Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0020161

Entscheidungsdatum

23.06.2026

Geschäftszahl

1Ob209/75; 4Ob504/76; 8Ob552/76 (8Ob553/76); 6Ob637/77; 1Ob602/77; 1Ob599/77; 6Ob697/77; 1Ob597/78 (1Ob598/78); 2Ob519/79; 7Ob654/79; 4Ob506/80; 3Ob540/79; 4Ob581/80; 3Ob667/81; 8Ob501/82; 3Ob645/82; 1Ob617/83; 2Ob656/84; 4Ob1522/88; 4Ob592/88; 2Ob528/89; 3Ob1512/90; 2Ob530/90; 4Ob548/92; 10Ob77/98s; 10Ob384/98p; 3Ob291/97h; 2Ob320/99v; 5Ob200/02a; 10Ob45/05y; 3Ob150/04m; 6Ob80/05s; 2Ob256/05v; 5Ob57/06b; 4Ob11/08h; 3Ob142/08s; 1Ob262/07x; 5Ob108/11k; 6Ob77/12k; 6Ob92/15w; 3Ob176/20h; 5Ob191/20d; 2Ob34/21w; 6Ob6/22h; 3Ob73/26w

Norm

ABGB §1052 B1

ABGB §1170

ABGB §1295 römisch drei

Rechtssatz

Der Besteller kann der Werklohnklage des Unternehmers die Einrede des nicht erfüllten Vertrages auch bei Vorliegen geringfügiger Mängel entgegenhalten, es sei denn, die Ausübung dieses Rechtes artet zur Schikane aus.

Entscheidungstexte

TE OGH 1975-11-10 1 Ob 209/75

TE OGH 1976-04-27 4 Ob 504/76

TE OGH 1976-11-10 8 Ob 552/76

TE OGH 1977-05-26 6 Ob 637/77

TE OGH 1977-06-22 1 Ob 602/77

TE OGH 1977-07-06 1 Ob 599/77

TE OGH 1977-12-21 6 Ob 697/77

TE OGH 1978-05-22 1 Ob 597/78

nur: Der Besteller kann der Werklohnklage des Unternehmers die Einrede des nicht erfüllten Vertrages auch bei Vorliegen geringfügiger Mängel entgegenhalten. (T1)

TE OGH 1979-06-12 2 Ob 519/79

TE OGH 1980-01-17 7 Ob 654/79

Veröff: SZ 53/7

TE OGH 1980-04-15 4 Ob 506/80

nur T1

TE OGH 1980-04-23 3 Ob 540/79

Beisatz: Kauf (T2) Veröff: SZ 53/63

TE OGH 1980-06-17 4 Ob 581/80

Beisatz: Verbliebene unwesentliche Delle am Kotflügel - Schikaneeinwendung gerechtfertigt. (T3)

TE OGH 1982-03-24 3 Ob 667/81

TE OGH 1982-04-15 8 Ob 501/82

Veröff: RZ 1983/41 S 187

TE OGH 1982-12-01 3 Ob 645/82

nur T1

TE OGH 1983-08-31 1 Ob 617/83

Veröff: RdW 1984,41

TE OGH 1986-06-17 2 Ob 656/84

TE OGH 1988-09-27 4 Ob 1522/88

Vgl auch

TE OGH 1988-10-25 4 Ob 592/88

Beisatz: Darauf, ob der Werkunternehmer nur eine oder mehrere Rechnungen legt, kommt es in diesem Zusammenhang nicht an; entscheidend ist nur, ob der Werklohn für eine als Einheit zu bewertende Gesamtleistung verlangt wird. (T4)

TE OGH 1989-09-12 2 Ob 528/89

Beis wie T4

TE OGH 1990-05-16 3 Ob 1512/90

Auch

TE OGH 1990-04-25 2 Ob 530/90

Veröff: ecolex 1990,677

TE OGH 1992-11-10 4 Ob 548/92

Aber; Beisatz: Der Übernehmer (Besteller) hat nicht das Recht, wegen des Vorliegens bloß unerheblicher Mängel die Gegenleistung zurückzuhalten. (T5)

TE OGH 1998-04-28 10 Ob 77/98s

Auch

TE OGH 1998-11-24 10 Ob 384/98p

Auch

TE OGH 1999-07-14 3 Ob 291/97h

Vgl auch

TE OGH 1999-11-18 2 Ob 320/99v

Vgl auch

TE OGH 2002-12-17 5 Ob 200/02a

Vgl; Beisatz: Nur auf den restlichen Werklohn kommt es für Frage des Zurückbehaltungsrechts an. (T6)

