OGH
RS0026499
12.08.2025
3Ob545/82; 5Ob521/82; 5Ob557/81; 3Ob562/84; 6Ob683/84; 3Ob645/86; 1Ob713/88; 8Ob535/89; 1Ob651/90; 8Ob620/91; 8Ob628/92; 6Ob629/92; 4Ob505/96; 10Ob2350/96b; 3Ob123/99f; 8Ob33/01p; 7Ob233/00s; 8Ob103/01g; 3Ob130/01s; 7Ob223/03z; 7Ob15/04p; 8Ob140/06f; 7Ob21/07z; 4Ob87/08k; 5Ob290/08w; 6Ob122/07w; 5Ob9/11a; 7Ob64/11d; 1Ob9/11x; 1Ob215/11s; 7Ob228/11x; 9Ob52/12f; 2Ob43/12f; 4Ob241/12p; 3Ob94/14s; 6Ob214/14k; 10Ob40/15b; 1Ob138/16z; 9Ob49/17x; 9Ob72/17d; 5Ob75/18t; 5Ob179/19p; 5Ob28/21k; 5Ob11/22m; 2Ob123/23m; 9Ob23/24h; 9Ob62/24v; 7Ob145/24k; 10Ob28/25b; 8Ob65/25d
ABGB §1299 B
Eine Einwilligung kann vom Patienten nur dann wirksam abgegeben werden, wenn er über die Bedeutung des vorgesehenen ärztlichen Eingriffes und seine möglichen Folgen hinreichend aufgeklärt wurde (so schon EvBl 1965/217 ua).
TE OGH 1982-06-23 3 Ob 545/82
Veröff: SZ 55/114 = VersR 1983,744 = JBl 1983,373 (Holzer)
TE OGH 1982-07-13 5 Ob 521/82
TE OGH 1983-02-15 5 Ob 557/81
TE OGH 1984-12-19 3 Ob 562/84
Vgl auch; Beisatz: Wenn gar kein Gespräch geführt wurde, sondern sich der Chirurg mit der rein im bürokratischen Weg eingeholten nackten Zustimmungserklärung der Eltern des minderjährigen Patienten begnügt, dann ist nicht der Beweis erbracht, dass den Arzt trotz Unterlassung jeglicher Aufklärung kein Verschulden trifft. (T1)
Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = RdW 1985,272 = JBl 1985,548
TE OGH 1986-01-23 6 Ob 683/84
Auch; Veröff: SZ 59/18 = EvBl 1987/31 S 145
TE OGH 1987-04-01 3 Ob 645/86
Beisatz: Auf die typischen Risiken einer Operation ist besonders hinzuweisen, wobei es auf eine in Prozenten auszudrückende (geringe) Wahrscheinlichkeit nicht ankommt. (T2)
TE OGH 1989-02-07 1 Ob 713/88
Veröff: SZ 62/18
TE OGH 1989-09-21 8 Ob 535/89
Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 62/154 = JBl 1990,459 = VersR 1990,879
TE OGH 1990-09-12 1 Ob 651/90
Veröff: SZ 63/152 = JBl 1991,455
TE OGH 1991-10-18 8 Ob 620/91
Auch; Beis wie T2
TE OGH 1992-11-12 8 Ob 628/92
Veröff: RdM 1994,28 (Kopetzki)
TE OGH 1993-02-25 6 Ob 629/92
Auch
TE OGH 1996-01-30 4 Ob 505/96
Beis wie T2; Beisatz: Zur Erfüllung der ärztlichen Aufklärungspflicht genügt es nicht, im bürokratischen Weg eine Zustimmungserklärung zum operativen Eingriff einzuholen; vielmehr kann das unmittelbare persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch durch nichts ersetzt werden. (T3)
TE OGH 1996-09-03 10 Ob 2350/96b
Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 69/199
TE OGH 1999-09-15 3 Ob 123/99f
Auch; Beisatz: Bei Fehlen eines Aufklärungsgespräches tritt (daher) eine umfassende Haftung für die negativen Behandlungsfolgen ein, auch wenn im Tatsachenbereich weiter Zweifel bestehen, ob über das besonders seltene Risiko, das sich im konkreten Fall verwirklicht hatte, überhaupt Aufklärung erforderlich gewesen wäre. (T4)
TE OGH 2001-03-08 8 Ob 33/01p
TE OGH 2001-02-28 7 Ob 233/00s
Beis ähnlich wie T1; Beis wie T3
TE OGH 2001-05-10 8 Ob 103/01g
TE OGH 2001-10-09 3 Ob 130/01s
Auch; Beisatz: Eine vom Kranken auf Grund unrichtiger oder unvollständiger Belehrung durch den Arzt erteilte Einwilligung ist unwirksam. (T5)
TE OGH 2003-10-15 7 Ob 223/03z
TE OGH 2004-02-13 7 Ob 15/04p
TE OGH 2007-02-22 8 Ob 140/06f
