Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0034969

Entscheidungsdatum

09.06.1988

Geschäftszahl

6Ob544/87; 6Ob580/88; 8Ob626/87; 8Ob626/88; 8Ob588/89; 7Ob623/89; 5Ob610/89; 1Ob678/89; 5Ob520/90; 7Ob503/90; 4Ob533/90; 7Ob604/90; 8Ob624/90; 7Ob661/90; 3Ob1522/90; 2Ob608/90 (2Ob609/90); 7Ob652/90; 6Ob529/91; 1Ob566/91; 3Ob524/92; 1Ob529/92 (1Ob530/92); 8Ob552/92; 1Ob539/92; 7Ob595/92; 6Ob506/93; 7Ob614/92 (7Ob615/92); 1Ob585/93; 10Ob504/93; 9Ob1537/94; 2Ob541/94; 3Ob508/94; 10Ob536/94; 1Ob570/95; 6Ob2190/96v; 4Ob253/97b; 1Ob122/97s; 9Ob23/98t; 4Ob319/98k; 1Ob117/01i; 6Ob230/01v; 7Ob71/02w; 6Ob159/02d; 2Ob128/04v; 6Ob148/06t; 6Ob65/08i; 8Ob151/09b; 6Ob97/11z; 3Ob128/16v; 9Ob53/18m; 9Ob77/18s

Norm

ABGB §1418; ABGB §1480; EheG §72

Rechtssatz

1.) Unterhaltsansprüche können grundsätzlich auch für die Vergangenheit gestellt werden. 2.) Solche Unterhaltsansprüche unterliegen nur der Verjährung des § 1480 ABGB; § 72 EheG ist nicht analog anzuwenden.

Entscheidungstexte

TE OGH 1988-06-09 6 Ob 544/87

Verstärkter Senat; Veröff: SZ 61/143 = EvBl 1988/123 S 596 = EFSlg XXV/3 = JBl 1988,586 (zustimmend Pichler) = AnwBl 1989,294 = ÖA 1988,79

TE OGH 1988-07-07 6 Ob 580/88

nur: Unterhaltsansprüche können grundsätzlich auch für die Vergangenheit gestellt werden. (T1)

Veröff: ÖA 1990,15

TE OGH 1988-09-15 8 Ob 626/87

TE OGH 1988-09-15 8 Ob 626/88

TE OGH 1989-05-31 8 Ob 588/89

nur T1

TE OGH 1989-07-06 7 Ob 623/89

Auch; nur: Unterhaltsansprüche können grundsätzlich auch für die Vergangenheit gestellt werden. Solche Unterhaltsansprüche unterliegen nur der Verjährung des § 1480 ABGB. (T2)

TE OGH 1989-10-03 5 Ob 610/89

nur T1; Beisatz: Daher kann eine Änderung der Unterhaltsbemessung für die Vergangenheit auch dann erfolgen, wenn für diese Zeit eine gerichtliche Festsetzung oder eine vergleichsweise Regelung vorlag, die aber wegen Änderung der Verhältnisse, etwa einer nicht bloß unbedeutenden Verbesserung der finanziellen Leistungsfähigkeit des zum Unterhalt verpflichteten Elternteiles, zufolge der ihr innewohnenden Umstandsklausel nicht mehr bindend blieb. (T3)

TE OGH 1989-11-15 1 Ob 678/89

nur T1

TE OGH 1990-02-20 5 Ob 520/90

Beis wie T3

TE OGH 1990-03-08 7 Ob 503/90

nur T1; Beis wie T3

TE OGH 1990-06-12 4 Ob 533/90

nur T2; Beis wie T3; Veröff: ÖA 1991,18

TE OGH 1990-07-12 7 Ob 604/90

nur T1; Veröff: EvBl 1990/151 S 775

TE OGH 1990-08-30 8 Ob 624/90

nur T2; Beisatz: Auch Sonderausgaben können auf Grund nachträglicher Antragstellung zuerkannt werden. (T4)

TE OGH 1990-11-15 7 Ob 661/90

nur T1; Beis wie T3

TE OGH 1990-11-28 3 Ob 1522/90

nur T1

TE OGH 1990-11-21 2 Ob 608/90

Vgl aber; Beisatz: Einstweiliger Unterhalt kann nicht für die Vergangenheit zugesprochen werden. (T5)

Veröff: SZ 63/205 = EvBl 1991/38 S 170

TE OGH 1990-12-06 7 Ob 652/90

Veröff: RZ 1991/26 S 99

TE OGH 1991-03-21 6 Ob 529/91

TE OGH 1991-07-10 1 Ob 566/91

Auch

TE OGH 1992-03-25 3 Ob 524/92

Auch; nur T1

TE OGH 1992-03-18 1 Ob 529/92

Auch; nur: Solche Unterhaltsansprüche unterliegen nur der Verjährung des § 1480 ABGB; § 72 EheG ist nicht analog anzuwenden. (T6)

