Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0008525

Entscheidungsdatum

07.10.1980

Geschäftszahl

5Ob556/80; 5Ob736/80; 6Ob730/80; 5Ob548/81; 7Ob778/81; 5Ob23/81; 3Ob657/81; 7Ob546/82; 7Ob573/82; 1Ob643/82; 3Ob675/82; 8Ob564/82; 8Ob581/82; 3Ob553/83; 2Ob591/82; 6Ob642/84; 7Ob561/84; 1Ob699/84; 8Ob505/85; 3Ob548/85; 1Ob566/85; 3Ob622/86; 7Ob661/87; 3Ob600/87; 2Ob557/88 (2Ob558/88); 1Ob568/92; 1Ob2104/96k; 1Ob2245/96w; 2Ob285/97v; 1Ob237/98d; 9Ob143/99s; 1Ob154/99z; 10Ob222/00w; 1Ob286/00s; 9Ob248/01p; 6Ob322/01y; 6Ob7/02a; 9Ob125/04d; 9Ob46/06i; 1Ob158/08d; 3Ob231/09f; 1Ob26/11x; 1Ob57/11f; 1Ob32/12f; 1Ob111/12y; 1Ob60/13z; 8Ob125/13k; 1Ob245/15h; 1Ob148/17x

Norm

AußStrG §229; EheG §81; EheG §82

Rechtssatz

Der Gegenstand des nach den Vorschriften der § 229 ff AußStrG durchzuführenden Regelungsverfahrens ist durch den Antrag der vormaligen Ehegatten bindend begrenzt: der Richter darf Anordnungen nur in Ansehung jener Sachen treffen, die ausdrücklich oder zumindest erkennbar Gegenstand des Antrages sind. Dabei gebietet jedoch die Billigkeit, dass bei der Entscheidung auch nur über einzelne der nach dem Gesetz der Aufteilung unterliegenden Vermögensteile die übrigen Vermögensverhältnisse der Ehegatten berücksichtigt werden; die Entscheidung hat sich immer materiell in die der Billigkeit entsprechende Gesamtaufteilung einzufügen. Es ist daher grundsätzlich das gesamte nach den §§ 81 und 82 EheG der Aufteilung unterliegende Vermögen zu erfassen und es sind alle im konkreten Fall für die Billigkeitserwägung bestimmenden Umstände zu erheben und zu berücksichtigen.

Entscheidungstexte

TE OGH 1980-10-07 5 Ob 556/80

TE OGH 1980-11-04 5 Ob 736/80

Vgl; nur: Der Gegenstand des nach den Vorschriften der § 229 ff AußStrG durchzuführenden Regelungsverfahrens ist durch den Antrag der vormaligen Ehegatten bindend begrenzt: der Richter darf Anordnungen nur in Ansehung jener Sachen treffen, die ausdrücklich oder zumindest erkennbar Gegenstand des Antrages sind. (T1)

Veröff: JBl 1982,321

TE OGH 1980-10-15 6 Ob 730/80

nur: Es ist daher grundsätzlich das gesamte nach den §§ 81 und 82 EheG der Aufteilung unterliegende Vermögen zu erfassen und es sind alle im konkreten Fall für die Billigkeitserwägung bestimmenden Umstände zu erheben und zu berücksichtigen. (T2)

TE OGH 1981-07-14 5 Ob 548/81

nur T1

TE OGH 1981-12-03 7 Ob 778/81

Vgl; nur T1; Beisatz: An die ursprünglichen Vorstellungen der Parteien über die Art der Aufteilung waren weder sie noch das Gericht gebunden, weil jene Anordnungen zu treffen sind, die den Aufteilungsgrundsätzen am ehesten gerecht werden. (T3)

TE OGH 1982-02-23 5 Ob 23/81

TE OGH 1982-03-24 3 Ob 657/81

Auch; Beisatz: Die Anträge der Parteien sind nur als das Gericht nicht bindende Aufteilungsvorschläge anzusehen. (T4)

TE OGH 1982-04-29 7 Ob 546/82

nur T2

TE OGH 1982-07-28 7 Ob 573/82

Auch; nur T1; Beisatz: Bedachtnahme auf außergerichtliche Aufteilung. (T5)

TE OGH 1982-11-03 1 Ob 643/82

Veröff: SZ 55/163 = JBl 1983,316

TE OGH 1983-02-16 3 Ob 675/82

nur T2; nur: Die Entscheidung hat sich immer materiell in die der Billigkeit entsprechende Gesamtaufteilung einzufügen. (T6)

Beis wie T5

TE OGH 1983-05-05 8 Ob 564/82

TE OGH 1983-05-05 8 Ob 581/82

TE OGH 1983-06-08 3 Ob 553/83

Beisatz: Der Antrag bestimmt den Verfahrensgegenstand quantitativ (hinsichtlich der der gerichtlichen Entscheidung unterworfenen Vermögensteile), ist aber qualitativ (hinsichtlich der zu treffenden Anordnungen) nur relativ bindend. (T7)

TE OGH 1983-12-13 2 Ob 591/82

Auch; nur T1

TE OGH 1984-11-15 6 Ob 642/84

nur: Der Gegenstand des nach den Vorschriften der § 229 ff AußStrG durchzuführenden Regelungsverfahrens ist durch den Antrag der vormaligen Ehegatten bindend begrenzt. (T8)

