Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0026783

Entscheidungsdatum

07.02.1989

Geschäftszahl

1Ob713/88; 7Ob727/89; 8Ob628/92; 8Ob646/92; 1Ob532/94; 4Ob509/95; 2Ob505/96; 4Ob505/96; 10Ob2350/96b; 8Ob33/01p; 7Ob233/00s; 8Ob103/01g; 7Ob233/02v; 7Ob223/03z; 3Ob131/03s; 7Ob15/04p; 4Ob121/05f; 7Ob293/05x; 7Ob129/06f; 4Ob137/07m; 10Ob119/07h; 4Ob155/08k; 7Ob208/08a; 7Ob54/09f; 6Ob71/09y; 4Ob12/10h; 5Ob231/10x; 4Ob62/11p; 6Ob168/10i; 1Ob9/11x; 1Ob229/11z; 5Ob186/11f; 7Ob228/11x; 9Ob52/12f; 7Ob137/12s; 2Ob43/12f; 4Ob185/13d; 8Ob120/14a; 10Ob40/15b; 1Ob41/16k; 1Ob138/16z; 1Ob23/17i; 9Ob49/17x; 9ObA68/17s; 9Ob72/17d; 6Ob120/18t; 5Ob179/19p; 3Ob237/19b; 5Ob28/21k

Norm

ABGB §1299 B

Rechtssatz

Hat die ohne Einwilligung oder ohne ausreichende Aufklärung des Patienten vorgenommene eigenmächtige Behandlung des Patienten nachteilige Folgen, haftet der Arzt, wenn der Patient sonst in die Behandlung nicht eingewilligt hätte, für diese Folgen selbst dann, wenn ihm bei der Behandlung kein Kunstfehler unterlaufen ist.

Entscheidungstexte

TE OGH 1989-02-07 1 Ob 713/88

Veröff: SZ 62/18

TE OGH 1990-01-25 7 Ob 727/89

Auch; Beisatz: Wenn der Arzt die gebotene Aufklärung unterlässt, dann hat er die Heilbehandlung fehlerhaft vorgenommen. (T1) Veröff: EvBl 1990/87 S 405 = VersR 1991,488

TE OGH 1992-11-12 8 Ob 628/92

TE OGH 1992-11-12 8 Ob 646/92

Beisatz: Hier: Über ein Infektionsrisiko von 3,5 bis 5 Prozent ist eine Aufklärung erforderlich. (T2)

TE OGH 1994-01-25 1 Ob 532/94

Auch; Veröff. SZ 67/9

TE OGH 1995-01-31 4 Ob 509/95

Auch

TE OGH 1996-01-11 2 Ob 505/96

Auch

TE OGH 1996-01-30 4 Ob 505/96

Auch

TE OGH 1996-09-03 10 Ob 2350/96b

Auch; Veröff: SZ 69/199

TE OGH 2001-03-08 8 Ob 33/01p

TE OGH 2001-02-28 7 Ob 233/00s

TE OGH 2001-05-10 8 Ob 103/01g

Beisatz: Verletzung der ärztlichen Aufklärungspflicht bei einer nicht zwingend notwendigen Operation über 3%iges Risiko von Lähmungserscheinungen. (T3)

TE OGH 2002-10-30 7 Ob 233/02v

Vgl auch

TE OGH 2003-10-15 7 Ob 223/03z

TE OGH 2003-09-26 3 Ob 131/03s

Beisatz: Hat also der Arzt die erforderliche Aufklärung unterlassen und verwirklicht sich in der Folge (trotz des lege artis vorgenommenen Eingriffs) ein Risiko, auf welches der Arzt hätte hinweisen müssen, dann kommen Schadenersatzansprüche in Betracht, sofern der Patient darlegen kann, dass er sich bei entsprechender Aufklärung dem Eingriff nicht unterzogen hätte. (T4); Veröff: SZ 2003/112

TE OGH 2004-02-13 7 Ob 15/04p

Auch

TE OGH 2005-10-04 4 Ob 121/05f

Auch; Beisatz: Die mangelnde Aufklärung über den Operateur bewirkt die Unwirksamkeit der Einwilligung in die Operation; bereits damit wird die Haftung für die nachteiligen Folgen wegen Verletzung eines Schutzgesetzes begründet. (Ablehnend zu 3 Ob 131/03s) (T5); Veröff: SZ 2005/139

TE OGH 2006-01-25 7 Ob 293/05x

Vgl auch

TE OGH 2006-06-21 7 Ob 129/06f

TE OGH 2007-08-07 4 Ob 137/07m

Beisatz: Das pflichtwidrige Verhalten - hier: der ohne ausreichende Aufklärung erfolgte und daher rechtswidrige Eingriff - muss somit den geltend gemachten Schaden verursacht haben. (T6); Veröff: SZ 2007/122