TE OGH 1992-03-26 8 Ob 552/92

nur T1; Beisatz: Zukünftiger Unterhalt ist grundsätzlich ab dem Zeitpunkt der Antragstellung zuzusprechen. (T7)

TE OGH 1992-06-24 1 Ob 539/92

nur T2

TE OGH 1992-10-01 7 Ob 595/92

nur T1; Beisatz: Die Unterlassung der gerichtlichen Geltendmachung eines Geldzahlungsanspruches am Tag des Eintrittes einer Fälligkeit ist kein allgemeiner Schulderlöschungsgrund. (T8)

TE OGH 1993-01-21 6 Ob 506/93

nur T1

TE OGH 1992-12-10 7 Ob 614/92

nur T1; nur: § 72 EheG ist nicht analog anzuwenden. (T9)

Beisatz: Gilt nicht für den Anwendungsbereich des § 72 EheG, also für gesetzliche Unterhaltsansprüche eines geschiedenen Ehegatten. (T10)

TE OGH 1993-12-21 1 Ob 585/93

TE OGH 1994-02-08 10 Ob 504/93

nur T1; Beis wie T10; Beisatz: Ebensowenig für einen Unterhaltsanspruch nach § 69 Abs 2 EheG. (T11)

TE OGH 1994-05-25 9 Ob 1537/94

nur T1

TE OGH 1994-06-16 2 Ob 541/94

nur T2

TE OGH 1994-10-19 3 Ob 508/94

Beisatz: Mit dem Zeitpunkt, in dem einem Elternteil die alleinige Obsorge über ein minderjähriges Kind zukommt, endet auch die Verjährungshemmung nach § 1495 ABGB gegenüber dem anderen Elternteil. (T12)

TE OGH 1995-02-28 10 Ob 536/94

nur T1

TE OGH 1995-09-06 1 Ob 570/95

Vgl; Beis wie T10; Veröff: SZ 68/157

TE OGH 1996-09-30 6 Ob 2190/96v

TE OGH 1997-09-09 4 Ob 253/97b

nur T2; Beisatz: Demnach können solche Ansprüche nicht nur rückwirkend geltend gemacht, sondern auch erhöht werden. (T13)

TE OGH 1997-11-25 1 Ob 122/97s

Beisatz: In diesem Rahmen kann gesetzlicher Unterhalt rückwirkend auch erhöht, eingeschränkt oder aufgehoben werden, und zwar ungeachtet bereits bestehender Vereinbarungen oder gerichtlicher Entscheidungen. (T14)

TE OGH 1998-01-28 9 Ob 23/98t

nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Der hiefür maßgebliche Sachverhalt muss sich jeweils in der Vergangenheit verwirklicht haben. (T15)

TE OGH 1998-12-15 4 Ob 319/98k

Auch; nur T2; Beis wie T3

TE OGH 2002-01-29 1 Ob 117/01i

nur T2; Beisatz: Dies gilt auch für Ansprüche minderjähriger Kinder, die im Verfahren außer Streitsachen geltend zu machen sind. (T16)

TE OGH 2002-01-31 6 Ob 230/01v

nur T1

TE OGH 2002-01-27 7 Ob 71/02w

Auch; nur T1

TE OGH 2003-03-20 6 Ob 159/02d

nur T1

TE OGH 2004-07-01 2 Ob 128/04v

Beisatz: Bei einem (solchen) Begehren auf rückwirkende Unterhaltsverpflichtung sind nur in der Vergangenheit erbrachte (bei Folgebemessungen aufgrund eines Erhöhungsantrages, den Geldtitel übersteigende) Naturalleistungen mit Unterhaltscharakter unterhaltsmindernd anzurechnen, und zwar unabhängig von der Zustimmung des anderen Elternteils. (T17)

TE OGH 2006-06-29 6 Ob 148/06t

Auch; nur T1; Beis wie T14; Beisatz: Es bedarf keiner negativen Feststellungsklage mehr, wenn der Unterhaltspflichtige einer Exekutionsführung zuvorkommen will. (T18)

TE OGH 2008-06-05 6 Ob 65/08i

Vgl; Beisatz: Dass im Zeitraum bis zur Beschlussfassung nach § 163b ABGB ein anderer Mann - etwa zufolge eines Vaterschaftsanerkenntnisses - als Vater „gilt" und als solcher allenfalls Unterhalt leistet oder auch nicht leistet, beseitigt den Unterhaltsanspruch des Kindes gegen seinen leiblichen Vater nicht. Dieser Unterhaltsanspruch besteht ab Geburt und kann rückwirkend auf drei Jahre auch für die Vergangenheit geltend gemacht werden. (T19)

Veröff: SZ 2008/76

TE OGH 2010-08-18 8 Ob 151/09b

Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T10

TE OGH 2011-07-18 6 Ob 97/11z

Vgl; Beis wie T19

TE OGH 2016-09-22 3 Ob 128/16v

nur T1

TE OGH 2018-10-02 9 Ob 53/18m

nur T2

TE OGH 2018-11-28 9 Ob 77/18s

nur T2

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0034969