Beis wie T7; Beisatz: Im Rechtsmittelverfahren hat sich daher die Beurteilung auf die im Rechtsmittelantrag bezeichneten Vermögensteile zu beschränken. (T9)

Veröff: EvBl 1985/121 S 596

TE OGH 1984-12-13 7 Ob 561/84

Auch; nur T1

TE OGH 1985-01-16 1 Ob 699/84

nur T1; Beis wie T4

TE OGH 1985-04-25 8 Ob 505/85

nur T1; Beis wie T3

TE OGH 1985-06-12 3 Ob 548/85

nur T1; nur T2

TE OGH 1985-06-26 1 Ob 566/85

nur T1

TE OGH 1987-01-14 3 Ob 622/86

Auch; nur T6; Beisatz: Einräumung eines zeitlich befristeten Wohnungsrechtes der Antragstellerin entspricht der Sachlage. (T10)

TE OGH 1987-09-24 7 Ob 661/87

Auch; nur T1

TE OGH 1988-03-23 3 Ob 600/87

nur T1; Beis wie T7; Beisatz: Das Gericht ist nicht an die Formulierung der Anträge durch die Parteien gebunden (hier: Zuweisung der Ehewohnung). (T11)

TE OGH 1988-06-28 2 Ob 557/88

nur T1

TE OGH 1992-04-24 1 Ob 568/92

Auch; nur T1; Veröff: SZ 65/65

TE OGH 1996-06-25 1 Ob 2104/96k

nur: Die Entscheidung hat sich immer materiell in die der Billigkeit entsprechende Gesamtaufteilung einzufügen. Es ist daher grundsätzlich das gesamte nach den §§ 81 und 82 EheG der Aufteilung unterliegende Vermögen zu erfassen und es sind alle im konkreten Fall für die Billigkeitserwägung bestimmenden Umstände zu erheben und zu berücksichtigen. (T12)

TE OGH 1997-01-28 1 Ob 2245/96w

Auch; nur T2; Beisatz: Im Verfahren zur Aufteilung des ehelichen Gebrauchsvermögens und der ehelichen Ersparnisse obliegt es gemäß § 2 Abs 2 Z 5 AußStrG dem Gericht, alle für die Billigkeitserwägung maßgebenden Umstände zu erforschen, mit den Parteien zu erörtern und mangels Außerstreitstellung seitens der Beteiligten durch die erforderlichen Beweisaufnahmen zu klären. (T13)

TE OGH 1997-09-25 2 Ob 285/97v

Auch; nur T1

TE OGH 1999-03-23 1 Ob 237/98d

TE OGH 1999-09-01 9 Ob 143/99s

nur T8; Beisatz: Die Aufteilungsmasse wird durch die Parteienanträge bindend festgelegt. (T14)

TE OGH 1999-10-22 1 Ob 154/99z

Beis wie T7

TE OGH 2001-02-20 10 Ob 222/00w

Auch; nur T1; Beis wie T7 nur: Der Antrag bestimmt den Verfahrensgegenstand quantitativ (hinsichtlich der der gerichtlichen Entscheidung unterworfenen Vermögensteile). (T15)

Beis wie T14

TE OGH 2001-04-24 1 Ob 286/00s

Auch; Veröff: SZ 74/70

TE OGH 2001-10-24 9 Ob 248/01p

Vgl auch; Beisatz: Der Antrag im Aufteilungsverfahren bestimmt den Verfahrensgegenstand (= Aufteilungsmasse) quantitativ hinsichtlich der der gerichtlichen Entscheidung unterworfenen Vermögensteile, ohne dass eine Bindung an den gestellten Aufteilungsantrag besteht. (T16)

TE OGH 2002-04-18 6 Ob 322/01y

Auch; Beis wie T16

TE OGH 2002-05-16 6 Ob 7/02a

Auch; nur T2; Beis wie T7; Veröff: SZ 2002/65

TE OGH 2005-02-02 9 Ob 125/04d

Vgl auch; Beis wie T3

TE OGH 2006-06-07 9 Ob 46/06i

Auch; Beis wie T4; Veröff: SZ 2006/86

TE OGH 2008-10-21 1 Ob 158/08d

Auch

TE OGH 2009-11-25 3 Ob 231/09f

nur T8

TE OGH 2011-02-23 1 Ob 26/11x

TE OGH 2011-03-31 1 Ob 57/11f

Auch; Veröff: SZ 2011/44

TE OGH 2012-03-23 1 Ob 32/12f

Auch

TE OGH 2012-10-11 1 Ob 111/12y

Vgl auch; Beis wie T15; Beis wie T16

TE OGH 2013-05-21 1 Ob 60/13z

Vgl; nur T2; Beis wie T15; Beis wie T16; Bem: Siehe RS0128864. (T17)

TE OGH 2013-12-17 8 Ob 125/13k

Auch

TE OGH 2016-02-25 1 Ob 245/15h

Beis ähnlich wie T13

TE OGH 2017-11-29 1 Ob 148/17x

Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0008525