Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0039895

Entscheidungsdatum

23.06.2025

Geschäftszahl

10ObS56/90; 10ObS130/92 (10ObS131/92; 10ObS132/92); 10ObS233/92; 10ObS161/91; 10ObS152/91; 6Ob602/93; 2Ob108/07g; 7Ob24/09v; 6Ob44/09b; 3Ob69/10h; 9Ob59/10g; 9Ob11/11z; 7Ob94/12t; 2Ob67/12k; 7Ob26/13v; 7Ob99/13d; 1Ob218/13k; 8Ob18/14a; 8Ob53/14y; 4Ob132/14m; 4Ob18/15y; 8Ob117/15m; 3Ob84/17z; 1Ob97/17x; 8Ob92/18i; 8Ob57/25b

Norm

ZPO §266 B

ZPO §272 C

Rechtssatz

Eine Verschiebung der Beweislast kann nur dann in Betracht kommen, wenn ein allgemein, also für jedermann in gleicher Weise bestehender Beweisnotstand gegeben ist und wenn objektiv typische, also auf allgemein gültigen Erfahrungssätzen beruhende Geschehensabläufe für den Anspruchswerber sprechen.

Entscheidungstexte

TE OGH 1990-03-27 10 ObS 56/90

Veröff: SSV-NF 4/50

TE OGH 1992-06-16 10 ObS 130/92

Vgl auch; Veröff: SSV-NF 6/72

TE OGH 1993-03-30 10 ObS 233/92

Auch; Beisatz: Der in der Regel nicht strittige Verzicht des Versicherten oder Pensionisten auf Ansprüche mit Einkommenscharakter ergibt noch keinen Beweis des ersten Anscheins (Prima-Facie-Beweis) für ein unlauteres Motiv des Verzichtes oder für ein eindeutiges Überwiegen solcher Motive, weil die typische formelhafte Verknüpfung fehlt. (T1)

Veröff: SZ 66/45

TE OGH 1993-02-23 10 ObS 161/91

Auch; Beis wie T1; Veröff: DRdA 1994,47 (Binder)

TE OGH 1993-03-04 10 ObS 152/91

Auch; Beis wie T1

TE OGH 1993-10-21 6 Ob 602/93

TE OGH 2007-11-29 2 Ob 108/07g

Veröff: SZ 2007/190

TE OGH 2009-03-30 7 Ob 24/09v

Veröff: SZ 2009/42

TE OGH 2009-03-26 6 Ob 44/09b

Vgl aber; Beisatz: Beweisnähe ist grundsätzlich kein Sachgrund für eine Umkehrung der objektiven Beweislast. Es führt auch nicht grundsätzlich zur Beweislastumkehr, wenn mangels Kenntnis der Tatumstände unverhältnismäßige Beweisschwierigkeiten gegeben sind, dem Gegner hingegen diese Kenntnisse zur Verfügung stehen und es ihm daher nicht nur leicht möglich, sondern nach Treu und Glauben auch ohneweiteres zumutbar ist, die erforderlichen Aufklärungen zu geben. (T2)

Bem: Ebenso nunmehr 9 Ob 12/05p SZ 2005/73 = JBl 2005, 738; 4 Ob 180/07k). (T3)

TE OGH 2010-06-30 3 Ob 69/10h

TE OGH 2011-04-27 9 Ob 59/10g

TE OGH 2011-06-28 9 Ob 11/11z

Vgl auch

TE OGH 2012-07-04 7 Ob 94/12t

TE OGH 2012-08-30 2 Ob 67/12k

TE OGH 2013-03-27 7 Ob 26/13v

TE OGH 2013-06-19 7 Ob 99/13d

TE OGH 2013-12-19 1 Ob 218/13k

Vgl auch

TE OGH 2014-03-24 8 Ob 18/14a

TE OGH 2014-06-26 8 Ob 53/14y

Vgl auch; Beisatz: Allein durch die Nähe zum Beweis oder durch, wenn auch erhebliche, Beweisschwierigkeiten ist eine Verschiebung der Beweislast nicht gerechtfertigt. Der Anscheinsbeweis wird nur in jenen Fällen als sachgerecht angesehen, in denen konkrete Beweise vom Beweispflichtigen billigerweise nicht erwartet werden können und gleichsam ein Beweisnotstand gegeben ist. (T4)

TE OGH 2014-09-17 4 Ob 132/14m

Vgl auch

TE OGH 2015-04-22 4 Ob 18/15y

Auch

TE OGH 2015-11-25 8 Ob 117/15m

Auch

TE OGH 2017-06-07 3 Ob 84/17z

Auch

TE OGH 2017-06-28 1 Ob 97/17x

Auch; Beisatz: Hier: Die Revisionswerberin ist aber nicht in der Lage, nachvollziehbar darzulegen, von welchen (von den Tatsacheninstanzen festgestellten) Sachverhaltselementen sie im Sinne eines typischen Geschehnisablaufs auf einen bestimmten Kausalverlauf schließen will. (T5)

TE OGH 2018-07-19 8 Ob 92/18i

Auch

TE OGH 2025-06-23 8 Ob 57/25b

vgl

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0039895