OGH
RS0091737
04.09.2024
9Os194/82; 12Os144/86; 13Os182/87; 11Os161/93; 14Os96/94 (14Os97/94); 14Os34/95; 14Os62/97; 14Os106/06d (14Os107/06a); 14Os99/13k; 15Os81/24m
StGB §56
Nach Ablauf der Probezeit ist - innerhalb der in Paragraph 56, StGB normierten Frist - ausschließlich ein Vorgehen nach Paragraph 53, Absatz eins, oder Absatz 2, StGB zulässig und dies auch nur dann, wenn das Strafverfahren wegen des in der Probezeit begangenen Delikts bei Ablauf der Probezeit gerichtsanhängig, also bis zu diesem Zeitpunkt eine gerichtliche Maßnahme zur Aufklärung dieser Straftat gesetzt worden war vergleiche Paragraph 58, Absatz 2, Ziffer 3, StGB).
TE OGH 1983-01-18 9 Os 194/82
Veröff: SSt 54/3
TE OGH 1986-10-16 12 Os 144/86
Vgl auch
TE OGH 1988-01-21 13 Os 182/87
Vgl auch
TE OGH 1993-11-09 11 Os 161/93
Vgl auch
TE OGH 1994-07-26 14 Os 96/94
Vgl auch
TE OGH 1995-04-04 14 Os 34/95
Vgl auch
TE OGH 1997-06-03 14 Os 62/97
TE OGH 2006-10-10 14 Os 106/06d
Auch; Beisatz: Gemäß §56 StGB darf das Gericht eine Entscheidung über den Widerruf einer bedingten Strafnachsicht grundsätzlich nur in der Probezeit treffen. Lediglich unter der Voraussetzung, dass der Widerrufsgrund eine innerhalb der Probezeit begangene Straftat oder eine dieser gleichgestellte Tat (§53 Abs1 StGB) ist, darf der Widerruf auch noch innerhalb von sechs Monaten nach dem Ende der Probezeit oder nach Beendigung des Strafverfahrens wegen der neuen Tat ausgesprochen werden, wenn dieses Verfahren bei Ablauf der Probezeit schon anhängig war. (T1)
TE OGH 2013-07-09 14 Os 99/13k
Vgl; Beis ähnlich wie T1
TE OGH 2024-09-04 15 Os 81/24m
vgl; Beisatz wie T1
Beisatz: Hier: Unzulässige Verlängerung der Probezeit gemäß Paragraph 494 a, Absatz 6, StPO, weil sie nach Ablauf der 6-Monats-Frist gem Paragraph 56, StGB erfolgte, ohne dass sich der bekämpften Entscheidung entnehmen ließe, dass das gegenständliche Strafverfahren bereits vor Ablauf der Probezeit begonnen hätte. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0091737