Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0078297

Entscheidungsdatum

04.11.1980

Geschäftszahl

4Ob363/80; 4Ob373/80; 4Ob302/81; 4Ob360/81; 4Ob403/81; 4Ob424/81; 4Ob304/83; 4Ob305/83; 4Ob401/83 (4Ob1309/83); 4Ob404/83; 4Ob331/83; 4Ob337/84; 4Ob379/85; 4Ob403/85; 4Ob347/86; 4Ob322/87; 4Ob315/87; 4Ob367/86; 4Ob343/86; 4Ob413/87; 4Ob102/88; 4Ob35/89; 4Ob105/89; 4Ob110/89 (4Ob111/89); 4Ob82/90; 4Ob164/90; 4Ob14/91; 4Ob123/91; 4Ob5/92; 4Ob106/92; 4Ob88/93; 4Ob1023/95; 4Ob29/95; 4Ob36/95; 4Ob2085/96p; 4Ob2093/96i; 4Ob32/97w; 4Ob117/97b; 4Ob251/97h; 4Ob9/98x; 4Ob15/98d; 4Ob81/98k; 4Ob140/98m (4Ob178/98z); 4Ob225/98m; 4Ob330/98b; 4Ob67/99b; 4Ob109/99d; 4Ob210/00m; 4Ob78/02b; 4Ob84/02k; 4Ob168/05t; 4Ob181/06f; 4Ob198/06f; 17Ob19/09g; 4Ob141/09b; 4Ob110/10w; 4Ob140/16s; 4Ob80/19x

Norm

UWG §1 D3a

Rechtssatz

Entscheidend für die Frage, ob die Nachahmung sittenwidrig ist, ist bewusste Nachahmung, die dadurch herbeigeführte Gefahr von Verwechslungen und die Zumutbarkeit einer andersartigen Gestaltung.

Entscheidungstexte

TE OGH 1980-11-04 4 Ob 363/80

Beisatz: Plattenschneidemaschine und Fliesenschneidemaschine. (T1) Veröff: ÖBl 1981,98

TE OGH 1980-11-11 4 Ob 373/80

Beisatz: Haushaltsscheren (T2) Veröff: ÖBl 1981,154 (mit Anmerkung von Schönherr)

TE OGH 1981-04-28 4 Ob 302/81

TE OGH 1981-06-23 4 Ob 360/81

Beisatz: Zauberwürfel (T3) Veröff: ÖBl 1981,115 = GRURInt 1982,64

TE OGH 1981-12-15 4 Ob 403/81

Beisatz: Steinfiguren (T4)

TE OGH 1982-02-16 4 Ob 424/81

Beisatz: "Spitzbuben" - "Original Tiroler Spitzbuam". (T5)

TE OGH 1983-02-08 4 Ob 304/83

Auch; Beisatz: Die Sittenwidrigkeit der Nachahmung setzt daher nicht in jedem Fall eine bis an die Grenze der unmittelbaren Leistungsübernahme reichende Nachahmung in allen Einzelheiten voraus. - "Schnapskarten I" (T6) Veröff: ÖBl 1983,70

TE OGH 1983-03-22 4 Ob 305/83

Beisatz: Schnapskarten römisch zwei (T7)

TE OGH 1983-12-13 4 Ob 401/83

nur: Entscheidend für die Frage, ob die Nachahmung sittenwidrig ist, ist bewusste Nachahmung, die dadurch herbeigeführte Gefahr von Verwechslungen. (T8); Beisatz: Diesbezüglich ist immer der Gesamteindruck maßgebend. - "Kräutertee" (T9)

TE OGH 1983-12-13 4 Ob 404/83

Beisatz: Gewürzstreudose (T10)

TE OGH 1984-04-17 4 Ob 331/83

Auch; Beisatz: Bewusstes Verschließen vor der Kenntnis genügt. (T11) Veröff: ÖBl 1984,95

TE OGH 1984-07-10 4 Ob 337/84

Beisatz: Mart Stam-Stuhl (T12) Veröff: ÖBl 1985,24 = GRURInt 1985,684 = MR 1992,21 (Anmerkung M Walter, 31)

