Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0049951

Entscheidungsdatum

31.07.2025

Geschäftszahl

1Ob9/76; 1Ob10/79; 1Ob6/80; 1Ob12/80; 1Ob24/81; 1Ob52/82 (1Ob53/82); 1Ob5/83; 1Ob10/84; 1Ob27/84 (1Ob28/84); 1Ob9/85; 1Ob7/86; 1Ob37/86; 1Ob15/87; 1Ob27/87 (1Ob28/87); 1Ob43/87 (1Ob44/87); 1Ob11/88; 1Ob1004/88; 1Ob2/89; 1Ob8/90; 1Ob16/91; 1Ob29/92; 1Ob9/93; 1Ob21/94; 1Ob34/95; 1Ob1043/95; 1Ob2191/96d; 1Ob391/97z; 1Ob194/98f; 1Ob233/98s; 1Ob98/00v; 1Ob169/00k; 1Ob285/00v; 1Ob318/01y; 1Ob24/04t; 1Ob51/06s; 1Ob90/07b; 1Ob87/08p; 1Ob86/09t; 1Ob239/12x; 1Ob237/12b; 1Ob232/12t; 1Ob201/13k; 1Ob197/13x; 1Ob130/14w; 1Ob96/15x; 1Ob164/15x; 1Ob194/16k; 1Ob37/17y; 1Ob105/17y; 1Ob125/17i; 1Ob236/17p; 1Ob5/18v; 1Ob239/17d; 1Ob14/18t; 1Ob85/18h; 1Ob184/18t; 1Ob15/21v; 1Ob199/21b; 1Ob243/22z; 1Ob38/23d; 1Ob150/24a; 1Ob186/24w; 1Ob68/25v

Norm

ABGB §1295 Ia4

AHG §1 Ca

Rechtssatz

Sind gesetzliche Bestimmungen nicht vollkommen eindeutig, enthalten sie Unklarheiten über die Tragweite des Wortlautes und steht zudem eine höchstrichterliche Rechtsprechung als Entscheidungshilfe nicht zur Verfügung, kommt es darauf an, ob bei pflichtgemäßer Überlegung die getroffene Entscheidung als vertretbar bezeichnet werden kann.

Entscheidungstexte

TE OGH 1976-04-21 1 Ob 9/76

Veröff: EvBl 1977/16 S 41

TE OGH 1979-03-30 1 Ob 10/79

Veröff: SZ 52/56 = EvBl 1979/190 S 493 = JBl 1980,156

TE OGH 1980-03-19 1 Ob 6/80

TE OGH 1980-05-27 1 Ob 12/80

Veröff: SZ 53/83

TE OGH 1982-06-02 1 Ob 24/81

Auch; Veröff: SZ 55/81 = JBl 1983,326

TE OGH 1983-03-23 1 Ob 52/82

TE OGH 1983-06-15 1 Ob 5/83

Veröff: SZ 56/93 = EvBl 1983/173 S 663 = ZVR 1984/298 S 312

TE OGH 1984-05-23 1 Ob 10/84

Veröff: JBl 1985,171

TE OGH 1984-12-12 1 Ob 27/84

TE OGH 1985-05-22 1 Ob 9/85

Veröff: JBl 1986,182

TE OGH 1986-05-14 1 Ob 7/86

Auch; Veröff: SZ 59/83 = JBl 1986,728 = ZfRV 1987,72

TE OGH 1987-01-14 1 Ob 37/86

Veröff: ZVR 1988/15 S 53

TE OGH 1987-06-24 1 Ob 15/87

Veröff: EvBl 1987/179 S 655 = WBl 1987,275 = ÖBA 1988,91

TE OGH 1987-09-02 1 Ob 27/87

Auch; Veröff: SZ 60/156

TE OGH 1987-11-11 1 Ob 43/87

TE OGH 1988-04-13 1 Ob 11/88

Auch

TE OGH 1988-06-28 1 Ob 1004/88

Auch

TE OGH 1989-01-18 1 Ob 2/89

Auch; Veröff: SZ 62/6 = JBl 1989,655

TE OGH 1990-09-12 1 Ob 8/90

Auch

TE OGH 1991-06-05 1 Ob 16/91

Auch

TE OGH 1992-07-25 1 Ob 29/92

Auch; Beisatz: Nicht jede objektiv unrichtige Entscheidung eines Gerichtes zieht Amtshaftung nach sich. (T1)

TE OGH 1993-08-25 1 Ob 9/93

Auch; Beis wie T1

TE OGH 1994-05-30 1 Ob 21/94

Auch; Beis wie T1

TE OGH 1995-10-17 1 Ob 34/95

TE OGH 1996-03-26 1 Ob 1043/95

Beis wie T1

TE OGH 1996-06-25 1 Ob 2191/96d

Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 69/147

TE OGH 1998-06-09 1 Ob 391/97z

Beis wie T1; Veröff: SZ 71/98

TE OGH 1998-07-28 1 Ob 194/98f

Beisatz: Nicht jede Rechtsansicht, die von einer höheren Instanz allenfalls nicht gebilligt wird, begründet schon Rechtswidrigkeit und Schuldhaftigkeit des Verhaltens von Organen des Rechtsträgers. (T2)

TE OGH 1998-09-29 1 Ob 233/98s

Beisatz: Nicht jede Rechtsansicht, die von der höheren Instanz nicht gebilligt wurde, ist schon rechtswidrig; noch weniger muss das Verhalten von Organen des Rechtsträgers schuldhaft sein. (T3)

