Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0045045

Entscheidungsdatum

12.05.2026

Geschäftszahl

1Ob545/86; 6Ob658/87; 1Ob711/89; 4Ob533/95; 7Ob502/96; 6Ob186/97i; 3Ob2372/96m; 1Ob31/00s; 1Ob126/00m; 7Ob67/01f; 6Ob67/02z; 1Ob22/03x; 3Ob281/06d; 4Ob80/08f; 6Ob194/08k; 7Ob266/08f; 3Ob191/11a; 6Ob47/13z; 1Ob225/13i; 6Ob5/14z; 18OCg1/15v; 3Ob90/16f; 6Ob178/17w; 5Ob188/17h; 5Ob63/18b; 18OCg6/18h; 18ONc1/22z; 8Ob74/24a; 4Ob55/25d; 6Ob225/24t; 3Ob61/26f

Norm

ABGB §914 römisch drei h

ZPO §577

ZPO §581 Abs1

Rechtssatz

Schiedsvereinbarungen sind als Prozesshandlungen (Prozessverträge) zu beurteilen. Zur Auslegung des Schiedsvertrages sind daher grundsätzlich die Vorschriften des Prozessrechts heranzuziehen, was aber nicht ausschließt, den von den Parteien mit der Schiedsgerichtsvereinbarung gemeinsam verfolgten Zweck, also die Parteiabsicht und die Grundsätze des redlichen Verkehrs, als Auslegungsmittel heranzuziehen.

Entscheidungstexte

TE OGH 1986-09-03 1 Ob 545/86

Veröff: RdW 1987,54

TE OGH 1987-10-15 6 Ob 658/87

Auch

TE OGH 1990-11-14 1 Ob 711/89

nur: Schiedsvereinbarungen sind als Prozesshandlungen (Prozessverträge) zu beurteilen. (T1) Veröff: SZ 63/201 = EvBl 1991/44 S 204

TE OGH 1995-06-13 4 Ob 533/95

Veröff: SZ 68/112

TE OGH 1996-02-21 7 Ob 502/96

Auch; Beisatz: Es bestimmt sich daher auch die subjektive und objektive Schiedsfähigkeit nach Prozessrecht und legt die ZPO Form und Wirkungen des Schiedsvertrages fest. (T2)

TE OGH 1997-07-24 6 Ob 186/97i

Veröff SZ 70/156

TE OGH 1998-05-05 3 Ob 2372/96m

Veröff: SZ 71/82

TE OGH 2000-06-21 1 Ob 31/00s

Beisatz: Soweit die Vorschriften des Prozessrechts nicht ausreichen, sind die Auslegungsregeln des ABGB analog heranzuziehen. (T3)

TE OGH 2000-11-28 1 Ob 126/00m

Auch; Beis wie T3; Beisatz: Lässt der Wortlaut der Erklärung zwei gleichwertige Auslegungsergebnisse zu, so gebührt, jener Auslegung der Vorzug, die die Gültigkeit des Schiedsvertrags favorisiert. (T4)

TE OGH 2001-05-17 7 Ob 67/01f

Auch; Beis wie T3

TE OGH 2002-11-07 6 Ob 67/02z

Auch

TE OGH 2003-04-29 1 Ob 22/03x

Auch; Beisatz: Für die Auslegung von Schiedsvereinbarungen ist der Parteiwille maßgeblich. Entscheidend für die Zuständigkeit des Schiedsgerichts ist der Text der Schiedsvereinbarung unter Berücksichtigung vernünftiger und den Zweck der Vereinbarung begünstigender Auslegung. (T5)

TE OGH 2007-02-22 3 Ob 281/06d

Auch; Beis ähnlich wie T3; Beis wie T4

TE OGH 2008-08-26 4 Ob 80/08f

Beis wie T3; Veröff: SZ 2008/112

TE OGH 2008-11-06 6 Ob 194/08k

Beisatz: Zur Rechtslage vor dem SchiedsRÄG 2006 (BGBl römisch eins 2006/7). (T6)

Beisatz: Das Ergebnis der Auslegung einer Schiedsgerichtsvereinbarung ist grundsätzlich einzelfallbezogen (9 Ob 39/04g; 2 Ob 29/07i). (T7)

TE OGH 2009-03-30 7 Ob 266/08f

Auch

TE OGH 2011-11-08 3 Ob 191/11a

Auch; Beis wie T3; Beis wie T4

TE OGH 2013-05-08 6 Ob 47/13z

TE OGH 2013-12-19 1 Ob 225/13i

Auch; Beis wie T7

TE OGH 2014-05-15 6 Ob 5/14z

Beis wie T4

TE OGH 2015-06-23 18 OCg 1/15v

Auch; Veröff: SZ 2015/61

TE OGH 2016-06-14 3 Ob 90/16f

Auch; Beis wie T7

TE OGH 2017-12-21 6 Ob 178/17w

Auch; Beis wie T3; Beis wie T7

TE OGH 2018-02-13 5 Ob 188/17h

Auch; Beis wie T7

TE OGH 2019-01-17 5 Ob 63/18b

Auch; Beis wie T7

TE OGH 2019-05-15 18 OCg 6/18h

Vgl; Beisatz: Dabei ist eine in einem Vertrag enthaltene Schiedsklausel als Nebenabrede zu beurteilen, die grundsätzlich (aber nicht immer) das Schicksal des Hauptvertrags teilt. (T8)

Beisatz: Entscheidend ist der Wille der Vertragsparteien, der im Einzelfall durch Auslegung ermittelt werden muss. (T9)

Veröff: SZ 2019/39

TE OGH 2022-09-28 18 ONc 1/22z

Vgl; Beisatz: Hier: Ob und für welche Fälle eine Schiedsvereinbarung geschlossen wurde. (T10)

TE OGH 2025-02-27 8 Ob 74/24a

nur: Schiedsvereinbarungen sind als Prozesshandlungen (Prozessverträge) zu beurteilen. (T11)

TE OGH 2025-05-22 4 Ob 55/25d

vgl; Beisatz wie T4; Beisatz wie T7

TE OGH 2025-11-26 6 Ob 225/24t

Beisatz wie T7

TE OGH 2026-05-12 3 Ob 61/26f

Beisatz wie T7

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0045045