OGH
RS0031798
30.06.2026
7Ob607/90; 1Ob15/91; 4Ob31/92; 4Ob48/92; 4Ob91/92; 4Ob82/92; 4Ob84/92; 8Ob589/91; 4Ob6/93; 4Ob73/93; 4Ob19/93; 4Ob40/93; 4Ob132/93; 4Ob131/93; 4Ob171/93; 6Ob21/94; 4Ob134/94; 9ObA240/94; 6Ob1007/95; 6Ob22/95; 6Ob31/95; 6Ob5/96; 6Ob2105/96v; 6Ob2060/96a; 6Ob2177/96g; 6Ob2225/96s; 6Ob2197/96y; 4Ob2269/96x; 6Ob2381/96g; 6Ob11/97d; 6Ob148/97a; 6Ob218/98x; 6Ob173/98d; 6Ob212/98i; 6Ob304/98v; 4Ob316/98v; 6Ob208/98a; 6Ob10/99k; 4Ob142/99g; 6Ob90/99z; 6Ob164/98f; 4Ob213/99y; 6Ob22/00d; 6Ob308/99h; 6Ob328/99z; 6Ob78/00i; 6Ob246/00w; 6Ob320/00b; 6Ob69/01t; 6Ob192/01f; 4Ob15/02p; 6Ob158/02g; 6Ob38/03m; 6Ob114/04i; 6Ob211/05f; 4Ob71/06d; 6Ob184/04h; 6Ob46/08w; 6Ob99/12w; 6Ob45/14g; 6Ob115/14a; 4Ob233/14i; 3Ob97/14g; 6Ob105/17k; 6Ob102/17v; 6Ob149/17f; 6Ob226/16b; 6Ob193/17a; 6Ob164/19i; 6Ob101/20a; 6Ob15/21f; 6Ob79/21t; 6Ob149/21m; 6Ob239/21x; 6Ob184/21h; 4Ob138/22f; 6Ob120/23z; 6Ob86/25b; 6Ob192/25s
ABGB §1330 A
ABGB §1330 BI
Ist eine Rufschädigung gleichzeitig Ehrenbeleidigung im Sinne des Paragraph 1330, Absatz eins, ABGB, so hat der Betroffene bezüglich der Ansprüche nach Absatz 2, nur die Tatsachenverbreitung zu beweisen. Die Richtigkeit der Tatsache (Wahrheitsbeweis) beziehungsweise das Fehlen der (objektiven beziehungsweise subjektiven) Vorwerfbarkeit der unrichtigen Verbreitung hat der Täter zu beweisen. Nur wenn die Rufschädigung nicht gleichzeitig auch eine Ehrenbeleidigung umfasst, trifft den Kläger nach allgemeinen Regeln die Beweislast, das heißt er hat die Tatsachenverbreitung und deren Ursächlichkeit für die Gefährdung oder Verletzung zu beweisen und darüber hinaus auch die Tatsachenunrichtigkeit.