TE OGH 2008-03-10 10 Ob 119/07h

Auch; nur: Hat die ohne ausreichende Aufklärung des Patienten vorgenommene Behandlung des Patienten nachteilige Folgen, haftet der Arzt, wenn der Patient sonst in die Behandlung nicht eingewilligt hätte, für diese Folgen selbst dann, wenn ihm bei der Behandlung kein Kunstfehler unterlaufen ist. (T7)

Beisatz: Der Nichtarzt, der eine ärztliche Behandlung vornimmt, hat jedenfalls über das Fehlen seiner ärztlichen Qualifikation aufzuklären. Fehlende Offenlegung gegenüber einem insoweit unkundigen Patienten führt zur Unwirksamkeit einer allfälligen Einwilligung in die Behandlung. (T8)

TE OGH 2008-10-14 4 Ob 155/08k

Auch; Beis wie T6

TE OGH 2008-11-05 7 Ob 208/08a

Auch

TE OGH 2009-03-30 7 Ob 54/09f

TE OGH 2009-05-14 6 Ob 71/09y

Auch

TE OGH 2010-06-08 4 Ob 12/10h

Vgl; Beisatz: Der Arzt haftet auch im Fall der Annahme einer Aufklärungspflichtverletzung nur für die Verwirklichung des Risikos, auf welches er hätte hinweisen müssen. (T9)

TE OGH 2011-03-08 5 Ob 231/10x

Auch; Beis ähnlich wie T4; Beis ähnlich wie T5; Beis wie T9

TE OGH 2011-07-05 4 Ob 62/11p

Vgl; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Verletzung von Aufklärungspflichten bei einer Anlageberatung. (T10)

Veröff: SZ 2011/84

TE OGH 2011-07-18 6 Ob 168/10i

Auch

TE OGH 2011-03-31 1 Ob 9/11x

nur T7; Beis wie T9

TE OGH 2011-11-24 1 Ob 229/11z

Vgl auch; nur T7; Vgl auch Beis wie T6 nur: Das pflichtwidrige Verhalten - der ohne ausreichende Aufklärung erfolgte und daher rechtswidrige Eingriff - muss somit den geltend gemachten Schaden verursacht haben. (T11)

TE OGH 2011-11-09 5 Ob 186/11f

nur ähnlich T7; Beis ähnlich wie T6

TE OGH 2012-01-25 7 Ob 228/11x

Auch; Beisatz: Wollte man nicht nur die Aufklärung über typische Operationsrisiken, deren Wahrscheinlichkeit nur bei 0,05 % bis 0,1 % liegt, verlangen, sondern jeweils auch Hinweise auf typische Komplikationen bei Verwirklichung solcher Risiken fordern, würde dies die Aufklärungspflicht in unvertretbarer Weise ausdehnen. Den Patienten müsste oftmals eine derartige Fülle von Informationen gegeben werden, dass ihnen eine Einschätzung der Lage nicht ermöglicht, sondern erschwert würde. (T12)

TE OGH 2012-12-17 9 Ob 52/12f

Auch; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht hinsichtlich prophylaktischer Maßnahmen zur Vermeidung oder Senkung eines Operationsrisikos. (T13)

TE OGH 2012-12-19 7 Ob 137/12s

TE OGH 2012-11-29 2 Ob 43/12f

Vgl

TE OGH 2014-06-24 4 Ob 185/13d

Vgl auch; Beisatz: Hier: Vom Patienten geäußerte „Präferenz“ für die Verwendung biologischer Herzklappen spricht nicht gegen den Abschluss des Behandlungsvertrags und die Zustimmung zur Operation mit metallischen Herzklappen. (T14)

TE OGH 2014-11-25 8 Ob 120/14a

Auch

TE OGH 2015-06-30 10 Ob 40/15b

TE OGH 2016-04-28 1 Ob 41/16k

Vgl; Beis wie T9

TE OGH 2016-11-23 1 Ob 138/16z

Auch; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht über das bei der „Spirale“ behandlungstypische Risiko ihres „Abwanderns “. (T15)

TE OGH 2017-02-27 1 Ob 23/17i

TE OGH 2017-09-27 9 Ob 49/17x

Auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2017/108

TE OGH 2017-11-28 9 ObA 68/17s

Auch

TE OGH 2017-12-18 9 Ob 72/17d

TE OGH 2018-08-31 6 Ob 120/18t

Beisatz: Hier: Aufgrund Verletzung der Zweiwochenfrist des § 6 Abs 1 ÄsthOpG unwirksame Einwilligung. (T16)

TE OGH 2019-12-18 5 Ob 179/19p

TE OGH 2020-01-22 3 Ob 237/19b

Vgl; Beis wie T6; Beis wie T11

TE OGH 2021-05-27 5 Ob 28/21k

Vgl; Beis wie T6; Beis wie T9; Beis wie T11

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0026783