Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0022700

Entscheidungsdatum

26.04.1988

Geschäftszahl

5Ob533/88; 4Ob512/90; 8Ob555/91; 2Ob2422/96g; 6Ob226/97x; 1Ob333/98x; 6Ob262/99v; 5Ob1/00h; 9Ob76/00t; 1Ob278/99k; 6Ob292/00k; 1Ob151/01i; 7Ob274/01x; 7Ob316/01y; 4Ob83/02p; 1Ob218/02v; 9Ob116/03d; 6Ob131/03p; 3Ob286/03k; 6Ob34/04z; 6Ob12/05s; 7Ob23/06t; 2Ob133/06g; 2Ob170/06y; 6Ob185/07k; 1Ob233/07g; 3Ob134/08i; 4Ob197/08m; 9Ob22/08p; 5Ob38/05g; 4Ob28/09k; 2Ob266/08v; 1Ob213/09v; 9Ob7/10k; 4Ob36/10p; 4Ob71/10k; 3Ob39/11y; 6Ob245/10p; 17Ob11/11h; 4Ob137/11t; 4Ob145/11v; 7Ob61/12i; 4Ob67/12z; 1Ob172/12v; 4Ob201/12f; 10Ob13/13d; 8Ob125/13k; 3Ob191/13d; 1Ob199/14t; 9Ob26/14k; 7Ob59/15z; 9Ob22/15y; 2Ob36/15f; 8Ob140/15v; 7Ob197/16w; 5Ob176/16t; 6Ob39/17d; 6Ob59/17w; 5Ob182/17a; 5Ob9/18m; 3Ob191/17k; 5Ob78/18h; 5Ob91/18w; 1Ob63/18y; 8Ob136/18k; 7Ob164/18w; 4Ob118/19k

Norm

ABGB §1295 Ia3a; ABGB §1295 IIf2; ABGB §1299 C; ABGB §1299 E

Rechtssatz

Der Kläger ist für die Behauptung beweispflichtig, dass der Schaden bei einem bestimmten und möglichen pflichtmäßigen Handeln des Rechtsanwaltes nicht eingetreten wäre.

Entscheidungstexte

TE OGH 1988-04-26 5 Ob 533/88

TE OGH 1990-05-08 4 Ob 512/90

Vgl auch; Beisatz: Hier: Kausalität der Versagung der ausländergrundverkehrsbehördlichen Genehmigung. (T1)

 

TE OGH 1992-10-29 8 Ob 555/91

Auch

 

TE OGH 1997-06-26 2 Ob 2422/96g

Auch

 

TE OGH 1998-02-12 6 Ob 226/97x

TE OGH 1999-05-25 1 Ob 333/98x

TE OGH 1999-11-25 6 Ob 262/99v

Vgl auch

 

TE OGH 2000-01-25 5 Ob 1/00h

Auch; nur: Der Kläger ist für die Behauptung beweispflichtig, dass der Schaden bei einem bestimmten pflichtmäßigen Handeln des Rechtsanwaltes nicht eingetreten wäre. (T2)

 

TE OGH 2000-04-26 9 Ob 76/00t

Auch; Beisatz: Der Kläger ist beweispflichtig, dass der Schaden bei Erfüllung der die Beklagte treffenden Warnpflicht und Aufklärungspflicht nicht eingetreten wäre. (T3)

 

TE OGH 2000-06-21 1 Ob 278/99k

TE OGH 2001-02-22 6 Ob 292/00k

Beisatz: Bei erwiesenem schuldhaften Unterlassen einer Belehrung wird ein Anwalt dem Mandanten gegenüber nur schadenersatzpflichtig, wenn dieser beweisen kann, dass das schuldhafte rechtswidrige Verhalten des Rechtsanwaltes kausal für den eingetretenen Schaden war (so bereits 2 Ob 224/97y). (T4)

 

TE OGH 2001-09-25 1 Ob 151/01i

Auch; Beisatz: Den Kläger trifft die Behauptungslast und Beweislast dafür, dass der Schaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre. (T5)

Veröff: SZ 74/159

 

TE OGH 2001-12-07 7 Ob 274/01x

TE OGH 2002-02-11 7 Ob 316/01y

Auch; Beis wie T4

 

