Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0014646

Entscheidungsdatum

25.03.1987

Geschäftszahl

1Ob567/87; 7Ob649/88 (7Ob650/88); 1Ob558/89; 7Ob12/90; 1Ob520/91; 8Ob14/91; 8Ob591/90; 8Ob649/90; 1Ob566/93; 1Ob604/94; 1Ob638/94; 7Ob6/95; 7Ob1532/96; 1Ob277/98m; 1Ob145/99a; 7Ob18/00y; 6Ob55/02k; 7Ob267/02v; 1Ob161/03p; 8Ob31/05z; 7Ob216/05y; 9Ob15/05d; 7Ob93/06m; 3Ob72/07w; 7Ob250/07a; 4Ob5/08a; 6Ob261/07m; 8Ob93/08x; 6Ob241/07w; 7Ob288/08s; 9Ob66/08h; 3Ob12/09z; 6Ob57/08p; 4Ob212/10w; 7Ob173/10g; 10Ob50/11t; 3Ob96/11f; 7Ob154/11i; 2Ob198/10x; 7Ob216/11g; 7Ob194/11x; 7Ob196/12t; 1Ob244/11f; 7Ob169/12x; 1Ob48/12h; 7Ob84/12x; 4Ob174/12k; 7Ob201/12b; 4Ob164/12i; 7Ob44/13s; 2Ob234/13w; 10Ob54/13h; 7Ob190/14p; 7Ob62/15s; 7Ob86/15w; 7Ob33/15a; 7Ob132/15k; 9Ob26/15m; 1Ob146/15z; 7Ob206/15t; 5Ob87/15b; 7Ob84/16b; 6Ob17/16t; 3Ob237/16y; 7Ob86/17y; 7Ob131/17s; 3Ob148/17m; 9Ob73/17a; 7Ob242/18s

Norm

ABGB §864a

Rechtssatz

Objektiv ungewöhnlich ist nur eine Klausel, die von den Erwartungen des Vertragspartners deutlich abweicht, mit der er also nach den Umständen vernünftigerweise nicht zu rechnen brauchte; der Klausel muss also ein Überrumpelungseffekt oder Übertölpelungseffekt innewohnen. Insbesondere dann, wenn nur ein beschränkter Adressatenkreis angesprochen wird, kommt es auf die Branchenüblichkeit und den Erwartungshorizont der angesprochenen Kreise an.

Entscheidungstexte

TE OGH 1987-03-25 1 Ob 567/87

Veröff: SZ 60/52 = WBl 1987,241 = RdW 1987,406

 

TE OGH 1988-09-22 7 Ob 649/88

nur: Objektiv ungewöhnlich ist nur eine Klausel, die von den Erwartungen des Vertragspartners deutlich abweicht, mit der er also nach den Umständen vernünftigerweise nicht zu rechnen brauchte; der Klausel muss also ein Überrumpelungseffekt oder Übertölpelungseffekt innewohnen. (T1)

 

TE OGH 1989-05-24 1 Ob 558/89

nur T1; Veröff: SZ 62/99 = EvBl 1989/149 S 597 = ÖBA 1990,217 = RdW 1989,302

 

TE OGH 1990-06-07 7 Ob 12/90

nur: Objektiv ungewöhnlich ist nur eine Klausel, die von den Erwartungen des Vertragspartners deutlich abweicht, mit der er also nach den Umständen vernünftigerweise nicht zu rechnen brauchte. (T2)

Veröff: RdW 1992,15 = VersRdSch 1991,77 = VersR 1992,83

 

TE OGH 1991-03-20 1 Ob 520/91

nur T1; Veröff: SZ 64/31 = RdW 1991,289 = ÖBA 1991,757

 

TE OGH 1991-06-27 8 Ob 14/91

nur T1; Veröff: ÖBA 1992,281 = ecolex 1991,768

 

TE OGH 1991-12-19 8 Ob 591/90

nur T1; Veröff: EvBl 1992/109 S 503

 

TE OGH 1991-12-19 8 Ob 649/90

nur T1

 

TE OGH 1993-06-22 1 Ob 566/93

nur T1; Veröff: ÖBA 1994,239

 

TE OGH 1994-11-23 1 Ob 604/94

nur T1

 

TE OGH 1994-11-23 1 Ob 638/94

nur T1; Beisatz: Hier: Klausel über automatische Vertragsverlängerung mangels Kündigung. (T3)

 

TE OGH 1995-04-26 7 Ob 6/95

Auch; nur T2

 

TE OGH 1996-02-28 7 Ob 1532/96

nur T1

 

TE OGH 1998-11-24 1 Ob 277/98m

Auch; nur T1; Beisatz: Dabei kommt es nicht auf den Inhalt, sondern auf die Einordnung der Klausel in das Gesamtgefüge des Textes an. (T4)

 

