Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0069304

Entscheidungsdatum

17.07.2025

Geschäftszahl

7Ob616/77; 5Ob512/78; 6Ob596/78; 7Ob614/78; 1Ob704/82; 7Ob555/82; 3Ob517/83; 8Ob602/85; 2Ob682/86; 2Ob526/89; 1Ob653/89; 7Ob617/90; 1Ob531/91; 7Ob607/91; 3Ob541/93; 4Ob535/94; 1Ob535/94 (1Ob1551/94); 4Ob582/95; 9Ob178/98m; 7Ob187/03f; 6Ob257/03t; 7Ob306/05h; 2Ob149/06k; 7Ob215/08f; 5Ob29/09i; 6Ob50/10m; 8Ob82/10g; 7Ob99/12b; 10Ob8/13v; 8Ob26/12z; 9Ob50/13p; 10Ob3/14k; 1Ob174/14s; 1Ob19/15y; 6Ob94/15i; 10Ob41/16a; 5Ob99/18x; 1Ob161/18k; 8Ob151/18s; 6Ob60/19w; 3Ob16/20d; 8Ob45/22h; 3Ob87/22y; 8Ob53/23m; 8Ob46/24h; 9Ob75/25g

Norm

MG §21 Abs2 B4

MRG §33 Abs2

Rechtssatz

Grobes Verschulden setzt ein besonderes Maß an Sorglosigkeit voraus, sodass der Vorwurf berechtigt erscheint, der Mieter habe die Interessen des Vermieters aus Rechthaberei, Willkür, Leichtsinn oder Streitsucht verletzt.

Entscheidungstexte

TE OGH 1977-09-01 7 Ob 616/77

Veröff: MietSlg 29400

TE OGH 1978-01-31 5 Ob 512/78

TE OGH 1978-06-01 6 Ob 596/78

TE OGH 1978-09-07 7 Ob 614/78

TE OGH 1982-09-22 1 Ob 704/82

nur: Grobes Verschulden Willkür, Leichtsinn. (T1)

TE OGH 1983-04-14 7 Ob 555/82

TE OGH 1983-04-27 3 Ob 517/83

Auch; Beisatz: Leichtsinn und Gleichgültigkeit. (T2)

TE OGH 1985-10-10 8 Ob 602/85

Beisatz: Hier: Paragraph 33, Absatz 2, MRG. (T3)

TE OGH 1986-12-16 2 Ob 682/86

TE OGH 1989-06-06 2 Ob 526/89

TE OGH 1990-01-17 1 Ob 653/89

nur T1

TE OGH 1990-06-28 7 Ob 617/90

TE OGH 1991-04-24 1 Ob 531/91

Veröff: JBl 1992,42

TE OGH 1991-10-10 7 Ob 607/91

Beisatz: Hier: Paragraph 33, Absatz 2, MRG. (T4)

Veröff: WoBl 1993,29

TE OGH 1993-10-20 3 Ob 541/93

TE OGH 1994-04-26 4 Ob 535/94

Beisatz: Wenn auch nach ständiger Rechtsprechung vertragliche Aufrechnungsverbote nicht sittenwidrig sind, kann der Beklagten, die die Meinung vertritt dieses Aufrechnungsverbot sei unwirksam, allein wegen ihrer Aufrechnens nicht der Vorwurf groben Verschuldens gemacht werden. Bei vertretbarer Verkennung der Rechtslage ist aber ein grobes Verschulden zu verneinen. (T5)

Veröff. SZ 67/72

TE OGH 1994-08-29 1 Ob 535/94

nur: Grobes Verschulden setzt ein besonderes Maß an Sorglosigkeit voraus. (T6)

TE OGH 1995-10-24 4 Ob 582/95

nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Grobes Verschulden, wenn der Mieter den Mietzinsrückstand aus reiner Gleichgültigkeit entstehen ließ, insbesondere dann, wenn er den Mietzinsrückstand von der Mahnung bis zur Einbringung der Klage anwachsen ließ. (T7)