TE OGH 2005-06-28 10 Ob 45/05y

Auch

TE OGH 2005-06-30 3 Ob 150/04m

Auch; Beisatz: Ein Zurückbehaltungsrecht besteht nach ständiger Rechtsprechung dann nicht, wenn der Besteller die Behebung der Mängel durch den Unternehmer nicht mehr zulässt oder sie geradezu vereitelt hat, weiters bei ganz unbedeutenden Mängeln, vor allem, wenn die Ausübung dieses Rechts zur Schikane ausartete. Verstanden wird darunter ein krasses Missverhältnis zwischen dem (Rest)Werklohn und dem Aufwand zur Mängelbehebung. (T7)

TE OGH 2005-07-14 6 Ob 80/05s

Beisatz: Das volle Leistungsverweigerungsrecht besteht nicht, wenn von einem Missverhältnis zwischen den vom Gewährleistungsberechtigten verfolgten Interessen an der Leistungsverweigerung und dem Interesse des Werkunternehmers an der Bezahlung des Werklohns für den mängelfreien Teil des Werks auszugehen ist. Hier: Missbräuchliche Rechtsausübung, wenn das hergestellte Werk in Gebrauch genommen wurde und die Mängelbehebung keine besonderen Fachkenntnisse und kein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den Vertragsparteien zur Voraussetzung hat. (T8)

TE OGH 2006-04-06 2 Ob 256/05v

TE OGH 2006-03-21 5 Ob 57/06b

Beis wie T8

TE OGH 2008-03-11 4 Ob 11/08h

nur: Der Besteller kann der Werklohnklage des Unternehmers die Einrede des nicht erfüllten Vertrages entgegenhalten. (T9)

TE OGH 2007-07-11 3 Ob 142/08s

Auch; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Verbesserungsaufwand 15 % des offenen Werklohns - Schikane verneint. (T10)

TE OGH 2008-09-16 1 Ob 262/07x

Vgl auch; Beis wie T8 nur: Das volle Leistungsverweigerungsrecht besteht nicht, wenn von einem Missverhältnis zwischen den vom Gewährleistungsberechtigten verfolgten Interessen an der Leistungsverweigerung und dem Interesse des Werkunternehmers an der Bezahlung des Werklohns für den mängelfreien Teil des Werks auszugehen ist. (T11)

Beisatz: Hier: Verbesserungsaufwand von nur rund 2 % des offenen Werklohns - volles Leistungsverweigerungsrecht verneint. (T12)

TE OGH 2011-07-07 5 Ob 108/11k

Vgl auch

TE OGH 2012-06-22 6 Ob 77/12k

Beisatz: Hier: Verbesserungsaufwand von 2,7 % des Restwerklohns ‑ kein Leistungsverweigerungsrecht. (T13)

TE OGH 2015-12-21 6 Ob 92/15w

Vgl; Beisatz: Der Werkunternehmer muss sich im Prozess auf Schikane berufen. (T14)

TE OGH 2021-01-20 3 Ob 176/20h

Beis wie T10

TE OGH 2020-11-30 5 Ob 191/20d

Beisatz: Hier: Verbesserungsaufwand von 2.320,80 EUR - restlicher Werklohn von 18.374,80 EUR; Schikane verneint. (T15)

TE OGH 2022-01-27 2 Ob 34/21w

Beis wie T6; Beisatz: Bei der Beurteilung, ob die Ausübung des Leistungsverweigerungsrechts durch den einzelnen Wohnungseigentümer wegen Mängel an allgemeinen Teilen der Wohnungseigentumsanlage als Schikane zu werten ist, sind die gesamten Behebungskosten heranzuziehen. (T16)

TE OGH 2022-04-06 6 Ob 6/22h

Vgl; Beisatz: Hier: Im Regelfall begründet es keine erhebliche Rechtsfrage, ob im Einzelfall bestimmte, näher festgestellte Mängel den Werkbesteller berechtigen, einen offenen Teil des Werklohns bis zur Mängelbehebung zurückzubehalten. (T17)

TE OGH 2026-06-23 3 Ob 73/26w

Beisatz wie T4; Beisatz wie T6

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0020161