Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0028566

Entscheidungsdatum

23.02.2023

Geschäftszahl

3Ob514/80; 6Ob696/81; 8Ob530/81; 4Ob578/81; 3Ob610/83; 8Ob1547/93; 10Ob528/94; 3Ob164/06y; 10Ob96/08b; 4Ob35/10s; 10Ob16/11t; 4Ob129/12t; 8Ob66/12g; 2Ob4/13x; 1Ob150/13k; 2Ob223/14d; 8Ob62/16z; 6Ob146/18s; 6Ob185/18a; 8Ob116/22z

Norm

ABGB §1313a I

ABGB §1313a IIb

ABGB §1315 I

Rechtssatz

Der Gehilfe muss mit Willen des Schuldners im Rahmen der dem Schuldner obliegenden Verbindlichkeit tätig werden und es muss sich um einen Schaden handeln, der durch den Gehilfen bei der Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen zugefügt wurde.

Entscheidungstexte

TE OGH 1980-04-23 3 Ob 514/80

TE OGH 1981-11-11 6 Ob 696/81

Auch; Veröff: JBl 1982,654

TE OGH 1981-12-03 8 Ob 530/81

Veröff: JBl 1983,255 = ZVR 1982/266 S 236

TE OGH 1982-09-14 4 Ob 578/81

Beisatz: Der Schuldner braucht nur dann für den Dritten zu haften, wenn er auf dessen Verwendung im Rahmen des Vertragsverhältnisses Einfluss hatte. (T1) Veröff: SZ 55/123

TE OGH 1983-11-30 3 Ob 610/83

Auch

TE OGH 1993-04-22 8 Ob 1547/93

Vgl auch

TE OGH 1996-04-09 10 Ob 528/94

nur: Der Gehilfe muss mit Willen des Schuldners im Rahmen der dem Schuldner obliegenden Verbindlichkeit tätig werden. (T2) Beisatz: Nicht jedes Gehilfenverhalten kann als Erfüllungshandlung des Geschäftsherrn angesehen werden. Es ist zu prüfen, ob der auskunftserteilende Angestellte zur Erfüllung (des Auskunftsvertrages) berufen war oder doch in zurechenbarer Weise ein entsprechender Anschein erweckt wurde. (T3)

Veröff: SZ 69/86

TE OGH 2006-11-30 3 Ob 164/06y

Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Schuldner hat dem Gläubiger die Beiziehung einer bestimmten Person als Baumeister vorgschlagen - den Auftrag an den Baumeister erteilte der Gläubiger selbst. (T4)

TE OGH 2008-12-22 10 Ob 96/08b

Auch; Beisatz: Der Geschäftsherr hat auch für jene Personen einzustehen, für die der Anschein der Gehilfenstellung besteht (Anscheinserfüllungsgehilfe). Dabei genügt, dass der Geschäftsherr in zurechenbarer Weise den Anschein einer Erfüllungsgehilfeneigenschaft erweckt. (T5)

TE OGH 2010-07-13 4 Ob 35/10s

TE OGH 2011-05-31 10 Ob 16/11t

Auch; Beis wie T1

TE OGH 2012-12-17 4 Ob 129/12t

nur T2; Beis wie T5; Veröff: SZ 2012/139

TE OGH 2013-04-05 8 Ob 66/12g

Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Selbstständige Vermögensberaterin. (T6); Veröff: SZ 2013/33

TE OGH 2013-06-17 2 Ob 4/13x

Auch; nur T2

TE OGH 2014-02-27 1 Ob 150/13k

Auch

TE OGH 2015-08-06 2 Ob 223/14d

Beis wie T1

TE OGH 2016-08-30 8 Ob 62/16z

Auch; nur T2

TE OGH 2018-08-31 6 Ob 146/18s

Veröff: SZ 2018/67

TE OGH 2018-11-21 6 Ob 185/18a

TE OGH 2023-02-23 8 Ob 116/22z

vgl; Beisatz: Voraussetzung der Gehilfeneigenschaft ist die Eingliederung der betreffenden Person in den Herrschafts- und/oder Organisationsbereich des potentiell nach Paragraph 1315, ABGB zu Belangenden. (T7)

Beisatz: Eine Haftung des Geschäftsherrn kommt daher nur in Betracht, wenn der Gehilfe in dessen Aufgaben- und Verantwortungsbereich tätig geworden ist. (T8)

Beisatz: Die Zurechnung erfordert weiters einen inneren Zusammenhang zwischen dem übertragenen Aufgabengebiet und der Untüchtigkeit des Gehilfen. (T9)

Beisatz: Hier: Unmittelbarer Schädiger war nicht im Auftrag der Beklagten tätig. (T10)

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0028566