TE OGH 1985-10-29 4 Ob 379/85

Beisatz: Wochenkalender (T13) Veröff: ÖBl 1986,43

TE OGH 1986-01-14 4 Ob 403/85

Beisatz: Enthaarungsmittel (T14)

TE OGH 1987-03-24 4 Ob 347/86

Beis wie T6; Beisatz: Weder ist jede sklavische Nachahmung von vornherein unzulässig, noch bedarf es einer sklavischen Nachahmung, um einen Verstoß gegen Paragraph eins, UWG annehmen zu können. (T15)

TE OGH 1987-03-24 4 Ob 322/87

Veröff: ÖBl 1987,156

TE OGH 1987-03-10 4 Ob 315/87

Veröff: WBl 1987,162 = GRURInt 1988,520

TE OGH 1987-03-10 4 Ob 367/86

Beis wie T6; Beis wie T15; Veröff: ÖBl 1988,10

TE OGH 1987-12-15 4 Ob 343/86

Beisatz: "Easy-Rider" - "Easy-Walker" - Schuhe (T16) Veröff: MR 1988,23

TE OGH 1988-02-09 4 Ob 413/87

Beisatz: Klimt-Leuchten (T17) Veröff: ÖBl 1989,39 = WBl 1988,303

TE OGH 1988-11-29 4 Ob 102/88

Beisatz: Ist die wettbewerbliche Eigenart nur gering, kann nur einen eingeschränkten Schutz in Anspruch genommen werden; in einem solchen Fall können schon geringe Abweichungen die Gefahr von Verwechslungen beseitigen. (T18)

TE OGH 1989-07-11 4 Ob 35/89

Beis wie T6; Beis wie T15

TE OGH 1989-09-12 4 Ob 105/89

TE OGH 1989-09-12 4 Ob 110/89

TE OGH 1990-05-30 4 Ob 82/90

TE OGH 1990-12-04 4 Ob 164/90

Beis wie T6

TE OGH 1991-02-26 4 Ob 14/91

Beisatz: 7-Früchte Müsliriegel (T19) Veröff: ecolex 1991,330

TE OGH 1991-12-03 4 Ob 123/91

Beis wie T6; Beis wie T15; Veröff: MR 1992,120

TE OGH 1992-02-25 4 Ob 5/92

Veröff: ÖBl 1992,19 = WBl 1992,266

TE OGH 1993-02-23 4 Ob 106/92

Beisatz: Das trifft nicht zu, wenn Programmzeitschriften in verschiedene Tageszeitungen eingebettet sind und schon daraus ihre unterschiedliche Herkunft erkennbar ist. (T20) Veröff: MR 1993,72

TE OGH 1993-07-13 4 Ob 88/93

TE OGH 1995-04-25 4 Ob 1023/95

Auch; Beisatz: Der Umstand, dass die Klägerin selbst ihr Produkt einem Werk des Barockkünstlers Meinrad Guggenbichler nachgeahmt hat, ändert nichts daran, dass die von ihr hergestellten Anstecknadeln ihr Erzeugnis sind, wurde doch die im Salzburger Dom befindliche "Urform" des Barockengels nicht originalgetreu nachgebildet; vielmehr hat ein Bildhauer, wenngleich unter Verwendung eines Abgusses diese Engels, ein Modell für die metallene Anstecknadel angefertigt und dabei den Abguss entsprechend "nachgearbeitet". Die Existenz des Vorbildes ist aber nicht geeignet, dem Produkt der Klägerin die wettbewerbliche Eigenart zu nehmen. Dieses ist ja sehr deutlich von anderen Schmuckstücken und Souvenirs mit Engelsdarstellungen zu unterscheiden. (T21)

TE OGH 1995-05-09 4 Ob 29/95

Auch; Beisatz: "Red Bull" - "FLYING HORSE" (T22)

TE OGH 1995-04-25 4 Ob 36/95

TE OGH 1996-05-14 4 Ob 2085/96p

Beisatz: Eine "vermeidbare Herkunftstäuschung" setzt voraus, dass eine bewusste Nachahmung vorliegt, dass damit die Gefahr von Verwechslungen herbeigeführt wird und dass schließlich eine andersartige Gestaltung zumutbar gewesen wäre. (T23); Beisatz: Türschild "Entenmotiv". (T24)