TE OGH 1999-10-22 1 Ob 145/99a

nur T1; Beisatz: Eine Mängelrügeverpflichtung als Gewährleistungsvoraussetzung ist kein "ungewöhnlicher Inhalt" im Sinne des § 864a ABGB. (T5)

 

TE OGH 2000-09-15 7 Ob 18/00y

Vgl auch; Beisatz: Die Haftungsbeschränkung für frei herumliegende Wertgegenstände nach Art 2.3.3 ABH 1989 ist keine ungewöhnliche Bestimmung im Sinne des § 864a ABGB. (T6)

 

TE OGH 2002-11-07 6 Ob 55/02k

nur T1

 

TE OGH 2003-01-29 7 Ob 267/02v

nur T1; Beisatz: Die Qualifikation einer Klausel als überraschend und ungewöhnlich hängt jeweils von den konkreten Umständen ab. (T7)

 

TE OGH 2004-03-18 1 Ob 161/03p

TE OGH 2005-05-04 8 Ob 31/05z

Auch; nur T1; Beisatz: Ganz allgemein ist eine Vertragsbestimmung im Bürgschaftsvertrag, wonach der Bürge auch für Kreditprolongationen haftet, im Geschäftsverkehr üblich und nicht als im Sinne des § 864a ABGB ungewöhnlich zu qualifizieren. (T8) Veröff: SZ 2005/66

 

TE OGH 2005-10-19 7 Ob 216/05y

nur T1

 

TE OGH 2006-05-04 9 Ob 15/05d

nur T1

 

TE OGH 2006-05-10 7 Ob 93/06m

nur T1; Beisatz: Hier Pkt 6.3 der auf Grund § 4 KMU-FörderungsG erlassenen Richtlinien für die Übernahme von Garantien für Tourismus- und Freizeitbetriebe 2001 bis 2006 wohnt keine Überrumpelung inne. (T9)

 

TE OGH 2007-08-16 3 Ob 72/07w

Auch; Beisatz: Der bloße Umstand, dass eine Klausel in einer Branche weit verbreitet ist, ist noch nicht geeignet, sie aus der Sicht des Vertragspartners als im redlichen Verkehr üblich anzusehen (so schon 2 Ob 50/02w). (T10)

Beisatz: Hier: Klausel in Allgemeinen Leasingbedingungen einer AG. (T11)

 

TE OGH 2007-11-28 7 Ob 250/07a

nur T1; Beisatz: Hier: Die Risikoausschlussklausel des Art 19 3.1.3 ARB 97 ist weder ungewöhnlich noch überraschend. (T12)

 

TE OGH 2008-03-11 4 Ob 5/08a

nur T1

 

TE OGH 2008-02-21 6 Ob 261/07m

Auch; nur T2; Beisatz: Entscheidend ist auch das äußere Erscheinungsbild der Urkunde (4 Ob 179/02f). (T13)

Beisatz: Die Klausel muss einen Überraschungseffekt haben, was etwa dann der Fall ist, wenn sie sich nicht dort befindet, wo ein durchschnittlich sorgfältiger Leser nach den Umständen mit ihr rechnen muss und er sie nicht dort findet, wo er sie vermuten könnte (4 Ob 56/03v). (T14)

Veröff: SZ 2008/27

 

TE OGH 2008-10-14 8 Ob 93/08x

Beisatz: Allein der Umstand, dass eine Klausel in einer Branche weit verbreitet ist, ist aber noch nicht geeignet, sie aus der Sicht eines Vertragspartners als im redlichen Verkehr üblich anzusehen. (T15)

 

TE OGH 2008-12-17 6 Ob 241/07w

nur T1; Beisatz: Ins Gewicht fällt hierbei die Üblichkeit der Klausel bei einem Geschäftstyp, doch kommt es auf redliche Verkehrsgepflogenheiten an, sodass selbst eine weite Verbreitung der Klausel in einer bestimmten Branche die Anwendung des § 864a ABGB nicht hindert. (T16)

Beisatz: Neben ihrem Inhalt ist auch die Stellung der Klausel im Gesamtgefüge des Vertragstexts maßgebend. (T17)

 

TE OGH 2009-03-18 7 Ob 288/08s

Auch; Beisatz: Art 13.1 AUVB 1994 - B ist weder ungewöhnlich noch überraschend. (T18)

 

TE OGH 2009-04-01 9 Ob 66/08h

Auch; nur T1

 

TE OGH 2009-05-19 3 Ob 12/09z

Beisatz: Hier: Eine Klausel im Finanzierungsleasingvertrag, wonach es bei einer Mehrheit von Leasingnehmern nur dem im Vertrag Erstgenannten zukommt Rechte und Ansprüche aus dem Vertrag geltend zu machen. (T19)

 

TE OGH 2009-07-02 6 Ob 57/08p

Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T13; Beis wie T15; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Die im Anlassfall maßgebliche Klausel läuft darauf hinaus, dass die für Zwischenhändler (Großabnehmer) üblichen Marktpreise insbesondere im Fall des Zahlungsverzugs vervielfacht werden; sie ist nach Auffassung des Obersten Gerichtshofs unter Anwendung der vorstehenden Grundsätze als ungewöhnlich und überraschend im Sinn des § 864a ABGB zu beurteilen. (T20)