TE OGH 1998-07-08 9 Ob 178/98m

Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Rechthaberei, wenn der Beklagte auf einem bei nüchterner Überlegung als unrichtig erkennbaren Standpunkt beharrt. (T8)

TE OGH 2003-08-05 7 Ob 187/03f

Beisatz: Im vorliegenden Fall ist der gegenständliche Betriebskostenrückstand deshalb entstanden, weil es aufgrund ungenauer Bezeichnung der Zahlungen der Beklagten zu Fehlbuchungen kam. Darin liegt zwar eine Nachlässigkeit der beklagten Partei, diese ist jedoch nicht als grob fahrlässig zu qualifizieren. (T9)

TE OGH 2003-12-11 6 Ob 257/03t

Veröff: SZ 2003/161

TE OGH 2006-05-31 7 Ob 306/05h

Auch; Beisatz: Die Fehleinschätzung der Beweislage begründet grundsätzlich kein grobes Verschulden. (T10)

TE OGH 2006-12-21 2 Ob 149/06k

Auch; Beis wie T10; Beisatz: Hier liegt kein grobes Verschulden vor, wenn die Behauptung der Beklagten, die Klägerin habe sich vertraglich verpflichtet, das Bestandobjekt durch bestimmte Sanierungsarbeiten in einen entsprechenden Gebrauchszustand zu versetzen, nach Durchführung eines langwierigen Beweisverfahrens letztlich nicht als erwiesen erachtet und darüber eine Negativfeststellung getroffen wird. (T11)

TE OGH 2008-11-05 7 Ob 215/08f

TE OGH 2009-10-13 5 Ob 29/09i

Beis wie T8; Beis wie T10; Beis ähnlich wie T11; Beisatz: War der relativ geringe Mietzinsrückstand nicht ganz einfach zu ermitteln und waren sich selbst die Vorinstanzen in der Frage, ob überhaupt ein solcher Rückstand bestehe, nicht einig, muss nicht vom „unzweifelhaften" Bestehen eines Zinsrückstands und vom groben Verschulden ausgegangen werden (so schon 1 Ob 11/04f). (T12)

TE OGH 2010-04-15 6 Ob 50/10m

Vgl auch

TE OGH 2010-07-22 8 Ob 82/10g

TE OGH 2012-11-14 7 Ob 99/12b

TE OGH 2013-03-19 10 Ob 8/13v

TE OGH 2013-04-05 8 Ob 26/12z

TE OGH 2013-08-27 9 Ob 50/13p

Vgl auch

TE OGH 2014-03-25 10 Ob 3/14k

TE OGH 2014-10-22 1 Ob 174/14s

Vgl auch; Beisatz: Es kann nicht generell gesagt werden, dass alkoholkranken Personen grundsätzlich kein grobes Verschulden vorzuwerfen ist, wenn sie wiederholt über jeweils längere Zeiträume ihre Zinszahlungspflicht nicht erfüllen. (T13)

TE OGH 2015-04-23 1 Ob 19/15y

TE OGH 2015-05-27 6 Ob 94/15i

TE OGH 2016-06-07 10 Ob 41/16a

TE OGH 2018-06-12 5 Ob 99/18x

nur T6

TE OGH 2018-10-17 1 Ob 161/18k

Beis wie T7

TE OGH 2018-11-26 8 Ob 151/18s

TE OGH 2019-08-29 6 Ob 60/19w

TE OGH 2020-05-13 3 Ob 16/20d

TE OGH 2022-03-30 8 Ob 45/22h

Vgl

TE OGH 2022-06-22 3 Ob 87/22y

Beis wie T7

TE OGH 2023-06-27 8 Ob 53/23m

TE OGH 2024-08-26 8 Ob 46/24h

TE OGH 2025-07-17 9 Ob 75/25g

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0069304