Auch; Beisatz: Die wesentliche Bedeutung der ärztlichen Aufklärung liegt darin, den Patienten in die Lage zu versetzen, die Tragweite seiner Erklärung abzuschätzen. (T6)
TE OGH 2007-03-28 7 Ob 21/07z
Beisatz: Hier: Verletzung der Aufklärungspflicht des Arztes über Risken, die nur im Falle einer körperlichen Anomalie eintreten und die Anomalie weder präoperativ noch während der Operation rechtzeitig erkannt werden kann, bejaht, da die Operation nicht dringend geboten war. (T7)
TE OGH 2008-06-10 4 Ob 87/08k
Auch; Beis wie T6; Beisatz: Damit die ärztliche Aufklärung ihren Zweck erreichen kann, muss sich deren Umfang nach den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Aufklärungsadressaten richten. (T8)
Veröff: SZ 2008/82
TE OGH 2009-01-27 5 Ob 290/08w
Beis wie T6; Beisatz: Nach dem Zweck der Aufklärungspflicht versteht sich von selbst, dass sie auch die Darstellung der Schwere des Risikos umfasst, was gleichbedeutend ist mit einer Darstellung der Art der Gesundheitsbeeinträchtigung, die aus dem verwirklichten Risiko resultieren kann. (T9)
TE OGH 2009-02-27 6 Ob 122/07w
TE OGH 2011-02-09 5 Ob 9/11a
TE OGH 2011-04-27 7 Ob 64/11d
TE OGH 2011-03-31 1 Ob 9/11x
Auch; Beis wie T6
TE OGH 2011-11-24 1 Ob 215/11s
TE OGH 2012-01-25 7 Ob 228/11x
Auch; Beisatz: Wollte man nicht nur die Aufklärung über typische Operationsrisiken, deren Wahrscheinlichkeit nur bei 0,05 % bis 0,1 % liegt, verlangen, sondern jeweils auch Hinweise auf typische Komplikationen bei Verwirklichung solcher Risiken fordern, würde dies die Aufklärungspflicht in unvertretbarer Weise ausdehnen. Den Patienten müsste oftmals eine derartige Fülle von Informationen gegeben werden, dass ihnen eine Einschätzung der Lage nicht ermöglicht, sondern erschwert würde. (T10)
TE OGH 2012-12-17 9 Ob 52/12f
Vgl auch; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht hinsichtlich prophylaktischer Maßnahmen zur Vermeidung oder Senkung eines Operationsrisikos. (T11)
TE OGH 2012-11-29 2 Ob 43/12f
TE OGH 2013-02-12 4 Ob 241/12p
Vgl auch; Beis wie T6
TE OGH 2014-06-25 3 Ob 94/14s
Beisatz: Der Patient wurde darüber aufgeklärt, dass es bei der in Aussicht genommenen Operation zu einer Milzverletzung, allenfalls auch zu einem Totalverlust der Milz kommen könne. Eine weitere Aufklärungspflicht darüber, welche Folgen die Entfernung der Milz nach sich ziehen könne, wurde hier verneint. (T12)
TE OGH 2015-01-29 6 Ob 214/14k
Auch; Beis wie T6
TE OGH 2015-06-30 10 Ob 40/15b
TE OGH 2016-11-23 1 Ob 138/16z
Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht über das bei der „ Spirale “ behandlungstypische Risiko ihres „ Abwanderns “. (T13)
TE OGH 2017-09-27 9 Ob 49/17x
Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: Nichtarzt. (T14); Veröff: SZ 2017/108
TE OGH 2017-12-18 9 Ob 72/17d
TE OGH 2018-07-18 5 Ob 75/18t
Auch; Beis wie T3
TE OGH 2019-12-18 5 Ob 179/19p
TE OGH 2021-05-27 5 Ob 28/21k
TE OGH 2022-05-19 5 Ob 11/22m
TE OGH 2023-07-25 2 Ob 123/23m
TE OGH 2024-03-18 9 Ob 23/24h
Beisatz wie T6
TE OGH 2024-10-23 9 Ob 62/24v
TE OGH 2024-10-23 7 Ob 145/24k
Beisatz: Hier: Keine Aufklärungspflicht über medizinisch nicht indizierte Thromboseprophylaxe. (T15)
TE OGH 2025-07-10 10 Ob 28/25b
TE OGH 2025-08-12 8 Ob 65/25d
vgl; Beisatz wie T1
ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0026499