OGH
RS0014766
21.12.1987
1Ob698/87; 10Ob2066/96p; 1Ob377/97s; 5Ob144/98g; 8Ob57/14m; 4Ob29/17v
ABGB §870 A; ABGB §870 CI; ABGB §871 A
Die Behauptung, der Gegner habe den Vertragsabschluss durch List veranlasst, beinhaltet die Anfechtung wegen Irrtums nur unter der für jeder Klagsvorbringen unabdingbaren Voraussetzung, dass das tatsächliche Vorbringen des Anfechtenden auch die Voraussetzungen der Irrtumsanfechtung trägt. Das mag in der Regel bei vom anderen Teil veranlassten Irrtum gelten, nicht aber auch dann, wenn List behauptet, aber nur gemeinschaftlicher Irrtum festgestellt ist.
TE OGH 1987-12-21 1 Ob 698/87
Veröff: SZ 60/288 = JBl 1988,374
TE OGH 1997-02-11 10 Ob 2066/96p
TE OGH 1997-12-15 1 Ob 377/97s
Vgl auch
TE OGH 1998-05-26 5 Ob 144/98g
Vgl auch; Beisatz: Eine Anfechtung wegen gemeinsamen Irrtums ist nämlich mit der Behauptung, getäuscht worden zu sein, begrifflich unvereinbar (SZ 60/288), sodass sie besonders geltend gemacht werden muss. (T1)
TE OGH 2014-06-26 8 Ob 57/14m
Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Das tatsächliche Vorbringen zu einer arglistigen Irreführung oder einem veranlassten Irrtum schließt grundsätzlich nicht auch die rechtserzeugenden Tatsachen in Bezug auf einen gemeinsamen Irrtum mit ein. (T2)
TE OGH 2017-03-28 4 Ob 29/17v
Beis wie T1
ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0014766