TE OGH 2000-10-06 1 Ob 98/00v

Vgl; Beisatz: Nach stRspr ist im Amtshaftungsprozess nicht wie in einem Rechtsmittelverfahren zu prüfen, ob die in Betracht kommende Entscheidung oder das zu beurteilende Organverhalten richtig war, sondern ob die Entscheidung bzw das Verhalten auf einer bei pflichtgemäßer Überlegung vertretbaren Gesetzesauslegung oder Rechtsanwendung beruhte. Nur die Abweichung von einer klaren Gesetzeslage oder stRspr, die nicht erkennen lässt, dass sie auf einer sorgfältigen Überlegung beruht, wird regelmäßig als Verschulden anzusehen sein. (T4)

TE OGH 2001-02-27 1 Ob 169/00k

TE OGH 2001-08-07 1 Ob 285/00v

Auch; Beis wie T4; Veröff: SZ 74/133

TE OGH 2002-09-30 1 Ob 318/01y

Auch; Beisatz: Hier: Rechtsansicht der Interessenvertretung selbst bei nachfolgender Änderung der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs vertretbar. (T5)

TE OGH 2004-06-25 1 Ob 24/04t

Auch

TE OGH 2006-04-04 1 Ob 51/06s

Auch; Beisatz: Nicht jede unrichtige Auslegung unklarer Gesetzesbestimmungen muss schuldhaft sein. (T6)

TE OGH 2007-10-22 1 Ob 90/07b

Vgl auch; Veröff: SZ 2007/160

TE OGH 2008-06-10 1 Ob 87/08p

Vgl auch; Beisatz: Hier: Vertretbare Rechtsansicht bei der Beurteilung des zeitlichen Anwendungsbereichs eines Gesetzes. (T7)

TE OGH 2009-05-26 1 Ob 86/09t

Vgl auch; Beisatz: Die bloße Unrichtigkeit einer Entscheidung begründet noch keine Schadenersatzpflicht. Vielmehr ist auch ein Verschulden des Entscheidungsorgans erforderlich. (T8); Beisatz: Geht es um die (unrichtige) Beurteilung von Rechtsfragen, ist Verschulden grundsätzlich nur dann zu bejahen, wenn der Entscheidung eine nach den Umständen unvertretbare Rechtsansicht zugrunde liegt. (T9); Beisatz: Das gilt sowohl für das Amtshaftungsrecht als auch in anderen Bereichen, in denen durch bindende Aussprüche eines Entscheidungsorgans in die Rechtssphäre einer Partei eingegriffen wird. (T10)

TE OGH 2012-12-13 1 Ob 239/12x

TE OGH 2012-12-13 1 Ob 237/12b

Beis wie T4

TE OGH 2013-03-07 1 Ob 232/12t

Vgl auch; Beis wie T4

TE OGH 2013-11-21 1 Ob 201/13k

Vgl; Beis wie T4

TE OGH 2013-11-21 1 Ob 197/13x

Vgl; Beis wie T4

TE OGH 2014-11-27 1 Ob 130/14w

Auch; Veröff: SZ 2014/121

TE OGH 2015-07-08 1 Ob 96/15x

Vgl; Beis wie T4

TE OGH 2015-09-17 1 Ob 164/15x

Vgl

TE OGH 2016-11-23 1 Ob 194/16k

TE OGH 2017-03-16 1 Ob 37/17y

Vgl; Beis wie T4

TE OGH 2017-06-28 1 Ob 105/17y

Auch; Beisatz: Hier: Rechtswidrige Ausfolgung eines zuvor (rechtswidrig) sichergestellten KfZ-Anhängers durch die Staatsanwaltschaft an jemand, der offensichtlich nicht zur Innehabung berechtigt war vergleiche Paragraph 114, Absatz 2, StPO). (T11)

TE OGH 2017-08-30 1 Ob 125/17i

Auch; Beis wie T4

TE OGH 2018-01-30 1 Ob 236/17p

Auch; Beis wie T4

TE OGH 2018-03-21 1 Ob 5/18v

Auch

TE OGH 2018-05-29 1 Ob 239/17d

Beis wie T4

TE OGH 2018-05-29 1 Ob 14/18t

Beis wie T4

TE OGH 2018-05-29 1 Ob 85/18h

Auch; Beis wie T4; Beisatz: Der Beurteilung der Richtigkeit der Vorgehensweise eines Organs kommt daher im Amtshaftungsprozess keine entscheidungswesentliche Bedeutung zu, wenn das Handeln des Organs – ohne aufzugreifende Fehlbeurteilung – als jedenfalls vertretbar eingestuft wurde. (T12)

TE OGH 2018-11-21 1 Ob 184/18t

Beis wie T12; Beisatz: Hier: Die richtige Auslegung der Vorschriften Punkt 6. Anhang römisch sieben der VO (EG) 562 aus 2006, (Schengener Grenzkodex) (T13)

TE OGH 2021-11-22 1 Ob 15/21v

Auch; Beis wie T12

TE OGH 2021-11-16 1 Ob 199/21b

Vgl

TE OGH 2022-12-20 1 Ob 243/22z

Beisatz: Hier: Zur Rechtsansicht betreffend Paragraph 98 a, Absatz eins und Absatz 3, KFG in der Fassung BGBl römisch eins 2017/9. (T14)

TE OGH 2023-03-21 1 Ob 38/23d

vgl; Beisatz: Hier: Bürgermeister durfte rechtlich vertretbar annehmen, dass noch kein unbedingt wirksamer Gemeinderatsbeschluss bestand und insoweit auch keine Kundmachung zu erfolgen hatte. Das gilt auch für das Handeln bzw Unterlassen der Aufsichtsbehörde. (T15)

Anmerkung, Vgl dazu 1 Ob 197/21h.

TE OGH 2024-11-19 1 Ob 150/24a

nur T12

TE OGH 2025-02-25 1 Ob 186/24w

vgl

TE OGH 2025-07-31 1 Ob 68/25v

vgl

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0049951