Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0096099

Entscheidungsdatum

25.03.2025

Geschäftszahl

12Os46/80; 12Os121/82; 13Os49/84; 13Os93/84; 14Os141/87; 14Os153/88; 17Os20/13i; 17Os13/14m (17Os14/14h; 17Os32/14f; 17Os33/14b); 13Os2/14i; 17Os10/17z; 17Os8/18g; 14Os10/20g; 14Os61/23m

Norm

StGB §304 Abs1

StGB §307

Rechtssatz

Bei Ermessensentscheidungen kann eine Pflichtwidrigkeit (auch) dann vorliegen, wenn der Beamte dem Vermögensvorteil einen Einfluss auf seine - innerhalb des Ermessens liegende - Entscheidung einräumt.

Entscheidungstexte

TE OGH 1980-09-04 12 Os 46/80

TE OGH 1983-05-17 12 Os 121/82

Beisatz: Hier: Parteilichkeit bei der Auswahl des Bestbieters im Vergabeverfahren bei öffentlichen Ausschreibungen. (T1)

Veröff: EvBl 1984/18 S 49 = SSt 54/42 = JBl 1983,545

TE OGH 1984-04-12 13 Os 49/84

Veröff: SSt 55/17 = JBl 1985,119 (zustimmend Liebscher) = ZVR 1986/103 S 249

TE OGH 1985-03-07 13 Os 93/84

Beisatz: Auch die bevorzugte, raschere Abwicklung eines Amtsgeschäfts ist parteilich und damit pflichtwidrig. (T2)

Veröff: SSt 56/19

TE OGH 1988-06-29 14 Os 141/87

Beisatz: Auch im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung. (T3)

TE OGH 1988-11-09 14 Os 153/88

Beisatz: Keineswegs sollte jedoch mit dieser Rechtsprechung dem Paragraph 304, Absatz 2, StGB jeder Anwendungsbereich entzogen werden. (T4)

Veröff: SSt 59/85 = JBl 1989,124

TE OGH 2013-11-26 17 Os 20/13i

Vgl auch; Beisatz: Ein Amtsgeschäft wird pflichtwidrig vorgenommen oder unterlassen, wenn der Täter dem Vorteil, den er fordert, annimmt oder sich versprechen lässt, einen Einfluss auf dessen Erledigung einräumt. (T5)

Beisatz: Die Frage, ob die Einhaltung eines Ermessensspielraums Pflichtwidrigkeit ausschließt, stellt sich hier schon deshalb nicht, weil das vom Angeklagten angesprochene Ermessen einen Spielraum meint, den der Gesetzgeber Organwaltern der Vollziehung gewährt, wogegen den Bezugspunkt des angefochtenen Strafurteils Amtsgeschäfte eines Organwalters der Gesetzgebung bilden. (T6)

TE OGH 2014-08-11 17 Os 13/14m

Auch

TE OGH 2015-04-15 13 Os 2/14i

Auch; Beis wie T1

TE OGH 2017-06-12 17 Os 10/17z

Auch

TE OGH 2019-02-26 17 Os 8/18g

Beisatz: Ein solcher Einfluss muss im Sinn einer Kausalbeziehung (für die Erledigung) relevant sein, also sachliche Gründe (die ein anderes Ergebnis nahelegen) überlagern, was durch entsprechende (konkrete) Feststellungen (auch zur subjektiven Tatseite) zu klären ist. (T7)

TE OGH 2020-04-23 14 Os 10/20g

Vgl; Beis wie T7

TE OGH 2025-03-25 14 Os 61/23m

vgl

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0096099