 

TE OGH 2011-01-18 4 Ob 212/10w

Auch; nur T2; Beisatz: Entscheidend ist, ob die Klausel beim entsprechenden Geschäftstyp üblich ist und ob sie den redlichen Verkehrsgewohnheiten entspricht. (T21)

 

TE OGH 2011-05-11 7 Ob 173/10g

Auch; nur T1

 

TE OGH 2011-08-30 10 Ob 50/11t

Auch; Beis wie T7

 

TE OGH 2011-08-24 3 Ob 96/11f

Vgl auch

 

TE OGH 2011-11-30 7 Ob 154/11i

Beisatz: Hier: Verkürzung der Nachhaftungsfrist auf ein Jahr (vgl § 138 GewO 1994). (T22)

 

TE OGH 2011-06-22 2 Ob 198/10x

Auch; nur T1; Beis wie T4 nur: Es kommt auf die Einordnung der Klausel in das Gesamtgefüge des Textes an. (T23)

Auch Beis wie T10; Auch Beis wie T15; Auch Beis wie T16; Beis wie T17; Vgl Beis wie T21

 

TE OGH 2011-12-21 7 Ob 216/11g

Auch; Beisatz: Hier: Bloßer Verweis auf § 6 Abs 3 VersVG. (T24)

 

TE OGH 2012-09-26 7 Ob 194/11x

nur T1; Beisatz: Hier: Art 1.2. EB Agrar Universal hält der Geltungskontrolle des § 864a ABGB stand. (T25)

 

TE OGH 2012-11-28 7 Ob 196/12t

Vgl auch; Beis wie T25

 

TE OGH 2012-08-01 1 Ob 244/11f

nur T1

 

TE OGH 2012-11-14 7 Ob 169/12x

Vgl auch; Auch Beis wie T25

 

TE OGH 2012-12-13 1 Ob 48/12h

Auch; nur T1; Veröff: SZ 2012/136

 

TE OGH 2012-11-14 7 Ob 84/12x

nur T1; Veröff: SZ 2012/115

 

TE OGH 2013-02-12 4 Ob 174/12k

nur T1

 

TE OGH 2013-01-23 7 Ob 201/12b

nur T1; Beisatz: Hier: Allgemeine Versicherungsbedingungen ARB 2010. (T26)

Veröff: SZ 2013/5

 

TE OGH 2012-12-17 4 Ob 164/12i

nur T1; Beis wie T16; Beis wie T17

 

TE OGH 2013-09-18 7 Ob 44/13s

nur T1; Veröff: SZ 2013/85

 

TE OGH 2014-01-22 2 Ob 234/13w

Beis wie T4; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Klausel über Haftungsausschluss in „Entgeltordnung“ als Bestandteil von Zivilflugplatz-Benützungsbedingungen ungewöhnlich. (T27)

 

TE OGH 2014-06-17 10 Ob 54/13h

Auch; nur T1

 

TE OGH 2014-11-26 7 Ob 190/14p

Auch; Beisatz: Hier: Art 9.6.6. ARB 2010. (T28)

 

TE OGH 2015-04-09 7 Ob 62/15s

Auch; nur T1

 

TE OGH 2015-06-10 7 Ob 86/15w

Auch

 

TE OGH 2015-04-09 7 Ob 33/15a

nur T1

 

TE OGH 2015-09-02 7 Ob 132/15k

TE OGH 2015-09-24 9 Ob 26/15m

Auch; nur T1; Beis wie T21

 

TE OGH 2015-12-22 1 Ob 146/15z

TE OGH 2015-12-16 7 Ob 206/15t

Auch; nur T1

 

TE OGH 2016-03-22 5 Ob 87/15b

Auch

 

TE OGH 2016-05-25 7 Ob 84/16b

Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Art 13.1 MKRB 2010 bewirkt keinen Überrumpelungseffekt bei paritätischem Kündigungsrecht im Schadensfall. (T29)

 

TE OGH 2016-06-27 6 Ob 17/16t

Auch; Beis ähnlich wie T16

 

TE OGH 2017-01-26 3 Ob 237/16y

nur T1; Veröff: SZ 2017/7

 

TE OGH 2017-07-05 7 Ob 86/17y

Beisatz: Art C.2.5 UVB 2009 ist nicht überraschend (Bandscheibenvorfälle). (T30)

 

TE OGH 2017-12-20 7 Ob 131/17s

Beisatz: Hier: ABUB 2007: Rehabilitationsmaßnahmen/Heilbehandlung. (T31)

 

TE OGH 2018-02-21 3 Ob 148/17m

Auch

 

TE OGH 2018-04-25 9 Ob 73/17a

TE OGH 2019-02-27 7 Ob 242/18s

Auch; nur T1

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0014646