OGH
RS0039360
08.01.1976
2Ob251/75; 5Ob523/76; 1Ob633/81; 1Ob36/81; 7Ob724/81; 6Ob517/84; 1Ob131/99t; 3Ob195/07h
ZPO §235 Abs1 A1; ZPO §482 B2; ZPO §483 Abs3
Verhandelt und entscheidet das Berufungsgericht über eine im Berufungsverfahren geänderte bzw auch bloß veränderte Klage, liegt ein Verstoß gegen zwingende Vorschriften der Prozessgesetze, der rückwirkend auch bei der Prüfung der materiellen Schlüssigkeit des geänderten Begehrens bzw der geänderten Klage in den Kognitionsbereich des Revisionsgerichtes fällt, vor. Der Revisionsgericht hat die Sache so zu beurteilen, als ob die Klagsänderung oder Klagsveränderung im Berufungsverfahren nicht erfolgt wäre.
TE OGH 1976-01-08 2 Ob 251/75
Veröff: RZ 1976/70 S 116 = JBl 1976,545 = SZ 49/2
TE OGH 1976-03-02 5 Ob 523/76
Beisatz: Ein solcher Verstoß des Berufungsgerichtes bewirkt nicht Nichtigkeit, sondern einen Verfahrensmangel. (T1)
TE OGH 1981-09-16 1 Ob 633/81
TE OGH 1981-09-16 1 Ob 36/81
TE OGH 1982-04-15 7 Ob 724/81
TE OGH 1984-03-08 6 Ob 517/84
Gegenteilig; Beisatz: Ist dieser Verfahrensmangel jedoch im Revisionsverfahren nicht gerügt worden, kann er vom OGH nicht von Amts wegen aufgegriffen werden. (T2) Veröff: ImmZ 1985,130
TE OGH 1999-11-23 1 Ob 131/99t
TE OGH 2007-11-27 3 Ob 195/07h
Vgl aber; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Ist dieser Verfahrensmangel ungerügt geblieben, so ist das geänderte Klagebegehren der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Grunde zu legen. (T3)