TE OGH 1990-09-27 7 Ob 607/90
Veröff: EvBl 1991/24 S 132 = MR 1991,18 = ÖBl 1991,90 = ecolex 1991,312 (Kletecka) = JBl 1991,724
TE OGH 1991-06-05 1 Ob 15/91
Veröff: MR 1991,235 (Korn) = ÖBl 1992,136
TE OGH 1992-05-26 4 Ob 31/92
nur: Ist eine Rufschädigung gleichzeitig Ehrenbeleidigung im Sinne des Paragraph 1330, Absatz eins, ABGB, so hat der Betroffene bezüglich der Ansprüche nach Absatz 2, nur die Tatsachenverbreitung zu beweisen. Die Richtigkeit der Tatsache (Wahrheitsbeweis) beziehungsweise das Fehlen der (objektiven beziehungsweise subjektiven) Vorwerfbarkeit der unrichtigen Verbreitung hat der Täter zu beweisen. (T1) Veröff: MR 1994,203
TE OGH 1992-07-07 4 Ob 48/92
nur: Ist eine Rufschädigung gleichzeitig Ehrenbeleidigung im Sinne des Paragraph 1330, Absatz eins, ABGB, so hat der Betroffene bezüglich der Ansprüche nach Absatz 2, nur die Tatsachenverbreitung zu beweisen. (T2); Beisatz: Das muss jedenfalls dann gelten, wenn die Rufschädigung nach Paragraph 1330, Absatz 2, ABGB den Tatbestand der üblen Nachrede nach Paragraph 111, StGB erfüllt, bei welcher der Täter gemäß Paragraph 112, StGB mit dem Wahrheitsbeweis oder dem Beweis des guten Glaubens belastet wird. (T3) Veröff: ÖBl 1992,213
TE OGH 1992-11-24 4 Ob 91/92
nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Bei Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen und / oder Ansprüchen auf Widerruf und dessen Veröffentlichung obliegt in diesen Fällen der Beweis für die fehlende Vorwerfbarkeit der Verbreitung (welcher beim verschuldensunabhängigen Unterlassungsanspruch entfällt), dem Beklagten. (T4) Veröff: MR 1993,55
TE OGH, AUSL_EGMR 1992-11-24 4 Ob 82/92
Beis wie T4; Veröff: EvBl 1993/134 S 554 = ÖBl 1993,84 = MR 1993,17
TE OGH 1992-10-20 4 Ob 84/92
nur T1; Veröff: ÖBl 1992,278 = MR 1992,250 (Korn)
TE OGH 1993-01-28 8 Ob 589/91
Auch; nur T1
TE OGH 1993-02-23 4 Ob 6/93
nur T1; Beisatz: Ergibt sich aber schon aus dem vom Kläger bescheinigten Sachverhalt, dass ehrenrührige Behauptungen des Beklagten wahr sind, dann ist dies jedenfalls zu berücksichtigen. (T5) Veröff: MR 1993,101
TE OGH, AUSL EGMR 1993-05-04 4 Ob 73/93
nur T1
TE OGH 1993-03-23 4 Ob 19/93
nur T1
TE OGH 1993-05-04 4 Ob 40/93
nur T1
TE OGH 1993-09-21 4 Ob 132/93
Auch; nur T1
TE OGH 1993-09-28 4 Ob 131/93
nur T1
TE OGH 1993-12-14 4 Ob 171/93
nur T1
TE OGH 1994-08-10 6 Ob 21/94
nur T1
TE OGH 1994-11-22 4 Ob 134/94
nur T1
TE OGH 1995-01-11 9 ObA 240/94
nur T1
TE OGH 1995-03-09 6 Ob 1007/95
nur T1
TE OGH, AUSL EGMR 1995-06-01 6 Ob 22/95
nur T1
TE OGH 1995-10-25 6 Ob 31/95
nur T2
TE OGH 1996-01-25 6 Ob 5/96
nur T1
TE OGH 1996-07-04 6 Ob 2105/96v
nur T1
TE OGH 1996-09-28 6 Ob 2060/96a
TE OGH 1996-09-26 6 Ob 2177/96g
nur T1
TE OGH 1996-10-10 6 Ob 2225/96s
TE OGH 1996-09-26 6 Ob 2197/96y
nur T1
TE OGH 1996-10-01 4 Ob 2269/96x
nur T1
TE OGH 1997-03-12 6 Ob 2381/96g
nur T1; Beisatz: "Illegale Sondermülldeponie". (T6)
