Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0089503

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Geschäftszahl

4Ob73/95; 4Ob79/12i

Norm

ÄrzteG §25 Abs1; RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art3 litd

Rechtssatz

Die Werbung mit Honorarsätzen beeinträchtigt das Standesansehen, weil der Arzt mit der Behandlung eines Kranken eine auf die Bedürfnisse dieses Menschen abgestimmte Leistung erbringen soll, deren Umfang und Intensität nicht von vornherein feststeht. Bietet ein Arzt seine Leistungen zu festen Sätzen an, so kann er naturgemäß den im einzelnen Fall erforderlichen Aufwand nicht berücksichtigen. Eine solche Werbung rückt seine Leistung in die Nähe einer austauschbaren Massenleistung, die sie nach dem allgemeinen Verständnis nicht sein soll, und ist standeswidrig.

Entscheidungstexte

TE OGH 1995-09-19 4 Ob 73/95

TE OGH 2012-08-02 4 Ob 79/12i