Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0038717

Entscheidungsdatum

16.09.2025

Geschäftszahl

1Ob520/89; 3Ob1503/91; 8Ob636/90; 1Ob562/91; 1Ob687/90; 4Ob1588/91; 5Ob1528/92; 6Ob19/93; 6Ob7/94; 2Ob557/94; 8Ob2288/96w; 2Ob587/95; 9Ob66/98s; 1Ob67/99f; 4Ob261/99g; 6Ob122/99f; 3Ob253/99y; 6Ob325/99h; 6Ob23/00a; 4Ob114/01w; 9Ob100/04b; 6Ob127/06d; 6Ob226/06p; 1Ob136/07t; 2Ob11/10x; 4Ob220/14b; 7Ob13/15k; 10Ob43/25h

Norm

ABGB §879 CIIi

ABGB §897

TirGVG §1

Rechtssatz

Ein Vertrag ist nicht in Schwebe, sondern von allem Anfang an nichtig, wenn die Parteien die grundverkehrsbehördliche Zustimmung gar nicht beantragen wollen, weil sie wissen, dass diesem Vertrag nicht zugestimmt werde.

Entscheidungstexte

TE OGH 1989-03-15 1 Ob 520/89

Veröff: SZ 62/42

TE OGH 1991-01-23 3 Ob 1503/91

Auch; Beisatz: Hier: Entgeltliche Nutzungsüberlassung zu Errichtung eines Hauses auf fremden Grund - bei Nichtgenehmigung kein dem Räumungsanspruch entgegenstehender Titel zur Benützung. (T1)

TE OGH 1991-03-07 8 Ob 636/90

Vgl; Beisatz: Dieser Rechtssatz muss korrigierend dahingehend interpretiert werden, dass das Rechtsgeschäft bei Nichtansuchen der Parteien um grundverkehrsbehördliche Genehmigung nur dann als von Anfang an nichtig angesehen werden kann, wenn feststeht, dass die grundverkehrsbehördlichen Genehmigung nicht erteilt werden kann. (T2)

TE OGH 1991-05-15 1 Ob 562/91

Veröff: SZ 64/56

TE OGH 1991-09-18 1 Ob 687/90

Auch; Veröff: JBl 1992,594

TE OGH 1991-10-08 4 Ob 1588/91

TE OGH 1992-09-29 5 Ob 1528/92

Beis wie T2

TE OGH 1994-05-19 6 Ob 19/93

TE OGH 1994-05-19 6 Ob 7/94

TE OGH 1994-08-25 2 Ob 557/94

Beis wie T2

TE OGH 1996-12-12 8 Ob 2288/96w

TE OGH 1997-10-09 2 Ob 587/95

Auch

TE OGH 1998-04-29 9 Ob 66/98s

Beisatz: Hier: Die Parteien wollten die Antragstellung an die Grundverkehrsbehörde nur bis zu von ihnen erwarteten Änderungen der Rechtslage im Zuge des Beitrittes Österreichs zum EWR-Vertrag bzw zur EU hinausschieben. (T3)

TE OGH 1999-04-27 1 Ob 67/99f

Vgl; Beisatz: Wollen Vertragsparteien die grundverkehrsbehördliche Genehmigung ihrer genehmigungspflichtigen Verträge gar nicht beantragen, weil sie davon ausgehen, dass die Genehmigung versagt würde, so sind solche Verträge nicht in Schwebe, sondern von Anfang an nichtig. (T4)

TE OGH 1999-10-19 4 Ob 261/99g

Auch

TE OGH 1999-11-11 6 Ob 122/99f

Vgl

TE OGH 2000-04-26 3 Ob 253/99y

TE OGH 2000-08-30 6 Ob 325/99h

TE OGH 2000-10-05 6 Ob 23/00a

TE OGH 2001-05-29 4 Ob 114/01w

Vgl auch; Beis wie T4; Veröff: SZ 74/96

TE OGH 2005-05-11 9 Ob 100/04b

Auch

TE OGH 2007-05-25 6 Ob 127/06d

Beisatz: Wenn zwischen den Vertragsparteien Einigung darüber bestand, im Fall der rechtlichen Möglichkeit des Grunderwerbs durch Ausländer eine entsprechende Kaufvertragsurkunde einverleibungsfähig auszufertigen, ist ein Kaufvertrag nicht als von Anfang an nichtig anzusehen. (T5)

TE OGH 2007-05-25 6 Ob 226/06p

Auch; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Umgehungsgeschäft bedurfte nach der Rechtslage bei seinem Abschluss keiner Genehmigung. (T6)

TE OGH 2008-04-03 1 Ob 136/07t

Vgl aber; Beis wie T5; Beisatz: Ein Vertrag ist nicht schon deshalb nichtig, weil die Parteien auf Grund der rechtlichen und/oder tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses keine Genehmigung beantragen wollen. (T7)

Beisatz: Beabsichtigen die Parteien bei einer Änderung der rechtlichen und/oder tatsächlichen Verhältnisse die Genehmigung des Vertrags zu beantragen, besteht weiterhin der durch die ausständige grundverkehrsbehördliche Genehmigung gegebene Schwebezustand. (T8)

Beisatz: Die Absicht der Parteien, bei Änderung der rechtlichen und/oder tatsächlichen Verhältnisse die Genehmigung des Vertrags zu beantragen, kann sich auch aus einer ergänzenden Vertragsauslegung im Sinn des Paragraph 914, ABGB ergeben. (T9)

TE OGH 2010-11-11 2 Ob 11/10x

Auch; Beis wie T2; Beisatz: Eröffnen die Grundverkehrsregelungen der Grundverkehrsbehörde einen Ermessensspielraum für ihre Entscheidung, dann kann von einer grundsätzlichen Unmöglichkeit der Zustimmungserteilung keine Rede sein vergleiche 8 Ob 636/90). (T10)

Beisatz: Hier: Paragraphen 4, ff des Salzburger Landesgrundverkehrsgesetzes 1964. (T11)

Veröff: SZ 2010/142

TE OGH 2015-06-16 4 Ob 220/14b

TE OGH 2015-09-02 7 Ob 13/15k

Beis wie T2; Veröff: SZ 2015/90

TE OGH 2025-09-16 10 Ob 43/25h

vgl; Beisatz wie T8; Beisatz wie T9

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0038717