TE OGH 1997-04-24 6 Ob 11/97d
Beisatz: Hier: Vorwurf des Nepotismus. (T7)
TE OGH 1997-07-17 6 Ob 148/97a
nur: Wenn die Rufschädigung nicht gleichzeitig auch eine Ehrenbeleidigung umfasst, trifft den Kläger nach allgemeinen Regeln die Beweislast, das heißt er hat die Tatsachenverbreitung und deren Ursächlichkeit für die Gefährdung oder Verletzung zu beweisen und darüber hinaus auch die Tatsachenunrichtigkeit. (T8); Beisatz: Plagiatsvorwurf (T9)
TE OGH 1998-09-10 6 Ob 218/98x
Auch; nur T1
TE OGH 1998-09-24 6 Ob 173/98d
nur T1
TE OGH 1998-09-10 6 Ob 212/98i
nur T1
TE OGH 1998-11-26 6 Ob 304/98v
Auch; nur T1; Beisatz: Unrichtige Behauptungen auf der Basis eines bestimmten Sachverhalts können nicht mit einem anderen, wenn auch richtigen Sachverhalt gerechtfertigt werden. (T10)
TE OGH 1998-12-15 4 Ob 316/98v
Vgl
TE OGH 1999-02-25 6 Ob 208/98a
nur T1
TE OGH 1999-03-11 6 Ob 10/99k
Auch; nur T8; Beisatz: Hier: Schulenstreit über Wirksamkeit eines Arzneimittels. (T11)
TE OGH 1999-06-01 4 Ob 142/99g
Auch; nur: Die Richtigkeit der Tatsache (Wahrheitsbeweis) beziehungsweise das Fehlen der (objektiven beziehungsweise subjektiven) Vorwerfbarkeit der unrichtigen Verbreitung hat der Täter zu beweisen. (T12); Veröff: SZ 72/97
TE OGH 1999-06-24 6 Ob 90/99z
Vgl auch; nur T1
TE OGH 1999-07-15 6 Ob 164/98f
Beisatz: Gegenstand des Wahrheitsbeweises ist nicht nur der vollständige Beweis der Richtigkeit der Tatsachenbehauptung, es genügt der Beweis der Richtigkeit des Tatsachenkerns. Eine Äußerung ist noch grundsätzlich als richtig anzusehen, wenn sie nur in unwesentlichen Details nicht der Wahrheit entspricht. Die Rechtswidrigkeit des Verhaltens besteht im Bereich des "Kennenmüssens" darin, dass die Unrichtigkeit der Tatsachen bei Einhaltung der objektiv gebotenen Sorgfalt erkennbar ist und die Tatsachen dennoch verbreitet werden. (T13)
TE OGH 1999-10-19 4 Ob 213/99y
Auch; nur: Die Richtigkeit der Tatsache (Wahrheitsbeweis) beziehungsweise das Fehlen der (objektiven beziehungsweise subjektiven) Vorwerfbarkeit der unrichtigen Verbreitung hat der Täter zu beweisen. (T14)
TE OGH 2000-02-24 6 Ob 22/00d
Vgl auch; nur T2
TE OGH 2000-03-09 6 Ob 308/99h
nur T14
TE OGH 2000-05-17 6 Ob 328/99z
Beisatz: Unwahr ist eine Äußerung nach ständiger Rechtsprechung dann, wenn ihr sachlicher Kern im Zeitpunkt der Äußerung nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. (T15)
TE OGH 2000-10-05 6 Ob 78/00i
Vgl auch; Beis wie T3 nur: Die Rechtswidrigkeit des Verhaltens besteht im Bereich des "Kennenmüssens" darin, dass die Unrichtigkeit der Tatsachen bei Einhaltung der objektiv gebotenen Sorgfalt erkennbar ist und die Tatsachen dennoch verbreitet werden. (T16)
TE OGH 2000-10-23 6 Ob 246/00w
Vgl auch; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Vorwurf des "Wortbruches". (T17)
TE OGH 2001-01-17 6 Ob 320/00b