TE OGH 1996-06-25 4 Ob 2093/96i

Beis wie T23; Beisatz: Die Beurteilung, ob der Tatbestand der vermeidbaren Herkunftstäuschung gegeben ist, setzt die Kenntnis auch des nachgeahmten Produktes voraus. (T25)

TE OGH 1997-02-11 4 Ob 32/97w

Beis wie T23

TE OGH 1997-05-13 4 Ob 117/97b

Auch

TE OGH 1997-09-23 4 Ob 251/97h

Vgl auch

TE OGH 1998-01-27 4 Ob 9/98x

Ähnlich; Beis wie T18

TE OGH 1998-02-24 4 Ob 15/98d

Auch; nur T8; Beisatz: Weiß die einzige Abnehmerin aufgrund ihrer vorangegangenen Tests genau um die Unterschiedlichkeit beider Produkte in Ausführung und Herkunft Bescheid, kann auch eine vermeidbare Herkunftstäuschung nicht vorliegen. (T26)

TE OGH 1998-03-31 4 Ob 81/98k

Vgl auch

TE OGH 1998-08-12 4 Ob 140/98m

Auch; Beis wie T23

TE OGH 1998-09-29 4 Ob 225/98m

Auch; Beis wie T23

TE OGH 1999-02-04 4 Ob 330/98b

Auch

TE OGH 1999-03-23 4 Ob 67/99b

Auch; Beis wie T18

TE OGH 1999-04-27 4 Ob 109/99d

Vgl auch; Beis wie T18; Beis wie T23

TE OGH 2000-10-03 4 Ob 210/00m

Auch

TE OGH 2002-04-09 4 Ob 78/02b

Beisatz: Nach ständiger Rechtsprechung setzt eine vermeidbare Herkunftstäuschung voraus, dass eine bewusste Nachahmung vorliegt, damit die Gefahr von Verwechslungen herbeigeführt wird und eine andersartige Gestaltung zumutbar gewesen wäre. (T27)

TE OGH 2002-04-09 4 Ob 84/02k

Beisatz: Eine Herkunftstäuschung fehlt, wenn der Abnehmer über die Herkunft der nachgeahmten Muster deshalb genau Bescheid weiß, weil der Nachahmende auf Bestellung des Abnehmers gearbeitet hat, demnach bei den Abnehmern keine unrichtige Vorstellung über die Herkunft der Musterstücke hervorgerufen werden konnte. (T28)

TE OGH 2005-10-04 4 Ob 168/05t

Beis wie T28

TE OGH 2006-10-17 4 Ob 181/06f

Beisatz: Hier: Infolge behördlicher Auflagen eine andersartige Gestaltung von Selbstbedienungsboxen für Gratiszeitungen unzumutbar. (T29)

TE OGH 2007-01-16 4 Ob 198/06f

Vgl aber; insbesondere zu Beis T23; Beisatz: Bei der glatten Übernahme kann es - anders als bei der vermeidbaren Herkunftstäuschung - keine Rolle spielen, wie groß der Gestaltungsspielraum ist. (T30)

TE OGH 2009-09-22 17 Ob 19/09g

Auch

TE OGH 2009-10-20 4 Ob 141/09b

Auch; Beis wie T27

TE OGH 2011-02-15 4 Ob 110/10w

Vgl; Beis ähnlich wie T23; Beis ähnlich wie T25

TE OGH 2016-08-30 4 Ob 140/16s

Vgl; Beis wie T18

TE OGH 2019-07-05 4 Ob 80/19x

Beisatz: Die Nachahmung muss bewusst erfolgen. (T31)

Beisatz: Die Annahme einer solchen Nachahmung setzt voraus, dass gerade die übernommenen Gestaltungsmittel diejenigen sind, die die wettbewerbliche Eigenart des nachgeahmten Erzeugnisses begründen. (T32)

Veröff: SZ 2019/62

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0078297