise als "Gaunerei" oder als "Gaunerstück" und "Gaunerkonsens" unterstellt ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten (so bereits 6 Ob 304/98v). (T6)

TE OGH 2001-09-27 6 Ob 127/01x

TE OGH 2002-10-17 8 ObA 196/02k

TE OGH 2003-03-20 6 Ob 56/03h

TE OGH 2006-02-16 6 Ob 11/06w

TE OGH 2006-12-21 6 Ob 291/06x

Beisatz: Die offenbar ohne jedes Tatsachensubstrat erhobene Behauptung der intensiven Verwicklung („mächtig involviert") des Klägers in die Bawag-Affäre kann auch nicht durch die Eigenschaft des Klägers als „public figure" gerechtfertigt werden. (T7)

TE OGH 2007-02-15 6 Ob 7/07h

Beisatz: Hier: Vorwurf von massiven Pflichtverletzungen in einem Leserbrief, die nicht den Tatsachen entsprachen. (T8)

TE OGH 2009-07-02 6 Ob 62/09z

Beisatz: Werturteile, die konkludente Tatsachenbehauptungen sind, dürfen nicht schrankenlos geäußert werden. Allerdings sind angesichts der heutigen Reizüberflutung selbst überspitzte Formulierungen unter Umständen hinzunehmen, soweit kein massiver Wertungsexzess vorliegt. (T9)

TE OGH 2010-03-19 6 Ob 244/09i

Vgl auch

TE OGH 2010-07-13 4 Ob 64/10f

Auch

TE OGH 2010-07-13 4 Ob 66/10z

Veröff: SZ 2010/82

TE OGH 2011-06-29 15 Os 106/10t

Vgl auch; Beisatz: Im Rahmen politischer Auseinandersetzungen und bei „Public Figures“ genügt bereits ein „dünnes Tatsachensubstrat“ für die Zulässigkeit einer Wertung, siehe RS0127027. (T10)

TE OGH 2011-06-29 15 Os 175/10i

Auch; Beisatz: Unwahre, diffamierende Tatsachenbehauptungen oder auf unwahren bzw nicht hinreichenden Tatsachenbehauptungen beruhende negative Werturteile oder Wertungsexzesse fallen nicht unter den Schutzbereich des Art 10 MRK. (T11)

TE OGH 2011-08-30 14 Os 12/11p

Auch

TE OGH 2012-02-29 15 Os 92/11k

Auch

TE OGH 2012-10-15 6 Ob 162/12k

Beis wie T9; Beisatz: Art 10 MRK schützt nicht nur stilistisch hochwertige, sachlich vorgebrachte und niveauvoll ausgeführte Bewertungen, sondern jedwedes Unwerturteil, dass nicht in einem Wertungsexzess gipfelt. (T12)

Beisatz: Hier: „journalistischer Bettnässer“ (T13)

TE OGH 2012-11-21 15 Os 39/12t

Beis wie T11

TE OGH 2013-03-19 4 Ob 181/12i

Beis wie T9

TE OGH 2013-06-26 15 Os 34/13h

TE OGH 2013-12-11 15 Os 52/12d

Auch

TE OGH 2015-03-19 6 Ob 161/14s

Beisatz: Eine unwahre Tatsachenbehauptung ist auch dann nicht gerechtfertigt, wenn die Grundrechtsberechtigte eine Oppositionspolitikerin ist und sich in einer Sache von allgemeinem Interesse äußert. (T14)

TE OGH 2015-09-09 24 Os 6/15k

Auch; Beisatz: Es verletzt Ehre und Ansehen des Standes, Justizangehörigen ohne sachliche Grundlage und ohne Not im Rahmen von Rechtsschutzeingaben – über die (zulässige) Behauptung von Gesetzesverletzungen hinaus – doloses Vorgehen aus unlauteren Motiven zu unterstellen. (T15)

TE OGH 2017-02-15 15 Os 116/16x

Auch

TE OGH 2018-10-25 6 Ob 124/18f

TE OGH 2019-01-29 4 Ob 242/18v

TE OGH 2019-11-27 6 Ob 172/19s

Beis wie T9

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107915