Auch; Beisatz: Bei beleidigenden Werturteilen müssen die Tatsachen (der Tatsachenkern), auf denen sie beruhen, wahr sein; dies hat der Beklagte zu beweisen. (T18)
TE OGH 2001-04-26 6 Ob 69/01t
Auch; nur T8
TE OGH 2001-09-13 6 Ob 192/01f
Auch; Beis wie T15
TE OGH 2002-03-13 4 Ob 15/02p
Vgl auch
TE OGH 2002-08-29 6 Ob 158/02g
nur T1
TE OGH 2003-03-20 6 Ob 38/03m
Vgl
TE OGH 2004-05-27 6 Ob 114/04i
Vgl; Beis wie T15
TE OGH 2005-12-15 6 Ob 211/05f
TE OGH 2006-06-20 4 Ob 71/06d
Auch; Beis wie T18
TE OGH 2006-11-30 6 Ob 184/04h
Auch; nur T1
TE OGH 2009-07-02 6 Ob 46/08w
Vgl; Beisatz: In die Ehre oder den wirtschaftlichen Ruf des Prozessgegners eingreifende Parteienbehauptungen werden im Interesse einer ordnungsgemäßen Rechtspflege als gerechtfertigt angesehen, sofern sie nicht wider besseres Wissen erhoben wurden. (T19); Beisatz: Dass der Täter die Unrichtigkeit der Mitteilung kannte, hat der Betroffene zu beweisen (6 Ob 2133/96m; 6 Ob 60/97k; 6 Ob 233/01k). (T20)
TE OGH 2012-09-13 6 Ob 99/12w
TE OGH 2014-06-26 6 Ob 45/14g
Auch; ähnlich nur T12; Beisatz: Ist die Rufschädigung (Paragraph 1330, Abs ABGB) gleichzeitig Ehrenbeleidigung, so trifft den Beklagten die Beweislast für die Wahrheit der beanstandeten Behauptung. (T21)
TE OGH 2014-11-19 6 Ob 115/14a
Auch; Beis wie T15
TE OGH 2014-12-16 4 Ob 233/14i
Vgl auch
TE OGH 2015-01-27 3 Ob 97/14g
Auch; Beis wie T19
TE OGH 2017-07-07 6 Ob 105/17k
Vgl auch; Beis wie T16
TE OGH 2017-07-07 6 Ob 102/17v
Vgl; Beis wie T4
TE OGH 2017-08-29 6 Ob 149/17f
Auch; ähnlich nur T8
TE OGH 2017-10-25 6 Ob 226/16b
Auch; Beis wie T21
TE OGH 2017-12-21 6 Ob 193/17a
Vgl; Beisatz: Hier: Die Behauptung, ein mittlerweile Verstorbener sei an einem Mord beteiligt gewesen, beeinträchtigt grundsätzlich nicht nur dessen Ruf, sondern auch dessen Ehre. Durch diese Behauptung wird das Lebensbild des Verstorbenen nachhaltig negativ entstellt. (T22)
TE OGH 2019-12-19 6 Ob 164/19i
TE OGH 2020-11-25 6 Ob 101/20a
Vgl
TE OGH 2021-03-15 6 Ob 15/21f
Vgl; Beis wie T18
TE OGH 2021-05-12 6 Ob 79/21t
Vgl
TE OGH 2021-12-22 6 Ob 149/21m
Vgl; Beis wie T15
TE OGH 2022-02-02 6 Ob 239/21x
Vgl
TE OGH 2022-05-18 6 Ob 184/21h
Vgl; nur T1; Beisatz: Dies gilt auch dann, wenn der Kläger sein Begehren lediglich auf Paragraph 1330, Absatz 2, ABGB stützt. (T23)
TE OGH 2022-11-22 4 Ob 138/22f
Vgl; nur T8
TE OGH 2024-06-18 6 Ob 120/23z
nur T8
Beisatz: Hier: Anonyme Sterne-Bewertung auf einer Bewertungsplattform. (T24)
TE OGH 2026-05-26 6 Ob 86/25b
Beisatz wie T1; Beisatz wie T4; Beisatz wie T12; Beisatz wie T14; Beisatz wie T23
TE OGH 2026-06-30 6 Ob 192/25s
nur: Bei rufschädigenden Behauptungen, die auch in die Ehre des anderen eingreifen, hat der beklagte Täter die Wahrheit seiner Behauptungen zu beweisen. (T25)
Beisatz wie T13 nur: Der Nachweis der Richtigkeit des Tatsachenkerns genügt. (T26)
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0031798