TE OGH 2002-04-09 4 Ob 83/02p

nur T2; Beisatz: Der Rechtsanwalt hat keinen Anspruch auf Honorar, wenn der Mandant beweist, dass und aus welchen Gründen die Leistung wertlos ist. Weist der Mandant nach, dass der Rechtsanwalt eine für den Prozessausgang wesentliche Weisung nicht befolgt hat, so ist bereits damit die einer Nichterfüllung des Anwaltsvertrags gleichkommende Schlechterfüllung bewiesen, weil es zu den Hauptpflichten des Rechtsanwalts gehört, (gesetzmäßige) Weisungen seines Mandanten zu befolgen. In einem solchen Fall verliert der Rechtsanwalt seinen Honoraranspruch, wenn er nicht beweist, dass sein weisungswidriges Handeln für den Prozesserfolg unschädlich war. (T6)

Veröff: SZ 2002/46

 

TE OGH 2002-10-28 1 Ob 218/02v

TE OGH 2003-10-08 9 Ob 116/03d

TE OGH 2003-11-27 6 Ob 131/03p

TE OGH 2004-03-25 3 Ob 286/03k

nur: Der Kläger ist für die Behauptung beweispflichtig, dass der Schaden bei einem bestimmten und möglichen pflichtmäßigen Handeln nicht eingetreten wäre. (T7)

 

TE OGH 2004-05-27 6 Ob 34/04z

TE OGH 2005-05-19 6 Ob 12/05s

TE OGH 2006-05-31 7 Ob 23/06t

TE OGH 2006-07-13 2 Ob 133/06g

Auch

 

TE OGH 2007-03-23 2 Ob 170/06y

TE OGH 2007-09-13 6 Ob 185/07k

TE OGH 2008-06-10 1 Ob 233/07g

Beisatz: Hier: Steuerberater. (T8)

 

TE OGH 2008-10-03 3 Ob 134/08i

Auch

 

TE OGH 2008-12-15 4 Ob 197/08m

TE OGH 2009-02-24 9 Ob 22/08p

Auch; Beis wie T4

 

TE OGH 2005-03-15 5 Ob 38/05g

Vgl; Beisatz: Bei pflichtwidriger Unterlassung eines Rechtsanwalts wird dem Geschädigten der Nachweis der Kausalität des Verhaltens des Schädigers für den eingetretenen Schaden zugemutet. (T9)

 

TE OGH 2009-04-21 4 Ob 28/09k

Vgl; Veröff: SZ 2009/48

 

TE OGH 2009-07-16 2 Ob 266/08v

Auch; Beis wie T5

 

TE OGH 2009-12-15 1 Ob 213/09v

TE OGH 2010-03-03 9 Ob 7/10k

Vgl auch

 

TE OGH 2010-05-11 4 Ob 36/10p

Auch; Veröff: SZ 2010/52

 

TE OGH 2010-06-08 4 Ob 71/10k

Auch; nur T7

 

TE OGH 2011-03-22 3 Ob 39/11y

Auch

 

TE OGH 2011-04-14 6 Ob 245/10p

TE OGH 2011-08-09 17 Ob 11/11h

Auch; Beis wie T5; Veröff: SZ 2011/105

 

TE OGH 2011-12-20 4 Ob 137/11t

Vgl auch; nur T7; Beisatz: Hier: Unterlassene Warnung des Werkunternehmers (trotz vertraglich übernommener Prüfpflicht) bei Untauglichkeit der vom Werkbesteller beigestellten Pläne. (T10)

 

TE OGH 2012-02-28 4 Ob 145/11v

Auch; nur T7; Beis wie T5

 

TE OGH 2012-05-30 7 Ob 61/12i

TE OGH 2012-08-02 4 Ob 67/12z

Vgl auch; Beisatz: Hier: fehlerhafte Anlageberatung. (T11)

 

TE OGH 2012-10-11 1 Ob 172/12v

Vgl

 

TE OGH 2012-11-28 4 Ob 201/12f

TE OGH 2013-04-16 10 Ob 13/13d

Ähnlich; nur T7; Beis wie T5; Beisatz: Dieses Kriterium liegt unter dem Regelbeweismaß der ZPO, wonach für eine (Positiv‑)Feststellung eine „hohe“ Wahrscheinlichkeit erforderlich ist. (T12)

