OGH
RS0021340
16.09.1986
14Ob122/86; 8ObA2255/96t; 8ObA41/11d; 9ObA92/15t
ABGB §1152 A; ABGB §1152 E; ArbVG §3; oö SHG §14 Abs4
Der Zweck der Festsetzung kollektivvertraglicher Mindestlöhne besteht darin, dem Arbeitnehmer dessen Existenz zu sichern. Dieses Mindestentgelt muß ihm daher zur Gänze zu seiner freien Verfügung verbleiben. Müßte der Arbeitnehmer von diesem Mindestentgelt Spesen (ganz oder zum Teil) bezahlen, die mit seiner Berufsausübung verbunden sind (etwa Reisekosten), dann würde das Mindestentgelt eine unzulässige Kürzung erfahren; abweichende Einzelverträge wären infolge Verstoßes gegen den zwingenden Charakter der Kollektivvertragsbestimmungen über Mindestlöhne rechtsunwirksam.
TE OGH 1986-09-16 14 Ob 122/86
Veröff: WBl 1987,101
TE OGH 1997-01-30 8 ObA 2255/96t
Auch
TE OGH 2011-06-29 8 ObA 41/11d
Vgl auch; Beisatz: Lohngestaltende Vorschriften, die sich auf ein Mindestentgelt beziehen, bezwecken idR die Sicherung der Existenzgrundlage. (T1)
Beisatz: Hier: Zwingender Charakter der Entgeltbestimmung des Paragraph 14, Absatz 4, oö SHG. (T2)
TE OGH 2015-08-27 9 ObA 92/15t
Auch
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0021340