 

TE OGH 2013-12-17 8 Ob 125/13k

Auch; Beisatz: Auch im Rahmen der Anwaltshaftung muss die Pflichtverletzung sowie der Kausalzusammenhang zwischen pflichtwidrigem Verhalten und schadensbegründendem Prozessverlust vom Geschädigten dargelegt und bewiesen werden. (T13)

 

TE OGH 2014-01-22 3 Ob 191/13d

Auch; nur T7; Beis wie T5

 

TE OGH 2014-12-23 1 Ob 199/14t

Auch; Beis wie T13

 

TE OGH 2015-03-20 9 Ob 26/14k

Auch; nur T7; Beisatz: Es müsste daher nach dem Beweismaß der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen, dass dem Kläger der Inhalt der unterlassenen Ad-hoc-Meldung bei Publikation zur Kenntnis gelangt wäre. (T14)

Beis wie T5

 

TE OGH 2015-07-02 7 Ob 59/15z

TE OGH 2015-07-29 9 Ob 22/15y

TE OGH 2015-12-16 2 Ob 36/15f

Auch; Beis wie T5

 

TE OGH 2016-08-17 8 Ob 140/15v

Auch; nur T7; Beis wie T5; Beisatz: Es genügt die überwiegende Wahrscheinlichkeit, dass der Schaden auf das Unterlassen des pflichtgemäßen Handelns zurückzuführen ist. (T15)

 

TE OGH 2016-11-30 7 Ob 197/16w

Auch

 

TE OGH 2017-03-01 5 Ob 176/16t

nur T7

 

TE OGH 2017-04-19 6 Ob 39/17d

Auch; Beis wie T5; Beis wie T15

 

TE OGH 2017-05-29 6 Ob 59/17w

Vgl auch; Beisatz: Bei einer unterlassenen oder unrichtigen Ad-Hoc-Meldung stellt sich die Kausalitätsprüfung so dar, dass zu fragen ist, ob der Kläger 1. bei Einhaltung der gebotenen Ad-Hoc-Meldepflicht vom Inhalt der Meldung erfahren hätte und 2. dann eine andere (oder keine) Veranlagungsentscheidung getroffen hätte. Beide Fragen sind auf der Tatsachenebene zu beantworten. (T16)

Beisatz: Dafür, dass fehlende oder unrichtige Ad-Hoc-Meldungen ganz grundsätzlich nur für Anlegerentscheidungen kausal sein könnten, die binnen sechs Monaten getroffen werden, bestehen keine gesetzlichen Grundlagen. Auch die Frage, wie lange eine Ad-Hoc-Meldung auf der Website des Emittenten abrufbar sein muss, sagt noch nichts darüber aus, wie lange sie für die Investitionsentscheidung des Anlegers relevant sein kann. (T17)

 

 

TE OGH 2017-11-20 5 Ob 182/17a

TE OGH 2018-03-13 5 Ob 9/18m

Auch; Beis wie T13

 

TE OGH 2018-05-23 3 Ob 191/17k

Auch; Beis wie T5

 

TE OGH 2018-06-12 5 Ob 78/18h

Vgl; Beis wie T6

 

TE OGH 2018-07-18 5 Ob 91/18w

Vgl auch

 

TE OGH 2018-07-17 1 Ob 63/18y

Beis wie T13; Beisatz: Hier: Unterlassung der Ablehnung eines Auftrags bzw der Geltendmachung von Ansprüchen durch einen Rechtsanwalt. (T18)

 

TE OGH 2018-11-26 8 Ob 136/18k

TE OGH 2019-01-30 7 Ob 164/18w

nur T7

 

TE OGH 2019-10-24 4 Ob 118/19k

Beis wie T3; Beisatz: Hier: Der Beklagte hatte der Klägerin ein heißes Getränk übergeben. Der Becher fiel um, die Klägerin wurde von der auslaufenden Flüssigkeit am Bein verbrüht. Sie war vor der Gefahr eines heißen Getränks jedoch bereits von einer Dritten gewarnt worden und gab durch ihr Verhalten (Zurückstellen des heißen Bechers vor dem Umfallen) zu erkennen, die Gefahr erkannt zu haben. (T19)

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0022700